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Erniedrigung und Demütigung im BDSM-Kontext

Bezieht sich auf die Abstimmung 'Erniedrigung und Demütigung im BDSM-Kontext'.

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Schattenzeilen

Autorin. Teammitglied.

Erniedrigung und Demütigung im BDSM-Kontext

Verbale Erniedrigungen, Ohrfeigen, aufgezwungenes Verhalten, Lächerlichmachen: Häufig wird psychischer Schmerz im BDSM-Bereich von gezielter Demütigung erzeugt. Wie ist das bei Dir? Was hältst Du von solchen Erniedrigungen?

Zur Abstimmung: Link

08.01.2019 um 21:59 Uhr

Ich hätte gern noch Punkt eins angeklickt.

Bei der Anwendung von Erniedrigungen sprechen wir uns vorher ab, wie bei anderen Dingen auch.

Grenzen können sicher getestet und gedehnt werden.

Die Erniedrigungen müssen außerdem nicht nur von Sub ertragen werden. Auch Dom kann es Überwindung kosten, das einer geliebten Person anzutun.

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Devana

Autorin. Teammitglied.

08.01.2019 um 23:51 Uhr

Ich akzeptiere ("mögen" möchte ich in diesem Zusammenhang nicht schreiben) bestimmte Erniedrigungen. In meinem Falle die non-verbalen. Verbale Erniedrigungen finde ich schwierig. Entweder sind sie nur "im Spiel" gesagt und dann kann ich sie nicht ernst nehmen, da sie eben nicht ernst gemeint sind oder sie sind ernst gemeint und dann müsste ich sie persönlich nehmen und damit könnte ich nicht umgehen.

Erniedrigungen, die aus Handlungen bestehen, helfen jedoch recht effektiv, mich an meinen Platz - also nach unten - zu bringen.

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Schattenwölfin

Autorin. Teammitglied. Vereinsmitglied.

09.01.2019 um 06:13 Uhr

griche

Die Erniedrigungen müssen außerdem nicht nur von Sub ertragen werden. Auch Dom kann es Überwindung kosten, das einer geliebten Person anzutun.

Ganz wichtiger Satz, finde ich!

Bedankt.

Wölfin

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Wo Liebe ist, ist Lachen.

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Mai

Autorin.

09.01.2019 um 10:29 Uhr

geändert am 09.01.2019 um 10:31 Uhr

Heikle Sache. Eigentlich kaum lösbar, weil was mir Spaß macht, erniedrigt mich nicht. Und was mich erniedrigt, macht mir keinen Spaß.  Körperliche Erniedrigung macht mir Freude. Also erniedrigt es mich nicht. Bei der verbalen bin ich empfindlich. Problemlos kann man „liederliche Schlampe, streckst deinen Arsch auch jedem hin“ sagen. Das finde ich erregend. Weil es absoluter Schmarrn ist, ich bin so treu wie eine Nonne ihrem Herrn Jesu.  Ist also nur lustiges Bühnengeflüster, was zu lustvollem Szenenapplaus führt.  

Man könnte mich aber auch tatsächlich erniedrigen, indem man mich mit echten Schwächen drangsaliert. Da werde ich aber sofort ausgesprochen unsexuell psycho. Und erotisiere das auch nicht im Nachhinein. Deshalb funktioniert Erniedrigen nicht so wirklich bei mir.

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09.01.2019 um 11:30 Uhr

Mai

Heikle Sache. Eigentlich kaum lösbar, weil was mir Spaß macht, erniedrigt mich nicht. Und was mich erniedrigt, macht mir keinen Spaß. 

Es kommt doch auf die Situation an. 

Wenn er mir außerhalb des Ganzen mitten im Supermarkt völlig zusammenhanglos irgend etwas demütigendes sagen oder antun würde, hätte sicher er keinen Spaß mehr dran! 

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Tek Wolf

Autor.

11.01.2019 um 12:13 Uhr

Es gibt keine klare Grenze für Demütigungen, denn, wie schon in den Optionen angedeutet, operiert ein SM-Spiel immer mit einem Machtgefälle. Im BDSM-Erotischen Kontext verwandelt sich vieles ins Gegenteil. Schmerz wird zu Lust, Fesseln zur Befreiung und Erniedrigung zu etwas Erotischem. Der Ton macht die Musik. Es ist immer eine Gratwanderung, aber wenn man ein Gefühl füreinander und die Situation hat, kann es eine sehr erhebende Erfahrung sein. Am besten ist eine "liebevolle Erniedrigung". Ergibt dieses Oxymoron einen Sinn? Wenn das Spiel als solches Offensichtlich ist und die Fürsorge klar zu erkennen, trotz der harschen Worte. Ich hatte schon eindeutig sehr schöne Erlebnisse damit. Aber man muss offen sein. Die Antennen ausgestreckt. Das gilt für beide. Im Demütigungsspiel sind Sub und Dom wie Chinesische Akrobaten. Sie müssen beide die Balance halten und fühlen, was der Partner gleich vorhat. Aber dann kommt etwas Atemberaubendes dabei raus.

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Nachtasou

Autor.

11.01.2019 um 18:56 Uhr

Tek Wolf

Es gibt keine klare Grenze für Demütigungen, denn, wie schon in den Optionen angedeutet, operiert ein SM-Spiel immer mit einem Machtgefälle.

Bester Tek,

Deinen Satz begreife ich nicht. Wieso sollte ein Machtgefälle Grenzen ausschließen? (Ich habe doch auch Grenzen, wenn ich allein bin, also auf platter Ebene).  Vielleicht bin nur ich gerade begriffsstutzig; wenn nicht, möchtest Du das noch einmal erklären?

---

Demütigung: Ich kann das nicht. Ich will das nicht. Dann nicht, wenn Tränen flössen oder gar verletzt.

Alles darunter ist kein Demütigen, sondern schmutzig reden, necken, provozieren, in Schranken weisen, an kritischen Befindlichkeiten kratzen, aufscheuchen, leicht beschämen, schlechtes Gewissen machen, manipulieren, leichter Spott, Ironie ...

Leider fehlt eine Bezeichnung im Deutschen für das, was lustvolles Demütigen meint. Beim Schmerz haben wir eine solche Bezeichnung: Lustschmerz. Auch ein Masochist meidet Schmerz: Beim Zahnarzt, beim Kreissägen. Solange ihm stärkere Reize Lust bereiten, ist es Lustschmerz. Völlig Verschiedenes. Der Unterschied ist nicht eine der Intensität, sondern eine der Qualität. Und deswegen ist es nützlich, eine eigene Bezeichnung dafür zu haben. Diese fehlt nach meinem Eindruck beim Demütigen.

Tek drückt das mit Grat aus. Die Annäherung des einen zum anderen wird immer lustvoller, bis es kippt.

Beim Schmerz kann ich mich in der Region des Lustschmerzes an den Grat annähern. Und wenn ich den Grat mal unwillentlich überschreite, ist zu viel Schmerz, „Aua“, aber deswegen muss noch keine Verletzung eintreten. Das ist beim Demütigen anders. Wenn ich dort die Grenze überschreite, so meine Befürchtung, geschieht etwas Irreparables.

Im Schmerzbereich kann ein Zuviel leichter toleriert werden. Schmerz klingt wieder ab. Und schlimmstenfalls heilt auch eine Verletzung wieder aus. Ein versehentlicher blauer Fleck wird grün, gelb und ist dann wieder weg. Dann war man als Zufügender ungeschickt oder hat einen Fehler gemacht. Meist verzeihlich.

Bei seelischen Verletzungen ist es anders. Die Beziehung wird verletzt. Das wird dann nicht zur Anekdote des gemeinsamen Erinnerns. Man stelle sich mal vor: „Weißt Du noch, wie Du Dich über meine Hängebrüste lustig gemacht hast bis ich heulte, weil Du weißt, dass ich als Jugendliche dafür so gehänselt wurde? Kicher, kicher“. Kann ich mir nicht vorstellen. Es sät Zweifel und Misstrauen. "Was stimmt denn nun? Wenn er sagt, er findet mich schön oder wenn er sagt, ich sei ...".

Wenn Demütigungen authentisch sind, grenzen sie an Realsadismus. Die Beziehung fängt an zu krängen. Ich vermute, dass sich auch auf Seiten des Zufügenden Einstellungen irreparabel verschieben. Und wenn dann noch die Gewöhnung hinzukommt, gerät immer mehr Salz in die Wunde.

Aber das ist für mich nur graue Theorie, weil dies definitiv nicht zu meinem Repertoire gehört.

 

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Tek Wolf

Autor.

12.01.2019 um 10:00 Uhr

Hallo Nachtasou, tut mir leid, wenn ich dich mit meiner Meinung verwirrt habe. Ich sagte nicht: Es gibt keine Grenzen, sondern es gibt keine KLAREN Grenzen. Wo die erotische Demütigung aufhört und die echte Verletzung beginnt, kann sich von Mensch zu Mensch, ja sogar von Spiel zu Spiel – je nach Stimmung – verändern. Das meinte ich damit. Übrigens finde ich, dass das im körperlichen Bereich ähnlich ist und wesentlich vorsichtiger behandelt werden muss. Bei einer verbalen Züchtigung kann man im Unterton sehr gut seine Anteilnahme und den erotischen Kontext befördern. Ich kann das leider schriftlich nicht so ausdrücken wie verbal, aber es ist ein himmelweiter Unterschied, ob man kalt und grausam sagt: „Knie vor mir nieder!“ oder mit einem Lächeln, einem Zwinkern und einem lüsternen Unterton die selbe Anweisung gibt. Außerdem, aber vielleicht ist das nur meine Erfahrung, ist eine (versehentliche) körperliche Verletzung eindringlicher. Man kann sie nicht einfach wegkuscheln oder sich entschuldigen und darüber reden. Der blaue Fleck bleibt eine ganze Weile, vielleicht gibt es sogar eine Narbe oder ein Arztbesuch wird fällig. Und auch – wieder meine Erfahrung – die echte Verletzung verletzt auch die Seele nachhaltiger. Den Satz: „Weißt du noch, Schatz, als du mich so geschlagen hast, bis ich geweint und geblutet habe, das war schön.“ Ist etwas, dass ich mir nicht vorstellen kann. Aber, wie mehrfach erklärt, das ist meine Ansicht. Wir sind Sadisten und spielen mit Masochisten. Wir können es in schöne Worte kleiden oder uns an einen Ehrenkodex binden, aber die Natur unserer Gelüste ist der Schmerz. Auf welche Weise wir ihn erleiden oder zufügen und in welcher Intensität er uns mehr gibt als nimmt, das ist die Kunst dabei. Ich hoffe, ich konnte etwas Klarheit in meinen vorangegangen Text bringen und meine Standpunkte verdeutlichen. Nichts für ungut, Nachtasou, und eine schöne Zeit noch.

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22.01.2019 um 17:19 Uhr

Ich denke eine Partnerschaft sollte immer auf Liebe und Wertschätzung beruhen.

Jedoch beinhaltet BDSM ja gerade eine Vielfalt, der Norm abweichenden Spielarten .Also auch die der Erniedrigung. Wenn Beide diese Variante einbeziehen möchten ist das absolut in Ordnung. Es kann sogar für Beide sehr erregend sein und dazu führen, das die Sub erst dadurch in die Lage versetzt wird sich gänzlich fallen zu lassen.

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† Sir Georg

Gelöscht.

26.01.2019 um 00:33 Uhr

Gehören absolut dazu.

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