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Rezension: „Episoden weiblicher Dominanz“ von Gregor Dunajew

Ein Text von Söldner.

Ich mache es für Gregor. Aber nur, weil keiner sonst eine Rezension zu seinem Buch für die Schattenzeilen schreiben möchte. Und ich mache es, weil der Verlag bereits ein paar hundert Stück verkauft hat. Wäre ich Verleger, hätte ich nicht gewagt, diese fünf Geschichten zu veröffentlichen. Der Verlag zeigt sich mutig. Ich werde es gleich erklären.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

Nachtasou

Autor.

06.12.2018 um 23:31 Uhr

Danke Söldner für Deinen Blogbeitrag, den ich zum Anlass nahm, Gregors Veröffentlichung gestern zu lesen. Die verschiedenen Reaktionen in den Kommentaren reizen mich, meine eigene zu begründen.

Pornografie muss sich immer noch verteidigen. Krimis nicht mehr. Gregors Veröffentlichung zähle ich zu den gelungenen. Ich las sein Buch aus Neugier: auf Handwerk, mir Unbekanntes, Nervenkitzel. Motive wie sonst auch.

So wie in Vampirromanen geflogen werden darf, darf in Krimis ein ausgebrannter Kommissar Milieus beschreiben, und dann bin ich auch nicht überrascht, wenn bei Gregor zwei Nachbarinnen oder eine Beate nicht lange zögern, zur Sache zu kommen. Wer zu FemDom-Literatur greift, kriegt FemDom zu lesen.

 

Ich finde fünf Geschichten vor, die jede für sich einen Erzählstrang hat, Entwicklung und auch unerwartete Wendungen. Sprachlich sind sie angemessen verfasst, die Plots geben was her, die sexuellen Handlungen sind deftig, und ich merke, dass der Autor sich Qualitätsstandards gesetzt hat. Zudem liefert er auch noch Sprachwitz und spielt manchmal mit den Erwartungen des Lesers. Manche Dialoge sind klasse, einige fallen demgegenüber leider etwas zurück.

 

Die Ich-Erzähler sind verschiedene Persönlichkeiten, Gregor bleibt diskret hinter dem Vorhang und ist allein über Ironie und Kenntnis von Praktiken spürbar. Angenehm spürbar. Denn Gregor schreibt mit Herz. Das Buch ist kaum mit Dominas, sondern mit Dommsen bevölkert, was es mir leichter machte, mich auf das Leseabenteuer einzulassen.

Manche der Situationen sind so intim beschrieben, dass selbst jemand ohne devot-masochistische Neigungen etwas begreifen kann, was ihm selbst fernliegt. Für diesen kleinen Funkenflug danke ich Gregor, denn wozu lese ich sonst? Bei ihm enthält das sadistische Moment auch das der Fürsorglichkeit und Behütung, und die „dunkle Seite der Empathie“ zwischen zwei Menschen wird atmosphärisch greifbar. Mein Respekt! Denn das gelingt nur über Herzblut und Handwerk.

Mir gefiel, dass in den Geschichten recht verschiedene Beziehungsdynamiken entfaltet werden unter dem Dach des FemDom. Auch formt sich das Devote oder Masochistische aus dem jeweiligen Zusammenprall der Personen. Das ist ein Mehrwert, der in der Pornografie meist nicht erarbeitet wird (wahrscheinlich aus Faulheit oder Unvermögen, denn mit Runterschreiben allein funktioniert das nicht).

Die Praktiken sind im bekannten und ausgeübten Rahmen des SM. Sie sind breit gespannt. Wen das abstößt, sollte etwas anderes lesen oder schreiben, aber nicht dem Autor anlasten. Was auch geht: Immer mal zwei oder drei Seiten überblättern. Die Geschichten sind genauso robust wie die Protagonisten und gehen davon nicht kaputt.

Da wird genadelt, gequetscht, gedehnt, Abfallstoffe einverleibt und allerlei andere Physik erotisiert. Auch gehört zum Bestand, dass (gespielte) Nötigung das Setting zusätzlich auflädt. Dieses „nicht anders können“ ist reizvolle Ermächtigung des masochistischen Konterparts, in dem Fall also der Dommse.

Eine allzu bürokratische Anwendung der SSC-Maximen verkennt den in fast allen BDSM-Spielarten enthaltenen Reiz, Autonomie aufzugeben, sich zu verlieren, im Gegenüber aufzugehen (oder vice versa aus Sicht des Sadisten?). In Gregors Geschichten allerdings dauerhaft. In Dauer-Haft der Perversion.

Die Geschichten von Gregor sind keine Bedienungsanleitung, sondern weit voran gedachte Phantasien. Und weil Männer zwei Eier haben, gibt es bei ihm keine halben Sachen.

Dies zu begrenzen, käme einer Geschwindigkeitsbegrenzung im Weltraum für Science-Fiction gleich. Erwachsen sollten Leser aber mindestens sein.

Respekt, Gregor, für den Einblick in eine Anders-Welt.

22.08.2018 um 08:13 Uhr

ich konte die geschichten zwa nicht zuende Lesen aber das was ich gelesen habe war sehr gut auserdem  haben sich die Geschichten sehr gut und Interesant an gehört .

so muß ich der Autorin ein vorzügliche Inspiration bescheinigen .

und freue mich sehr darüber das es eine Autorin gibt die es versteht Lesern die sonst nicht viel vom Lesen halten in Ihren banne ziehen kann

und Männertreume war werden läst .

Außerdem kan man sich gut in der Person rein versetzen so ging es zumindest mir .

Da bleibt mir nichtz anderes übrich alls mich recht Herzlich bei der Autorin zu Bedanken für Ihre gut Gelungene Geschichte .

Schattenwölfin

Autorin. Teammitglied. Vereinsmitglied.

03.04.2018 um 06:55 Uhr

Geschätzer Gregor,

im Prinzip ist die Einvernehmlichkeit die Grenze und deren (Nicht-)Verschiebung obliegt den Beteiligten.

Voraussetzung für dieses Verschieben ist jedoch, dass die betreffenden Personen das ethisch vertretbar und rechtswirksam tun (können und wollen).

Das trifft auf Kinder (wie auf Tiere) nicht zu. Bei ersteren ist es natürlich schwer, eine exakte Altersgrenze vorzugeben. Da musste der Gesetzgeber einfach eine Entscheidung treffen. Ebenso mag es Erwachsene geben, die eine Grenzüberschreitung nur scheinbar einvernehmlich zulassen. Alle denkbaren Möglichkeiten wird man nie vollständig erfassen können; Grauzonen in Form grenznaher Bereiche wird es immer geben.

Worum es mir im Kern geht: Kommen Kinder (oder Tiere) ins Spiel ist die Grenze überschritten, weil ihnen die Möglichkeit fehlt, ihre Grenzen zu artikulieren und deren Respektierung zu fordern und durchzusetzen.

Dafür darf auch das Märchen nicht als Rechtfertigung herhalten. Muss es aber meistens auch nicht, wenn die Geschichten reale Hintergründe haben.

Ein konkretes Beispiel: Ich habe kürzlich einen Krimi im ZDF gesehen, bei dem Kinder als Werkzeuge benutzt wurden. Zunächst wurden sie (mit den entsprechend widerwärtigen Methoden) zu einer gnadenlosen Gewaltbereitschaft und Brutalität erzogen und dann für Raubzüge missbraucht. Wer Menschen durch solches Tun dermaßen versaut, ist in meinen Augen ein krankes Hirn. Hätte ich den Drehbuchautoren auch zugeschrieben, wäre mir nicht bewusst, dass solche Dinge tatsächlich geschehen …

Beste Grüße

Wölfin

 

Signatur

Wo Liebe ist, ist Lachen.

Gregor

Autor.

31.03.2018 um 06:45 Uhr

Getümmel? Hundert Zuschauer, derzeit vier Leute mit Meinungen. So, denke ich, ist das hier. Wie überall. Na und? Schon zwei Schreiber sind eine große Sache. Jeder wie er kann und mag.

Ich habe nachgedacht, liebe Schattenwölfin. Es gäbe auf der Welt nicht mal ein lumpiges Märchen, wenn Menschen nur über Dinge schreiben würden, die sie selbst tun oder lassen.

Meine gedanklichen Grenzüberschreitungen möchte ich einvernehmliche Fantasien im Märchenreich der Erwachsenen nennen.

Aber mich interessieren die von dir benannten Grenzüberschreitungen. Du schreibst vom "kranken Hirn". Wahrscheinlich ist ein krankes Hirn Grundlage jeder Grenzüberschreitung.  Kannst du das konkretisieren und einen BDSM-Bezug herstellen? Ich nicht, es gibt keinen. Gäbe es ihn, wären wir im Rechtsfolgenbereich, nicht mehr im BDSM.

Kranke Hirne finden sich  bei Autoren der  "Hostel-Filme" . Weshalb ist dieser wirkliche Dreck so beliebt? Biete mir eine Million für eine Seite. Da würde nichts aus meiner Taststur auf den Desktop fliessen, aber so gar nichts.

Schattenwölfin

Autorin. Teammitglied. Vereinsmitglied.

29.03.2018 um 06:38 Uhr

Diskussion? Gerne

Dann werfe ich doch mal eine These ins Getümmel: Der gerne herangezogene Vergleich - ich vereinfache mal - "Nur weil Wolf in seinen Büchern Ostfriesen serienweise ums Leben bringen lässt, ist er doch kein Mörder. Auf der anderen Seite sind die Verfasser von BDSM-Geschichten alle pervers" hinkt meiner Meinung nach ganz gewaltig.

Bei Wolf gehe ich mit der Unschuldsvermutung mit.

Bei mir nicht.

Ich schreibe in aller Regel nicht über Dinge, die ich nicht tun würde oder möchte, sondern über solche, die ich mitunter sogar tue oder (mit mir) tun lasse. Und ich würde mal sagen, dass das auf die meisten Verfasser von BDSM-Geschichten zutrifft (berühmte & erfolgreiche Ausnahme E.L. James).

Natürlich sind auch im hiesigen Genre gedankliche Grenzüberschreitungen denkbar, mir fällt da als erstes ein echter Klassiker ein: "Die elftausend Ruten". Ebenso habe ich aber auch schon Krimis/Thriller gelesen (oder verfilmt gesehen), bei denen ich dachte: "Das kann sich doch nur ein krankes Hirn ausgedacht haben".

Morgengrüße

Wölfin

Signatur

Wo Liebe ist, ist Lachen.

Gregor

Autor.

28.03.2018 um 16:13 Uhr

Le Papillon

Es _sind_ sehr heftige SM Phantasien und es ist nicht nur vom Verlag mutig sie zu veröffentlichen , sondern auch vom Autor sie zu beschreiben.

Ich danke dir für Lesen und Gedanken, Le Papillon.

Ich vermute wie du ähnliche Ausprägungen der Neigungen bei Männern und Frauen.

Dass du mich für mutig hältst, freut mich.

Ich bedaure nur, dass Mut notwendig ist, um etwas handfestere Geschichten im Sexualbereich zu schreiben.

Jules Verne war nicht mit Kapitän Nemo 20.000 Meilen unter dem Meer. Kein Mensch kommt auf die Idee, die realen Möglichkeiten seiner Geschichte zu hinterfragen.

Lem war niemals Astronaut. Doch keiner kommt auf die Idee, ihn als Hochstapler zu bezeichnen.

Klaus-Peter Wolf mordet ständig Ostfriesen. Das ist weder jugendgefährdend noch pervers.

Aber wehe, wehe jemand steckt einem Anderen in einer Sexgeschichte den Finger etwas intensiver in den Po. Das ist Grenzüberschreitung. Da setzt ein Geschrei ein, ein Geschimpfe. Jedes Wort, jeder Fakt wird inquisitorisch geprüft.

Und dabei sind beschreibende SM-Stories doch nur Science Fiction für Große. Wieviel jeder davon umsetzt, ist seine Sache.

Ich bin froh, über deinen Kommentar. Vielleicht führt er hier ein wenig in die Diskussion.

27.03.2018 um 19:20 Uhr

Diese Rezension hat mich neugierig gemacht. Und Neugier muß gestillt werden. Ich lese mittlerweile in der 4. Geschichte und mir gefällt es bisher gut.

Mir!? ja mir... masochistisches Frauchen...

Es _sind_ sehr heftige SM Phantasien und es ist nicht nur vom Verlag mutig sie zu veröffentlichen , sondern auch vom Autor sie zu beschreiben.

Für mich wirft sich bei der Lektüre eine Frage auf :

Sind männliche masochistische Phantasien wirklich sehr viel anders als masochistische weibliche?

ich habe meine Antwort darauf schon gefunden.

Vielen Dank an Söldner für die Rezension und an Gregor für interessante Geschichten.

Gruß, Le Papillon

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