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Forum - BDSMler unter sich - Umfragen

Sollte BDSM mehr Öffentlichkeit erfahren?

Bezieht sich auf die Abstimmung 'Sollte BDSM mehr Öffentlichkeit erfahren?'.

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Schattenzeilen

Autorin. Teammitglied.

Sollte BDSM mehr Öffentlichkeit erfahren?

Sei es die verfilmte "Secretary" oder die Erotik-Trilogie "Shades Of Grey" - immer mal wieder stürzen sich Medien mit ganz unterschiedlichen Intentionen auf sadomasochistische Inhalte. Wäre das anders, wenn BDSM einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wäre?

Zur Abstimmung: Link

Gelöscht.

16.02.2013 um 11:32 Uhr

Ich hab mit Nein gestimmt! Weil ich finde, dass SM eine intime Angelegenheit zwischen zwei Menschen ist. Das muss niemand in der Öffentlichkeit zu Markte tragen. Es bitten ja auch nicht die Wollpulloverfetischisten oder Swingerclubbegeisterten um mehr Öffentlichkeit. Manchmal frage ich mich sowieso, warum manche SMler immerzu gesehen werden wollen... Bei manchen nimmt das echt extrovertierte Züge an.

Ich für mich weiß, dass ich das mag und stehe auch dazu, aber ich binde das doch keinem auf die Nase.

Ivonne

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Schattenwölfin

Autorin. Lektorin. Förderer.

16.02.2013 um 13:35 Uhr

Ich habe auch mit Nein gestimmt, sehe es aber etwas differenzierter als Ivonne, denn gerade die extrovertierten BDSM-Varianten leben ja geradezu von einer gewissen Öffentlichkeit, hier ist es aslo nicht eine intime Angelegenheit von nur zwei Menschen. Die Frage, warum es so manchen SM-ler vehement nach außen drängt, habe ich mir allerdings auch schon öfters gestellt. Ich für mich sehe nicht im Geringsten die Notwendigkeit, meine Neigung jemandem auf die Nase zu binden.

Verstehe ich die Ausgangsfrage aber so, ob BDSM in der Öffentlichkeit breiter diskutiert werden sollte, tendiere ich zu einem eindeutigen Nein. Es sollte dort präsent sein und als eine weitere Variante der sexuellen Neigungen akzeptiert, aber bitte nicht diskutiert. Ich sag es mal knapp verkürzt: Ich möchte meine Neigung nicht zur Diskussion stellen, weder als individuellen Teil meiner Person noch als sexuelle Präferenz an sich.

Information ja, Diskussion nein.

Information schließt dabei eine altersgerechte Aufklärung ein, um noch einmal den Bogen zurück zu schlagen zu der Aufklärungsumfrage.

Was sollte eine Diskussion am Ende denn auch bringen? Ewiggestrige sind kaum umzustimmen. Als Beispiel dafür mag gelten, dass jedes Outing eines schwulen Politikers eine wahre Witzwelle auslöst.

Das durchaus positive Selbstverständnis der homosexuellen Frauen und Männer hat wohl auch eher was mit dem gegenseitigen Austausch untereinander und einer entsprechenden Bestärkung zu tun als mit einer in der Öffentlichkeit geführten Diskussion.

Wölfin

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hexlein

Autorin.

16.02.2013 um 13:38 Uhr

geändert am 16.02.2013 um 13:39 Uhr

ich habe ganz bewusst mit "JA" gestimmt und, ich würde mich auch dafür einsetzen.

Wie ich schon hier Link schrieb, bin ich dafür, dass die Informationen, die die breite Öffentlichkeit erfährt, auf sachlicher Ebene verständlicher dargestellt werden.

Ich glaube aber auch, dass ich mit dieser Frage etwas anderes verbinde als viele.

Für mich bedeutet es eben nicht, dass jeder jedem auf die Nase bindet, sei es durch Worte, Symbole oder Gesten, welcher sexuellen Neigung er angehört.

Aber mich persönlich stört das Bild, das teilweise in der Bevölkerung von mir, als submissiver Frau, im Umlauf ist.

Zur Erklärung:

im vergangenen Jahr saß ich mit mir nur wenig bekannten Menschen an einem Tisch und die Sprache kam auf die Bestsellerlisten und damit auch auf "Shades of Grey"

Der einhellige Tenor dieser Menschen war, dass Frauen, die "so etwas" mit sich machen lassen doch so schwach und ohne Selbstwertgefühl seien müssen, denn anders wäre es ja gar nicht möglich.

Eine starke Frau würde "so etwas" ja niemals mitmachen.

und nun?

ich saß da, innerlich kochend, denn ich bin weder schwach, noch habe ich kein Selbstwertgefühl.

Doch wie dies diesen Menschen erklären, dass Frauen aus anderen Motiven heraus, aus ihrem ganz eigenen Selbstverständnis, ja, aus ihrem Lustempfinden heraus, so "behandelt" werden möchten, ohne in Gefahr zu geraten mich selbst zu outen, was ich in diesem Kreise ganz sicher nicht wollte?

sicher wäre es einfacher gewesen, wenn das Bild, dass durch die, im Moment so "schicken", Bücher und die "Freizügigkeiten" der sogenannten Promis, nicht so verzerrt wäre.

und deshalb mein ganz klares Plädoyer für die sachliche Information und Diskussion des Themas BDSM in der Öffentlichkeit

ach ja....und Doms sind ja alle auch nur prügelnde und pöbelnde Kerle, die diese schwachen Weiber verhauen, weil sie selber zu schwach sind, um sich an eine "normale" Frau zu wagen

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Gelöscht.

16.02.2013 um 13:59 Uhr

Auch ich habe mit nein abgestimmt. Nicht das es mir etwas ausmachen würde über meine Neigung zu sprechen. Es sind vielmehr die Erfahrungen die ich mit meiner Offenheit gemacht habe. Mir geht es um die Bemerkungen die danach immer wieder zu den unpassensten Zeiten gemacht werden. Und deshalb empfinde ich es wie auch als nutzlos Menschen von etwas überzeugen zu wollen was sie nicht verstehen können oder wollen.

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Schattenwölfin

Autorin. Lektorin. Förderer.

16.02.2013 um 14:13 Uhr

Ich stell mich jetzt mal ein bisschen blöd und frage: Warum ist es denn so wichtig, dass Menschen verstehen, dass es einen Teil meines Lebens gibt, in dem ich mich außerhalb der Norm bewege. Warum müssen andere das überhaupt wissen? Das gilt umso mehr, als es für mich ein sehr privater Bereich ist, weil ich mein BDSM nur privat lebe.

Wir wissen es doch selbst besser. Wir wissen, dass Sub/Masochist nicht zwingend ein Mäuschen ohne Selbstbewusstsein ist. Wir wissen, dass Dom/Sadist kein gewissenloser Schläger ist. Genügt das denn nicht?

Wenn ich mit mir und meiner Neigung im Reinen bin, dann geht es mir ehrlich gesagt deutlich am A… vorbei, was da so an Vorurteilen unterwegs ist.

Wölfin

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hexlein

Autorin.

16.02.2013 um 15:04 Uhr

vielleicht stört es mich deshalb so sehr, weil ich selbst am Anfang, als ich lernte meine Neigung und mich selbst zu verstehen, die gleichen Vorurteile im Kopf hatte und es für mich so schwierig war mich so zu akzeptieren, wie ich bin.

und das ist mit ein Grund, warum ich für die Aufklärung, nicht nur, der Jugendlichen bin, für die sachliche Information.

Ich hätte mich und meine eigene Neigung viel leichter verstehen und akzeptieren können.

Vielleicht wäre mir auch einiges "erspart" geblieben, wenn ich viel früher gewusst hätte, das es "so etwas" überhaupt gibt, und wie "es" funktioniert.

Für mich selbst kann ich rückwirkend nichts mehr ändern und ich bin heute mit mir und meiner Neigung im Reinen.

Doch kann ich nicht mich dafür einsetzen, dass andere nicht den gleichen "Leidensweg" durchlaufen müssen, wie ich es getan habe?

Würde denn nicht ein Arzt, der eine Krankheit entschlüsselt und des Rätsels Lösung nicht an die Öffentlichkeit bringt sich "schuldig" gegenüber all jenen machen, die das gleiche Leiden erdulden?

Würde denn nicht in diesem Fall ein Aufschrei durch die Medien gehen "der hat gewusst, was es ist und nichts gesagt/getan"?

Wie oft schon habe ich in Mails und Post gelesen, dass Menschen nicht wussten, was da mit Ihnen "los" ist.

Sei es auf sadistischer Seite (Gedächtniszitat aus einem Post in einem anderen Forum (und in diesem ging es NICHT um BDSM): " Bin ich denn psychisch so krank, dass ich mich besser in eine geschlossene Anstalt begebe, weil ich Lust daran empfinde einer Frau Schmerzen zuzufügen?") als auch auf der masochistischen oder submissiven.

Natürlich bietet das Netz heute eine Vielzahl von Möglichkeiten sich zu informieren und selber "schlau" zu machen.

Aber...wenn derjenige, der vor der Tastatur sitzt, gar nicht weiss, wonach er suchen soll/muss, ist er nach stundenlangem surfen noch genauso "schlau" wie vorher

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Schattenwölfin

Autorin. Lektorin. Förderer.

16.02.2013 um 16:38 Uhr

Liebes Hexlein,

vor diesem persönlichen Hintergrund kann ich Deine Ja-Stimme verstehen, und gut informiert zu sein, ist in allen gesellschaftlichen Bereichen die Grundlage eines toleranten Umgangs – auch mit sich selbst. In Deinem ersten Beitrag hast Du aber auch vom Diskutieren gesprochen, das hat mich irritiert, das kann ich eben nicht nachvollziehen und teile es auch nicht.

Aber wenn wir uns einigen, dass Informationen wichtig sind für Betroffene wie für Interessierte, bleibt offen: Wie soll der Informationsfluss laufen? Müssen auch Nicht-Betroffene und Nicht-Interessierte eine „Sachkundeprüfung sexuelle Neigungen“ ablegen? Wie sollen die Menschen informiert werden, solange das Thema nicht in den Lehrplänen für den Sexualkundeunterricht auftaucht?

Ich denke mal, wer sich informieren will, sei es, weil er BDSM-Neigungen bei sich entdeckt hat, sei es aus reiner Neugier, kann das tun und wird Antworten auf seine Fragen finden.

Dass heutzutage und nicht zuletzt nach dem Hype um die 50 Shades jemand nicht mehr weiß, womit er eine Suchmaschine füttern muss, um mehr über das zu erfahren, was ihn da umtreibt, halte ich für sehr unwahrscheinlich.

Wölfin

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kijana

Autorin.

16.02.2013 um 17:06 Uhr

Mal schauen, ob und wie ich meine Gedanken dazu sortiert und aufgeschrieben bekomme:

Ich finde BDSM ist überhaupt gar nicht mit Homosexualität vergleichbar. Bei Homosexualität sehe ich eine gewisse Notwendigkeit der Information und Akzeptanz in der Bevölkerung einfach nur schon deshalb, weil man homosexuellen Päärchen nun mal ihre Neigung ansieht, wenn sie sich nur mal an den Händen halten, sich zum Abschied umarmen etc. Ganz zu schweigen davon, dass sie ein Paar sind und vielleicht auch zusammen leben möchten!

Reportagen zu dem Thema sind durch die Bank schlecht und bedienen das Klischeedenken vieler. Aber ich bin mir gar nicht sicher, ob ich "von der breiten Masse" verstanden werden möchte. Und ich möchte mich auch in Zukunft von Lifestyle-BDSMlern unterscheiden. Ich hoffe das klingt jetzt nicht so, als hielte ich mich für elitär oder ähnlich.

Ich selbst bin ja im Austausch mit Gleichgesinnten ein sehr offener Mensch, aber dennoch sehe auch ich absolut keine Notwendigkeit darin, anderen (Vanillas) irgendwas auf die Nase zu binden was mit unserem BDSM zu tun hat. Denn die meisten verstehen es einfach nicht, können es nicht versthen. Und doch gehöre auch ich zu denen, die es ab und zu mal "nach draussen zieht" - aber nicht in eine Vanilla-Öffentlichkeit wo Menschen damit konfrontiert (belästigt) würden, die das gar nicht sehen wollen.

Ich selbst bin aufgewachsen mit dem Wissen, dass es auch Menschen gibt, die sich hauen und das toll finden. Und meine Mutter hat uns gelehrt, dass alles OK ist was beiden gefällt. Das hat gereicht. Das müsste es doch heute auch noch?

Soviel mal von mir zu dem Thema!

lg

kijana

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Schattenwölfin

Autorin. Lektorin. Förderer.

16.02.2013 um 18:07 Uhr

Liebe Kijana,

ich kann fast alles unterschreiben, was in Deinem Beitrag steht. Die Abgrenzung zu den Lifestyle-BDSM-lern klingt für mich auch nicht elitär. Da schwimmen jetzt ein paar Leute auf so einer Welle mit, die sicher wieder abflachen wird. Ich denke, ich schwimme in einem anderen Gewässer, nicht besser oder schlechter, aber eben anders.

Für BDSM-ler in unserem Alter hattest Du das große Glück, dass Du das „Erlaubt-ist-was-beiden-Spaß-macht“ sozusagen mit der Muttermilch mitbekommen hast. Das ist in vielen Lebensgeschichten ganz anders, lässt sich also bestimmt nicht verallgemeinern. Es genügt eben nur, wenn man vermittelt bekommen hat (zu Hause oder in einem guten Sexualkundeunterricht), dass es vollkommen in Ordnung ist, BDSM-Neigungen zu haben.

Wölfin

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kijana

Autorin.

16.02.2013 um 19:00 Uhr

Liebe Schattenwölfin,

ja, das Glück eine sehr junge, weltoffene Mutter zu haben, die selbst kein Kind von Traurigkeit war

Jemand sagte mal zu mir, es sollte jede Frau eine Mutter haben, die ihrer Tochter Dinge so erklärt

Ich erinnere mich sehr gerne an einen Sonntagnachmittag - ich war so um die 24 Jahre alt, also durchaus erwachsen - als ich sie bezüglich "der Handhabung des Mannes bestem Stück" etwas fragte. Um mir einfacher zu erklären, was sie mir sagen wollte, nahm sie kurzerhand eine Banane in die Hand!

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