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Ist die BDSM-Welt eine Zwei-Klassen-Welt?

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Devana

Autorin. Teammitglied.

20.07.2006 um 11:30 Uhr

Hallo, liebe Forenleser!

Immer wieder fällt mir auf, dass in der BDSM-Welt zwei Welten zu existieren scheinen. Zwischen diesen Welten kommt es oft zu Unverständnis, manchmal sogar zu Intoleranz oder man belächelt sich gegenseitig. Auch ich selbst erwische mich da ab und an dabei. Bestenfalls denkt man sich dann oft "jedem das seine, mir das meine".

Von was ich spreche?

Es gibt meines Erachtens zwei unterschiedliche Arten, in der BDSM-Welt zu leben. In den Extremformen meine ich damit die feste Liebesbeziehung auf der einen Seite und die lockere Spielbeziehung auf der anderen Seite. Es gibt zwar Abstufungen, wie z.B. eine feste Spielbeziehung, aber so generell scheint es da diese beiden Richtungen zu geben.

So ist mir selbst immer wieder ein wenig unverständlich, wie man eine BDSM-Beziehung egal welcher Art, ohne Liebe führen kann. Oder wie man sich z.B. einfach mal so für eine Nacht oder auf einer Party jemand anderen hingeben kann. Mir würde da ein wesentlicher Bestandteil in einer Session fehlen. Bzw. ich gehe sogar so weit, dass ich den Dom in dem Fall lediglich als einen Erfüllungsgehilfen betrachten würde. So könnte ich mir höchstens auch vorstellen, dadurch meine masochistischen Bedürfnisse zu stillen, niemals jedoch meine devoten.

Und so ertappe ich mich manchmal schon dabei, wie ich schon beinahe auf diese Menschen hinabblicke oder sie sogar bemitleide, weil sie meines Erachtens nie eine solche Gefühlstiefe erleben, wie ich sie empfinde.

Umgekehrt habe ich aber auch schon das selbe erlebt, weil mein Leben von vielen als stinklangweilig empfunden wird. Seit 13 Jahren den selben Partner und nie mit jemand anderen in die Kiste gesprungen (um es mal lapidar auszudrücken). Und mit diesem Partner habe ich bei weitem nicht so viel erlebt, wie manch anderer, weil wir eben zu 99% eine ganz "normale" Vanillabeziehung führen.

Hier auf den tummeln sich sehr viele Leute, die ebenfalls eher der Kategorie "Liebesbeziehung" angehören. Nicht alle haben eine, aber es ist jedenfalls die Wunschvorstellung von vielen. Leute der Kategorie "Spielbeziehung" fühlen sich hier hingegen oft nicht so wohl, was ich auch verstehen kann. Selbst die Geschichten hier gehen eindeutig in diese Richtung.

Wie seht ihr dieses Thema? Und belächelt ihr auch ab und an die andere Seite.... mal ganz ehrlich?

Oder gibt es hier auch Leute, die von der einen zur anderen Seite hinübergewechselt sind? Ich kenne eine solche Person, die von der Spielseite zur Liebesseite hinübergewechselt ist und mir mal erzählte, dass sie uns früher gar nicht verstehen konnte, aber nun umso besser.

Würde mich über ein paar Stimmen freuen.

Liebe Grüße,

devana

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Wolke Safini

Autorin.

20.07.2006 um 11:44 Uhr

Ich bin auch ein Fall der Liebesbezhiehungen. Vor meinem jetzigen Partner hatte ich zwei Männer, die mit BDSM absolut gar nichts am Hut hatten, ich bis zu dem Zeitpunkt allerdings auch nicht - jedenfalls nicht bewusst, denn als ich bei Nummer 1 versuchte, eine Kerze über ihm zu träufeln, während er verbundene Augen hatte, wird mir heute klar, dass das meine "ersten Anfänge" waren.

In meiner zweiten Beziehung rutschte ich in ein Abhängigkeitsverhältnis - ich von ihm. Das liegt mir überhaupt nichzt, und deswegen war das nur Kurzweil.

Meinen Knuffel habe ich bei einer lesereihe kennengelernt, und er las seine BDSM-lastigen Gedichte. Ich wusste also vobn Anfang an, worauf ich mich da einlasse. Trotzdem, oder gerade deswegen, habe ich so lange um ihn gekämpft, bis es auch bei ihm gefunkt hat. Und erst, als die junge Liebe gefestigt war, haben wir uns zaghaft in Richtung BDSM bewegt. Ich überlegte, ob das was für mich wäre - ich bejahte - und probierte aus. Aus dieser ersten Session ist meine Geschichte "Gesündigt" entstanden.

Nach und nach hat er mich in die weite Welt des BDSM eingeführt, und ich begann zu entdecken und zu erforschen, sogar weiter, als mein Knuffeltier es manchmal wollte. Aber bei allem Anreiz, den mir bzw.uns der BDSM bietet, achten wir peinlichst genau darauf, dass Gefühle wie Liebe, Hingabe auf beiden Seiten (!), Zuneigung, vertrauen und Leidenschaft NIE zu kurz kommen. Auch wir haben mal Vanillasex, wo wir einfach nur kuscheln. Wir führen keine Nur-SM-Beziehung, auch wenn ich eher öfter als selten den Ton angebe. Aber wenn wir nichts füreinander empfinden würden, wäre BDSM unmöglich!

Insofern sehe ich reine Spielbeziehungen als Erweiterung des Horizonts zwqar schon als andere Stufe des BDSM an, aber ich akzeptiere sie und bin nicht dagegen abgeneigt, auch andere Erfahrungen zu machen. Ich könnte so zum Beispiel Erfahrungen machen, die die Tabus meines Knuffels brechen würden, ich gerne aber einmal ausprobieren würde. Insofern hast du es gut formuliert, devana, indem du es als "Erfüllungshilfe" bezeichnest. Nichts anderes halte ich von solchen Beziehungen.

Liebe Grüße

Wolke

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"Das Herz stirbt einen langsamen Tod. Wirft Hoffnung auf Hoffnung, bis nichts mehr übrig ist. Keine Liebe - nichts." (Die Geisha)

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sapira

Autorin.

21.07.2006 um 13:03 Uhr

geändert am 21.07.2006 um 13:04 Uhr

Also ich belächle weder die eine noch die andere Seite. Ich bin in diesem Jahr 29 Jahre verheiratet, hab eine normale Beziehung geführt und erst vor ca. 2 1/2 Jahren meine BDSM Neigung entdeckt. Mein Mann hat mich während unserer Trennungszeit mal gefragt, ob denn alles, was zwischen uns war eine Lüge oder falsch gewesen sein...auf keinen Fall! Die Zeit mit ihm war echt und gut! Jetzt ist etwas anderes dran.

Grade wegen meiner Vergangenheit kann ich sehr wohl beides akzeptieren.

Zum Thema Liebe: ich denke, devana, da halte ich es ähnlich wie du, wirklich devot kann ich nur bei einem Mann sein, den ich liebe, dem ich zutiefst vertraue.

Meine erste SM Beziehung ging leider daran kaputt, dass ich aus vollem Herzen liebte und er das ganze als eine Spielbeziehung ansah! Hat gedauert, bis ich meine Hoffnung aufgeben konnte, aber ich habs geschafft!

Ich habe inzwischen 'gelernt' dass ich sehr wohl eine(aber nur kurzfristige)sexuelle Beziehung eingehen kann...aber sie bringt mir nicht viel. Meine Sehnsucht ist eine andere!

sapira

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Profil unsichtbar.

Gelöscht.

22.07.2006 um 10:27 Uhr

Die BDSM-Welt is wie die wirkliche Welt eine Vielzahl von Mikro-Welten. 24/7, TPE/ Spielbeziehung, Beziehung mit BDSM Elementen usw. Ich habe grundsaetzlich keine Probleme, mit jemandem in einem Club zu spielen, von den grundsaetzliche Sympathieschwierigkeiten einmal abgesehen. Allerdings wuerde ich nicht dieselben Dinge machen, wie mit meiner Partnerin. Es waere in jedem Fall mehr oberflaechlich. Ich kenne viele, die in einer festen Partnerschaft sind, aber dennoch mit anderen spielen. Jeder so wie es ihm gefaellt ist meine Einstellung. Ich muss es nicht gut finden, aber wenn es den zwei anderen Spass macht...

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Honey

Autorin.

02.08.2006 um 20:13 Uhr

Hallo Devana,

ich glaube nicht, dass man hier eine Definition für 1. und 2.Klasse abgeben kann.

Ich für meinen Teil lasse an meine kleine Maso-Seele nur meinen herzallerliebsten Spieler ran. Obwohl ich da früher auch schon mit Schnellschüssen geglänzt habe. Die einen mit absolutem herrlichen Nachgeschmack (hallo Herr Müller ) - die anderen mit etwas irritierten Rückblick meinerseits. Ok - who cares. Es waren auf jeden Fall Erfahrungen, die es wert waren, dass ich sie gemacht habe. Wenn ich heute alleine wäre, wäre das kein Grund, dass ich mich nicht auf eine Spielbeziehung einlassen würde.Ich wüßte nur ganz genau, was ich für Erwartungen an meine Spielbeziehung habe. Ob die dann erfüllbar wären, ist eine andere Frage. Aber ich würde es nicht als zweitrangig oder zweitklassig ablehnen.

Meine Sado-Seele ist da auf jeden Fall absolut flexibel. Nur weil ich den Mann, den ich schlage, nicht in einer Liebesbeziehung mit mir vereine, bedeutet dass nicht, dass ich mich weniger auf ihn konzentrieren würde. Im Gegenteil, die absolute Aufmerksamkeit ist gefordert. Wenn ich haue soll es Spaß machen. Und zwar auf beiden Seiten.

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raubritter Uhl

Vereinsmitglied.

31.08.2006 um 23:53 Uhr

geändert am 01.09.2006 um 00:03 Uhr

Hallo,

ich denke wenn man in einer Beziehung lebt (und liebt) in der man seine SM-Neigung nicht ausleben kann, dann kann eine Spielbeziehung unter Umständen was Gutes sein.

Vorausgesetzt der oder die Partner oder Partnerin weis davon und ist einverstanden. Bevor einer dem andern immer mit seinen unerfüllten Sehnsüchten auf den Wecker geht, und/oder unglücklich ist weil ein Teil seiner Sexualität und seiner Neigungen unerfüllt bleiben.

Aber ich denke wirkliche Erfüllung kann es nur in einer Liebesbeziehung geben bei der jeder seine SM-Neigungen einigermaßen, oder auch ganz ausleben kann.

Ich würde aber deswegen niemand komisch anschauen der nur eine Spielbeziehung hat. Das kann man/frau sich nicht immer aussuchen - leider.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen das ich, seit meine Frau auch ihre Begeisterung für SM entdeckt hat, ein zufriedenerer und glücklicherer Mensch geworden bin. Ich wünsch allen die ihre SM-Neigungen in ihren "normalen" Beziehungen

nicht ausleben können, dass es irgendwann doch noch klappt.

Das braucht manchmal viel Geduld (bei uns hat das über 20 Jahre gedauert.)

In diesem Sinne - seid tolerant - und freut euch über jeden der seine versteckten Neigungen endlich entdecken durfte.

Uhl

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Ein Raubritter schreckt vor keiner Unbill zurück!

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Wolke Safini

Autorin.

10.09.2006 um 19:00 Uhr

Ich werde auch unheimlich oft angefragt, ob ich nicht die virtuelle oder reale Ersatz-Domina eines Sklaven sein möchte. Sogar aus Italien kam eine Anfrage... Ich lehne meist ab, denn wenn ich SM erleben will, soll da Gefühl dabei sein. Als Sub könnte ich mich nie fallen lassen, wenn ich mein Gegenüber nicht liebe.

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"Das Herz stirbt einen langsamen Tod. Wirft Hoffnung auf Hoffnung, bis nichts mehr übrig ist. Keine Liebe - nichts." (Die Geisha)

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Profil unsichtbar.

Gelöscht.

18.11.2006 um 17:01 Uhr

Ich kann nur für mich sprechen, andere sehen das bestimmt anders, und haben dafür Gründe.

Ich kann beides nur verbinden, also feste Beziehung und BDSM gehören bei mir zusammen. Im Vordergrund steht dabei die Beziehung, BDSM ist quasi nur das Schmakerl oder Tüpfelchen auf dem i. Ich hatte mich bisher nur einmal ohne Gefühl für den Anderen mit jemandem getroffen, und habe festgestellt, daß ich damit nichts anfangen kann. Hinterher war ich sogar eher noch irritiert.

Allerdings stellt sich die Frage für mich eh nimmer. Ich lebe glücklich und zufrieden in einer tollen Ehe, in der sowohl Vanilla als auch BDSM eine Rolle spielt.

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macsa

Autorin.

23.11.2006 um 09:05 Uhr

geändert am 23.11.2006 um 09:07 Uhr

Warum auf jemanden herabschauen, der ganz einfach nur verwirklicht, was er für sich persöhnlich als richtig und gut empfindet? Für mich ist die Liebe das Wichtigste bei allem was ich tu oder lasse. Ein anderer Mensch will vielleicht einfach seine Leidenschaft leben. Leider ist das Leben oft auch nicht so wie wir es gern hätten. Eine Liebesbeziehung kommt ja nicht einfach zustande, nur weil man es sich wünscht. Das einzige Problem, daß ich seh ist, daß die körperliche und geistige Unversehrtheit jedes Menschen gewährleistet sein muß und das ist eventuell leichter zu erreichen, wenn man sich gut kennt. Ansonsten, denk ich, muß jeder das suchen, was ihn persönlich glücklich macht.

Fallen lassen...

Wiederstand

fällt

eine Mauer

Lich fällt ins Bewußtsein

grenzenlos

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Omnia vincid amor

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