BDSM-Geschichten und andere erotische Texte und Literatur

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Triskele

BDSM-Geschichte von Achat

„Achat, was zum Teufel tust du da?“, empört sich meine bürgerliche Schwester, die sich mit mir den gleichen Körper teilt. Ja, was tue ich da? Wenn ich das nur wüsste. So bequem, wie ich anfangs dachte, ist dieses Kreuz denn wohl doch nicht, an das mein Mann mich festgekettet hat, bevor er mit seiner Geliebten im Keller verschwunden ist. Meine Schwester ist sauer, weil sie keine Antwort bekommt, und verzieht sich schmollend in eine dunkle Ecke meines Bewusstseins.

Es ist Hexennacht. Vor ein paar hundert Jahren hätte unter einem solchen Kreuz wohl ein Scheiterhaufen munter gefackelt. Das ist hier und heute zum Glück nicht der Fall, obwohl das Ambiente tatsächlich mittelalterlich anmutet. Ich befinde mich in einem alten Fachwerkhaus mit grob behauenen Sandsteinwänden, niedrigen Türstürzen und kleinen Kassettenfenstern. Obwohl es ziemlich warm ist, sind diese geschlossen.

Sanfter Kerzenschein lässt das eigentümliche Mobiliar noch stimmungsvoller erscheinen. Es erinnert an eine Folterkammer aus einem alten Gruselfilm. Ich sehe eine große Streckbank und einen Pranger, und ich weiß, dass sich dahinter, außerhalb meines Blickwinkels, ein metallener Käfig und eine alte Schulbank befinden.

Mein Kreuz besteht aus zwei grob behauenen, dicken Holzbalken, die x-förmig zusammengefügt sind. Sie sind leicht nach hinten geneigt, und oben und unten sind je zwei kurze metallene Ketten festgeschraubt. An deren Ende befinden sich lederne Fesseln, mit denen Ribo meine Hand- und Fußgelenke fixiert hat. Die Ketten erlauben mir ein gewisses Maß an Bewegungsfreiheit, sonst wären meine Arme und Beine wohl schon längst kalt und taub.

An schwarz bedeckten Tischen stehen Menschen. Sie unterhalten sich, lachen, essen, trinken und rauchen. Wenn sie nicht so seltsam gekleidet wären, könnte man meinen, auf einer normalen Party gelandet zu sein.

Fast jeder hier trägt Schwarz: schwarze Anzüge, schwarze Lederröcke, schwarze Korsagen, schwarze Zylinderhüte und viele andere Dinge. Man sieht Männer und Frauen in Netzstrümpfen und High Heels, lederne Bänder und metallene Ringe an Hälsen, Armen und Beinen, kleine Ketten an allen möglichen Körperstellen und jede Menge nackte Haut.

 

Was wohl Ribo gerade mit Janus im Keller anstellt?

Den Namen Ribo habe ich für meinen Mann ausgesucht, nach einem kleinen Gebirgsbach im Tessin. Bevor die Kinder auf die Welt kamen, waren wir oft im Tessin, und jedes Mal staunten wir beim Wandern über die tiefen Schluchten und die einmalig wilde Schönheit der Natur. Die Bäche dort plätschern unschuldig und idyllisch vor sich hin und man kann sie trockenen Fußes auf großen Gesteinsbrocken überqueren. Aber wehe es kommt ein Gewitter oder Tauwetter. In diesen steilen Schluchten werden sie so schnell zum reißenden Strom, dass man keine Chance hat, sich ihnen zu entziehen. Jedes Jahr ertrinken dort Menschen beim Canyoning. Eindeutig der passende Name für meinen Herrn.

Mein sensibler, zurückhaltender und warmherziger Mann, der im Spiel so hart und unnachgiebig sein kann.

Und dann meine durchgeknallte Freundin, die heute Abend ihm gehört, ebenso wie ich. Ich war es, die sie an unser Spiel herangeführt hat, die immer wieder gebohrt und, wie sie es ausdrückt, gebaggert hat, bis sie bereit war, es zu versuchen. Wie gerne hätte ich sie selbst besessen, aber es kam anders. Niemals würde sie sich einer Frau unterwerfen.

Ach Janus, dieser Name passt so gut zu dir: Du bist wie der Gott mit den zwei Gesichtern. Schöpfung und Zerstörung, Leben und Tod, Licht und Dunkelheit. Zeigst du uns dein strahlendes, fröhliches Gesicht, bist du der netteste, mitfühlendste, offenste und witzigste Mensch auf der Erde. Dann leuchten deine Augen goldgrün. Aber wehe, du wendest uns deine dunkle Seite zu, dann geht die Welt unter! Dann kommt keiner mehr an dich heran, du versinkst in deinem ganz eigenen finsteren, depressiven Sumpf und deine Augen werden stumpf und dunkelbraun.

Janus bekommt Panik, wenn ich ihr und Ribo beim Spielen zusehe. Das hat irgendetwas mit einem Kindheitstrauma zu tun, das ihre Mutter betrifft. Ich bekomme Panik, wenn die Zwei miteinander spielen und ich nicht dabei bin. Eine vertrackte Situation.

 

Hier am Kreuz kann ich es ertragen, dass die beiden ohne mich unten sind. Meine Hände finden Halt an zwei Nieten auf der Rückseite der Balken. Ich schmiege mein brennendes Hinterteil, das Ribo zu Beginn des Abends so hingebungsvoll bearbeitet hat, an das kalte, lackierte Holz und entspanne mich. Ich beobachte die Menschen, die sich im Barbereich unterhalten, und horche dem Lachen, Schreien und Stöhnen aus der oberen und unteren Etage. Mein Blick verschleiert sich, meine Gedanken schweifen ab.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

16.06.2017 um 15:20 Uhr

Liebe Achat,

Du schilderst in Deiner Geschichte mit sehr berührenden Worten eine Szene, einen Abend und sagst damit doch so viel mehr.

Danke, dass Du uns an Deinen Gedanken und Gefühlen teil haben lässt.

Liebe Grüsse

Salo

10.05.2017 um 01:19 Uhr

es gibt nichts spannenderes als das wahre Leben

und es gehört viel mut und kraft dazu über seine schatten zu springen 

um an das licht zu gelangen die ein stück freiheit bedeutet

in sich gekehrt und trotzdem seine freiheit zu spüren gehört wohl zu den wirklich schönen momenten im leben

dir und deinem mann wünsche ich noch viele dieser augenblicke

zostlip

19.02.2017 um 03:39 Uhr

Sehr schöne Geschichte.

Mach weiter so?

Achat

Autorin.

16.02.2017 um 08:33 Uhr

Liebe Leser und Leserinnen,

Was soll ich sagen? Ich bin gerührt und ergriffen über eure Kommentare  und Bewertungen. 

Ihr bestätigt mich damit nicht nur als Autorin, sondern auch als Mensch, denn dies ist keine erfundene Geschichte.

Danke, ihr habt mir damit über eine schwere Zeit hinweggeholfen!

Signatur

Wer sich selbst finden will, muss sich zuerst einmal verlieren.

Profil unsichtbar.

Gelöscht.

16.02.2017 um 04:34 Uhr

Liebe Achat,

Eine wundervolle Geschichte hast Du zu Papier gebracht. Emotional nahbar beschreibst Du die innere Zerrissenheit, die Gradwanderung, die entsteht wenn man seinen Herrn teilen muss. Verständnis, Leiden, Liebe, Abwehr dies alles liegt so nah beieinander und lässt sich nicht immer so leicht steuern. Besonders berührt haben mich die zwei Sätze: " ich bräuchte nur meine Hand ausstrecken, um meinen Mann zu berühren. Dennoch ist es für mich so unerreichbar." Was für eine Stärke muss Achat doch besitzen. Ich bewundere Deine Protagonistin (oder Dich?), die Willenskraft die sie besitzt nicht nur im Spiel zu teilen, sondern auch davor und danach ihre eigenen Bedürfnisse, Sehnsüchte und Gefühle wohlwollend zu steuern.

Dein Schreibstil ist sehr warm. Du ziehst den Leser förmlich in die Geschichte und verflechtest auf wundervolle Weise Hintergrundinformationen zu Deinen Protagonisten mit dem Geschehen.

Quälgeist

Autor.

12.02.2017 um 21:02 Uhr

Ich habe selten so einen schönen Satz gelesen: 'Die Welt löst sich auf, zerfließt, und ich komme.'

Ich habe deine Geschichte mit viel Genuss gelesen, wie die vorherigen  ( Lob an 'Meister Y ')

Ich darf auch sagen: Poesie pur

herzlichen Dank

Signatur

Pure Vernunft darf niemals siegen! Quälgeist

hanne lotte

Autorin. Fördermitglied.

28.01.2017 um 19:53 Uhr

Vor einiger Zeit habe ich einem Freund on Bezug auf unsere ersten zaghaften Versuche im Spiel um Dominanz und Hingabe geschrieben, dass ich gespannt bin, wohin die Reise geht. Diesen Satz hatte ich beim zweiten Lesen des Textes vor Augen. Ich habe in der Geschichte die Bereitschaft und auch den Wunsch herausgelesen, Neues, Unbekanntes auszuprobieren, auch wenn es althergebrachten Vorstellungen widerspricht und manches daher nicht einfach zu akzeptieren ist. Solche Offenheit gefällt mir gut. 

Danke für Einblicke in Ausblicke

hanne

Signatur

Tue was du willst, aber schade keinem dabei.

Gregor

Autor.

27.01.2017 um 14:42 Uhr

geändert am 27.01.2017 um 14:43 Uhr

Nichts Aufgesetztes, nichts Peinliches, nichts Hergeholtes. Nichts Gestelztes, nichts Klischeehaftes, nichts Falsches. Dafür Poesie satt.

Was für ein Gedicht.

27.01.2017 um 08:18 Uhr

geändert am 27.01.2017 um 08:19 Uhr

Liebe Achat,

wie sage ich das am besten? Ich habe diese Geschichte jetzt gleich drei mal gelesen. Beim ersten Mal verschlungen, beim zweiten Mal gierig aufgesogen, beim dritten Mal mit Genuss gelesen.

Ungeheuer viel hast Du in diesen Zeilen miteinander verwoben. Je mehr man sich auf den Text einlässt, desto mehr Fäden hält man in der Hand. Der Kampf tief im Inneren, der zwischen vermeintlicher Vernunft und tiefempfundener Lust, ebenso wie der zwischen loslassen und festhalten. Das Wissen, jemanden zu haben und ihn gleichzeitig (gewollt) zu teilen. Die Zerrissenheit, dabei sein zu wollen und zu wissen, dass man weder kann noch darf. Tiefempfundene Liebe, Ausgeliefertsein, Einblicke in die Seele, Sehnsucht, ich könnte die Aufzählung fortsetzen.

All dies eingebettet in ein Spiel, das ebenso facettenreich daherkommt, ohne zu tief beschrieben worden zu sein. Das mich an der einen Stelle fragen, an anderer zufrieden nicken lässt.

Ein Wort in all den Sätzen hat mich ganz tief beeindruckt. "Erweckung" fand ich grandios. Wahrscheinlich auch deswegen, habe ich das Ende, diese wunderbare Beschreibung des Regenmorgens, das Erwarten so gern gelesen. So wie die Natur diese Erweckung herbeisehnt, man ihr Explodieren förmlich erahnen kann, kann man auch fühlen, was Erweckung auch bedeuten kann.

Vielen Dank!

Signatur

Niemand ist gut genug, einen anderen ohne dessen Zustimmung zu regieren (Abraham Lincoln).

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