Da waren noch drei Fragen ...
- Was suchst Du in einer D/s Beziehung, was eine "normale" Beziehung Dir nicht bieten kann?
Das, was jeder andere in einer Beziehung sucht. Liebe, Akzeptanz, Erfüllung. Ich hab mir das mit der Neigung ja nicht ausgesucht.
- Was unterscheidet Dich als Sub/Sklavin von einer Freundin die gerne ihren Freund umsorgt und für ihn da ist?
Sie umsorgt ihn vielleicht, weil sie's gerne kuschelig mag, weil sie die Beziehung pflegen will, ihn binden will. Weil sie eben gerne jemanden umsorgt.
Ich umsorge meinen Mann auch, jedenfalls manchmal.
Aber wenn er in einer bestimmten Situation eine Anweisung erteilt, dann legt er damit bei mir einen Schalter um. Dann geht es nicht um umsorgen, sondern um Sex. Weil er dann die Kontrolle übernimmt und mich da kickt.
GEgenfrage: Was unterscheidet dich als Dom von dem umsorgten Pantoffelhelden oder, ganz anders, von dem manipulierenden Narzissten?
- Warum glaubst Du war BDSM lange Zeit als "krank", "pervers" oder "sittenwidrig" eingestuft?
Das ist es doch auch heute noch. Wat der Bauer nich kennt, dat frisst er nich.
Einen Nachtrag habe ich ´noch ...
Mir ist z.B. noch nahegelegt worden, daß mit der Führungsrolle eines Doms oder Masters auch die Verantwortung für das Umfeld kommt. Mein Auftreten sollte als Vorbild funktionieren und mein Diskussionston z.B. erzeugt die Atmosphäre, die in meinem Umfeld herrscht.
Gilt das nicht für alle, egal ob Dom, Sub, divers ...?
Jeder setzt mit seinem Verhalten Maßstäbe, kleinere und größere. Im Guten wie im Schlechten
Der erste, der in grottiger REchtschreibung Verbalinjurien postet, wird sicher für Irritationen sorgen. Und gleichzeitig ermutigen. Was einer kann, das können alle.
Beim zehnten hat man sich daran gewöhnt.
Schon einen Schritt nebem der BEziehung sind wir ganz normale Menschen.
Gruß
hanne


Warum? Weil wir es für wichtig erachten, für die Rechte der Unterdrückten zu demonstrieren (jetzt klinge ich schon wie Che), um durch eigene Präsenz Solidarität zu zeigen und dabei zu helfen, einen eindrucksvollen Demozug mit vielen Teilnehmern zu bilden, auch wenn man selber auf den ersten Blick nicht unmittelbar betroffen ist.

27.07.2019 um 18:06 Uhr
Heute darf sich jeder Dom oder Sub (oder beliebige andere Begriffe bis hin zu Mann und Frau) nennen wie es ihm beliebt. Soweit okay. Aber was bedeuten diese Begriffe dann? Wenn es beliebig, nur an dem eigenen Empfinden liegt, ob man Dom/Sub/Switcher ist, bedeuten diese Begriffe dann noch was?
An wessen Empfinden soll es denn sonst liegen, wenn nicht am eigenen, ob man submissiv, dominant, maso, oder sad ist? Wurde das vor dem Jahrhundertwechsel zugeteilt?
"Ich suche einen Dom, weil ich einen starken, selbstbewussten Mann mit Rückgrat will. Die meisten Männer sind ja Weicheier!"
Jo. Isso. Weil mit echte Machos, die denken nur weil ich eine Frau bin, müsste ich gefügig sein, kann ich persönlich überhaupt nichts anfangen. Ich brauch ein Umweg über die Neigung, um es manchmal sexy zu finden, mich aufzuführen wie ein Heimchen am Herd aus der Puddingwerbung 1950. Ich mag Männer mit Haltung. Aber nur welche, die diese Rolle reflektiert haben und wissen, wann es Zeit für Pudding ist und wann Zeit für Gleichberechtigung.
Was mich jetzt interessiert ist, wie seht ihr BDSM (insbesondere die D/s-Beziehungs-Geschichte) und was ist Euer Antrieb sich damit zu beschäftigen?
Meine Libido. Ich mag es eben pervers.
Solche und ähnliche Aussagen, die auf die (zwanghafte?) Individuaität und Einzigartigkeit abzielen, verstehe ich ehrlich gesagt nur zum Teil. Denn in meinen Augen ist gerade die Gemeinsamkeit, die wir mit anderen haben, das was uns stärkt. Wie sollen Gemeinschaften entstehen, wenn man statt der Gemeinsamkeiten die Unterschiede beleuchtet und zelebriert? Und wenn wir nicht mehr als Gemeinschaft auftreten wollen, wundern wir uns dann, das wir als Heer von Einzelkämpfern gegen die Windmühlen unsere Kräfte vergeuden?
Ich bin ein Individuum. Und einzigartig. Ist doch jeder. Ich wüsste nicht, warum ich eine Gruppe bräuchte, um mich zu stärken? Ich bin mir meiner Neigung bewusst. Ich habe einen Partner, mit dem ich das teilen kann. Auf ganz genau unsere Art und Weise. Ich brauche keinen Schwarm. Was ich im Bett veranstalte bekommt keiner mit. Mir ist es total egal, was der Rest der Menschheit darüber denkt. Ich belästige niemanden damit. Von daher brauche ich keine Akzeptanz der Gesellschaft. Nicht mal die Akzeptanz der Subkultur, denn ich vögle ja nur mit einem Mann. Solange der damit einverstanden ist was wir machen, sehe ich keine Probleme.
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