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'Ein folgenreiches Missgeschick - oder: Die unerwarteten Abenteuer des Arnold B.' von Volker

Bezieht sich auf die BDSM-Geschichte 'Ein folgenreiches Missgeschick - oder: Die unerwarteten Abenteuer des Arnold B.'.

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Schattenzeilen

Autorin. Teammitglied.

Ein folgenreiches Missgeschick - oder: Die unerwarteten Abenteuer des Arnold B.

von Volker

Arnold wird durch ein Missgeschick zum Ziel der Begierden. Von Katharina, einer Frau, die gerne herrscht und bestimmt. Von Sonja, die von ihr lernt und ihr mit leidenschaftlichem Enthusiasmus nacheifert. Von Bärbel, einer Kundin mit besonderen Ansprüchen zwischen Strafvollzug und Verwöhnung. Und so wird Arnold zum Opfer, zum Baumeister, zum Liebhaber, Diener und Erfüller, vor allem aber zu jemandem, der das ihm angebotene Leben zu genießen lernt.

Die BDSM-Geschichte lesen: Ein folgenreiches Missgeschick - oder: Die unerwarteten Abenteuer des Arnold B. von Volker

Nachtasou

Autor.

17.05.2020 um 01:22 Uhr

Bester Volker,

 

in 15.000 Worten geht es auf ein seliges Happy End zu, aber das will erst noch verdient sein, weshalb Arnold vorher noch ein VHS-Kurs in Sachen bdsm belegen muss.

Als ich das Vorwort las, dachte ich, „oh je, betulich“, und dann habe ich bis zum Schlusspunkt alles gelesen. Obwohl alles Erwartbare auch eintritt, habe ich mich keine Sekunde lang gelangweilt.

Da mich das wunderte, will ich meine Eindrücke schildern, Volker:

Zunächst freute es mich, auf eine lange Geschichte zu stoßen. Die Ressourcen werden ja auch in der Kultur künstlich verknappt.

Ich habe gelesen, so wie ich früher jährlich drei Nüsse für Aschenbrödel angesehen habe. Alles ist bekannt. Sogar die Filmmusik ist ein Ohrwurm.

Dein Text ist aus der Zeit gefallen. So wie der Videorekorder im Text, damals noch Luxus, seit einigen Jahren überhaupt nicht mehr produziert wird.

Du schilderst tatsächlich Jungmänner-Phantasien von 1975. Deshalb hast Du vielleicht auch das Vorwort so verfasst, obwohl es dramaturgisch gar keines bedurft hätte. Die Reminiszenz findet beim Leser seinen Widerhall. Aber vielleicht nicht bei den Jüngeren. Das Wort Zögling ist so Old-Fashioned, und Jungfrau ist Arnold auch noch. Auch wenn er schon den Kerl mimt, sehnt er sich in seinem Alter nach der exotischen Nachbarin mit Erfahrung, die ihn sich zur Brust nimmt.

Der Text ist durch und durch nostalgisch und von pubertärer Romantik, dass einem warm ums Herz wird. Dein Text ist … BDSM-Klassik?

Inzwischen sind bereits Jahrzehnte vergangen. Das eine Thema hast Du völlig umschifft, es fehlt: Wie kommt der Arnold dazu, ohne das Akronym BDSM zu kennen, sich einfach so zu fügen. … Tja, auch das geht in diesem Alter, wo noch alles möglich ist in der Phantasie, weil die Realität noch Zukunft ist.

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Volker

Autor.

17.05.2020 um 09:39 Uhr

Lieber Nachtasou,

vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich, dass Du dir zu so später Stunde noch die Mühe gemacht hast, deinen Kommentar zu verfassen.

Ganz besonders freue ich mich, dass bei der Lektüre meiner kleinen Erzählung keine Langeweile aufgekommen ist. Ich habe da immer den seligen MRR im Ohr, der da sagte: "Ein Buch darf alles sein, nur nicht langweilig!"

Ich habe den Text bewusst in einer etwas altmodischen Sprache verfasst und nehme gerne in Kauf, dass sie nicht jeder versteht. Wessen Aufmerksamkeitsspanne nicht über eine Twitternachricht hinausgeht, gehört sicher nicht zu meiner Zielgruppe.

Manche Dinge reifen langsam. Diese Erzählung ging mir schon sehr lange im Kopf herum, ich habe mich aber nie richtig daran gewagt. Es war Jona, der mich anlässlich einer Schattenzeilen-Lesung im Waldblick ermuntert hat, den Text niederzuschreiben. Vielen Dank dafür.

Nostalgisch und voll pubertärer Romantik, das trifft es. Genauso ist der Text auch gemeint.

Du wirfst eine interessante Frage auf: "Wie kommt der Arnold dazu, ohne das Akronym BDSM zu kennen, sich einfach so zu fügen."

Ich selbst habe das Akronym BDSM erst Zwanzig Jahre nach den beschriebenen Ereignissen kennengelernt. Ich habe mir in dem Alter damals keine Gedanken darum gemacht, ob es für meine Neigung eine Bezeichnung gab. Sicher taucht irgendwann die Frage auf: "Warum mache ich das eigentlich?" Ich habe selbst viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte gebraucht, um Ursache und Entwicklung meiner Neigung zu verstehen. Ich glaube, Arnold in dieser Erzählung fragt nicht nach dem warum, weil er noch nicht soweit war.

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Nachtasou

Autor.

17.05.2020 um 12:49 Uhr

geändert am 17.05.2020 um 12:54 Uhr

Volker

vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich, dass Du dir zu so später Stunde noch die Mühe gemacht hast, deinen Kommentar zu verfassen.

Das war keine Mühe, Volker. Dein Text hat einige Gedanken in mir wachgerufen gehabt, und dafür habe ich zu danken und nicht umgekehrt.

Mir fiel ein, dass auch ich, und vielleicht auch viele andere, so etwas wie lebenslange Geschichten im Kopf in sich tragen, die aus frühen Phantasien stammen, und die sich variiert durch das ganze Leben schlängeln.

Das sind keine Plots im literarischen Sinne. Sondern einfache "Sets".

Ich find sie so wertvoll, weil sie am Anfang des sexuellen Erwachen stehen. Vor dem sogenannten Erwachsen werden. Und da ist so viel unverbrauchte Naivität noch darin. In der Musik ergibt das die schönsten Melodien: einfach, unverwüstlich, ohne Theorie, ohne Einschränkungen, ohne Verstellung ...

Ich weiß nicht, ob die Inhalte in Deinem Text schon so weit zurückreichen. Mir scheint es so. Und Du deutest an, dass daraufhin ja noch mühevolle Jahrzehnte vor dem Arnold liegen. Weil wir evtl fast zur gleichen Generation gehören, meine ich zu ahnen, was Du damit meinst.

Das ist ein schönes Ergebnis, wenn Du auf einer Lesung den Impuls bekommen hast, Dich auf die Bühne zu stellen damit. In Deinem Profilbild bist Du mit Gitarre zu sehen, ... also ran an die Saiten und Seiten! 

Gestern hab ich auch das Interview mit Poet gelesen. Und er äußert sich interessant zum lebenslangen Lesen und Schreiben.

Das wird nie durch andere Medien ersetzt werden können, so groß die Verführung auch sein mag. Trotz Netflix & Co mit ihrer Bilderwucht wird in Texten wie Deinem auf einer noch ganz anderen Tonlage in Resonanz versetzt. Mach das weiter so, Volker. Das ist Empowerment und Bollwerk gegen Passivierung, Konsumsklaverei und Biografieraub im Gewand von Expertentum.

So wie man für Musik auch nicht unbedingt drei Tenöre in der Mailänder Scala im Fernsehen braucht, sondern drei Akkorde im Wohnzimmer gegebenenfalls reichen *g. Zumindest ist das was eigenes.

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dienerin

Autorin.

17.05.2020 um 19:36 Uhr

Eine sehr schöne und sehr sinnliche Geschichte durfte ich gerade lesen. 

Danke. 

Sie war locker und leicht geschrieben. 

Vorstellbar.

Und einfach schön

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18.05.2020 um 08:24 Uhr

Gruß, Volker, eine saftige Geschichte hast du geschrieben, konzentriert auf das Thema BDSM ohne Drumherum, dabei viele Techniken in lustvoller Art beschreibend und nie den emotional-fürsorglichen Bereich verlassend, immer sprachlich in gutem Fluss ohne Ärgernis und ohne Anpassung an hippe Trends, ganz ruhig und  diszipliniert durchgearbeitet, und so denke ich, dass du dir selbst eine Geschichte geschrieben hast, die den zeitgeistlichen Datenmüll ruhig und ausführlich aussitzt und, was noch gut daran ist, du hast sie öffentlich gemacht, so dass ich sie lesen und mich daran freuen konnte.

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Meister Y

Autor. Fördermitglied.

19.05.2020 um 11:32 Uhr

Lieber Volker, das nenne ich mal Urlaubslektüre . So ein wenig kommt man sich vor, als wenn man im einem klasse gemachten Vintage-Porno blättern darf.

Ohne das einem die Idee käme, mit dem Lesen aufhören zu wollen, beschreibst Du nicht nur die Welt vor 45 Jahren, nein, auch Deine drei Protagonisten so, dass man tatsächlich ein Bild vor Augen hat. Fast schon detailverliebt, trotzdem immer sprachlich gewand, malst Du wundervolle BDSM-Bilder, die den lernenden Arnold wirklich fordern. „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ ging mir beim Lesen mehrmals durch den Kopf. Die Frage warum er sich das antut, habe ich mir erst ganz am Ende gestellt. Jugendliche Neugier, der Reiz des Unbekannten, ewig lockt das Weib? Egal Arnold erträgt, Arnold handelt, Arnold wird verführt und verführt selbst, verliert gar seine Jungfräulichkeit. Alles, aber wirklich alles passt in die Zeit, man hat Bilder der Vergangenheit vor Augen, ganz toll. Selbst die Heimlichkeit, des zu der Zeit noch verruchten Gewerbes kann man erahnen.

Danke für wunderbare Lektüre an einem Sonnenvormittag, weiter so!

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Volker

Autor.

19.05.2020 um 20:13 Uhr

Vielen lieben Dank, dienerin, Hans Bergmann, Meister Y

für eure freundlichen Kommentare. Die Erzählung ist lange gereift und ich habe in diesen Wochen die Zeit und Muße gefunden sie aufzuschreiben. Mit BDSM Geschichten habe ich mich bisher sehr schwer getan. Ich wollte die Geschichte so niederschreiben, dass ich sie selbst gerne lesen würde. 

Die Frage wurde jetzt mehrmals gestellt: Warum tut Arnold sich das an, warum macht er das mit? Es gibt einen Grund, er hätte diese Frage mit 19 Jahren aber nicht beantworten können. Ich habe darüber nachgedacht, das zu thematisieren, das wäre aber dann in eine Richtung gegangen, die mir nicht behagte.

 

Ich wollte die Geschichte lieber heiter und romantisch halten, aber trotzdem den Fokus auf die Nöte, Peinlichkeiten und Verletzlichkeit junger Männer richten. Gerade in einer Zeit, in der Männlichkeit mit medialer Brachialgewalt als toxisch hingestellt wird.

Ich freue mich sehr, dass sie euch gefallen hat.

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hanne lotte

Autorin. Teammitglied.

23.05.2020 um 11:52 Uhr

Arnold ist ein Glückspilz. Er ist in die Geschichte gefallen oder besser gesagt gestolpert; er hat den Apfel genommen und abgebissen. Er hat das triste Paradies verlassen, doch dabei seine Unschuld nicht verloren.

Er ist im BDSM gelandet ohne über Schubladen oder Etiketten sich den Kopf zu zerbrechen. 

Lieber Volker, du beschreibst die Verführung dieses jungen Mannes so unaufgeregt und fast beiläufig; diese offene Neugier, völlig frei von Hintergedanken, hat mich fasziniert. Deine klare unverschnörkelte Sprache entspricht dem Naturell des Jungen. Er ist so ohne Arg.

Ich bin mir gar nicht sicher, ob Arnold tatsächlich seine Neigung entdeckt hat, vielleicht wäre er in jedem anderen Kontext auch glücklich geworden. Er wirkt insgesamt so zufrieden vergnügt.

Wahrscheinlich ist es weniger der Rohrstock als vielmehr die klare Hierarchie, mit der Frau Katharina ihr Süßes Früchtchen an sich bindet. Er lässt sich gern im Strom ihrer wohlwollenden Entscheidungen treiben.

Das ist dann auch die kleine Schwäche der Geschichte, die aber zu ihrem Glück und der Leserin tiefer Bewunderung rechtzeitig endet, bevor sie sich in einer Endlosschleife aus Zufriedenheit verliert.

Danke für Pose eins

hanne

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23.05.2020 um 13:01 Uhr

Mal wieder habe ich den Fehler begangen, eine Geschichte und die kunstvoll formulierten Meinungen zu lesen. Kann mich den positiven Kommentaren nur anschließen und die für das Lesevergnügen danken. Es genauso elegant zu beschreiben, wie gut ich deine Geschichte finde: da muss ich passen.

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