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Forum - BDSMler unter sich - BDSM-Beziehungen

Provokationen

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Tek Wolf

Autor.

11.09.2020 um 13:14 Uhr

Das sehe ich ein bisschen anders, liebe O. Das Verstehen der Bedürfnisse des Anderen ist für mich die Grundlage um sie zu erfüllen und dem anderen auch emotional näher zu kommen. Und wenn das Bedürfnis Aufregung und Unberechenbarkeit ist, dann ist das auch in Ordnung. Ich möchte nur Wissen, was dahinter steckt und wo die Grenzen liegen. So kann ich sicherstellen, dass ich weder zu weit gehe noch mich in die falsche Richtung bewege. Ich denke selbst wenn sich eine Sub nach dem Nervenkitzel des Ungewissen sehnt hat sie doch eine vage Vorstellung, worin das Ungewisse bestehen soll. Wenn ich das treffe, dann treffe ich ins Schwarze. Und das ist das, worauf ich es abgesehen habe. Eine Richtschnur könnte mir da helfen. Deswegen suche ich nach einer universalen Sub-Sehnsucht.

Und austauschbar ist keine Partnerin, denn neben dem Spiel gibt es noch die viel wichtigere Beziehung. Denn eine Sub will ja als solche nicht beliebig sein. Es sei denn, dieser Gedanke regt sie an.

Grüsse

Tek Wolf

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Drachenlady

Autorin. Förderer.

11.09.2020 um 23:29 Uhr

Eine wie auch immer geartete Richtschnur kann es meiner Meinung nach nicht geben. Das ist etwas, was jedes Paar miteinander für sich erarbeiten und immer wieder hinterfragen muss. Es ist ein Prozess, es wird immer wieder Änderungen und Anpassungen geben, geben müssen. Jeder Mensch ist anders, und - mal am Beispiel Kochen dargestellt - selbst ganz simpel gehaltene Rezepte fallen bei jedem anders aus, bei jedem Nachkochen kommen, wenn vielleicht auch nur in Nuancen, andere Ergebnisse heraus. Jede/r hat andere Sehnsüchte und Bedürfnisse, die sich sowohl im Laufe der Zeit als auch im Verlauf einer Beziehung verändern können. Und auch ganz banal abhängig von der Tagesform sein können. Hier hilft nur reden, reden und nochmals reden, auch wenn’s vielleicht nervt, das immer wieder zu hören. Vermeintliche „Zeichen“ des anderen wirklich immer richtig zu interpretieren würde bedeuten, dass man Gedanken lesen kann. Und das kann niemand. Die von Dir gewünschte Sicherheit kann es nur in der direkten Kommunikation geben, nicht im „Erraten“. Und ob eine von Dir empfundene Provokation tatsächlich eine solche ist oder etwas anderes dahinter steckt, kannst Du nur erfragen.

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Tek Wolf

Autor.

12.09.2020 um 10:28 Uhr

nicht verifiziert

Der Inhalt dieses Beitrags ist aus Gründen des Jugendschutzes nicht frei einsehbar.

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Devana

Autorin. Lektorin. Teammitglied.

12.09.2020 um 14:59 Uhr

Lieber Tek Wolf,

wenn Subs provozieren - und dieses Thema wurde bislang eher vernachlässigt - ist es oft auch ein Zeichen von Sprachlosigkeit. Es fällt nun mal vielen Menschen schwer, eigene Wünsche klar zu formulieren. Und gerade im BDSM-Bereich ist auch oft der Wunsch da, dass das doch bitte von Dom ganz alleine kommen soll. Ich beneide da keinen Dom.

Insofern muss Dom wohl das Reden auch einfach einfordern. Bei Jona und mir war der Zeitpunkt dafür zu Beginn unserer Beziehung oft nach einer Session. Zusammengekuschelt haben wir reflektiert, wie es für uns beide gewesen ist, was gut und was schlecht war und auch, ob man an dem einen oder anderen Punkt gerne noch weiter gegangen wäre oder ob es so gar nicht das Richtige war. Manchmal ging es auch nicht redend - dann haben wir geschrieben, da wir nun mal beide Schriftmenschen sind und der eine oder andere Gedanke sich schreibend klarer formulieren ließ.

Mittlerweile reden (und schreiben) wir nicht mehr ganz so viel miteinander (jedenfalls, was das Reflektieren angeht), da wir einfach aufeinander eingespielt sind. Aber auch bei uns gibt es Situationen, in denen dann doch wieder Redebedarf da ist.

Während einer Session zu reden ist übrigens so gar nicht mein Ding. Da versinke ich oft in mir selbst und jedes Wort ist störend. Da muss dann oft ein Nicken reichen, ob es mir gut geht. Oder ein Händedruck.

Eine Schuld, die durch Schmerz gesühnt wird und den weg frei macht lieben zu dürfen? Unterdrückung, weil man sich tief drinnen nicht wehrt genug fühlt, geliebt zu werden?

Diese Sätze kann ich auch nicht unkommentiert stehen lassen.

Weißt du, es mag sicher Menschen geben, die aus dieser Motivation heraus handeln. Aber das ist eigentlich falsch. Für mich ist BDSM eher eine angeborene Neigung, die das Leben, wenn man sie ohne Schuldgefühle ausleben kann, wahnsinnig bereichern kann. Ich vergleiche das immer mit Homosexualität. Das kann man auch nicht einfach so wegdrücken.

Wer masochistisch ist, sühnt damit keine Schuld. Sondern ist einfach in der Lage, Schmerz in Lust umzuwandeln.

Und wer devot ist, sühnt damit im Normalfall ebenfalls keine Schuld, sondern hat das Bedürfnis durch das Erleiden von Schmerz den Dom zu gefallen, ihn zu befriedigen oder auch das Machtgefälle damit noch weiter zu verstärken. Bei vielen spielt auch das Konzept Strafe eine Rolle (bei mir eher weniger, deshalb vergesse ich das manchmal). Da geht es aber gleichfalls um das Machtgefälle.

Meiner Meinung nach ist es aber schwierig, einer rein devoten Person wirklichen Schmerz abzuverlangen - vor allem dauerhaft. Im Idealfall ist da eben eine Portion Masochismus dabei und dann muss sich auch Dom gar keinen Kopf machen, was er da mit der geliebten Person anstellt, denn es gefällt einfach beiden.

Ich kann eigentlich nur jedem empfehlen, der mit seiner sadistischen oder masochistischen Neigung hadert, sich selbst die eigene Motivation klar zu machen und mit dem Partner - so denn man einen hat - abzugleichen, ob das zueinander passt.

Bei dir, TekWolf, habe ich den Eindruck, dass du sehr auf dein Gegenüber bedacht bist. Das ist absolut lobenswert und richtig. Und aus dieser Motivation heraus kannst du aber auch sehen, dass Schmerz, den du gibst, und Unterwerfung, die du annimmst, genau das ist, was Sub (in deinem Fall Lanika) möchte und glücklich macht. Und ebenso kannst du daraus deine Befriedigung ziehen, dass es sie glücklich macht, dich glücklich zu machen. Und hier kannst du ebenfalls eine Portion Egoismus für dich reinpacken. Du bist sehr auf die Sub konzentriert, aber du wirst merken, dass es sie glücklich macht, wenn du auch mal an dich denkst und machst, worauf du Lust hast. Und wenn es Zwangskuscheln ist.

Das ist nebenbei gesagt auch etwas, was ich als Sub lernen musste. Auch Jona stellt mein Wohlergehen über sein eigenes. Das fühlt sich für mich im ersten Moment falsch an. Aber er ist da kompromisslos und das spricht dann wieder mich an, wenn ich mich dem fügen muss.

Aber um den Faden der Provokationen wieder aufzunehmen:

Ich habe zwar zu Beginn dieses Threads geschrieben, dass mir Provokationen, um eine Strafe zu erhalten, eher fremd sind. Das stimmt auch. Aber auch mir entfleucht der eine oder andere provokante Kommentar. Eher so ein Necken.

Dom "muss" darauf nicht eingehen. Ich merke, dass er es zur Kenntnis nimmt und nur reagiert, wenn er Lust darauf hat. Und so fühlt es sich für mich wieder richtig an.

So viel für jetzt, ich hoffe, es war verständlich, was ich versucht habe, auszudrücken.

Devana

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Tek Wolf

Autor.

12.09.2020 um 22:35 Uhr

Liebe Devana, liebe andere Diskussionsteilnehmer, diese Unterhaltung liebe ich immer mehr. Hier kommen sehr interessante Sichtweisen und Ideen zum Vorschein. Das wollte ich eigentlich mit meinem Kommentar bewirken: Mehr Puzzleteile aus denen ich mir eine bessere Sicht auf diese ganze Dom-Sub-Sado-Maso-Leder-Dingenskirchen machen kann.

Devana, ich kann deine Haltung zu Devot sein/Masochismus gut verstehen. Diese Gefühle hatte ich schon in mir, als ich Sex noch nicht mal schreiben konnte. Eine tiefe Faszination für Fesseln und gewisse Belastungstest für den Körper. Vielleicht steckt es in uns, in unseren Genen (vereinfacht gesagt). Allerdings habe ich auch recht viele andere Erfahrungen gemacht. Bei (fast) allen Subs fand ich Auslöser in der Jugend und Parallelen zum Sexualverhalten die zu geradlinig waren um sie zu ignorieren. Aber das gehört sicher nicht hierher.

Danke, dass du gesagt hast, ich wäre auf meine Partnerin sehr bedacht. Es ist wichtig für mich, das zu hören, denn es ist mir sehr wichtig. Die Lust des Doms ist nicht einfach spiegelbildlich zu der der Sub, sie ist völlig anders. Aus sehr alten Erfahrungen aus der anderen Perspektive weiß ich, was für einen ungeheuren Rausch Schmerz und Gefangenschaft erzeugen kann. Aber ich weiß auch, das ist eine Gratwanderung und sie kann leicht schief gehen, sehr schief. Deshalb bin ich wohl etwas vorsichtiger, als nötig. In Geschichten kann ich Doms erschaffen, die in eine Sub hineinblicken können. Aber in der realen Situation sehe ich nur einen zuckenden Rücken, eine Träne, ein auffälliges Keuchen und muss es interpretieren.

Deshalb finde ich Provokationen gar nicht so verkehrt. Sie erlauben eine gewisse Interaktion, ein gegenseitiges Versichern ohne gleich trocken zu fragen, wie ihr Gefühl ist und was Dom jetzt tun soll. Devana, du hast von dem Versinken in dir dir selbst gesprochen, dem Sub-Space. Entfernst du dich dann von deinem Partner oder bringt es euch enger zusammen? Neckst du dann noch, oder bist du so zufrieden mit dem, was dir passiert, dass das nicht mehr notwendig ist?

Das würde mich an dem Thema noch interessieren.

Tek Wolf

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Devana

Autorin. Lektorin. Teammitglied.

12.09.2020 um 22:50 Uhr

Tek Wolf

Devana, du hast von dem Versinken in dir dir selbst gesprochen, dem Sub-Space. Entfernst du dich dann von deinem Partner oder bringt es euch enger zusammen? Neckst du dann noch, oder bist du so zufrieden mit dem, was dir passiert, dass das nicht mehr notwendig ist?

Das würde mich an dem Thema noch interessieren.

Da antworte ich doch gerne noch schnell.

Das Versinken geschieht bei mir recht schnell. Da muss ich noch gar nicht im richtigen Sub-Space sein. Ist eher so ein Sub-Sklavinnen-Sonstwas-Schalter, der da bei mir umgelegt wird. Und ab diesem Zeitpunkt necke ich wirklich so rein gar nicht mehr. Klingt in manchen Ohren vielleicht langweilig, ist für uns aber sehr tief.

Insofern bringt uns das auch eher ganz nahe zusammen. Für mich fühlt sich das eher wie eine Insel an, in der nur noch wir beide existieren.

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Tek Wolf

Autor.

14.09.2020 um 12:16 Uhr

Devana

Insofern bringt uns das auch eher ganz nahe zusammen. Für mich fühlt sich das eher wie eine Insel an, in der nur noch wir beide existieren.

Wie heißt es in Harry und Sally so schön: Ich will das selbe, was sie hat. Das klingt wirklich sehr erstrebenswert. Allerdings habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass Subs, die im Sub-Space sind manchmal ganz ruhig und nach innen gekehrt sind. Natürlich finde ich es schön, wenn ich sie da hinführen kann, aber als Dom ziehe ich meine Freude auch aus ihren Reaktionen. Das ist ein Dilemma.

Aus diesem Grund finde ich da Provokationen fast noch besser (wenn auch nicht ideal). Da gibt es wenigstens eine Rückmeldung.

Wie siehst du das? Kennst du das auch?

Und was denken andere Doms darüber?

Gruß

Tek

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