BDSM-Geschichten, erotische Texte und Literatur

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Ein Dienstag im Advent

BDSM-Geschichte von Söldner

Walter steht auf seiner Dachterrasse und raucht. Trotz des leichten Schneefalls kann er weit über die Stadt sehen. Von Westend ist es nicht weit bis zum Funkturm. Wie ein Finger zeigt das Stahlgerüst zum Himmel, als gibt es dort etwas zu entdecken. Walter bläst eine Wolke Zigarettenrauch aus, lässt den gelb erleuchteten Turm in einer Wolke aus kondensiertem Atem und Tabakqualm verschwinden.

In seiner Wohnung wird nicht geraucht. Karin-Britta mag es nicht.

Walter sieht durch die gläserne Wand. In der Wohnküche hat seine Frau zu tun. Sie spielt mit den Kindern. Unmengen von Holzbausteinen liegen auf den Fliesen. Die Kinder bauen Türme, die sie immer wieder umwerfen. Nach einiger Zeit wird ihnen das Spiel zu öde. Sie klammern sich an ihre Mutter. Karin-Britta geht zum Holzschrank und packt zwei Müsliriegel aus.

Jetzt beginnt sie mit den Vorbereitungen für das Abendbrot. Aus dem Kühlschrank zieht sie zwei Packungen mit gemischtem Gemüsesalat, wählt einige der leckeren vegetarischen Pasten und schneidet vom selbst gebackenen Vollkornbrot mehrere Scheiben ab.

 

Walter raucht sich an der Glut seiner Kippe eine weitere Zigarette an. Vorhin hat sich Karin-Britta bei ihm beklagt. Es klang wie ein Vorwurf. Ein größerer Stau auf der Stadtautobahn hat sie in ihrem Tagesablauf behindert. Deshalb konnte sie wichtige Dinge nicht schaffen. Neues Brot wird sie erst morgen wieder backen können. Aber draußen in Potsdam ist nun mal die beste Kita weit und breit.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

08.12.2017 um 10:37 Uhr

ein interessantes Spannungsfeld. Die Herrin zuhause und die Sub in der Reihenhaussiedlung. Beides vom Geld erkauft. Auch eine Form einer nachdenklichen Adventsgeschichte. Gut gemacht

hanne lotte

Autorin. Fördermitglied.

28.01.2017 um 21:19 Uhr

Jetzt sitz ich hier schon einige Zeit vor diesem Text und überlege, ob ich eine der Figuren mag. Am ehesten wohl die gesichtslose Sub in dem Haus am Dienstag Abend.

Karin- Britta bedient jedes Klischee, das rettet auch der Bioladen nicht. Ein gut gepflegtes Vorurteil direkt auf den Punkt gebracht.

Und Walter is mit ... nicht negativ beschrieben. Der Job passt zum Kerl. Er hält sich eine Frau im eigens dafür gebauten Haus. Kein Gedanke an ihre Empfindungen, Wünsche. Meine Kaffeetasse hat mehr Empathievermögen.

Danke für dieses excellente Sittengemälde

hanne

Signatur

Tue was du willst, aber schade keinem dabei.

04.01.2017 um 13:16 Uhr

geändert am 04.01.2017 um 13:17 Uhr

Lieber Söldner,

ein wirklich interessanter Dienstag im Advent...

Walter und Karin-Britta hatte ich förmlich vor Augen. Er auf der Dachterasse stehend, während sie sich mit den Kindern beschäftigt. Kurze Einlässe zur Wichtigkeit von Bildung und Einkäufen im Bio-Markt, zu dem man standesgemäß mit dem Land Rover fährt. Die Erkenntnis, dass es besser ist, sich nicht auf weibliche Schimpftiraden einzulassen...

Walters Aussicht auf einen Samstag nach seinem Geschmack.

Eine Wende die mich überrascht hat, die ich aber für sehr realistisch halte. Sozusagen Walters zweites Gesicht, zweites Leben. Bestimmt etwas, was es häufiger gibt. Offenbar etwas, von dem Karin-Britta nichts ahnt.

Danke für eine klasse erzählte, an vielen Stellen sehr fein gemachte Geschichte, die ich gern gelesen habe. Eine klitzkleine Kritik sei mir erlaubt. Musste es wirklich ein Verkäufer gepanzerter Transportfahrzeuge sein?

Signatur

Niemand ist gut genug, einen anderen ohne dessen Zustimmung zu regieren (Abraham Lincoln).

02.01.2017 um 22:19 Uhr

"Es riecht vertraut nach Frau". Das würde mich nun mal interessieren, wie es nach Frau riecht...

Signatur

Huch, wieder was gesagt!

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