BDSM-Geschichten und andere erotische Texte und Literatur

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01.04.2014

SM-Literatur darf nicht mehr angeboten werden

Hinweis: Diese Meldung war unser Aprilscherz 2014 und ist frei erfunden.

Deutschland erfährt gegenwärtig zahlreiche gesetzliche Neuerungen. Unter anderem wird das Patentrecht vereinfacht und Bibliotheken können Werke künftig einfacher digitalisieren. Eine Veränderung aber hat sich von der Öffentlichkeit eher unbemerkt eingeschlichen und überrascht insbesondere Verlage sowie Autorinnen und Autoren empfindlich.

Händler und Versender von Büchern dürfen auf dem deutschen Markt künftig nicht mehr alle Inhalte online anbieten. Was früher in Geschäften "unter dem Ladentisch" verkauft werden musste und glücklicherweise mit dem Online-Versandhandel einen Befreiungsschlag durch weitgehend anonyme Bestellung erlebte, stürzt nunmehr zurück in die Steinzeit. Der entsprechende Passus lautet:

( Verbot schließt "positive Darstellungen nonkonformer sexueller Verhaltensweisen" ein )

"Das Verbot schließt ein (...) Druck- oder dem vergleichbare Werke auch in elektronischer Form mit der positiven Darstellung explizit sexueller Handlungen, denen nonkonforme sexuelle Verhaltensweisen, insbesondere Gewalt, Gewaltverherrlichung, Freiheitsberaubung, (...), sadomasochistische Praktiken (...) zugrunde liegen."

Aufmerksam wurden Verlage, Autorinnen und Autoren durch die schriftliche Information eines der größten in Deutschland agierenden Online-Versandhändlers für Bücher. Dieser beabsichtigt, sein Sortiment im zweiten Halbjahr 2014 entsprechend der Neuregelung auszurichten und zu bereinigen. In dem Schreiben, welches derzeit massenweise nicht nur den Verlagen, sondern auch selbstveröffentlichenden Autorinnen und Autoren zugeht, heißt es:

"Wir sehen uns im Interesse unserer Kunden in der Pflicht, Literatur mit sexuellen Handlungen, die dem Jugendschutz unterliegen, nicht mehr unkontrolliert auf unserer Online-Plattform anzubieten. Ebenso verzichten wir künftig auf Werke mit gewaltverherrlichenden, diskriminierenden und anderweitig fragwürdigen Darstellungen sexueller Handlungen.

(...)

Folgende Inhalte lassen wir ausdrücklich nicht mehr zu:

(...)

- Freiheitsberaubungen, Körperverletzungen im sexuellen Kontext

- sadomasochistische Praktiken

- Darstellung von Fetischen

(...)

( Wir werden die Bestellung und den Aufruf vollständig unterbinden. )

Wir bitten Sie, ihre Werke selbständig zurückzuziehen. In angemessener Zeit werden wir zunächst die Bestellung, in Folge auch den Aufruf von Angeboten mit den genannten Inhalten durch Weiterleitung auf eine neutrale Informationsseite vollständig unterbinden."

Anheizen dürften die Festlegung sowie die blind-folgsame Umsetzung durch die größten Online-Händler erneut die Diskussion, aus welchem Grund sadomasochistische Praktiken als "nonkonforme sexuelle Verhaltensweisen" bezeichnet werden. Das aber nur am Rande. Denn in erster Linie betroffen sind Autorinnen und Autoren, die ihre Bücher im Selfpublishing-Verfahren und / oder als eBook über Online-Plattformen anbieten, davon leben und nun neue Vertriebswege suchen müssen.

Ebenso trifft es aber auch deren Leserinnen und Leser, die künftig im deutschen Online-Versandhandel auf die Vielfalt erotischer Veröffentlichungen in Printform oder als eBook vollständig verzichten müssen. Es bleibt abzuwarten, ob sich ausländische Plattformen etablieren und inwieweit ihnen die Veröffentlichung der genannten Inhalte von deutschen Autorinnen und Autoren möglich sein wird. In jedem Fall wird die Neuregelung erhebliche Umwälzungen im Online-Versandhandel von Büchern zur Folge haben - aber auch "bereinigte, saubere" Regale mit nur noch "artiger" Literatur.

Wer sich also mit Büchern und eBooks eindecken möchte, die BDSM-Inhalte haben, sollte nicht zu lange warten. Spätestens mit Ende des zweiten Halbjahres 2014 werden diese Werke aus allen Online-Plattformen verschwunden sein. Dann bleibt nur noch die Bestellung persönlich vor Ort im Buchladen.

Da sich das Verbot ausdrücklich auf den Verkauf von Werken bezieht, sind die Schattenzeilen von der Neuregelung vorläufig nicht betroffen. Die Euch von den Autorinnen und Autoren angebotenen Texte werden weiterhin zur Verfügung stehen.

 

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Kommentare zu dieser Nachricht

Profil unsichtbar.

Gelöscht.

02.03.2015 um 13:54 Uhr

Famoser Aprilscherz! Ich lach' mich schlapp! 

Söldner

Autor. Fördermitglied.

02.04.2014 um 06:57 Uhr

Ich hatte mich bereits über kommende Ordnung und Sauberkeit in den Medien gefreut.

Meine Hoffnung, dass all der Schmuddel nun endlich mit eisernem Besen in den Staub der Straße gekehrt wird, ist dahin.

Das war ein böser, böser Scherz.  

Jona Mondlicht

Autor. Teammitglied. Vereinsmitglied.

01.04.2014 um 22:21 Uhr

Ihr Lieben,

ganz gleich, ob Ihr geschimpft habt, nur einen kurzen Schreck bekommen habt oder uns sofort durchschauen konntet: Die Meldung ist frei erfunden und war nicht mehr als unser Aprilscherz 2014.

Ihr könnt - hoffentlich - auch weiterhin SM-Bücher und Ähnliches im Online-Buchhandel finden.

Ein Dankeschön für ihr Verständnis all jenen, deren Beiträge wir kurzzeitig unsichtbar geschaltet hatten, um den Scherz nicht zu früh zu verderben.

Viele Grüße

Jona

poet

Autor.

01.04.2014 um 21:40 Uhr

Na, wann lasst ihr die Katze aus dem Sack? Erst am 2.4.?

Signatur

poet

01.04.2014 um 17:58 Uhr

Eine wirklich Weise und weitsichtige Entscheidung des Gesetzgebers, die dem heutigen, denkwürdigen Datum vollumfänglich gerecht wird. Besonnene Grüße   

Signatur

Der junge Weinstock trägt mehr Trauben, aber der Alte gibt den besseren Wein (Lord Byron)

Mirador

Autor.

01.04.2014 um 10:55 Uhr

Die Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition

ich frage mich ständig WER sich denn für berufen hält zu entscheiden was anstößig ist und was nicht?

diese leute würde ich gerne auch notfalls an den haaren zu einer öffentlichen diskussion darüber heranziehen. leider tauchen sie nie in der Öffentlichkeit auf. ich vermute mal es gibt sie gar nicht

wenn wollen sie denn schützen? kinder? ein blick in you tube oder die das war alg unter Werbung läuft halten diese leute also für in Ordnung?

wohl kaum, aber da würde man sich plötzlich mit den finanziers des System anlegen aus deren töpfen auch ihr gehalt erwirtschaftet wird ( fernseh und rundfunkrat)

also wird alle paar Legislaturperioden ein neues schwein von moralischen atitüden durch die lande gejagd

und was wird wohl aus solchen büchern die lande des gelebten puritanismus mit erfolg verbreitet werden ( shade of Grey) Sm ja oder nein? wer trifft da wohl die Entscheidung

Thalia, Amazon, Hugendubel...... weil 2.8 mil verkaufte Exemplare können doch prinzipel nicht schlecht sein.

ich habe zum glück nie vom schreiben davon leben müssen und bedauere für meine mitschreiber sehr das so etwas geschieht

vielleicht sollte man insgesamt über eine anderes herangehensweise des vertriebs unserer arbeit nachdenken. ein Workshop hierzu wäre vielleicht eine Anregung

denn menschen die bücher schreiben, kaufen gelegentlich auch welche, was deutlich gegen den wirtschaftlichen trend läuft

ein konsequentes ausgrenzen von libri Amazon und co aus dem bezugkreislauf bringt vielleicht die selbsternannten Moralisten zurück in die Gegenwart

ausserdem nützt es kleinen Buchhändlern die sich noch ein Ladengeschäft in erreichbarer nähe leisten, und der bestellt mir alles was ich möchte.

mirador

Signatur

es gibt nichts gutes, außer man tut es.

Profil unsichtbar.

Gelöscht.

01.04.2014 um 10:20 Uhr

Das ist hoffentlich kein Aprilscherz, oder?

Euer Humor ist gelegentlich etwas speziell.

Ich dachte, ich frage mal nach, bevor ich die Info weiterverteile.

Gryphon

Autor. Vereinsmitglied.

01.04.2014 um 10:17 Uhr

Endlich werden die Buchläden von all den 50 grauen Schatten befreit! Hasta la victoria siempre!

Grüße von Gryphon

P.S. Habe gerade die gesamte Restauflage von 50 Shits of grey zum Altpapierpreis aufgekauft und werde sie zu Höchstpreisen auf Flohmärkten an die Frau bringen.

P.S. 2: Gestern gab es in EinsLive (WDR) eine Sendung über das Aufblühen der SM- und Fetish- Szene. Die Redakteurin berichtete darin, dass sie auf dem letzten Flohmarkt ihre drei 50 etc. - Bände angeboten hatte. Interessentinnen waren vornehmlich Damen zwischen 50 und 60. Alle anderen haben die Bücher wahrscheinlich schon. Vielleicht war das dann doch keine so gute Idee mit der Restauflage.

Signatur

Ein Gentleman sollte alles ausprobiert haben - außer Inzest und Volkstanz.

01.04.2014 um 08:39 Uhr

Moin 

Da Deutschland in letzter Zeit eine gewisse Wandlung durchmacht, die einem zu Denken geben sollte, ist auch diese Entwicklung nicht mal sooooo absurd .... doch denke ich, das dieser April Scherz durchaus gelungen ist.    Mein Kompliment.

Gruß Bernd 

Signatur

" Freiheit liegt jenseits der Mauern, die wir uns selbst errichten . Nichts ist so wie es scheint und doch ist alles so wie es ist. "

Cayt

Autorin.

01.04.2014 um 08:06 Uhr

Wer hat meinen Kommentar gelöscht? PN mit Erklärung bitte.

Cayt

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