Es ist Nacht. Vielleicht schaut er aus dem Fenster. Als eine Frau sein Sichtfeld betritt, beginnt seine Fantasie, eine kleine Geschichte zu malen, die den Augenblick einfängt.
Es ist Nacht, die Lichter der großen Stadt sind, bis auf einige wenige, bereits erloschen. Leergefegte Straßen, an diesem windigen, doch milden Abend.
Eine Frau läuft die Straße entlang, sicher, trotz der Höhe ihrer Absätze, die sich am Klang erahnen lässt. Nicht langsam, keine Traurigkeit in ihrem Schritt, keine Angst ist spürbar. Sie kennt ihren Weg. Aber alleine, alleine ist sie nicht.
Die Blicke, die sie beobachten, sind aufmerksam, registrieren jedes noch so kleine Detail. Werden von ihren schlanken Beinen in den schwarzen Perlonstrümpfen und den dazu passenden High Heels angezogen. Angezogen, wie die Motten vom Licht.
Würde doch nur ein Windstoß unter ihren Rock gleiten, bestimmt könnte man die Ansätze der Strapse sehen, die ihre Rundungen wahrlich vorteilhaft in Szene setzen würden. Weißes, festes Fleisch, umgeben von schwarzer Spitze. Makellos, ohne Spuren.
Die Blicke werden gieriger, können sich nicht abwenden, nicht aufhören, der Fantasie ihren Lauf zu lassen.
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Ja, Meister Y, diese Schweißtropfen, was muss der Mann Adleraugen haben!
Aber vielleicht hat er sie sich einfach nur dazugedacht? Herrlich dieser Text, fällt wohltuend aus dem Rahmen der vielen Real-Beschreibungen. Die Idee, mal alles nur im Kopf abspielen zu lassen, ausgelöst von einigen kurzen Blicken auf eine Unbekannte, das hat mich fasziniert. Ich bin sicher, ich muss diesen Text noch einmal lesen!
endlich mal der erste Text, den ich von dir lese und gleich auch noch gehört habe. Wunderbar, muss ich sagen!
Schön, fast poetisch formuliert und lädt ein bisschen zum Träumen und Mitfiebern ein. Eigentlich scheint diese Aufteilung in "Ich hier" und "Du dort" klar zu sein und doch scheinen die Grenzen zwischen Realität und Fantasie zu verschwimmen. Gefallen hat mir auch, dass man eigentlich über den stillen Beobachter nichts erfährt. Ist es ein selig vor sich hinträumender, unschuldiger (?) Mensch, der nur durch Zufall und aus sicherer Entfernung hinter seiner Gardine hervorlugt, weil er nicht schlafen kann? Oder ist es eine gefährlichere Variante, eine Art Jäger, der ganz gezielt diese eine unbekannte Schönheit ins Visier genommen hat, ihr vielleicht sogar folgt und sich lauernd von Hausecke zu Hausecke schleicht?
Auf jeden Fall lässt die Story Raum für Spekulation und jedes Herz höher schlagen, das es ein bisschen düsterer mag. Dafür Hütchen ab von mir!
Eine tolle kurze Geschichte für den Start in den Tag.
Sehr sinnlich beschrieben und aus einem kurzen moment der beobachtung wurde eine anregende Fantasie, in Bildern die wahrscheinlich noch lange bei ihm nachhallt.
Toll fand ich das in seiner Fantasie alles aufgegriffen wurde was auch wirklich passiert ist, sogar der kleine Schweißtropfeb und auch das sie nach der kurzen Pause einfach so weiterläuft.
Ich finde es total spannend, dass die vouyeristische Person doch gar nicht so klar ist, wie sie es in meinem Kopf war. Danke für die Erweiterung meines Blickwinkels.
Dieses WOW ist für Deine Art zu schreiben. Du nimmst Deine Leser mit, fesselst sie mit Worten. Malst Bilder, die jeder für sich selbst wahrnimmt. Vom ersten bis zum letzten Wort war ich bei "Ihr" habe sie gesehen, wie sie sich an die Laterne lehnte, ihren Fuß massierte. Dir ist etwas gelungen, was ich bisher nur bei ganz wenigen Texten empfunden habe: Diese Geschichte ist für jeden, der sie lies anders, weil jeder seine eigenen Empfindungen zu diesem Text hat.
Du hast wirklich voyeristische Bilder gemalt, das Kopfkino angeworfen und gezeigt, was sich in Gedanken so alles abspielen kann. Eine ganze Weile habe ich sogar gedacht, dass da eine Frau auf eine Frau schaut. Ein reizvoller Gedanke...
Tolle Morgenunterhaltung, die ich gern gelesen habe.
Eine klitzekleine Kritik sei mir erlaubt. Mit den Schweißtropfen hast Du es aus meinem Empfinden ein wenig übertrieben. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.
03.03.2026 um 21:37 Uhr
Vielen Dank euch allen
Es freut mich, dass die Geschichte so sehr die Phantasie anregt und so viele unterschiedliche Bilder dabei zu entstehen scheinen.
Ich wünschte, ich könnte diese jeweils malen, was für ein toller Bildband könnte daraus entstehen.
VG Natty
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