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Der lange Weg nach Hause

Wir treffen uns alle zwei Wochen. Alle 336 Stunden habe ich die Möglichkeit, jene Worte auszusprechen, die mir so sehr auf der Zunge brennen, doch ein ums andere Mal verschiebe ich es auf unsere nächste Begegnung.

Eine BDSM-Geschichte von Valérian Bourreau.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

22.06.2026 um 10:48 Uhr

Nachvollziehbar und schön geschrieben.

Das Risiko, das er spürt, ist förmlich greifbar. Hat mir wirklich gut gefallen.

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millamomud

Autor.

17.06.2026 um 10:25 Uhr

Das ist eigentlich gar keine BDSM-Geschichte. Es ist zunächst eine Geschichte über Angst, Scham und unerwiderte Offenbarung.

 

Was der Text sehr gut macht:

Er beginnt mit einem echten Problem. Bereits die ersten Zeilen funktionieren. Bei vielen BDSM-Geschichten beginnt die Handlung mit: "Ich hatte eine dominante Frau kennengelernt..." Hier beginnt sie mit einer Niederlage. Das erzeugt sofort Interesse.

 

Die BDSM-Neigung wird emotional erklärt. Der stärkste Abschnitt ist für mich nicht die eigentliche Fantasie, sondern diese Passage: "Du bist der einzige Mensch, dem ich blindlings vertraue." Das ist ein interessanter Gedanke. Man muss ihn nicht teilen, aber er erklärt die Dynamik psychologisch. Der Wunsch entsteht nicht primär aus Geilheit, sondern aus Vertrauen und Bewunderung. Dadurch wirkt das Ganze deutlich glaubwürdiger.

 

Farid ist eine gute Figur. Eigentlich hat Farid nur wenige Seiten, trotzdem bleibt er hängen. Die Tankstellenszenen lockern den Text enorm auf.

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02.06.2026 um 12:31 Uhr

Lieber Valerian!

 

Mir hat deine Geschichte sehr gefallen. Dass die Wahl der Sprache so sehr kritisiert wurde, kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. In deinem Protagonisten sehe ich einen vor allem verklemmten und mit Komplexen durchzogenen Neurotiker. Eigentlich feinfühlig, drückt er durch seine aufgesetzt grobe Art seine wahren Gefühle von sich weg. Ich fand das sehr authentisch. Für meinen Geschmack hätte die Sprache gerne auch noch vulgärer sein können. Wenn man nicht weiß, wer man ist, nimmt man eben das Verhalten seines Umfeldes an, auch wenn es nicht zu einem passt. Der Alkohol und der Säufer-Jargon sind dafür das perfekte Sinnbild. 

 

In deiner Geschichte wird wieder die Jammerlappen-Sub-Thematik angerissen. 

 

>>Schmeckt irgendwie schal, was wahrscheinlich an mir liegt.<<

 

Es gibt verschiedene Arten von Masochismus. Viele BDSMler, die ich kenne, hätten gerne, dass die einvernehmliche Vorliebe komplett losgelöst von sonstigen psychologischen Komplexen existiert. Dein Protagonist zeigt eben, wie es aussieht, wenn das nicht der Fall ist. 

Dein Protagonist kriecht förmlich durch die Welt, beleidigt sich selbst, tritt sich selbst, sabotiert sich selbst. Er verlangt nach dem Leiden und der Bestrafung so sehr, dass er sich alles Gute und Glück, das sein Leben eigentlich zu bieten hätte, selbst verweigern muss. 

Man hätte das Ende noch weiter treiben können: Jetzt hat er sich schon den Mut angesoffen, ihr zu schreiben. Er macht es aber am dümmsten nur denkbaren Moment auf die dümmste nur denkbare Weise, um sie garantiert zu vergraulen. Er nimmt sich selbst das Glück, das zum greifen Nahe ist. Fällt wieder zu Boden und leidet, alleine, zurückgewiesen und gedemütigt. 

Das wäre konsequent. 

 

Ich denke, was der Geschichte fehlt, ist die Alternative. Du beschreibst diesen Menschen sehr gut, aber ich persönlich wünsche mir eine Kritik an seinem Verhalten und seiner Neurose. Vielleicht ein Gegenspieler, der zwar ebenfalls diese Vorliebe hat, es aber geschafft hat, gut zu sich selbst zu sein und sich das zu geben, was er braucht. 

 

Sabine kann deinen Protagonisten nicht retten. Das kann er nur selbst.

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Queeny

Förderer.

27.05.2026 um 13:43 Uhr

Hallo Valerian Bourreau!

Gratulation zu deinem gelungenen Erstlingswerk.

Am Anfang denkt man was für eine witze, besoffen Geschichte.

Wenn man aber dann zwischen den Zeilen liest, liest man von Ängsten, Zweifel, Verletzlichkeit und Unsicherheit, seine Gefühle darzulegen. 

Ich finde du hast das sehr gut rübergebracht, auch deine Beschreibung war sehr Bildhaft, man hatte die Bilder vor Augen. Schade das ich nun nicht weiß ob dein Protagonist  glücklich geworden ist. Aber der offene Ausgang gibt uns die Möglichkeit, das Ende selbst zu gestalten!

Dankeschön das du diese tolle Geschichte mit uns geteilt hast.

Liebe Grüße Queeny

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Yuria

Autorin. Förderer.

22.05.2026 um 11:44 Uhr

geändert: 22.05.2026 um 11:54 Uhr

Lieber Valérian,

 

vielen Dank für deine erste hier veröffentlichte Geschichte! Ich fand sie wirklich gut zu lesen, die Verzweiflung, das Getriebensein des Protagonisten hast du für mein Empfinden super eingefangen und formuliert.

 

Ja, so Manche/n mögen die ein oder andere Begrifflichkeit stören, mir ging es wirklich gar nicht so. Die Dialoge/inneren Monologe finde ich in der heutigen Zeit nicht aus der Luft gegriffen und wenn es eben Figuren einer Geschichte sind, die so miteinander sprechen oder so denken, ist es völlig legitim und es hat das Ganze für mich eigentlich eher noch etwas echter gemacht. Wie bei so Vielem macht meiner Meinung nach hier die Dosis das Gift und bei deiner Geschichte habe ich es nicht als "zu viel" empfunden, sondern es passte einfach in Kontext und Atmosphäre.

 

In letzter Zeit bin ich aus Gründen selbst manchmal unfassbar wütend. Und wenn ich da richtig in Rage gerate, fluche ich auch am laufenden Band. Es gibt einfach Situationen im Leben, da bereichern Kraftausdrücke jedes Argument.  Ab und an fühlt man sich sogar etwas aufgeräumter danach...

 

In diesem Sinne: Glückwunsch zu deiner ersten Veröffentlichung auf den Schattenzeilen und weiter so!

 

Grüßchen

Yuria

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Joker eren

Förderer.

19.05.2026 um 13:40 Uhr

Ich habe lange überlegt, ob und was ich kommentieren soll. Immerhin ist Deine Geschichte durch die Qualitätskontrolle gekommen und veröffentlicht. Das ist mir noch nicht gelungen bzw. ich habe es nach dem ersten Versuch gesteckt. Also liegt es nicht an der Geschichte, sondern an meiner Erwartung. Oder an dem, was mich anspricht und was nicht. Über die schon in anderen Post angesprochene Sprache des Menschen an der Tanke - ja, geschenkt, finde ich doof, aber es gibt Leute, die so reden, glaub ich zumindest. Aber dafür bin ich zu alt, um das cool zu finden.

 

Und da liegt dann vielleicht auch mein Problem mit der Geschichte. Mag sein, dass ich vor mehr als 30 Jahren mit meinem "Kink" und der Suche nach dem  geliebten Gegenstück auch so gehadert habe wie Dein Protagonist. Gut, Alk war noch nie mein Problemlöser, was mich der Storyline auch nicht näher bringt.  Als weis(s)er alter Mann kann ich mir diese Gedankenwelt so gar nicht mehr vorstellen - Ich bin da angekommen, wo ich hin wollte und vielleicht sollte. Und wenn ich hier Geschichten lesen und mich angesprochen fühle, sind es deshalb (?) eher Geschichten, die diese Situationen behandeln. 

 

Vielleicht erklärt das auch die ein oder andere zurückhaltendere Besprechung der Geschichte. Aber lass Dich davon nicht entmutigen. Man kann und muss es nicht allen recht machen...

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Natty

Autorin. Förderer.

17.05.2026 um 20:39 Uhr

geändert: 19.05.2026 um 06:43 Uhr

Herzlichen Glückwunsch zu deinem Erstlingswerk

 

Ich finde, im Gegensatz zu vielen anderen, nicht, dass dein Protagonist ein Lappen ist, sondern ein Mensch mit verdammten Ängsten. Wir können doch hier nicht alle frisch von der Elite-Uni kommen und im wahren Leben nichts mit  einer anderen Welt, außer der eleganten , frei von Anglizismen gesprochen Sprache und toughen Menschen ohne Ängsten zu tun zu haben?(Oh, ein Anglizismus)

Vielleicht hänge ich mich hier jetzt ein bisschen auf, da mir in letzter Zeit ein paar Kommentare dahin gehend aufgefallen sind und ich mich nun frage, wann wir hier nichts mehr mit Umfangssprache, Kraftausdrücken, expliziter Sexualität, Alkohol oder traumatischen Erlebnissen schreiben dürfen. Ich liebe dieses Forum, aber gehen wir gerade in eine Richtung, in der wir bestimmte BDSMer an den Rand schieben? 

Ja, natürlich gibt es Menschen, die ohne Ängste und Alkohol durchs Leben gehen, die nie ein Trauma erlebt haben und sich immer adäquat ausdrücken , aber, und das obwohl ich studiert habe, kenne ich davon nicht viele. Angst, das seine beste Freundin ihn ablehnt, wegen seiner Beichte? Mut antrinken? Nicht zu wissen, wohin mit seiner Energie? Dinge schmeißen , ohne nachzudenken? All das gibt es doch. Meine Meinung! 

Ich finde, du hast ihn toll beschrieben und am Ende überlistet er sich selbst. 

Und schön flüssig geschrieben auch noch 

Von mir 4 Sterne 

VG Natty

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poet

Autor. Förderer.

13.05.2026 um 21:55 Uhr

Naja, dieser Typ ist wohl jammerlappig, aber dann doch nachvollziehbar. Schüchtern hätte das mal früher genannt. Arg schüchtern.  Wenn da nicht das Zusaufen wäre, wäre er durchaus sympathisch. Ich kann die Gedanken und Gefühle deines Protagonisten nachvollziehen, weil du sie authentisch beschreibst. Und das ist die Hauptsache! Kopf hoch, sag es ihr, und dann schreib weiter!

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12.05.2026 um 05:24 Uhr

Hallo Valérian Bourreau !

 

Vielen Dank für deine Erklärung zu deiner Geschichte. 

 

Ich muss sagen das ich Deine Geschichte genau so auch empfunden habe wie Du es erklärst. 

 

Das dein Protagonist, frustriert ist über seinen fehlenden Mut. 

Vielleicht auch etwas in Selbstmitleid verfällt - vor allem aber seinen Frust heruntertrinkt. 

 

Das wollte ich auch nicht bewerten und natürlich hat es der ein oder andere auch genau so selber durchlebt. 

 

Mich persönlich hat vor allem "Brudi" vom Tankstellenverkäufer getriggert - vielleicht auch weil ich aus dem Ruhrpott komme und das, wie beispw. auch  "Bro" oder "Digga" gefühlt an jeder Straßenecke zu hören ist. 

Mich persönlich stört diese verunglimpfung der deutschen Sprache. Das aber wollte ich dir nicht als negatives Ereignis in deiner Geschichte bewerten. 

Hast Du ja auch garnicht benutzt sondern viel mehr nur angedeutet. 

 

zu deinem Kommentar möchte ich sehr gerne den Punkt mit der eigentlich vorhandenen Intimität hervorheben.

 

Für mich persönlich ist das Sprechen über Sex etwas sehr Triviales und Oberflächliches. 

Da muss ich sagen bin ich vielleicht kein Maß der Dinge und deswegen kam vielleicht bei mir der Eindruck zu stande. 

 

Für mich ist das Gespräch über Sex, etwas sehr intimes und niemals oberflächlich. Kann es ja auch nicht, weil es unter anderem auch mich betrifft wie auch einer möglichen Partnerin. 

Das liegt aber auch vielleicht daran das ich zu dem ganzen Thema eine ganz andere Sichtweise habe als viele andere und wenn ich mit einer Frau so weit spreche und ihr erkläre das ich asexuell bin, dann kenne ich sie schon besser. Dann kennt sie mich auch besser. 

 

Wenn ich dann mit einer Frau solche Gespräche führe dann hat sie es auch vielleicht schon bemerkt das ich devot bin - bestimmt aber hätten wir schon über bdsm gesprochen. 

 

Von daher darfst Du mich da nicht als Maß der Dinge nehmen und möchte ich auch gar nicht sein. War ich ja auch nicht, weil das ja nur ich angemerkt hatte unter deiner Geschichte.

 

Liebe Grüße Thorsten

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Valérian Bourreau

Autor. Förderer.

10.05.2026 um 14:42 Uhr

geändert: 10.05.2026 um 15:03 Uhr

Hallo an alle, die meine erste Geschichte hier gelesen und kommentiert haben.

Ich freue mich sehr über Lob, Kritik und Verbesserungsvorschläge.

 

Ich möchte hier nur ein paar Worte verlieren, um manche Sachen vielleicht etwas verständlicher zu machen.

 

Für mich stand bei dieser Geschichte in erster Linie die Authenzität im Vordergrund.

Hat nicht jeder von uns schonmal am Boden einer Alkoholflasche nach Antworten gesucht?

 

Und das Thema Sprache, mir persönlich liegt eine elegante und »schöne« Ausdrucksweise auch mehr.

Aber in Momenten tief empfundenen Haderns und Selbsthasses drückt sich die eigene, innere Stimme doch nicht gehoben aus? Also bei mir zumindest nicht.

Und wer Nachts an eine Tankstelle in einem eher sozial schwachem Viertel geht, wird dort kaum mit »guten Abend werte/r Dame/Herr« empfangen.

 

@sklave thorsten:

zu deinem Kommentar möchte ich sehr gerne den Punkt mit der eigentlich vorhandenen Intimität hervorheben.

Für mich persönlich ist das Sprechen über Sex etwas sehr Triviales und Oberflächliches. 

BDSM wiederum ist ein sehr intimes Thema, da man seinem Gegenüber damit einen sehr tiefen Einblick in die eigene Seele gewährt. 

Insbesonders als Sub legt man eine tiefe Verletzlichkeit dar und wenn man diesbezüglich schon auf Ablehnung und Zurückweisung gestoßen ist, möglicherweise in Kombination mit Spott, macht es dies nicht unbedingt leichter, sich zu öffnen.

Vielleicht wird es dadurch ein wenig verständlicher, warum es dem Protagonisten so schwer fällt, über seine tiefsten Gefühle zu sprechen.

Möglicherweise hätte ich das innerhalb der Geschichte etwas besser herausarbeiten können.

Man lernt nie aus.

Und es freut mich sehr, dass du der Meinung bist, ich könne sehr gut schreiben. 

Ich gebe mein Bestes und stecke sehr viel Herzblut in jede meiner Geschichten.

 

Ihr werdet definitiv nicht das letzte Mal von mir gelesen haben.

 

Abschließend möchte ich mich bei euch allen für eure ehrlichen Worte bedanken, ich verstehe sie als Ansporn und Anregung.

 

Liebe Grüße,

V.

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