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Schattenzeilen

BDSM-Geschichten lesen und schreiben

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Namen, Orte, Handlungen: Im Text erwähnte Namen, Orte und Begebenheiten sind, soweit nicht anders angegeben, fiktiv. Handlungen und Techniken sind nicht vollständig beschrieben, es fehlen Sicherheitshinweise. Mehr dazu ...

 

Am Ende des Tages

Eine BDSM-Geschichte von Campanula

Eine persönliche Anmerkung vorweg: In seiner Urfassung enthielt diese Geschichte Textzeilen aus dem Lied "No More Tears (Enough is enough)" von Barbra Streisand und Donna Summer. Diese konnte ich allerdings aus urheberrechtlichen Gründen nicht im Text belassen und beschränke mich daher darauf, den Titel des Liedes aufzugreifen. Wer es genau wissen will, findet das Lied natürlich im Netz.

 

***

 

Genug ist genug.

 

Bettina rührte sich nicht. Wie in Trance starrte sie aus dem Fenster auf das schmutzige Grau der Betonwände, das im Licht der vorüberfliegenden Neonleuchten sekundenlang aufflackerte und wieder verlöschte. Die Kopfhörer ihres MP3-Players und der Sitzplatz, den sie ergattert hatte, isolierten sie vollständig von den übrigen Fahrgästen, die im Feierabendverkehr dicht gedrängt in den Gängen der U-Bahn standen.

 

Genug ist genug.

Der Disco-Beat des alten Donna-Summer-Songs grub sich mit jeder Wiederholung tiefer in ihr Hirn, mischte sich mit den gleichmäßigen Erschütterungen der Räder auf den Schienenschwellen. Ihre Finger krampften sich um die Tasche, in der sie ihre monatliche Gehaltsabrechnung trug. Diesmal würde der Betrag nicht mehr ausreichen, ihr Konto auszugleichen.

 

Genug ist genug.

Ihre Hände ballten sich zu Fäusten.

Es war genug, in der Tat.

 

Seit fast zwei Jahren hatte Michael keine Arbeit mehr und in den letzten Monaten hatte er nicht einmal mehr Anstalten gemacht, sich eine zu suchen. Angesichts seines abgebrochenen Studiums und seines haarsträubenden Lebenslaufes standen seine Chancen, einen Job zu finden, der seinen überzogenen Ansprüchen genügte, tatsächlich schlecht. Die wenigen halbherzigen Bewerbungen, die er auf den Weg gebracht hatte, hatte man ihm postwendend wieder zurückgeschickt. Es hätte einer besonderen Findigkeit und beharrlicher Willenskraft bedurft, um trotz dieser widrigen Umstände beruflich wieder Fuß zu fassen, und mit beidem hatte das Schicksal ihn nicht gerade großzügig ausgestattet.

Er schätzte es nicht, sich anstrengen zu müssen. Rückschlägen, Hindernissen und Frustrationen ging er am liebsten weiträumig aus dem Weg. Sollten doch andere nach ehrgeizigen Zielen streben und dabei ihre kostbare Lebenszeit opfern! Er war für diese Art von Eifer nicht geschaffen. Viel lieber machte er es sich nett. Er genoss es, in den Tag hinein zu leben, sich an den kleinen Dingen zu freuen und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen. Und ganz besonders liebte er es, Geld auszugeben - jenes Geld, das sie mit ständig steigenden Überstunden und nächtlichen Bereitschaftsdiensten verdiente.

Sein Konsum war nun freilich kein Ausdruck selbstsüchtiger Gier, sondern diente in erster Linie ihrem gemeinsamen Vergnügen. Er buchte Ausflüge in luxuriöse Wellness-Tempel, schenkte ihr sündhaft teure Spitzenunterwäsche oder erstand handgefertigte Lederpeitschen und antik anmutende Eisenfesseln, um sie leiden zu lassen wie eine Königin. Das Dumme war nur, dass sie sich diesen Luxus auf Dauer nicht leisten konnten. Ihn allerdings schien das nicht weiter zu bekümmern.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

Campanula

Autorin.

31.08.2021 um 23:39 Uhr

Ihr Lieben, endlich finde ich die Zeit, eure Kommentare nicht nur zu herzen, sondern sie auch zu beantworten:

Luna Ery In einem anderen Forum las ich in einer Geschichte einmal den schönen Satz: "Denn das, was sie an ihm geliebt hatte, war ja immer noch da." Genau das ist wohl das Dilemma einer jeden Trennung. Sofern man nicht solange bleibt, bis auch noch das letzte Bröckelchen Liebe zerfetzt im Staub liegt, wird es immer Dinge geben, die uns binden. Dinge, die wir lieben, an denen wir hängen, die uns so nah und vertraut geworden sind, dass es schwer ist, sich ein Leben ohne diese Dinge vorzustellen. Wenn es sich bei diesen Dingen dann auch noch um hinreißenden Sex handelt, wird es doppelt schwer. Was am Ende des Tages zwei Menschen zusammenhält, wird sich Außenstehenden vermutlich nie vollständig erschließen.

Laval Ein bisschen Abhängigkeit steckt wohl in jeder Liebe. Ich zumindest kann von mir nicht behaupten, völlig autark zu lieben.

Hans Bergmann Ach, herrlich, wenn eine Geschichte so turbulente Gefühle auslöst! Und interessant, wie du ihn siehst, denn ich nehme ihm durchaus ab, dass er sie wirklich liebt. Er nutzt sie nicht einfach nur kaltblütig aus, er hängt genauso an ihr wie sie an ihm. Zumindest war das mein Bild von ihm. Aber was weiß ich schon. Ich bin nur die Autorin. Wirklich fertig und vollständig wird die Geschichte sowieso immer erst im Kopf der Lesenden. Insofern freut es mich umso mehr, dass du mir einen Blick in deinen gewährt hast!

suesse Beute Ja, die Libido siegt vorerst. Aber morgen!

Rene Raimann Ach, das ist ein schönes Kompliment, dass du das, was ich erzählt habe, glaubwürdig findest, umso mehr, als dir das Ende gegen den Strich ging! Ob so eine Trennung in einer Vanilla-Beziehung leichter wäre, darüber haben wir weiter oben schon diskutiert. Die erotische Harmonie zwischen den beiden macht es jedenfalls nicht einfacher.

Ambiente Vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Ich freue mich immer riesig, wenn meine Silbenspinnereien Anklang finden, bin ich doch selbst so verliebt in Worte und Formulierungen, dass es einfach schön ist, auf Gleichgesinnte zu treffen. Danke für dein Lob und deinen Zuspruch!

Ambiente

Autorin. Förderer.

30.08.2021 um 21:12 Uhr

Liebe Campanula,

Auch diese Geschichte von Dir glänzt durch Deine feine Art der Wortfindungen. 

Ich mag Deine Art zu schreiben und freue mich schon auf Deine nächste Geschichte.

30.08.2021 um 21:01 Uhr

Also "voraussehbar" - - je nun - mag sein. Aber für einen Leser wie mich, der von der Natur und Funktionsweise einer solchen BDSM-Beziehung keine Ahnung hat bleibt doch die Hoffnung, dass Bettina, wenn auch devot veranlagt, vielleicht doch genug Selbstachtung in sich trägt, diesen Kerl rauszuschmeissen. Im Vanille-Leben wäre das womöglich leichter, logischer. Aber mit dieser zweiten Beziehungsebene D&s haben die beiden doch ganz andere Karten auf der Hand.

Auch wenn es mich tierisch nervt, dass sie am Ende DOCH klein bei gibt, GLAUBE ich dir, liebe Campanula

26.08.2021 um 22:58 Uhr

Hm, da scheinen Kopf und Herz - und vor allem Libido - unterschiedlicher Meinung zu sein. Libido siegt diesmal…

24.08.2021 um 19:53 Uhr

Da ist so ein Faulenzer, der ehrliche Arbeit scheut, sich an eine arbeitende Frau anschmiert, auf ihre Knochen einen lauen Lenz lebt, wahrscheinlich den halben Tag damit verbringt, darüber nachzudenken, wie er seine Schmarotzerei verlängern kann und das allein macht mich schon ärgerlich, aber noch ärgerlicher werde ich darüber, dass dieser Sado-Maso-Eintänzer die vier ehrlichen Buchstaben B, D, S und M gleichwohl missbraucht, und weil ich mich darüber noch mehr aufrege, erkenne ich, dass deine Geschichte das in mir auslöst und deshalb ist sie gelungen und bekommt volle Sterne.

09.08.2021 um 04:51 Uhr

Gut geschrieben, beschreibt meines Erachtens wie eine liebe in eine Abhängigkeit abgleitet

Luna Ery

Förderer.

04.08.2021 um 10:15 Uhr

Die Geschichte hat mich schon berührt. Haben die meisten von uns es nicht schon einmal erlebt, nicht von einem Menschen loszukommen, ein Teil von dir ist glücklich, der andere totunglücklich und du lebst in einer Zwickmühle und findest einfach nicht die Kraft es zu beenden. Ich habe beim Lesen einen Hauch Melancholie verspürt.

Alles in allem eine gelungene Geschichte, danke Campanula!

Campanula

Autorin.

03.08.2021 um 09:32 Uhr

Aiko Schwarzmeier Vielen Dank für deine lieben Worte! Dass das Ende schon von Begann an zu erahnen ist, dürfte die Schwäche meiner Geschichte sein. Wenn es mir trotzdem gelungen ist, dich bis zum Schluss mitzunehmen und bei der Stange zu halten, freue ich mich umso mehr.

@Meister Y Hab vielen Dank für deinen Kommentar und dein herzliches Willkommen! Ich freue mich sehr über dein Lob. Wie ich schon sagte Für mich ist BDSM ein weites Feld und weitaus mehr als die Techniken und Praktiken an sich interessieren mich die sich daraus ergebenden Emotionen und Beziehungsdynamiken. Es ist schön, wenn meine diesbezüglichen Bemühungen auf Resonanz stoßen!

Meister Y

Autor. Förderer.

03.08.2021 um 07:23 Uhr

geändert am 03.08.2021 um 07:49 Uhr

Liebe Campanula, für mich eine starke Geschichte, die ich sehr gern gelesen habe.

Ja, das Thema ist nicht neu, vielleicht schon tausende Male erzählt, aber Du hast es in wirklich klasse Worte gepackt und das ewige Dilemma lesenswert erzählt.

Ohne meine Begrüßung in dem anderen Thread vorwegzunehmen, man kann natürlich darüber reden, ob das eine BDSM-Geschichte ist. Für mich als echten D/S'ler definitiv, auch wenn ich mir den Michael nicht wirklich als dominanten Part vorstellen mag. In rein sexueller Hinsicht vielleicht, aber als jemand der eine Beziehung führt...

Danke für wahres Lesevergnügen am Morgen, herzlich willkommen in Kreise der Autorinnen und Autoren.

22.07.2021 um 18:03 Uhr

Was soll ich da noch ergänzen?

Das Ende ist abseh,bar, wie unzen schon festgestellt,  ich habe Bettina auch die Dajmen gedrückt, wohl wissend, dass es nix wird...

Spannend bis zum Schluss

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.