BDSM-Geschichten, erotische Texte und Literatur

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Der Aufmacher

Eine BDSM-Geschichte von poet.

Auf Schmetterlinge war er aus gewesen. Sollte eine Reportage über das Sterben der Insektenarten schreiben. Volle Fotoausrüstung dabei samt Farbfiltern, Tele, Weitwinkel, Makro - alles, was seine Reportertasche hergab. Langweiliger Job, aber was half’s. Aber dann das.

Da drüben auf dem Altwasser, nahe dem gegenüberliegenden Ufer, durch herabhängende Brombeerranken verborgen: der Kahn. Einer der Mietkähne von Fischer-Fred, der diesen Ruderbootverleih betrieb. Er hatte sein teures Jagdglas dabei und visierte das Boot an. Was er sah, ließ ihn die Schmetterlinge vergessen.

Seit drei Jahren arbeitete er jetzt für Deutschlands auflagenstärkste und buchstabengrößte Zeitung, und all die Jahre hatte er auf seinen Knüller gewartet, um wegzukommen von den langweiligen Berichten, zu denen sie ihn geschickt hatten, immer das Gleiche, Raufereien in Bars, Autounfälle, Polizeirazzias in Flüchtlingsunterkünften und so weiter. Der Sensationsaufmacher, der dem Chef gezeigt hätte, was in ihm steckte, dass man ihn auch an die großen Dinger ranlassen konnte! Wie einen Volontär hatten sie ihn behandelt, wie einen Anfänger, all die Zeit. Aber jetzt das!

Erst hatte er ja gedacht, gut, Liebespaar im Kahn, nichts Besonderes, obwohl sie nackt war, der Kerl noch nicht, aber das würde nicht viel hergeben, zumal man die Fotos nicht würde veröffentlichen dürfen. Erst auf den zweiten Blick hatte er ihn erkannt: Der Bürgermeister von Hinterkahlenberg vergnügte sich da! So weit so gut, aber dann kam das Pikante: Die Nackte war ganz klar nicht seine Frau, denn die Frau Bürgermeisterin war stattlich und breit von Figur, die kannte er, die Lady hier aber war schlank und rank, hatte lange dunkle Haare wie seine eigene Frau, und dann kam aber erst das Salz in der Suppe: Er hatte ihr offensichtlich die Augen verbunden und Handschellen angelegt.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

14.11.2018 um 23:38 Uhr

Lustigei Geschichte mit abruptem Ende der grossen Story, die Fotos werden in privatem Rahmen wohl noch zu reden geben, grins

Wirklich ein Aufmacher, halt von der anderen Sorte

dienerin

Autorin.

12.11.2018 um 08:59 Uhr

Danke Poet 

Eine sehr schöne Geschichte.

Pointiert

Humorvoll

Und so geschrieben, dass ein Film in Kopf mitlief.

Gut vorstellbar.

Und einfach nur schön.

Signatur

"Ich denke in Lösungen, es lohnt sich!"

Lucia

Autorin. Fördermitglied.

11.11.2018 um 20:30 Uhr

Hallo Poet!

Wunderbar poentierte Geschichte!

Da bekommt die Sensationsgier doch glatt eine Klatsche!

Hat Spaß gemacht zu lesen!

Signatur

Erfülle deine Träume, damit du Platz für neue hast!

Quälgeist

Autor.

11.11.2018 um 09:37 Uhr

Auch wenn ich das Ende ahnte ab der Stelle "hatte lange dunkle Haare wie seine eigene Frau", habe ich die kurze Geschichte mit Vergnügen gelesen. Sie hat einfach 'drive' und das mit der Grube hatTek Wolf ja schon gesagt.

Also nochmal: eine wunderbare Einstimmung in die fünfte Jahreszeit, auch wenn die bei uns im Norden praktisch nicht stattfindet.

Signatur

Pure Vernunft darf niemals siegen! Quälgeist

Meister Y

Autor.

03.11.2018 um 19:04 Uhr

geändert am 03.11.2018 um 19:05 Uhr

Lieber Poet,

ich ziehe den Hut, ganz, ganz große Klasse!

Da ist sie da, diese Chance, die wahrscheinlich wirklich nur ein einziges Mal kommt. Die, auf die man sein Leben lang wartet, während man Schmetterlinge ablichtet, über die alltäglichen Katastrophen berichtet und mit jeder eigenen Idee abblitzt. Alles, aber auch wirklich alles geht einem in dem Moment durch den Kopf, tja und dann..

Wie heisst es so schön - ein bitteres Ende...

Danke für eine wundervolle Kurzgeschichte, die ich mit schmunzeln gelesen habe und die für mich zu den besten Kurzgeschichten hier gehört!

Signatur

Niemand ist gut genug, einen anderen ohne dessen Zustimmung zu regieren (Abraham Lincoln).

Kaoru

Autor.

03.11.2018 um 10:19 Uhr

Ich kann mich nur anschließen, einmal eine Geschichte der ganz anderen Art, das kann man ohne für und wieder sagen. Das Ende war natürlich ein interessanter Twist mit Humor, wenn mir persönlich auch ein wenig mehr Info fehlt. Natürlich kann man sich im Kopfkino so einiges ausmalen, wer diese "Sarah" ist, also diesbezüglich nur ein Mäkeln auf hohem Niveau von mir

P.S. Vielleicht hatte die Dame ja ein Schmetterlingstattoo, dann hätte er doch noch seinen Falter

P.P.S. Ja es ist nur eine Geschichte, aber trotzdem angemerkt ... keine Scherzanrufe bei der Polizei machen, das sorgt nur für Schaden.

Signatur

The sexiest thing a man can do to his woman - is crawl inside her mind and make her imagination run wild.

Tek Wolf

Autor.

03.11.2018 um 08:23 Uhr

Lieber Poet, lass mich der erste sein, der dir zu dieser originellen Geschichte gratuliert. In Buchqualität geschrieben und auf jeden Fall etwas ganz anderes, als sonst hier veröffentlicht wird. Eine schöne Parabel nach dem Motto: Wer anderen eine Grube gräbt… Und dann auch noch gewürzt mit ein bisschen Humor. (Hinterkahlenberg – köstlich. Dazu die Vorstellung, dass sich die Zeitung mit den großen Buchstaben für Insektensterben interessiert. Oder dass man für Schmetterlinge ein Tele braucht. Sind die wirklich so scheu?) Ich mag diese Geschichte. Bitte mehr davon.

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