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Schattenzeilen

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Inhalt: Blogbeiträge bilden die Meinung der Autorin / des Autors ab. Wir machen uns diese nicht zueigen.

 

Die Dominanz Sozialer Medien

Ein Blogbeitrag von Hans Bergmann

Das Telefon klingelt.

"Sorry, ganz kurz."

Ich telefoniere. Ein Pling ertönt. Ah, eine WhatsApp Nachricht. Während ich telefoniere, muss ich schauen, wer was schreibt. Da, ein Plang. Jemand hat einen Kommentar zu einem Kommentar von mir in einem Blog geschrieben. Worum geht es? Ich beende das Telefonat. Tülü. Neue Bilder wurden hochgeladen. Pöck. Jemand hat mein Profil in der SZ besucht. Ganz kurz schauen. Tock. Info über ein Zitat von mir im SM-Chat. Wer schreibt da was? Ging. Eine neue Nachricht im Mailprogramm. Ganz kurz noch, bitte. Bölöng. Tröck, Piep, Alarm, Akku alle. Mist.

 

Ich schaue auf. Wo ist Carmen? Die Sache hatte so verlockend begonnen. Wir haben auf den Schattenzeilen gechattet, uns über eine private Nachricht verabredet. Einfach mal treffen, ganz locker kennenlernen, ein wenig Befehl und Gehorsam üben.

Ich hatte ihr vor meinem Telefonat befohlen, still zu sitzen. Wo ist sie jetzt? Was soll das? Warum ist mein Kaffee kalt? Ein Zettel liegt auf dem Tisch.

„War nett, unser Date!“

Und so eine Frau nennt sich Sub.

Ich sehe mich um. Keiner im Café hat etwas bemerkt. Alle schauen auf ihre Handys. 

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

Sizilia Luber

Autorin.

19.10.2021 um 20:18 Uhr

Lieber Hans Bergmann, 

danke für den Text. Ich finde ihn auch ein wenig kurz und knapp, nicht so tief, wie er hätte sein können, aber die Botschaft kommt an und für einen Gedankenaustausch (wie die Kommentare zeigen) reicht er auch aus.

Die Medien verändern sich. Wo man früher drei oder vier hatte (Computer, Musikplayer, Kamera etc.) kann man jetzt alles in einem haben. Da verwundert es nicht, dass man es häufig in der Hand hat.

Aber seine Abhängigkeit bestimmt man selbst. Man kann es jederzeit aus der Hand legen und sich auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren. Für mich bedeutet das im Wesentlichen bewusst Zeit mit den Menschen zu verbringen, die ich liebe, statt ständig das Handy in der Hand zu halten. Außerdem finde ich das respektlos. Ich kann es nicht leiden, wenn ich mit einer Freundin zusammen sitze und sie ständig an den Nachrichten fummelt oder man nicht ungestört essen kann, weil man was auch immer tippen muss. Für mich bedeutet die reale Welt immer noch mehr als das Internet. Tiefe Freundschaften finden sich dort nur sehr selten. Es geht viel mehr um Schein als um Sein.

Nachtasou

Autor.

07.10.2021 um 01:43 Uhr

geändert am 07.10.2021 um 01:49 Uhr

Bester Bergmann,

ich find wie poet auch, dass Du etwas flach geblieben bist *g. Okay, ein verdaddeltes Date mag ein netter Aufhänger für´s Aneinander-Vorbei-Leben sein. Ab wo ist Deine Position? Das hört sich dann an wie: Hilfe, ich bin zu dick, und daran ist die herumliegende Schokolade schuld.

Ich gehe mal vom Wort „Medium“ selbst aus. Ein Medium macht gar nichts. Schon gar nicht bestimmt es die Inhalte. Es ist wie die Brücke über einen Fluss, der zwei Ufer verbindet. Je nach Bauweise der Brücke können Züge, Fußgänger, Wasserrohre, u.ä. darüber geleitet werden. Ein Telefonkabel ist nicht sozial. Sozial wird ein Medium in schnoddriger Denkweise erst dadurch, von wem und wie es genutzt wird. Es kann also auch ´unsozial´ werden. Es ist ein Werkzeug, mehr nicht.

Dann wundert mich die aktuelle Aufregung, Facebook z.B. fördere Aggressivität. Stelle tausend Leute mehrere Wochen auf einen Marktplatz und irgendwann schlagen sie sich dort auch. Dafür ist weder der Marktplatz noch das Medium verantwortlich. Medien legen nur etwas offen, oder ermöglichen etwas, das schon da ist, oder schlummert. Das sind eventuell der zeitversetzte, entfernte und anononyme Austausch, der etwas offenbart, was sonst eher nicht aneinander gerät. Zum Beispiel dann nicht, wenn zwei Nachbarn, jeder in seiner Küche sitzend, übereinander lästern.

Die Welt ist ohne Medien nicht weniger sozial oder unsozial. Es wird nur sichtbarer.

Es war abzusehen, dass ´das Internet´, das so hehr und illusionär startete und über Jahre auch war, vergammelt. Schon Rom hat es mit Brot-und-Spiele vorgemacht. Desto ungestörter können die Lebensverhältnisse vom Spielfeldrand her eingerichtet werden. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine geschichtliche Binsenweisheit.

Ich bin aber kein Kulturpessimist. Meine Beobachtung ist, dass die aktuell junge Generation dem „Suchtcharakter“ der Medien weniger verfällt, das ist eher ein Phänomen der Übergangsgeneration. Die Jungen, die ich kenne, fahren lieber auf Live-Konzerte; nutzen Spotify nebenher; nutzen Whatsapp, Threema und Konsorten nur aus praktischen Gründen und treffen sich lieber. Die Epidemie-Zeiten haben das noch mal verdeutlicht.

Brot-und-Spiele wurden gespendet, von denen, die sich die Hände rieben. Das ist  ein Schicht-Phänomen, wer wie womit seine Lebenszeit verbringt. Erschreckend find ich inzwischen die Selbst-Versklavung. Das stellt alle politischen Ideologien auf den Kopf und man kann alles vergessen, was in den letzten 150 auf diesen Gebieten erarbeitet worden ist. (Bis auf Nietzsche vielleicht *g, was gruselig genug ist.)

Was noch zu erwähnen ist, ist die technische Faszination. Wem wie mir das Kofferradio und die Kurzwelle noch einen Blick aus dem begrenzten Horizont eines ´Dorfes´ wie ein Fenster in die Welt war, mussten die neuen Medien anfangs wie ein Technik-Wunder erscheinen. Der Sammler-und-Jäger-Mentalität bin ich auch erlegen. Das betraf Ton+Bild bis zum Abwinken. Wie gesagt, das ist ein Phänomen der Übergangsgeneration, zu der ich gehöre.

Es bleibt aber reine Unterhaltung. Für Bildung braucht´s kein Excel, Powerpoint, E-learning und für Diskurs keine Medien, sondern nur Nähe, Stimme und Beziehung. Eine Vorlesung in Fleisch und Blut ist durch Youtube auch nicht ersetzbar, höchstens fürs Repetitorium oder so etwas. Ich glaub, da schmieren die Hersteller unsere Kulturbeamten. Pädagogen werden eventuell einfach nicht gefragt. Es gibt halt Bereiche, wo jeder meint, Bescheid zu wissen. Wenn Bildungsoffensiven sich in EDV-Ausstattungen erschöpfen, dann geht im Abendland tatsächlich die Sonne unter *g. Eine Fremdsprache, Mathematik oder ein Instrument zu erlernen macht Mühe, und das bleibt noch eine Weile so, da helfen auch keine noch so schnellen Prozessoren drüber hinweg.

Die Schattenzeilen gehören auch zu den sozialen Medien. Und auch daran erkennt man, dass nicht das Medium an sich darüber bestimmt, was wie läuft. Wie gesagt, Medien sind Brücken. Der Verkehr auf den Brücken ist ein ganz anderes Thema. Und da sind wir ja eigentlich frei zu entscheiden, Möglichkeiten zu gebrauchen, ohne in den Missbrauch abzugleiten. Ist wie bei Schokolade. Aber ein Date zu verdaddeln, das wäre schon oberdämlich, bester Hans, und reine Fiktion, das glaub ich Dir einfach nicht  *lacht*

Wodin

Autor. Förderer.

04.10.2021 um 04:44 Uhr

Da fällt mir ein Zitat von Paracelsus ein, das sinngemäß bedeutet: "... allein die Dosis macht, das ein Ding kein Gift ist" (bitte verzeiht, daß ich das Zitat jetzt nicht exakt dargestellt habe)

Für mich sind das Internet, der Rechner, das Smartphone usw. tolle Erfindungen und Anwendungen, die vieles im Leben vereinfachen oder überhaupt erst ermöglichen. Vieles Wissenswertes musste man sich in Lexika oder in Büchereien mühsam zusammensuchen, heute erledigt das eine Suchmaschine und mit dem Smartphone hat man dieses Wissen sogar immer dabei. Wohl wisssend, dass diese Informationen bzw. deren Quellen immer kritisch zu hinterfragen sind.

Ein Unternehmer hatte die Vision ein Telefon, einen Musikplayer, einen Fotoapparat und einen Computer in einem Gerät zu vereinen und das auch noch hosentaschentauglich - meiner Meinung nach eine geniale Idee (ich hoffe ich habe das richtig in Erinnerung, was Steve Jobs bei der Vorführung des ersten iPhones gesagt haben soll, bitte korrigiert mich, wenn ich hier etwas falsch in Erinnerung habe).

Doch, wie eingangs erwähnt, die Dosis machts. Wie weit lass' ich mich von der Technik leiten oder sogar (ver-)führen. Und, machen wir uns nichts vor, findige Geschäftsideen nutzen dieses auch schamlos aus.

Umso mehr ist es für jeden User wichtig, hier eine Art "Medienkompetenz" anzustreben und gleichzeitig nicht zu vergessen, daß es auch eine "nicht digitale" Welt gibt. Nur dort findet das richtige Leben statt, also in echt, sozusagen spürbar, sichtbar, hörbar, riechbar, schmeckbar (ihr wisst alle, was ich meine).

Hans Bergmann

Autor.

03.10.2021 um 11:34 Uhr

poet

Alles sicher richtig, aber nix Neues - alles schon längst anderswo geschrieben, gesagt. Sorry, ist mir zu wenig zum sicher interessanten und wichtigen Thema!

Lieber poet. Bitte lass dir kurz ins Gewissen reden, denn ein Blog ist keine Geschichte, weil er lediglich der Anregung, der Belebung des Forums dient und keinen Anspruch auf neue Gedanken hat und ich denke, dass alles auf dieser Welt bereits gedacht und jede Geschichte bereits geschrieben ist und deshalb empfinde ich es als unfair von dir, mir nicht mal ein Sternchen für gute Rechtschreibung zu gönnen.

poet

Autor.

02.10.2021 um 19:17 Uhr

Alles sicher richtig, aber nix Neues - alles schon längst anderswo geschrieben, gesagt. Sorry, ist mir zu wenig zum sicher interessanten und wichtigen Thema!

30.09.2021 um 12:28 Uhr

Danke für diesen Beitrag, der mir wieder zeigt, es gibt doch noch mehr Menschen mit einem ähnlichen "Konsumproblem" Es ist wohl müßig über Sinn oder Unsinn moderner Kommunikationstechnik zu diskutieren. Das muß jeder für sich entscheiden - da wird sich sicher niemand als "Maschinenstürmer" bezeichnen lassen. Wie für alles gibt es "Für und Wider", "Zwei Seiten einer Medaille", "Yin und Yang", "Schwarz und Weiß", die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen. Leider nehmen diese vermeintlichen "Kommunikationsmaschinen" niemandem das eigene Denken ab. Das Gegensteuern schießt dabei ebenso oft übers Ziel hinaus. Es bleibt eine Frage der Verhältnismäßigkeit, die wohl jeder anders für sich definiert. Wer sich dessen bewußt ist, ist auf einem guten Weg.

Queeny

Förderer.

28.09.2021 um 10:15 Uhr

Vielen Dank  für Ihren Beitrag. Sie haben recht, auch ich habe schon oft beobachtet,dass die Menschen lieber in ihr Handys starren, anstatt sich in die Augen zu sehen.

Maren

Autorin.

23.09.2021 um 19:31 Uhr

Ich stehe auf ständiges Internet, will es nicht kontrollieren. Ich will auch nicht damit umgehen. Wozu sich einen Zwang auferlegen? Ich möchte meine Meinung erklären.

Es gibt eine neue Welt. Dort kann ich sehen, was ich will, lesen was ich will. Ich höre, was ich will. Ich finde Antworten auf alle Fragen. Ich kann reden, mit wem ich will. Im Internet fehlen die Lasten, die mich auf der Erde drücken. Kein anfälliger Körper, stets behütet, kein Kampf um Gesundheit, Verzögern des Alterns, Essen, Trinken, Kleidung, Wärme einer Wohnung. Erwerb, Kampf um Ressourcen, die Unzulänglichkeit der Welt. Das sind Lasten. Nein, ich bin nicht depressiv. Aber die Geister, die das Internet erschaffen haben, mag ich mehr als die Macher einer irdischen Existenz, die Geist und Seele an einen endlichen Körper binden.

Meister Y

Autor. Förderer.

22.09.2021 um 13:04 Uhr

Lieber Hans Bergmann vielen Dank für diesen Beitrag. Ich hoffe wirklich, dass ihn viele lesen und dann ein bisschen über sich und ihren Umgang mit Internet, Social Media und der scheinbaren Abhängigkeit von mobiler Erreichbarkeit nachdenken.

Es ist wirklich so, ein Mobiltelefon oder ein Smartphone und die damit verbundenen Möglichkeiten sind Fluch und Segen zugleich. Solche Entwicklungen hat es in der Geschichte der Menschheit immer wieder gegeben. Ich denke an die Eisenbahn und die damit verbundene Angst vor den Stahlrössern, die Automatisierung und die damit verbundene Angst, wegrationalisiert zu werden und vieles mehr. Heute ist es die mobile Erreichbarkeit, die viele Menschen offenbar wollen und die an der einen oder anderen Stelle sogar 24/7 verlangt wird.

Ich denke, dass jede(r) hier wirklich seinen eigenen Weg finden und gehen muss. Abwägen sollte, ob die Vorteile überwiegen oder die Nachteile dominieren. Ja auch mich stört, wenn ich Familien sehe, die miteinander am Tisch sitzen und bei denen jede(r) in sein Mobiltelefon starrt. Wenn eine Gruppe Kids im Park chillt, wo miteinander getextet und nicht gesprochen wird.

Mich freut aber auch, wenn meine Eltern mich immer und überall erreichen können, wenn ich ihnen schnell und unkompliziert Bilder schicken kann und mehr. Ob das dann mein Arbeitgeber auch kann, kann immer noch ich entscheiden.

Man kann übrigens auch ein Internetmensch sein, ohne Empathie und anderes zu verlieren, wenn man in der Lage ist, so wie Du es geschrieben hast lieber Hans Bergmann, sich selbst Regeln für den Umgang mit dem Netz zu geben und die dann auch einzuhalten. So gilt bei uns zum Beispiel auch, dass das Mobiltelefon nachts im Schlafzimmer nichts zu suchen hat. 

Ich kann für mich als Fazit sagen, dass ich mein Smartphone nicht mehr missen mag. Auch diesen Beitrag würde es ohne den mobilen Begleiter nicht geben. Was es für mich aber nicht gibt ist, dass mein Smartphone zur dominierenden Größe wird. Wann, wo, wer bestimme ich und niemand sonst.

P.S. Ihr habt wahrscheinlich gemerkt, dass ich den urdeutschen Begriff "Handy" so gar nicht mag , auch wenn er es inzwischen sogar in den Duden geschafft hat.

Sophie Amalia

Autorin.

21.09.2021 um 21:59 Uhr

Beim Lesen der Geschichte hatte ich sofort wieder folgendes Bild vor Augen:

Als ich mit meiner Familie im Restaurant auf das Essen wartete, beobachteten wir unter anderem einen Nachbartisch. Beide Elternteile jeweils in das Handy vertieft. Die Tochter, Kindergartenalter, plapperte fröhlich vor sich hin. Und niemand reagierte.

Ein trauriger Anblick. Das Mädchen tat mir unheimlich leid.

Ich gestehe, ich selbst nutze das Handy viel. Lese aber auch Bücher und Geschichten damit. Bei den Schattenzeilen bin ich auch nur mit dem Handy online. Ich erledige selbst sämtlichen E-mail-Verkehr per Handy.  Warum? Weil ich das Handy immer dabei habe. Wartezeiten etc. kann ich so effektiv ausnutzen.

Natürlich halte ich per Handy auch Kontakt zu Familie und Freunde. Nicht nur per Textnachrichten. Ich telefoniere auch gern. Mir fällt auf, dass Telefonieren immer mehr abhanden kommt. Schade für die Kommunikation, die sich auf diesem Weg immer mehr von gesprochenen Worten in Emojis verwandelt. Mehr Missverständnisse dadurch. Ist zumindest mein Empfinden.

Im Allgemeinen liegen wohl Segen und Fluch bei dieser Fragestellung nahe beeinander. Wobei ich es für mich gut steuern kann und es nicht als Fluch empfinde. Ich weiß wie ich das Handy ausschalten kann, wenn ich nicht gestört werden möchte. Und da fallen mir glücklicherweise genügend Situationen ein, wo die Realität für mich schlichtweg Vorrang hat.

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.