Die Geschichte beschäftigt mich mehr als ich ursprünglich erwartet hatte. Das liegt vermutlich an der schonungslosen Offenlegung der Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonistin.
Allerdings ist mir beim nochmaligen Lesen etwas aufgefallen, das ich beim erstmaligen Lesen kaum wahrgenommen hatte. Und zwar, dass die Protagonistin die Schuld für ihr derzeitiges Gefühlschaos teilweise auf ihren gegenwärtigen Partner ablädt. Der kann allerdings am allerwenigsten dafür.
Besonders an dieser Stelle wird das deutlich:
„Weshalb kannst du nicht annehmen, was ich bin?“
Das ist die falsche Frage! Die richtige Frage müsste lauten:
„Weshalb habe ich Dich angenommen?“
Aus der ursprünglichen Frage lässt sich nämlich herauslesen, dass es offensichtlich Gespräche zwischen ihr und ihrem Partner bezüglich ihrer Neigungen gab. Trotzdem fiel abschließend ihre Wahl auf ihn.
Was mir beim nochmaligen Lesen auch aufgefallen ist: Sie spricht von Liebe gegenüber ihrem derzeitigen Partner. Liebe entsteht aber nicht einfach so. Es muss etwas ganz Besonderes sein, das ihren Partner auszeichnet.
Diese Besonderheit wird aber mit keinem einzigen Wort erwähnt. Für mich ist das Nichterwähnen ein versteckter, aber wichtiger Hinweis. Eventuell interpretiere ich da aber auch zu viel hinein. Das weiß am Ende nur die Protagonistin…
Mein Fazit bleibt. Eine vielschichtige Beschreibung eines Lebensabschnitts, die erst nach und nach sämtliche Facetten der Zerrissenheit offenbart.



07.04.2021 um 16:26 Uhr
Liebe Onmymind,
Wow!
Du schaffst es wirklich, den Nerv zu treffen. Diese Zerrissenheit, die Angst zu dem zu stehen was man fühlt, um dann aus einem Traum aufzuwachen?...
Dieser Text hat mich sehr berührt und wird mich mit Sicherheit auch noch lange beschäftigen.
Gerade wegen des mehr als unerwarteten Endes.
Danke, dass du diese Gefühle mit uns geteilt hast.
Deine Katika
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