Registrieren Login

Schattenzeilen

BDSM-Geschichten lesen und schreiben

Social Bondage: Textnummer 2008 | Facebook | Twitter

Urheberrecht Urheberrecht: Eine Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Verwendung darf nur nach Zustimmung durch Ronja erfolgen! Mehr dazu ...

Hinweise beachten Namen, Orte, Handlungen: Im Text erwähnte Namen, Orte und Begebenheiten sind, soweit nicht anders angegeben, fiktiv. Handlungen und Techniken sind nicht vollständig beschrieben, es fehlen Sicherheitshinweise. Mehr dazu ...

 

Sprung ins Verborgene

Eine BDSM-Geschichte von Ronja.

Valerie muss los. Als Nächstes ist sie dran. Schrecklich nervös, wie gewöhnlich in diesen Momenten, läuft sie auf die Bühne. Das ist schon so, seit sie sich erinnern kann. Das Lampenfieber ist ihr ständiger, finsterer Begleiter bei ihren Auftritten. Jedes Mal muss sie ihn langsam und beharrlich abschütteln. Das gelingt ihr aber erst nach einer gefühlten Ewigkeit auf der Bühne. Quälende Minuten sind das. Unsicherheit, ob alles auch wie geplant abläuft.

 

Das Licht der Scheinwerfer blendet sie. Das ist gut so, dadurch ist es ihr unmöglich, jemanden im Publikum zu erkennen. Oder annähernd abschätzen zu können, wie viele Leute tatsächlich zu dem Auftritt gekommen sind.

Seit einigen Wochen hat sich so vieles in Valeries Leben verändert. Davon ahnt niemand etwas. Vor allen Dingen nicht das Publikum. Nichts mehr ist wie zuvor.

Die Nervosität lässt ihr keine Ruhe. Quälende Befürchtungen breiten sich in ihr aus. Gewinnen an Raum. Werden immer drängender. Sie atmet ganz bewusst. Versucht, sich zu beruhigen. Ihre Ängste dürfen nicht übermächtig werden. Das muss sie verhindern. Im Keim ersticken. Sie darf sich nicht in Gedanken ausmalen, was alles schieflaufen könnte. Sie muss das Hier und Jetzt vergessen, wie bei ihrer Begegnung mit Ansgar. Sich von der eigenen Stimme treiben lassen. Frei werden. Springen.

 

Während sie mitten auf der Bühne steht, spürt sie deutlich im Schritt, zwischen ihren Oberschenkeln die Wunden, die das Treffen mit Ansgar verursacht hat. Bereits beim bloßen Gedanken daran wird ihr warm und es kribbelt in ihrem Bauch. Wie tausende Schmetterlinge, die wild herumtanzen. Unterhalb ihres Nabels. Vorsichtig tiefer ziehend. Unaufhaltsam. Unkontrollierbar. Die Striemen stammen von einem langen dünnen Ast eines Weidenbaums. Damit traktierte er sie, schonte sie nicht und war unbarmherzig zu ihr. Auch auf ihrem Rücken und ihren Brüsten sind ähnliche Male zu erkennen. Sie brennen immer noch ein wenig, verborgen unter ihrem roten Kleid. Bilden ein schönes Muster. Zu ihrer tiefen Verwunderung und Bestürzung, gefiel ihr der Anblick. Sie ertappte sich schon dabei, wie sie vor dem Spiegel stolz die Striemen mit den Fingern nachzeichnete. Sorgsam streichelte. Minutenlang. Gedanken verloren. Dadurch hielt sie ihre Erinnerung an das Treffen mit Ansgar lebendig.

Er schenkte ihr von Anfang an reinen Wein ein. Schrieb ihr von seinen sadistischen Neigungen. Immer wieder überlegte sie sich, ob das wirklich das Richtige für sie war und ob sie sich das zutraute. Konnte sie im Schmerz Erfüllung finden? Ein mulmiges Gefühl breitete sich in ihr aus. Aber die Zeit verging und sie schrieben sich mehrmals täglich. Sie freute sich auch über die immer häufiger stattfindenden Telefonate. Liebte seine tiefe Stimme. Auch die Neugier obsiegte in ihr. Unbedingt wollte sie von ihm mehr erfahren. Er versprach ihr, sie zu Beginn zu schonen und ihr einen langsamen, allmählichen Einstieg zu ermöglichen. Nicht gleich aufs Ganze zu gehen.

Valerie wollte endlich den Schritt wagen. Zu lange blendete sie bereits ihre Neigungen aus. Das fühlte sich falsch an. Ansgar war ein einfühlsamer Mann, ruhig, souverän und konservativ wirkte er. Nach außen hin sah man ihm seine Neigungen in keiner Weise an. Das gefiel ihr. Er hatte ein Geheimnis, das er in sich trug, versteckt und verborgen vor der Außenwelt. Es erschien ihr wie eine zweite Welt innerhalb der normalen Realität, in die man eintauchen und versinken konnte. Mit tiefen, dunklen romantischen Sphären. Er lockte und zog sie zu sich. Gedanklich. Emotional. War sie dafür bereit?

Du möchtest diese BDSM-Geschichte weiterlesen?

Melde Dich in Deiner BDSM-Community an

Name:

Passwort:

Wenn Du bereits einen Nutzernamen hast, melde Dich bitte vor dem Lesen am System an. Andernfalls kannst Du Dich kostenlos registrieren oder Dir zunächst weitere Vorzüge von angemeldeten Nutzern ansehen.

Du möchtest Dich nicht anmelden? Dann stehen Dir nur die ohne Anmeldung lesbaren BDSM-Geschichten zur Verfügung.

 

Deine Meinung

Du kannst Texte nur dann bewerten, wenn Du sie voll einsehen kannst.

 

Kommentare von Leserinnen und Lesern

20.09.2020 um 13:29 Uhr

Schöne Geschichte. Zwei kontroverse Welten werden in verschiedenen Erzählsträngen miteinander verbunden. Das ist gelungen.

Kritikpunkte: Der Text ist sprachlich nicht ganz sicher erzählt. Und die Handlung erscheint mir doch recht unrealistisch: In der beschriebenen Situation auf der Bühne ist bei Aufregung kein Raum für so intensive Rückblenden.

Meister Y

Autor. Förderer.

16.09.2020 um 13:03 Uhr

Liebe Ronja, vieles ist ja zu der Geschichte schon gesagt. Zu einer Geschichte in der Du zwei Welten Deiner Protagonistin geschickt verwoben hast. Eines ist klar, Valerie kann diese Auftritte. Lampenfieber gehört wohl immer dazu und die Frage ist, ob man sich dem hingibt oder ein Mittel findet, Lampenfieber nicht zu stark werden zu lassen. Hier kommt Valerie' s zweite Welt ins Spiel, eine Welt in der sie einen großen Schritt gegangen ist. Einen Schritt der Mut erfordert und der, realistisch betrachtet, ein überaus gefährlicher war. Sie hat das Glück der Tüchtigen gehabt und sich dem Richtigen hingegeben, durfte Sehnsüchte ausleben und die Spuren davon lange spüren. Sie waren es letztlich, die für dieses Mal das Lampenfieber verdrängten.

Für mich eine tolle Geschichte. Klar man dies, das und jenes verbessern, man kann sich aber auch einfach mal trauen und schreiben. Schon das gelingt nur Wenigen.

Danke für Unterhaltung in der Mittagspause.

Ronja

Autorin.

04.09.2020 um 21:51 Uhr

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank nochmals an alle Kommentarschreiber. Es freut mich, dass euch die Geschichte gefallen hat. Ich lerne aus euren Rückmeldungen auch für weitere Texte, an denen ich gerade schreibe oder die ich noch schreiben werde.

ruthenschlag:

Das hast du richtig erfasst. Wenn einmal der Damm bricht, sind die Wassermassen nicht mehr aufzuhalten. Genau so verhält es sich mit den Neigungen von Valerie, die sie so lange unterdrückt        ( und in sich aufgestaut) hatte. Noch ist eine Fortsetzung nicht geplant. 

S Ina:

Genau, nur weil die Striemen noch so deutlich erkennbar und präsent waren, konnte Valerie ihr Lampenfieber überwinden. Sie hielten ihre Erinnerung lebendig. Ein behutsameres Vorgehen von Ansgar gegenüber Valerie hätte einen schwächeren Effekt gehabt. 

dienerin und Knurrwolf:

Wie ich auch schon in meinem letzten Kommentar geschrieben habe. Einen entspannteren Einstieg für eine Anfängerin wäre auf jeden Fall in der Realität besser gewesen. Aber hier in der Geschichte wollte ich auch die Kontraste zwischen der Musik und den Schlägen von Ansgar, sowie die ambivalenten Gefühle von Valerie unterstreichen. 

Viele liebe Grüße 

Ronja

31.08.2020 um 23:37 Uhr

Sehr intensive Bilder und viele Einblicke. Man fragt sich aber, hat sich da wirklich etwas so lange unerfüllt in Valerie aufgestaut, das sich jetzt so gewaltig Bahn bricht? Geht es wirklich so schnell? Wird es ein zweites Mal geben? Danke auf jeden Fall für diesen Text.

19.08.2020 um 20:05 Uhr

Vielen Dank für diese Geschichte.

Ich war zunächst auch etwas irritiert weil dieses erste Treffen schon recht heftig verlaufen ist. Erst später kam mir der Gedanke das es vielleicht genauso sein musste um hervorzuheben wie es Valerie bei ihrem Auftritt gelingt ihr Lampenfieber zu überwinden. Wären die Striemen weniger deutlich zu spüren, wäre die Erinnerung an den Tag mit Ansgar vielleicht ebenfalls etwas blasser ausgefallen. 

In der Realität wäre es zu viel für den Anfang, für eine/diese Geschichte finde ich es genau passend.

dienerin

Autorin. Förderer.

17.08.2020 um 21:44 Uhr

Danke Ronja für diese Geschichte

Sie gefällt und auch nicht

Du hast sie toll beschrieben und ein Kopfkino bereitet

aber ich erlebe Grenzwertiges für eine Anfängerin.

Das machte mir das Lesen schwer.

Deinen Vergleich zur Musik und zum Auftritt und zum Lampenfieber kann ich gut nachvollziehen, dennoch es bleibt mir eine Spur zu hart für den Beginne.

Die Gefühle sind in beiden Situationen schön beschrieben

Bitte gerne weiter so

Dienerin

Knurrwolf

Autor.

09.08.2020 um 08:18 Uhr

Eine sehr schöne Geschichte, in der du die Empfindungen der Protagonistin über das Erlebte hinaus beschreibst. Du lässt tiefe Einblicke in die Gedankenwelt zu und die finde ich richtig gut ausgeschrieben.

Allerdings muss ich zugeben, dass mir die eigentliche physische Handlung einen Tick zu direkt/hart erscheint für ein erstes Treffen.

Aber in der Gesamtheit eine gut zu lesende Geschichte.

Lanika

Lektorin.

07.08.2020 um 11:09 Uhr

Hallo Ronja,

Neue Autoren, erste Texte, Schreibversuche, Grschichten, mal eindruecklich, mal schwierig - das macht die Schattenzeilen aus. Ich glaube,  es gehört ganz viel Mut dazu. 

Du laesst mich teilhaben an dem Auftritt von Valerie, der sich mehr und mehr mit ihrem ersten SM-Erlebnis verbindet. Mir gefällt,  was ich lese. Die Geschichte ist in sich stimmig und ohne Stolpersteine erzaehlt.

Gewünscht haette ich mir mehr Erzaehlung als Beschreibung, genauere Formulierungen - aber das sind Geschmacksfragen  und Jammern auf hohem Niveau.

Danke fuer den Text.

Ronja

Autorin.

06.08.2020 um 23:51 Uhr

Hallo ihr Lieben,

vielen herzlichen Dank für die Bewertungen zu meiner Geschichte. Freue mich wirklich sehr über euer Feedback.

Söldner:

Richtig, der Text setzt Musik und BDSM gleich. Bildet eine Brücke zwischen diesen zwei unvereinbar erscheinenden Welten. 

Nachtasou und Margaux Navara:

Die Geschichte durchgängig im Präsens zu halten, im lebendigeren Präsens, gefällt mir auch als Variante. Um den Leser noch näher an das Geschehen zu bringen und noch intensiver daran teilhaben zu lassen. Da gibt es schon viele Möglichkeiten, Texte mit Rückblenden oder Erinnerungen zu schreiben. Letztendlich habe ich mich für die wahrscheinlich gängigste Variante entschieden. Obwohl das Präteritum mehr Distanz schafft. Aber ich denke, in dieser Geschichte, mit den ambivalenten Gefühlen von Valerie und der Verknüpfung von Musik mit BDSM, ist ein wenig Abstand ganz sinnvoll. 

Tek Wolf:

Du hast vollkommen Recht damit, dass ein entspannterer Einstieg für eine Anfängerin besser gewesen wäre. Aber diese Schläge sind im Kontrast zu der Musik zu sehen und unterstreichen die Ambivalenz in dem ganzen Geschehen. 

Viele liebe Grüße 

Ronja

Margaux Navara

Autorin. Förderer.

03.08.2020 um 19:30 Uhr

Eine schöne Geschichte, sehr intensiv. Ich stimme Nachtasou zu - versuch es mal mit der Gegenwart auch in der Erinnerung. Die Leser schaffen den Sprung schon.

Darf ich noch einen Tipp geben? Schien es ihr, hörte sie, spürte sie - das sind alles Wörter, die eine Geschichte passiv machen. Lass sie doch direkt fühlen. Man hört sich nicht selbst etwas sagen, sondern man sagt es. Man scheint nicht zu spüren, sondern spürt es. Merkst du den Unterschied? Bitte fasse das als Anregung auf für weitere Geschichten, nicht als Kritik.

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.