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Forum - Schreiben - Schreibtisch

Gegen das Sterben bedrohter Wörter!

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Söldner

Autor. Lektor.

08.12.2017 um 07:31 Uhr

Mir geht es um Wörter, die vom Aussterben bedroht sind.

Sie finden sich in großen Mengen auf vielen sammelnden Internetseiten.

Weshalb aber sollte ein Wort vor dem Aussterben bewahrt werden?

Ich bitte um Wort und Begründung.

Ich wähle den "Beelzebub" und begründe.

Beelzebub klingt so verniedlichend für den Teufel.

Das ist ja nur ein Bub, und "Beelze", ja, das klingt nach Brezel, also ein Bäckerjunge.

Fast ein kleiner Schelm, der seine Neckereien treibt.

Beelzebub nimmt dem Teufel den Schrecken.

Deshalb sollte das Wort erhalten bleiben.

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Ambiente

Autorin. Förderer.

08.12.2017 um 13:44 Uhr

Mir fällt da spontan "Trostpflaster" ein.

Der Duden erklärt:

Trostpflaster - kleinere Entschädigung für einen Verlust, eine Benachteiligung, einen Misserfolg o. Ä.

Ich habe das Wort früher bei den Kindern genutzt. Wenn etwas nicht klappte oder ein Wunsch einfach nicht erfüllbar war.

Da habe ich das Wort oft genutzt:Schau mal, als kleines Trostpflaster....

Ich finde, das Wort darf nicht verschwinden

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Gregor

Autor.

09.12.2017 um 18:24 Uhr

Oheim

Das ist ein altes Wort für Onkel.

Oh - staunen;

Heim - Gemütlichkeit.

Ein Oheim ist also ein sehr angenehmer Onkel.

Man sollte den Oheim schützen.

Base

Das ist ein altes Wort für Tante.

Die kenne ich aus dem Chemieunterricht.

Säuren, Basen, Salze.

Ich bin nicht sicher, ob die Base geschützt werden sollte.

Das soll der Oheim entscheiden.

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Schattenwölfin

Autorin. Lektorin. Förderer.

11.12.2017 um 06:58 Uhr

aus aktuellem Anlass:

Gestern bin ich auf das Wort chevaleresk gestoßen, das mir bis dahin überhaupt nicht geläufig war, mich aber sofort angesprochen hat.

Benutzt das heute noch jemand?

Warum es meiner Meinung nach nicht aus dem Wortschatz verschwinden darf?

Weil es Eigenschaften vereint, die ich sehr schätze: Aufmerksamkeit, Höflichkeit, Aufrichtigkeit … und wenn der Träger, der diese Eigenschaften in sich vereint, zu Pferde daherkommt, dann finde ich das wahrhaftig ritterlich.

Wölfin

 

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hanne lotte

Autorin. Lektorin. Förderer.

11.12.2017 um 09:50 Uhr

geändert am 11.12.2017 um 09:51 Uhr

Lieber Gregor,

Gregor

Oheim

Base

und was ist mit dem Vetter? Der gehört doch auch zur Base.

Und der Eidam?

Liebe Schattenwölfin,

Gestern bin ich auf das Wort chevaleresk gestoßen

was es alles gibt. Das Wort kannte ich nicht, dabei bin ich höchst frankophil. Und du hast recht, in dieser Bedeutungskombination gibt es im Deutschen kein anderes Wort. Mit fällt jedenfalls kein ansprechendes oder passendes Adjektiv zu Kavalier ein - das wäre die deutsche Übersetzung zu Chevalier..

Ich möchte das Wort flugs vorschlagen. Das liegt mir schon lange am Herzen. Für mich drückt das Wort eine konzentrierte Hektik aus - passt damit prima zu mir und sollte also dringend erhalten bleiben.

Liebe Grüße

hanne

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Schattenwölfin

Autorin. Lektorin. Förderer.

11.12.2017 um 10:22 Uhr

hanne lotte

Kavalier ... die deutsche Übersetzung zu Chevalier..

Ich hätte es eher mit Ritter übersetzt, aber vielleicht bin ich auch zu vorbelastet, was Reiter betrifft , d.h. mir fallen außerdem die Ritter der Ehrenlegion ein, chevalier de la legion d'honneur. 

hanne lotte

Ich möchte das Wort flugs vorschlagen. Das liegt mir schon lange am Herzen. Für mich drückt das Wort eine konzentrierte Hektik aus - passt damit prima zu mir und sollte also dringend erhalten bleiben.

Liebe Grüße

hanne

flugs verwende ich ich häufig ... so etwa im Sinne von "ich-rasch-mich-ich-mach-mich" und bin unbedingt für das Erhalten!

Wölfin

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hanne lotte

Autorin. Lektorin. Förderer.

11.12.2017 um 10:29 Uhr

Schattenwölfin

Ich hätte es eher mit Ritter übersetzt, aber vielleicht bin ich auch zu vorbelastet, was Reiter betrifft , d.h. mir fallen außerdem die Ritter der Ehrenlegion ein, chevalier de la legion d'honneur. 

Als dieses Wort entstand, konnte sich nur die Ritter auch ein Pferd leisten. Möglicherweise gibt es da sogar verwandtschaftliche Beziehungen (Vettern oder Basen). Ritter und Reiter - das ist ja doch sehr ähnlich.

Daher kommt auch die Kavalerie.

Die, die Geld für ein Pferd hatten, konnte sich wiederum auch leisten, ihre Zeit mit dem Austausch von Höflichkeiten (da steckt der Hof schon drin) und Förmlichkeiten zu verbringen.

Liebe Grüße

hanne

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Schattenwölfin

Autorin. Lektorin. Förderer.

11.12.2017 um 10:36 Uhr

hanne lotte

Höflichkeiten (da steckt der Hof schon drin)

Höflichkeiten - Hof - Hofknicks

Gibt es Zusammenhang zwischen Wortfetisch und Neigung?

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22.12.2017 um 22:58 Uhr

Mir fällt diesbezüglich das Wort Larmoyant ein.

Wortbedeutung: weinerlich, rührselig, mit allzuviel Gefühl und Selbstmitleid.

Es klingt viel getragener als das zeitgenössische „Emo“.

Ein weiteres aussterbendes Wort ist, aus aktuellem Anlass – „Bitcoin“.

☺️

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Gregor

Autor.

23.12.2017 um 10:55 Uhr

Da sitzen sie, Vetter und Eidam. Beide mit Likörchen, larmoyant, verweichlicht. An ihnen ist nichts chevalereskes.

Der Vetter, schmatzend am Pfannkuchen, Fettflecke auf seiner Weste, drückt die Federn des Besuchersofas, während mein Eidam, dieser Käsebub von Schwiegersohn nichts Gescheites zusammen bringt. Eidam, das klingt mir nach Onanie im Gästebad.

Und diese ganze Mischpoke aus Basen, Vettern, Eidam und Oheimen schlemmt meine Vorräte, tafelt wie Graf Koks auf meine Börse und schwadroniert über neue Welten mit Bitcoins und New economy. Da gäb ich gern dem Beelzebub meinen Dreschflegel zur Hand, auf dass er das Pack von Drückebergern aus dem Haus jage!

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Ambiente

Autorin. Förderer.

23.12.2017 um 11:49 Uhr

Söldner selbst hat ein herrliches Wort hinter dem Türchen 23 einfließen lassen:

"Tinnef" - verbinde ich mit Kleinkram

Ich kann es weder zerlegen noch begründen warum es nicht sterben darf.

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ungewiss

Profil unsichtbar.

28.12.2017 um 14:40 Uhr

Ich mag alte Wörter - nicht nur, weil sie alt und damit aus einer Zeit sind, die ich (jedenfalls mit dem Abstand einiger Jahrzehnte und den Annehmlichkeiten der heutigen Zeit um mich herum) faszinierend finde. Sondern auch, weil sie oft erstaunlich viel präziser und zugleich weniger hart sind als ihre aktuellen Entsprechungen.

Meine Lieblingsbeispiele:

Fisematenten

kokett

und mein aktuell absoluter Favorit, weil er sich so herrlich für alles und jeden verwenden lässt, wenn man vornehm oder niedlich schimpfen will: dusselig!

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ungewiss

Profil unsichtbar.

28.12.2017 um 14:48 Uhr

Schattenwölfin

hanne lotte

Kavalier ... die deutsche Übersetzung zu Chevalier..

Ich hätte es eher mit Ritter übersetzt, 

 Und ich kenne es - oh Wunder - nur als französischen Adelsrang. 

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Knurrwolf

Profil unsichtbar.

30.12.2017 um 10:58 Uhr

Wenn ich jetzt sarkastisch wäre, würde ich Wörter wie "Bitte" und "Danke" wählen, die mitunter teilweise aussterben. Aber an dieser statt wähl ich folgendes, literarisches Geschmeid:

hold/holde weil es so viele Möglichkeiten gibt, es zu nutzen um der Bedeutung eines Satzes einen sanften Anteil zu geben.

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Söldner

Autor. Lektor.

06.01.2018 um 17:12 Uhr

Ach Holde, der Schuss ging gar jämmerlich in die Binsen.

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Knurrwolf

Profil unsichtbar.

08.01.2018 um 11:56 Uhr

Klingt ganz so, als stammt es aus einem dieser eindeutig zweideutigen Gedichte von Goethe

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Gregor

Autor.

08.01.2018 um 20:10 Uhr

Fürwahr, Gevatter, Potzblitz!  Mich deucht, mit solcherlei Chose beschlagen zu sein.

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Devana

Autorin. Lektorin. Teammitglied.

08.01.2018 um 23:07 Uhr

Ich mag "vermaledeit", da es viel gewählter und edler als "verdammt" klingt, wenn man flucht...

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Schattenwölfin

Autorin. Lektorin. Förderer.

09.01.2018 um 06:28 Uhr

Ich lasse mir gerade von Gert Westhal die Buddenbrooks vorlesen, nicht nur ein grandioser Ohrenschmaus, sondern auch gespickt mit Worten und Wendungen, die mich ins Schwärmen kommen lassen ...

... "eine Partie machen" klingt so viel versprechender (hier bewusst auseinandergeschrieben) als Party machen. Ich denke (mangels Heiratsabsicht) dabei weniger an einen wohlhabenden Kerl als eine gemeinschaftliche Unternehmung im Sinne einer Landpartie oder Ähnliches.

Wölfin,

nicht dagegen habend, wenn die Partie am Ende in eine ausgelassene, überschaubare Party mündet

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la reine soumise

Profil unsichtbar.

09.01.2018 um 21:13 Uhr

Ich habe ein bedrohtes Wort neu gelernt, allerdings Dialekt, schön ist es nicht unbedingt. Aber interessant. Ich wohne nur 35 km von meinem Heimatort entfernt, aber dieses Wort war mir nicht gekannt.

Die Hündin der Nachbarin war läufig und kam immer unseren Rüden besuchen, die Nachbarin hinterher: "Gimpisches Luder!"

Für notgeil, läufig, lüstern synonym zu gebrauchen, Also falls mal jemand eine Geschichte in bayrisch Schwaben spielen lassen will ... da hat man doch ein Wort, dass in einer BDSM-Geschichte mal Verwendung finden kann.

la reine soumise

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Söldner

Autor. Lektor.

10.01.2018 um 06:48 Uhr

Das ist interessant, Reine, zumal ich im Netz herausgefunden habe, dass gimpisch (überdreht, albern) zu den Lieblingswörtern des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst gehört.

In Verbindung mit Luder ergibt sich die von dir benannte Charakteristik.

Es ist an der Zeit, in den bayerischen Ministerien mal nach dem Rechten zu sehen, gimpische Luder sollten mindestens Staatssekretärin werden.

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Knurrwolf

Profil unsichtbar.

11.01.2018 um 21:13 Uhr

Hach ja die Mundart, da können wir Österreicher natürlich nicht mithalten von wegen gampiger Hase.

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Söldner

Autor. Lektor.

12.01.2018 um 07:30 Uhr

Respekt Karou!

Für einen Österreicher verfügst du über außergewöhnlich gute Kenntnisse der deutschen Sprache.

Ja Servus!

Liebe Grüße, Piefke.

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