BDSM-Geschichten, erotische Texte und Literatur

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Spuren im Schnee

Eine BDSM-Geschichte von Söldner.

Ich sitze am Fenster und sehe hinaus. Hinter schwarzem Wald steht die Wintersonne. Der Himmel wirkt wie eine Glaskuppel über unserer klaren und frostigen Welt. An den Berghängen gleichen die Loipen weißen Strahlen, auf denen sich bunte Punkte bewegen. Bestimmt ist jeder Gast des Hotels heute auf Skiern unterwegs. Draußen ist wirklich gutes Langlaufwetter, aber nicht für uns. Wir bleiben hier. Helene gegenüber begründe ich meine Entscheidung mit dem Nikolaustag. Wer am sechsten Dezember ohne wirkliches Ziel auf Skiern durch den Wald läuft, verhöhnt und beleidigt den heiligen Mann. Man darf sich nicht der Freude bequemen Freizeitsportes hingeben, während der Nikolaus mit einer unbeschreiblichen Geschwindigkeit und Willenskraft Millionen Schuhe füllt. Mit schnödem Langlauf würde man diese enorme Leistung in den Schmutz ziehen, sie in eine Art Müßiggang im Kleide sportlicher Betätigung rücken. Nein, wir bleiben hier. Manchmal gelingt es mir, Helene mit derlei sinnfreien und improvisierten Argumenten zu überzeugen, sofern ich einen ernsthaft-belehrenden Gesichtsausdruck aufsetze und mit überzeugender Stimme spreche.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

Söldner

Autor. Fördermitglied.

13.03.2017 um 07:00 Uhr

Danke für Euer Staubwischen auf meinem Winterbild im beginnenden Frühling!

Jetzt einen Glühwein auf die neue Woche!

hanne lotte

Autorin. Fördermitglied.

12.03.2017 um 23:07 Uhr

geändert am 13.03.2017 um 06:52 Uhr

Ein schönes Bild, dieses riesige Herz im vom Mondlicht funkelnden Schnee. Auf jeden Fall sehr romantisch und ergreifend. Einen Moment war ich ganz still.

Und dann rufe ich mich zur Ordnung: Sentimentalitätenalarm, Achtung. Man schämt sich dann ja schon ein bisschen, ich will ja nicht rührselig sein. Freut sich an den eher abgeklärten Relativierungen wie "Bei meinem Herren Gatten ist das natürlich anders, ..." oder "Manchmal gelingt es mir, Helene mit derlei sinnfreien und improvisierten Argumenten zu überzeugen, ... " Damit kann ich den Abstand wieder sichern.

Aber weil es in der richtigen Reihenfolge kommt, fällt es überhaupt nicht auf.

Also ich würde das so machen, weil ich niie zugeben würde, dass mir so ein Herz im Schnee zum Heulen gefällt.

Danke für den Glühwein

hanne

Signatur

Tue was du willst, aber schade keinem dabei.

12.03.2017 um 21:10 Uhr

Eine sehr phantasievoll geschriebene Geschichte ich finde es schön wenn man sich selbst wieder findet wenn man etwas liest - ich konnte mich in die Darsteller hineinversetzen und hatte richtig Freude beim Lesen. Lediglich bei dem Geschenk frage ich mich wer von beiden sich tatsächlich mehr gefreut hat?

Signatur

Auch die kleinen Dinge im Leben möchten gesehen werden!

Söldner

Autor. Fördermitglied.

04.09.2016 um 06:25 Uhr

geändert am 04.09.2016 um 06:26 Uhr

Danke für eure Kommentare zu meiner Geschichte.

Liebe Doro,

vielen Dank für dein Lesen und Kommentieren.

Du schreibst einen Punkt an, der mich schon länger beschäftigt, den Wechsel der Perspektive. Kann ein Mann aus Sicht einer Frau schreiben und umgekehrt?

Meine Erfahrungen sagen mir, dass es einem Mann nicht möglich ist, die Welt einer Frau komplett nachzuvollziehen. Das geht bis zu einem bestimmten Punkt, danach ist Schluss. Ich nehme an, dass es umgekehrt ebenso ist. Es liegt also nicht an deiner Empfindung sondern an mir.

Ich stelle dieses Thema in die Schreibwerkstatt, mich interessiert, wie es andere Schreiber empfinden.

Profil unsichtbar.

Gelöscht.

03.09.2016 um 16:53 Uhr

Lieber Söldner,

die Idee, den Leser in die Gedankenwelt beider Protagonisten schauen zu lassen, fand ich sehr interessant. Auch ihren Stimmungsumschwung und seine Reaktion darauf fand ich sehr gut beschrieben. Das einzige, was mich ein wenig hadern lies, ist der Aspekt, dass ich mich als Leser auf die Person, seine Ansichten und Empfindungen voll und ganz einlassen konnte, mich einfühlen konnte. Die Sub hingegen war weniger greifbar und einprägsam, aber das kann lediglich an mir und meiner Empfindung liegen. Es ist eine schöne Geschichte, die die Beziehung beider und die Bedeutung von Vertrauen klar herausstellt. Und der (romantische) Schluss lässt mein Frauenherz gleich höher schlagen!

Profil unsichtbar.

Gelöscht.

29.06.2016 um 18:12 Uhr

Schöne Idee und es menschelt wie im wahren Leben

27.12.2015 um 10:21 Uhr

Ooch wie schön...

Das nenne ich mal ein besonderes Spielzeug und eine innige Beziehung. Zugegebenermaßen musste ich bei den Darstellungen beider Empfindungen schon ein bisschen schmunzeln. Aber wie heißt es so schön: Die Gedanken sind frei. Das Spiel der Beiden, das besondere Geschenk das er ihr (wohl doch eher sich...) machte, fand ich dann wunderbar erzählt. Und was kann wohl schöner sein, als ein riesiges Herz in unberührtem Schnee...

Danke für diese wunderschönen Zeilen.

Signatur

Niemand ist gut genug, einen anderen ohne dessen Zustimmung zu regieren (Abraham Lincoln).

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