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Forum - Schreiben - Übungen

Übung: Ich-Erzähler

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Jona Mondlicht

Autor. Lektor. Teammitglied.

08.01.2021 um 23:27 Uhr

Ihr Lieben,

da Ihr die letzte Übung so fleißig absolviert habt, kommt hier die nächste. Zum Warmschreiben, zum Ideenfinden, zum Ausprobieren oder einfach nur zum Zeitvertreib. Wie Ihr möchtet.

Folgende Ausgangssituation:

Euer Protagonist betritt alleine einen Raum, der mit beliebigen BDSM-Geräten ausgestattet ist. Er steht auf der Türschwelle und lässt den Blick schweifen. Schreibt seine Gedanken nieder. 

Vorgabe ist neben der 300-Wörter-Regel (Achtung:) die Ich-Perspektive. Wörtliche Rede kommt also - im Gegensatz zur vorigen Übung - nicht vor.

Hinweis: Es geht nicht darum, zu beschreiben, wie Ihr Euch den Raum vorstellt. Sondern darum, was Euer Protagonist in genau diesem Moment (Präsens!) denkt.

Das ist gar nicht so einfach. Versucht es! Bis zum 17.01.2021 ist Gelegenheit dafür.

Und falls Euch gleich eine ganze Geschichte einfällt, kennt Ihr den Weg zum Textupload.

Viele Grüße

Jona

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Meister Y

Autor. Förderer.

09.01.2021 um 10:20 Uhr

Gute Morgen Jona Mondlicht, eine tolle neue Übung. Da bin ich mal gespannt, was Anderen so einfällt. Einfach ist das wirklich nicht, ich mache mal den Anfang und hoffe, dass ich die Vorgaben erfüllt habe und nicht danebenliege. Schönes Wochenende!

Puuh, was ist das denn? Direkt neben dem Schlafzimmer, ganz ehrlich? Wieso muss ausgerechnt mir das Passieren? Wobei das Licht ist schon toll. Die sehen echt aus wie flackernde Fackeln, die Lampen. Aber das ganze Zeugs da. Das glaub ich nicht. Die gehen auf die sechzig zu, die Beiden. Sie Lehrerin, er bei der Straßenmeisterei, also ehrlich. Wenn ich da an meine Eltern denke. Nein besser nicht. Igitt, ich mag mir das gar nicht vorstellen. Und Kinder haben die ja auch, wegen diesem Nesthocker sind wir ja hier. Das der so was macht, hätten die Meiers wahrscheinlich auch nie gedacht. Und das die Kids da nie was gemerkt haben…

Und die Nachbarn, also das muss man doch… Okay gut, keine Fenster und wirklich hellhörig scheint es hier auch nicht zu sein. Aber trotzdem…

Das es so was wirklich gibt. Klar gelesen habe ich das auch schon und als ich mit Corinna im Kino war, in diesem Fifty Shades of Grey… Aber in echt, in Wirklichkeit? Hier bei uns ums Eck. Jetzt ist mir auch klar, warum hier abgeschlossen war und der Meier mich gebeten hat, diskret zu sein. Ob die da wirklich? Sie mit ihm? Er mit ihr? Nein, puuhh, dabei erinnere ich mich so gern an sie. Als Französischlehrerin war die wirklich gut. Wenn man die auf der Straße trifft ist die immer nett. Beim letzten Klassentreffen haben wir mit ihr so was von gelacht. Aber das da….

Und dieser Käfig da, da wird doch nicht wirklich…

Okay gut, durchatmen, professionell bleiben. Vielleicht ist es ganz gut, dass ich allein hier rein bin. Wobei, wenn ich die Frau Meier morgen früh beim Bäcker treffe…

Nein, egal, deren Leben. Durchsuchen müssen wir hier jedenfalls nicht, da bin ich mir sicher. Hier hat der mit Sicherheit kein Diebesgut versteckt, der Udo.

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Katika

Förderer.

09.01.2021 um 11:19 Uhr

geändert am 09.01.2021 um 11:22 Uhr

Lieber Jona Mondlicht, danke für diese neue Übung. Ich hoffe, ich habe Deine Vorgaben erfüllt. 

Wow!

Ich bin das erste Mal in diesem Raum. Ein metallener Raum, alles aus Edelstahl! 

Das hatte ich nicht erwartet. 

Das Spielzimmer meines Herrn ist nicht mit dem üblichen Holzkreuz oder mit Leder bespanntem Bock ausgestattet.

Meine Augen werden immer größer.

Die Wände schimmern silbern und reflektieren das wenige Licht durch ihre gehämmerte Oberfläche in irisierender Schönheit. 

Ein Schauer durchzieht mich. Erregung machte sich breit. 

Verwirrt lasse ich den Raum auf mich wirken. Sollte ich nicht Kälte empfinden beim Anblick all er metallenen, bedrohlich schimmernden Geräte? 

Metall ist bisher so gar nicht meins. Meine Gedanken rotieren, einerseits möchte ich der Kälte in diesem Raum entfliehen, doch wenn ich in mich hineinhorche ist es überhaupt nicht kalt hier. 

Neugierde macht sich in mir breit.

 

Mein Blick fällt auf ein riesiges glänzendes Spinnennetz aus Edelstahl, das die gesamte linke Wand einnimmt. Ein wohliges Kribbeln überkommt mich, als mein Kopfkino anspringt und ich mich gefesselt daran, völlig in meiner Bewegung eingeschränkt, wehrlos, meinem Herrn ausgeliefert, dort fixiert sehe.

Unnachgiebig, hart und kalt sind die Streben. Ich kann es gar nicht fassen, wie real sich alles anfühlt, dabei ist es doch nur mein Kopfkino.

Die Ketten, die in großer Anzahl von der Decke hängen reizen mich besonders. Sie üben eine magische Anziehungskraft auf mich aus.

Am liebsten würde ich jetzt hingehen und mit meinen Fingerspitzen über das glatte Metall fahren, die Kettenglieder aneinander klingen lassen.

Ich fühle direkt wie die anfängliche Kälte des Edelstahls in Wärme übergeht durch die Berührung meiner Haut, bis ich schließlich das Gefühl habe sie verbrennt mich...

Ich spüre, wie alleine durch die Gedanken mein Atmen schneller wird, sich meine Mitte zusammenzieht. 

Ich sehne jetzt nur noch den Abend herbei, wenn mein Herr mich in diesen Raum führt und ich dann ganz real nur noch fühlen darf.

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Katika

Förderer.

09.01.2021 um 11:28 Uhr

Meister Y Klasse!

Wirklich toll die Gedanken, die Deinem Protagonisten so durch den Kopf gehen. Sehr anschaulich geschrieben. Das hat mir mehr als ein Schmunzeln entlockt.

Da bist du mir zuvor gekommen. Jetzt mache ich ihr doch meine Gedanken, ob ich nicht völlig am Thema vorbei geschrieben habe?

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Knurrwolf

Autor.

09.01.2021 um 11:33 Uhr

Jona Mondlicht Dieses Jahr wird nicht mit Übungen gespart wie es aussieht. Das ist diesmal (zumindest für mich) eine ernsthafte Herausforderung. Vielen Dank dafür.

Meister Y Du startest gleich mit einem kleinen Krimi, sehr amüsante Umsetzung in jedem Fall.

Katika Ein schön sinnlicher Einstieg für Sub, wenn sie zum ersten Mal das Spielzimmer zu Gesicht bekommt. Sehr schön beschrieben.

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Knurrwolf

Autor.

09.01.2021 um 12:02 Uhr

Ich hab mal was versucht, bin aber nicht sicher ob ich der Thematik Herr geworden bin ...

Die Einrichtung des Raumes ist vom Feinsten, da kann man nichts sagen. Was für Fehler ich ihm auch vorwerfen kann, er ließ sich nicht lumpen. Wenn ich nur an den Preis für die Möbel denke, wird mir schon schwindelig. Vermutlich ist nicht mal die Hälfte davon aus einem Katalog, sondern wurde nach seinen Wünschen hergestellt. Die Mühe dahinter kann ich ja nachvollziehen, das gehört schließlich dazu, aber der Wert dieser Stücke lässt mich unwillkürlich an meine letzten Kontoauszüge denken. Vom Rest der Schatzkammer einmal ganz abgesehen.

Auf dezent positionierten Regalen mit gläsernen Türen präsentiert sich eine Menagerie an Spielzeugen, von denen Normalsterbliche nur träumen würden. Und zwar im wahrsten Sinn des Wortes, weil wir sie uns nicht leisten könnten. Ganz zu schweigen davon, dass mir bei einigen exotischeren Stücken die Fantasie fehlt, um deren Einsatzmöglichkeit zu ergründen. Die Mischung aus schimmerndem Edelstahl und edlen Kunststoffen lässt mich unwillkürlich an Läden denken, bei denen es keine Preisschilder gibt. Und wo einem der Verkäufer dezent darauf hinweist, dass man hier falsch sei, wenn man auch nur danach fragen würde.

Aber gut, er war immer schon bestrebt gewesen, nur das beste zu wollen. Schon damals, als wir noch Kinder waren, gab er sein Geld nicht für irgendwas aus. Er überlegte, sparte und gönnte sich dann das Bestmögliche. Eine Einstellung die ich nachvollziehen kann, jetzt als Erwachsener. Allerdings kreisen meine Gedanken meist um den goldenen Mittelweg aus wollen und können. Was will ich mir leisten und was kann ich mir leisten. Wenn ich mich hier so umsehe, scheint er jedoch wieder seinen Weg gegangen zu sein, bei dem das Wollen überwog. Doch das Schlimmste daran wartete nicht in diesem Raum, sondern im Wohnzimmer. Dort würde ich der Anwältin meines Cousins gegenübertreten und sie würde mir den Schlüssel für seine Wohnung und seinen Dungeon übergeben.

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Jona Mondlicht

Autor. Lektor. Teammitglied.

09.01.2021 um 12:04 Uhr

Meister Y: Das war eine superschnelle Reaktion. Schön, dass Du am Ende sogar noch eine überraschende Wende eingebaut hast. Ich finde, die Gedanken des Protagonisten sind gut nachvollziehbar.

Schreibfehlerchen wollen wir in den Übungen nicht peinlich genau herauspicken, das ist nicht Zweck der Übung - trotzdem ein kleiner Hinweis, weil mehrfach passiert: Schau Dir nochmal den Unterschied zwischen "dass" und "das" an. "Dass es sowas wirklich gibt."

Katika: Auch Du hast sehr schnell losgelegt mit dem Schreiben. Schön - schließlich geht es ja darum, in den Schreibfluss zu kommen. Allerdings ist Dir gelegentlich aus dem Fokus geraten, dass der Text die Gedanken des Protagonisten wiedergeben sollte. Solche Feststellungen wie "Meine Augen werden immer größer" passen dann nicht so ganz (es sei denn, er steht vor einem Spiegel und bemerkt das an sich selbst). Trotzdem hast Du sehr gut beschrieben.

Viele Grüße

Jona

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Jona Mondlicht

Autor. Lektor. Teammitglied.

09.01.2021 um 12:08 Uhr

Knurrwolf:

Noch so ein Schnellschreiber. Gut gemacht! Der Thematik bist Du tatsächlich gerecht geworden, warum nicht? Obgleich Dir an wenigen Stellen dann doch die Bindung an die Gedanken des Protagonisten entglitten ist, vor allem im letzten Absatz ("Doch das Schlimmste daran wartete nicht in diesem Raum" - das kann der Protagonist in diesem Moment unmöglich denken).

Viele Grüße

Jona

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09.01.2021 um 13:03 Uhr

Ich habe auch einmal Lust mitzumachen. Also versuche ich mein Glück und hoffe, dass ich mich an jede Vorgabe halte.

Obwohl ich nicht weiß, was mich erwartet, scheinen meine Beine unendlich schwer. Alleine der Schritt in den Raum herein, kostet mich einiges an Bemühungen und starr ist mein Blick auf den Boden geheftet. Ich bin mir nicht sicher, ob ich sehen will, was für Geheimnisse dieser Raum birgt. Es könnte dafür sorgen, dass ich es mir anders überlege - dass ich Tobi doch nicht das geben kann, was er sich sehnlichst wünscht.

Trotzdem setzte ich noch einen Fuß vor den anderen, lasse die Tür hinter mir. Graue Fliesen. Das ist gut, denn es ist Normalität. Ich schließe die Augen, atme tief ein und rieche das Leder. Und mit diesem Geruch steigt meine Neugier. Noch einmal gehe ich tief in mich und beschließe, offen an die Sache heranzugehen. Schließlich sollte ich mich nicht sofort verschließen und so hebe ich den Blick, sehe das erste Mal sein Spielzimmer. Ein riesiges Kreuz an der gegenüberliegenden Wand springt mir sofort ins Auge. Es besteht aus hellem Holz und selbst von hier aus, kann ich die kleinen Risse darin erkennen. Aber das ist es nicht, was mir den Atem raubt, sondern die Fesseln daran. Alleine der Gedanke, dass ich da hängen soll - komplett ausgeliefert - lässt eine Gänsehaut entstehen. Aber diese ist nicht unbedingt negativ, sondern gibt mir den Mut mich weiter umzugucken.

Ich sehe die ledernen Peitschen und nun weiß ich, woher der Geruch kommt. Die Ordnung, wie diese aufgehangen sind, lässt mich schmunzeln. Typisch Tobi. Alles muss seinen Platz haben, alles soll schnell erreichbar sein. Und der Gedanke an ihn reicht und ich weiß, dass ich es tun werde – dass ich versuchen werde, mich dieser Sexpraktik zu öffnen. Als ob mein Körper nur darauf gewartet hat, erfüllt mich ein freudiges Kribbeln. Ich bin bereit für das Unbekannte – bereit neue Wege zu gehen.

So? Ich hoffe, das passt so. :) Entschudigt, falls ich komplett vorbei bin, bin neu und gerade erst dabei, mich richtig zurecht zu finden.

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Knurrwolf

Autor.

09.01.2021 um 13:06 Uhr

Jona Mondlicht Danke für das Kommentar, die Vorgabe ist wirklich herausfordernd und ich dachte mir schon, dass da noch Ecken und Kanten sind. Aber dafür gibt es ja einen zweiten Versuch.

schwarzer Schmetterling Also die Umsetzung ist doch gut geworden.

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