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Forum - Schreiben - Schreibtisch

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Nachtasou

Autor. Korrektor.

18.06.2022 um 17:30 Uhr

Mir ging es nicht um Geschmacksfragen, sondern einfach um die Anwendung von Regeln der Zeichensetzung.

Besonders um die Reihenfolge der Zeichen am Ende.

Die fünf Beispiele habe ich mir gestern als "Eselsbrücken" konstruiert (deswegen der geschmacklose Inhalt).

 

Insbesondere bei Fall zwei bin ich mir inzwischen unsicher. Er ist zwar nicht regelkonform (da müsste ein Komma hin und klein weitergeschrieben), aber ich habe diese Version in vielen Romanen so gelesen und ging davon aus, dass es dann auch korrekt sei. Momentan lese ich aber ein Buch, das vollständig auf Anführungszeichen verzichtet. Das ist gedachte wörtliche Rede oder so ähnlich, wenn jemand aus der Erinnerung im Gedankenstrom etwas wiedergibt. Künstlerische Freiheit?

 

Diese sind richtig, obwohl sie schlimm ausssehen:

 

Sag dem Bösen: „Du gefällst mir“!

Hat der Böse gefragt: „Ist es schlimm?“?

Hat die Möse gesagt: „Ich habe einen Pickel auf der Lippe“?

 

Sag dem Bösen: „Zeig mir Deine Möse!“!

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Jona Mondlicht

Autor. Korrektor. Teammitglied.

18.06.2022 um 19:36 Uhr

:

 

Jona Mondlicht

Alle sind richtig, meine ich.

Tony Baigu

Leider nicht, Jona.

Jona Mondlicht

In welcher Variante ist denn nun die Zeichensetzung falsch?

Tony Baigu

sie sind alle verwendbar

 

Falsch, aber verwendbar?

Jetzt verstehe ich Dein Hin und Her nicht mehr. 

 

Ich würde sie ja auch nicht alle verwenden wollen, aber das macht sie nicht falsch.

 

Nachtasou:

Nachtasou

Insbesondere bei Fall zwei bin ich mir inzwischen unsicher. Er ist zwar nicht regelkonform (da müsste ein Komma hin und klein weitergeschrieben),

 

Ich denke, Du meintest eher Deinen Fall drei: "»Du Böser!« Sagte sie."

Hier sehe ich es so: Da stehen zwei Sätze. Nicht ein Satz mit Inquitformel. Deswegen kein Komma. Wenn es denn doch alles ein Satz sein soll, dann wäre es tatsächlich falsch, weil das Komma fehlt und klein fortgesetzt werden müsste, also: "»Du Böser!«, sagte sie." Diese Form hast Du aber in Deiner Liste extra aufgezählt.

Wenn Du diese Form also in einem Buch gelesen hast, ist sie wohl als Stilmittel eingesetzt. Ich könnte mir das gut in einem Dialog vorstellen, den ein Dritter beobachtet und in dem es hitzig zugeht.

"Das ist alles richtig." Sagte sie.

"Nein, es ist alles falsch." Sagte er.

Und mir wurde es zu bunt, darum ich ließ die beiden Streithähne stehen.

Und bevor jetzt jemand schlau auf Subjekt, Prädikat, Objekt hinweist: Darum ging es hier ebensowenig wie um Schönheit.

 

Viele Grüße

Jona

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Tali

Gelöscht.

18.06.2022 um 19:48 Uhr

Manchmal übersehen auch Lektoren Fehler. Deswegen würde ich mich nicht darauf verlassen, dass alles richtig ist, was man so als Druckerzeugnis vorgesetzt bekommt. Aber du hast absolut recht: Die obigen Beispiele sehen schlimm aus - und im Zweifel würde ich eher eine andere Konstruktion verwenden als eine, die zwar richtig, aber ästhetisch unbefriedigend ist. 

 

Was die künstlerische Freiheit im Zusammenhang mit wörtlicher Rede ohne Anführungszeichen angeht: "Kein Ort. Nirgends." von Christa Wolf, ein Dialog zwischen Kleist und Günderrode, verzichtet konsequent darauf. Das ist zwar anfangs befremdlich und nicht eben leicht zu lesen, erzeugt als Stilmittel aber eine interessante Stimmung.

Kann man also machen, wenn man seiner Sache sicher ist (und Christa Wolf heißt).

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Schattenzeilen

Autorin. Teammitglied.

18.06.2022 um 19:48 Uhr

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hexlein

Autorin.

21.06.2022 um 12:15 Uhr

Nachtasou

Ich stolpere immer wieder über die Reihenfolge beim Schließen des Gänsemarsches:

 

Ein böses Wort ist »Möse«.

 

»Du Möse!«, sagte er.

 

»Du Böser!« Sagte sie.

 

»Ich heiße Möse-Böse«, sagte sie.

 

In der Anzeige sagte er: »Böser sucht Möse.«

 

 

Der Anzeigentitel war: »Böser sucht Möse«.

 

 

Welche sind falsch?

1. vielleicht bin ich jetzt völlig falsch, aber hier gehören mMn um die Möse gar keine Gänsefüßchen

2. das ist auch falsch, denn, wenn er das sagt, dann ist das "!" fehl am Platze, aber von den Gänsefüßchen richtig

3. siehe  oben bzgl des "!" und falsch, weil nach der wörtlichen Rede klein weitergeschrieben wird

4. das ist mMn richtig

5. ich diskutiere jetzt nicht, wie man in einer Anzeige etwas "sagen" kann, aber wie schon ein lustiger Buchtitel sagt: "Es fängt damit an, dass am Ende ein Punkt fehlt".

6. hier finde ich nichts auszusetzen

 

und hoffentlich habe ich mich jetzt nicht als völliges Gänsefüßchendummchen bewiesen...

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Hekate

Autorin.

21.06.2022 um 15:02 Uhr

Gemein ist das Thema. Ihr habt alle Recht, jeder auf seine Art, denke ich.

Als theoretisch empfinde ich diese bösen Beispiele. Alle klingen recht arg und so schreibt doch niemand, der ein Gefühl für Sprachmelodie hat.

Sagte sie. Was ist das für ein Satz?

Ja, bis auf die Dudenregeln kann ich nichts zum Thema beitragen. Ich denke, alles ist richtig.

Und jetzt kommt mein Aber.

Wenn ich einen Text schreibe, schaue ich, dass ich so schreckliche Formulierungen und Zeichensetzungen schon beim Schreiben lasse. Es mag korrekt sein oder nicht, aber lese ich diese Beispiele in einer sonst guten Story, empfinde ich sie wie die Trillerpfeife in der kleinen Nachtmusik.

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