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Forum - BDSM - BDSM-Beziehungen

Die Beziehung zu sich selbst

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Gelöscht.

21.06.2011 um 09:31 Uhr

geändert am 21.06.2011 um 18:43 Uhr

.

 

 

..im spiegel von BDSM.

 

 

immer ist die beziehung eins der grundlegenden themen im BDSM.

 

die beziehung zwischen sub und top.

die beziehung, die im BDSM besonders gefordert wird.

die beziehung, die durch BDSM besonders gefestigt und innig werden kann.

 

da geht es um vertrauen, das sich top erwünscht, verdienen muss/will oder von sub fordert.

da geht es um sich-anvertrauen-können des sub.

 

alles aspekte, die beziehung im besonderen (auch außerhalb von BDSM übrigens) ausmachen.

 

doch was ist mit der beziehung zu sich selbst?

die wird m.E. gerne ausgeklammert im BDSM. nicht genauer betrachtet.

weil gerne als egoismus oder "nicht echte devotheit" wahrgenommen bzw. interpretiert.

 

dabei ist es nirgendwo anders so einfach (und so gefährlich), sich selbst zu verlieren.

den eigenen weg, den eigenen standpunkt aus den augen zu verlieren.

einerseits wird subs empfohlen, zu sich selbst und ihren bedürfnissen zu stehen. nur so könnten sie in dieser welt "überleben", ohne schaden zu nehmen.

andererseits zeichnet sich sub in seinem/ihrem wesen gerade dadurch aus, sich selbst in seinen/ihren bedürfnissen hintanzustellen und tops wünsche zu den eigenen zu machen. noch vor den ur-eigenen.

 

zu sich selbst zu stehen und gleichzeitig den pfaden von top zu folgen - wie geht das, ohne zum gefühlten widerspruch für sich selbst zu verkommen?

ohne inneren zwiespalt, mit dem sub klarkommen muss?

ohne sich dabei langsam und für einen selbst unerkannt zu demontieren?

aus den augen zu verlieren?

steht sub zu sehr zu den eigenen bedürfnissen, muss er/sie sich gefallen lassen, in seiner/ihrer "echtheit der devotion" angezweifelt zu werden.

gibt sub den eigenen standpunkt zu leichtfertig auf, besteht gefahr, in abhängigkeit zu geraten. hörig zu werden.

 

je nachdem, wie die geschichte dann endet, wird im nachhinein von denen, die es besser wussten, kommentiert. "zu wenig selbstverantwortung. eh klar, dass das so kommen musste. ist sub zu schwach, kann so etwas schon passieren. obacht, tops, vor selbstschwachen subs!" oder eben "der/die war nie wirklich submissiv/devot. krawallsubs, die ständig auf ihre eigenen bedürfnisse pochen, brauchen wir nicht...".

 

klingt, als wäre sub so oder so der verlierer. nicht?

 

wie steht es also mit der beziehung zu sich selbst im BDSM?

wie sehen da die erfahrungen aus. vor allem die aus dem sektor "nachher ist man immer klüger"?

 

grüße,

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dienerin

Autorin. Förderer.

22.06.2011 um 13:57 Uhr

Hallo BlindSided,

 

interessante Gedanken, die du in den Raum stellst

Ich denke schon auch darüber nach, was und wie ich als Sub bin

Und ich brauche es für mich eine starke Frau zu sein, um das zu tun, was ich tue

Ich mag es aber auch, einfach zu tun, was ich tun soll, aber es braucht m.E. beides

Das sich hingeben und die Stärke.

 

Und das immer wieder einen Blick darauf werfen, wie es mir geht und was geht

Ich möchte mich nicht aus dem Blick verlieren.

 

Soviel mal auf den ersten Blick

Grüße

Dienerin

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Gelöscht.

23.06.2011 um 20:11 Uhr

geändert am 23.06.2011 um 20:13 Uhr

Hallo.

 

Ich wurde von jemandem recht nett aufmerksam gemacht, dass meine durchgängige Kleinschreibung zu viele Umstände verursacht, um meine Ausführungen lesen zu wollen oder können und wollte das jetzt ändern. Leider kann man seinen Beitrag nun aber nicht mehr ändern, wenn schon jemand darauf geantwortet hat (was mich aber wiederum sehr freut *gg)

 

@dienerin

 

Danke für dein Statement.

Dieses "Sich selbst im Blick behalten" .... fällt das immer gleich leicht?

Ich gestehe: mir nicht.

 

Oder mir passiert, dass ich mich zu sehr im Blick behalte. Und das unter einer Perspektive, von der ich eben nur glaube zu wissen, sie ist die einzige, die mich richtig wahrnimmt...

 

LG,

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hexlein

Autorin.

24.06.2011 um 20:02 Uhr

ich habe in der Vergangenheit immer wieder mich selbst "aus den Augen" verloren...meine Bedürfnisse hintan gestellt und nur für den Gegenüber gelebt.....und das noch nicht einmal in BDSM-Beziehungen.

 

Meine Erfahrung und mein Schmerz haben mich jedoch gelehrt, dass ich daran arbeiten muss den Blick von mir nicht ab zu wenden.

 

Heute weiss ich noch nicht, ob ich das immer einhalten werde können.

Aber ich habe es mir zumindest zur Aufgabe gemacht.

Dazu habe ich jemanden kennenlernen dürfen, der mir genau dies auch als Aufgabe gegeben hat.

Mich erst einmal um mich zu kümmern, denn nur, wenn es mir selbst gut geht, kann er es genießen, wenn ich mich um Ihn kümmere, dass es Ihm gut geht.

 

Also...meine neue Lebensaufgabe besteht auch darin mich selbst immer wieder zu reflektieren und meine Bedürfnisse und mein Wohlergehen zu sichern.

 

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Schattenzeilen

Autorin. Teammitglied.

24.06.2011 um 20:02 Uhr

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Gelöscht.

24.06.2011 um 22:50 Uhr

geändert am 24.06.2011 um 22:52 Uhr

Das klingt gut, hexlein!

 

Schön zu lesen, dass in der neuen Beziehung das alte Muster nicht greifen kann.

Dort kommt es nämlich her - dieses Verhalten, sich selbst zuletzt (oder gar nicht) mit ins Blickfeld zu nehmen bei Handlungsentscheidungen. Es ist ein Muster. Gar nicht mehr bewusst reflektiertes Handeln.

 

Meist ist das anerzogen.

Zumindest bei mir war das der Fall. Bis auch ich das Glück hatte, diese Dynamik mit meinem Mann aufzulösen (wenn auch nach einigen harten Jahren, die eher in die Sackgasse zu führen drohten).

Ein Muster, das sich schon von Kindesbeinen an zur Überlebensstrategie gemausert hat.

Ich beobachte das oft bei submissiven Parts einer D/S-Beziehung. Und in Stino-Beziehungen gleichermaßen oft....

 

Mir geht es in diesem Faden aber eher um die andere "Falle". Nämlich die, wo man dachte, eben genau ganz bei sich gewesen zu sein. Gewusst und beachtet zu haben, was man selbst wirklich brauchte. Aber eben nur dachte... aus der Fehlannahme heraus, sich in diesem Bereich richtig wahrnzunehmen und genau zu kennen.

 

Ich wollte wohl das Richtige für mich.

Habe aber erkannt, dass ich es am falschen Platz und mit den falschen Methoden zu finden versucht habe. Die Grundintention war schon richtig - sie war nur falsch motiviert für das falsche Ziel. (ist schwierig zu erklären, fürchte ich...).

 

Jedenfalls hab ich erleben dürfen (und dabei erkannt), dass das "Leiden-wollen", das ich immer für mich als so wichtig bei BDSM erachtete, dort am falschen Platz war. Es hat nicht zu meiner Art von Submissivität gehört und dort "gestört". Ich dachte aber, dort gehört es hin. Und wunderte mich, dass ich nie so richtig "leiden" konnte, wie ich mir das vorgestellt hatte.... (interessanterweise litt ich während dieser Zeit tatsächlich über zwei Jahre körperlich an schmerzhaften Zahnentzündungen mit etlichen Komplikationen... nur dass ich dort gekämpft habe und versucht, wegzustecken, anstatt mich dort so klein kriegen zu lassen, wie ich es mir eben bei einer Session so gewünscht hätte... einmal schwach sein und so richtig leiden dürfen. Rotz und Wasser heulen... nie hat das in der Session geklappt. Auch deshalb, weil mein Dom irgendwie richtig erspürt hat, wo meine "echten" Grenzen und Bedürfnisse im BDSM liegen und daher manche Grenzen gar nicht angetastet hat... damals kränkte mich das als "Unterforderung". Heute weiß ich - er hat genau richtig gehandelt!

 

Inzwischen hat das "Leid" seinen rechten Platz gefunden und konnte "aufgelöst" werden.

 

Doch nun steh ich da und "mein BDSM" sieht plötzlich nicht mehr so aus, wie ich immer dachte. Schon erstaunlich. Ich starte bei Null, wissend, dass ich eigentich gar nicht so recht weiß, wie meine Submissivität nun aussieht und wie nicht. Das Einzige, was ich weiß: ich versuche nicht mehr, falsches "Leiden" zu erzwingen oder zu suchen. Und plötzlich rücken völlig andere Aspekte in den Vordergrund: das "Weich-werden", das "Nachgeben", dieses "Unten-sein-Wollen" aus einem eher sanften Gefühl heraus. Nicht mehr das "Bezwungen-Werden-Müssen".

 

Das meinte ich vor allem.

 

Dennoch schön, Beiträge zu lesen, die auch von "Auflösungen" erzählen. Davon, dass man sich mittels BDSM wieder ein Stück weit mehr auf die Spur gekommen ist. So, wie es eigentlich als Prozess in jeder Art von Beziehung optimalerweise laufen sollte...

 

Lieber Gruß,

 

 

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dienerin

Autorin. Förderer.

02.07.2011 um 01:08 Uhr

du fragst, ob es mir immer leicht fällt mich selbst in den Blick zu nehmen:

Nein, es fällt mir nicht immer leicht

Und da ich nicht im eigenen Saft schmoren möchte, frage ich auch schon mal nach, bei Freunden (bei manchen eher verdeckt), oder auch offen (manche Freunde halten es aus)

oder ich chatte hier mit Menschen oder ...

einen Spiegel bekomme ich meist von anderen Menschen hingehalten und nicht immer ist das einfach

aber notwendig

Und trotzdem finde ich es auch wichtig, sich selbst liebevoll anzuschauen

Also, nicht nur Fehler suchen sondern auch, und besonders, nach seinen starken Seiten suchen

und möglichst auch finden

und ich wünsche dir viel Mut dazu

denn manchmal ist so ein Spiegel ganz schön ehrlich

 

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Gelöscht.

02.07.2011 um 22:38 Uhr

danke, dienerin.

 

 

den liebenden blick aufs eigene spiegelbild zu lernen, wenn man dazu nicht erzogen wurde, ist nicht einfach.

du hast es wunderbar auf den punkt gebracht!

 

liebe grüße,

 

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hexlein

Autorin.

03.07.2011 um 10:27 Uhr

dazu gehört aber auch, und ich glaube, dies ist das Schlimmste daran, einige anerzogene Wertvorstellungen über Bord zu werfen und erst einmal erkennen, was einem selbst wichtig ist.

 

Denn häufig ist es doch so, dass wir im Spiegel das sehen, was wir glauben, was andere sehen wollen oder sollten (hört sich krude an, aber ich hoffe ihr versteht, was ich meine)

 

und erst dann, wenn wir selbst wissen, was WIR im Spiegel sehen wollen, erst dann können wir unser Spiegelbild auch richtig beurteilen.

 

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Gelöscht.

26.07.2011 um 14:17 Uhr

Moin

 

Hatte schon eine Antwort fertig ... die ging aber verloren ... ich war schon ausgeloggt und der Text futsch

 

Hmm… hoffe, dass ich den Tenor des Themas nicht verfehle.

 

Man liest so oft in Foren – wie hier – über Sub und die „ Entwicklung “ der verschiedenen Persönlichkeiten. Über das Unterordnen - das Leiden wollen/können – Bedürfnisse – die Entwicklung usw. usw. Es sind ja so viele Ansichten und Meinungen … viele haben ja bestimmt recht – aus ihrem Sichtwinkel.

 

Oft bin ich sehr verunsichert – habe sehr oft eine völlig andere – eine Sicht, die scheinbar nicht in das Bild des Bdsm „ sehen “ passt(?). Kommt es daher, dass ich es nicht leben kann - ich kann es nicht sagen.

 

Es werden Worte wie Anpassen – Unterordnen – Leiden wollen – dienen – Bedürfnisse usw. verwendet.

Mir kommt dies oft wie Klischee denken – Schublade – Katalog vor … es wird etwas vorausgesetzt, das der eine dem anderen zu erfüllen hat … eine Sub hat dies und das – sie muss hier und da …. wieso?

 

Schon im normalen Leben ist es schwierig, dies zu leben – um so viel mehr muss es im Bdsm Bereich sein? Ist das wirklich so?

Wenn ein Mensch eine oder mehrere Vorlieben hat und damit auf einen anderen trifft , dem es ebenso geht – sollte man hier nicht eine Verbindung schaffen , einen Rahmen , in dem beide existieren können?

 

Dazu ist wohl eine tiefe Kommunikation nötig, die nie abreißen darf/sollte(?). Die verbale Auseinandersetzung zwischen diesen beiden ist doch die Grundlage, es zu verbinden ohne, dass sich eine Seite verbiegen muss?

 

Was sucht man im Bdsm Bereich? Erfüllung – das Leben – das wahre Ich? Seine wahres ich auszuleben … tiefe Gefühle, die man oft überhaupt nicht beschreiben kann …. die aber zu fühlen sind, wie Sonnenstrahlen auf der Haut?

 

Man liest immer, dass sich eine Sub anzupassen hat – das tun muss, was von ihr erwartet wird …. was bitte ist das? Warum muss das so sein?

 

Eine Sub zu erleben – sie um sich zu haben … das Glück genießen zu können, ihre Gefühle erleben zu dürfen .. ist das nicht ein Geschenk?

Was erwarte ich von einer Sub? Unterwerfung? Anpassung? Devotheit ? Ist das nicht alles viel zu flach?

 

Eine Sub – ist dies nicht eine unheimlich starke Frau, die es einem erlaubt, ihre Gefühle zu erleben – die sich einem so tief öffnet, das man quasi ihre Seele sehen kann?

 

Wie sollte man da von Anpassen - Unterwerfung – Devotheit sprechen? Ihr das gebe zu dürfen, was sie sich erwünscht und erhofft – das Suchen und Forschen mit ihr, um weitere Wege zu finden, um den gefühlten Horizont zu erweitern – sollte das einen nicht erfüllen? Unabhängig vom eignen Faible, den man parallel dazu ausleben kann?

 

Ich möchte keinem auf die Füße treten und seine Ansichten als falsch oder ähnlich hinstellen – steht mir auch zu – nur oft habe ich den Eindruck, das da zwei Menschen – trotz der SM Lebensweise – aneinander vorbei leben?

 

Auch ich suche mich ständig … weiß im Grunde nicht, wo ich stehe , was ich eigentlich möchte … aber eine Partnerin, die so fühlt , zu verbiegen – sie so umzuformen wie es oft zu lesen ist – was hat das mit Bdsm zu tun? Fehlt hier nicht völlig die Freiheit, die Lebensart, die man sucht?

Sich auszuleben – auszudrücken - das lässt doch kein Unterdrücken und/oder Anpassen zu - das wäre doch ein Widerspruch in sich?

 

Ich hoffe nur, dass ich nicht zu sehr am Thema vorbeigeschossen bin.

 

LG Bernd

 

 

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untamed

Profil unsichtbar.

27.07.2011 um 05:07 Uhr

 

 

Eine Sub – ist dies nicht eine unheimlich starke Frau, die es einem erlaubt, ihre Gefühle zu erleben – die sich einem so tief öffnet, das man quasi ihre Seele sehen kann?

 

Wie sollte man da von Anpassen - Unterwerfung – Devotheit sprechen? Ihr das gebe zu dürfen, was sie sich erwünscht und erhofft – das Suchen und Forschen mit ihr, um weitere Wege zu finden, um den gefühlten Horizont zu erweitern – sollte das einen nicht erfüllen? Unabhängig vom eignen Faible, den man parallel dazu ausleben kann..

 

 

 

Hallo Bernd,

 

ein sehr interessanter Gedankengang.

Ich fühle mich aber nicht so, als wenn ich mich anpassen muss oder soll. Auch wurde von mir noch nie die Unterwerfung verlangt, im Gegenteil, ich unterwerfe mich freiwillig und gerne meinem Herrn. Und meine Hingabe hat er eh und irgendwie hab ich ja auch seine, wenn man es genau betrachtet. Über Klichees denke ich überhaupt nicht nach,auch nicht ob es irgendwelchen Regeln entspricht. Man sollte seinen eigenen Weg finden.

 

lg

 

elke

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