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Bin ich wirklich devot?

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Devana

Autorin. Teammitglied.

30.05.2006 um 18:31 Uhr

Posting aus dem alten Forum

Hallo meine Lieben!

Also ich gebe es ja zu... ich lese leidenschaftlich gerne Kontaktanzeigen. Oder auch Profile in anderen Chats, die oft auch nichts anderes sind, als eine Kontaktanzeige.

Und in diesen Anzeigen beschreiben nun diverse Herren ihre "Traumsub". Da ist dann oft von einer "Naturdevotheit" die Rede. Und nur genau diese Frauen werden dann gesucht. Am besten diejenigen, die, wenn sie einen Dom nur sehen, am Boden herumkriechen, ihn von vorne bis hinten bedienen wollen und das alles nur, weil sie derart naturdevot sind, dass man sich nur Dom nennen muss (wahlweise auch Sir, Master oder andere Titel) und schon bekommt man von diesen Frauen alles, was man nur will.

Ok, das war nun ein klein wenig überspitzt beschrieben. Aber wirklich nur ein ganz klein wenig.

Es gibt aber auch Anzeigen von Männern, die ansonsten durchaus vernünftig klingen, die aber dann auch Frauen suchen, die eine "wahre Gesinnung" in sich tragen und nicht nur pseudodevot sind.

Jetzt halte ich mich ja für eine Frau, die wirklich devote Gefühle in sich trägt und diese Gefühle auch ab und an an die Oberfläche treten lässt. Und dennoch hätte ich enorm große Zweifel, ob ich - rein hypothetisch gesprochen, denn ich suche ja niemanden - für einen solchen Mann geeignet wäre. Meine Devotheit muss man erst hervorkitzeln. Und wenn man das getan hat, dann bleibt sie nicht für immer an der Oberfläche, sonern wagt es auch wieder abzutauchen... und wagt sich manchmal sogar in eine gewisse Alltagsdominanz zu verwandeln.... selbst dem Dom gegenüber....

Und doch gibt es so viele dieser Anzeigen...

.... gibt es dann auch wirklich solche Frauen?

Frauen, die sich ihrem Herrn gegenüber immer als devot bezeichnen würden? Deren Herzenswunsch es ist, ihm immer zu dienen... und zwar nicht nur in den Fantasien und im Chat sondern so richtig real..... im Alltag? Selbiges natürlich auch für devote Herren.

Oder so generell für den submissiven Part.... wie definiert ihr eure Devotheit? Würdet ihr euch als "naturdevot" bezeichnen?

Und was erwarten dominante Herren und Damen wirklich von ihren Gegenparts? Was bezeichnet ihr als devot? Wie weit sollte diese Devotheit gehen?

Mal sehen, ob ich hier ein paar Leute zum Nachdenken oder gar zum Schreiben animieren konnte...

Nächtliche Grüße,

devana

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cassy

Autorin.

30.05.2006 um 18:33 Uhr

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Hallo Devana!

Also, ich würde mich nicht als 'naturdevot' bezeichnen. Eher als 'Personenbezogen-devot'. Ich bin nicht der Typ, der auf JEDEN Dom anspringt. Das hab ich gerade letzte Woche wieder gemerkt. Der neue Freund einer Freundin ist auch Dom... und es ist mir völlig egal. Er bringt nichts in mir zum... Klingen. Er ist nett und freundlich und ich kann mir gut vorstellen, dass er mal ein guter Freund wird, aber mehr nicht.

Bei mir ist es auch so, dass meine Devotheit immer wieder an die Oberfläche geholt und eingefordert werden muss. Womit ich -zugegebenermaßen- mitunter ziemliche Schwierigkeiten habe. Denn manchmal wünsche ich mir wirklich, sie wäre zumindest dann da, wenn sie gebraucht wird, anstatt immer wieder in der Versenkung zu verschwinden, um nur auf

'Forderung' wieder zu erscheinen.

Mitunter finde ich das sehr anstrengend und verunsichernd. Dann kommt bei mir die Frage auf, ob ich wirklich devot bin. Oder ob das nur -ein Spiel? eine Idee? eine Vorstellung? oder irgendwas in diese Richtung ist. Ob ich mir das alles nur einbilde bzw. einrede. Dann ist es beruhigend zu lesen, dass auch andere schon mal Zweifel haben. Obwohl ich die niemandem wünsche (mal klarstelle)

Ich wünsche allen noch einen sonnigen Tag OHNE Zweifel!

Liebe Grüße

Cassy

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cassy [i]Ich bin, wie ich bin... Die einen kennen mich, die anderen können mich...[/i] [i]Die Stärke des Charakters erkennt man nicht daran, was er austeilt, sondern daran, was er einstecken kann.[/i]

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katharina

Autorin. Vereinsmitglied.

30.05.2006 um 18:35 Uhr

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Auch ich lese immer wieder Kontaktanzeigen, telefoniere mit Doms, die ich in Chats kennen gelernt habe, höre mir ihre Vorstellungen an.

Ich sitzen dann auf meinem Sofa - voll angezogen (warum sollte ich auch nackt sein, nur weil ich mit einem Dom telefoniere?) und überlege, ob ich devot oder nur ein fake bin.

Der Herr am anderen Ende der Leitung stellt sich vor, ich würde zu unserem ersten Treffen in Nylons im Flur meiner Wohnung knien, und auf ihn warten. Und wenn er sich verspätet auch eine Stunde lang. Dann würde er die Türe öffnen, hereinkommen und ich sollte ihm erst mal die Schuhe ausziehen, putzen und sauber innen an die Türe stellen. Dann wolle er etwas zu trinken, ein Abendessen (die sub dürfe dann neben seinem Stuhl knien) und dann würde vielleicht eine Session folgen - wenn er nicht zu erschöpft wäre. Natürlich ist die Wohnung aufgeräumt und sauber. Egal, ob es meine oder seine wäre.

Dann kommt zum zweiten Mal die Frage, was ich denn anhätte. Und zum zweiten Mal meine Antwort: ein schwarzes Kleid und drunter Unterwäsche. Lapidare Frage seinerseits: Wie? Immer noch? Dann fragt der gute Mann noch zwei drei Sachen ab (Kann man dich schlagen? Bläst du auch gut? Hast du jetzt (nachts um halb eins) noch Zeit für ein Treffen?) Ich schweige leise lächelnd, sage spontane Nachtreffs ab und wir legen auf.

In solchen Momenten frage ich mich, ob ich jemals stolz war, die Wäsche meines Herren gewaschen zu haben. Ob ich mich jemals vor einen mir fremden Mann gekniet habe nur weil der Mann eben ein Dom war?

Ich habe das Bedürfnis, es meinem Herren angenehm zu machen, wenn wir zusammen sind. Wenn ich etwas koche, sehe ich zu, dass er es mag. Wenn wir ausgehen, trage ich Kleider, die er schön findet. Wenn er mit schlechter Laune aus dem Büro kommt, versuche ich ihm den Abend zu versüßen. Und ich möchte, dass er aus einer Session so zufrieden herausgeht, wie ich.

Wenn die Chemie zwischen uns stimmt, habe ich auch das bringende zwingende Bedürfnis mich ihm zu Füßen zu knien. Ganz von alleine, unaufgefordert und freiwillig.

Aber ich erwarte auch etwas von meinem Herren. Dass er mich nicht zwingt, Dinge zu tragen, in denen ich mich nur unwohl fühle. Oder Sessions und Gehorsam von mir fordert, wenn ich erschöpft aus der Arbeit komme und genau wie er etwas Ruhe zum Durchschnaufen brauche. Bin ich nun nicht devot, weil ich etwas derartiges von einem Dom erwarte? Wenn ich einen rücksichtsvollen Mann suche? Für mich hat devot sein nichts mit Hausarbeiten machen für meinen Herren zu tun. Sicher hat Kochen etwas mit Lust und Lust machen zu tun – aber Wäsche waschen und bügeln? Bin ich nicht devot, weil ich „nur“ im sexuellen Bereich devot bin? Ich glaube, dann bin ich gerne nicht devot!

Eine etwas motzige katherina

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Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit aber ist der Mut.

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kitty

Autorin. Vereinsmitglied.

30.05.2006 um 18:36 Uhr

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Hallo zusammen,

bei dem Thema juckt es mich doch auch in den Fingern, einen Kommentar abzugeben. Ich weiß nicht, ob ich mich als "naturdevot" bezeichnen würde. Dazu müsste man mir erst mal erklären, was das eigentlich bedeutet . Ich bin gerne devot. Im Grunde würde ich sagen, es liegt mir im Blut, aber bin ich deswegen naturdevot? Da war die Rede vom "auf die Knie fallen" vor allem, was sich als Dom, Master, Sir oder sonst was bezeichnet. Das würde mir nicht im Traum einfallen. Ich kniee nicht vor irgendeinem Dom. Ich kniee nur vor meinem Dom!! Ich schenke mich ihm in diesem Moment. Meine Liebe, meine Demut, meinen Respekt. Was wäre dieses Geschenk noch wert, wenn es jeder hergelaufene Gertenträger bekäme??

Ich glaube, es ist – wie so vieles – Definitionssache. Ich verstehe unter Naturdevotheit, dass es nichts aufgesetztes oder gespieltes ist, sondern aus einem tiefen inneren Gefühl hervorgeht. Und deswegen sage ich: Ich bin devot ... und das ist gut so.

Bis bald!

Kitty

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Profil unsichtbar.

Gelöscht.

30.05.2006 um 18:37 Uhr

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hallo

dann werde ich auch mal versuchen meinen gedankenwirrwar zu ordnen und in wörter zu fassen

die frage ob ich devot bin beschäftigt mich sehr oft und läßt mich oft zweifeln, eines weiß ich sicher, das meine devotheit auf keinen fall davon abhängt ob jemand den dom "spielt" und mit peitsche oder demütigungen verbaler art droht

sondern davon das ich ihm völlig vertraue und ich mich bei ihm sicher fühle.

das ist zumindest zur zeit für mich nur in einer festen partnerschaft vorstellbar und nur vor "meinem " Dom kann ich meine devotheit leben

doch auch das ist nicht immer einfach und klappt nicht so wie ich es mir wünschen würde,oftmals sträube ich mich dagegen...warum??...tja das habe ich noch nicht erkannt,doch zum großen teil hängt es denke ich damit zusammen das ich mich immer noch nicht ganz so nehmen kann wie ich bin,devot und auch sehr masochistisch....

so ist man halt nicht das heißt also mein Dom muß diese devotheit immer wieder einfordern und manchmal auch sehr hart bis ich sie ihm endlich schenken kann .... dieser teil von mir hat es immer noch schwer sich zu zeigen ...leider.

manchmal wünschte ich sehr es wäre nicht so schwierig mit mir aber die demut und den respekt und die liebe die ich meinem Dom dann schenke sind ehrlich und kein spiel und deshalb etwas besonders und das denke ich kann man auch nicht so einfach immer und sofort geben und wie katherina schon schrieb gibt es genug gelegenheiten wo es einfach nicht geht weil man geistig nicht in der lage ist , zu kaputt, genervt sei es von der arbeit oder wie oft bei mir von den kindern dann denke ich ist es einfach unrealistisch das die sub knieend ihren herrn erwarted und nur für ihn da ist.

es sind meiner meinung nach träume dir in diesen anzeigen stehen denn mit dem realen leben hat das für mich nichts mehr zu tun...mag sein das es daran liegt das ich durch meine drei "minidoms" nicht in der lage wäre dieses umzusetzen und ich es mir deshalb nicht vorstellen kann,

obwohl es in meinen träumen auch herumspukt,

doch das würde die freche kleine-koboldin eh nie schaffen dafür sind ihr klappe und ihre impulsivität viel zu ausgeprägt

auf jeden fall ist devotheit kein spiel für mich sondern ein gefühl das ich zutiefst genieße und meinem Dom gerne gebe!

eine nachdenkliche kleine-koboldin

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Gelöscht.

30.05.2006 um 18:37 Uhr

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Vielleicht suchen wir immer feststehende Identitäten und trauen nicht den jeweiligen und sich eben auch verändernden- und deshalb verunsichernden- Gefühlen. Ich hab z.B. lange Zeit schwer damit umgehen können, dass mich manchmal Männer anziehen, verstehe mich jetzt als „bi“, aber auch das ist keine „feste Position“ sondern nur ein Begrifür etwas, was sich verändert. Und so beim dom- sub- Thema: ich sehne danach, mich anzuvertrauen und mich völlig jemandem und auch den Schmerzen überlassen zu können- und ich mag führen in die Lust hinein, auch über den Weg des Schmerzes.

Und im Chat kommt schnell die Frage: wo stehst du?- weil Ambivalenz natürlich auch die Kommunikation erschwert.

Aber: vielleicht sollten wir es etwas mehr genießen, dass wir so oft von „Spielen“ sprechen und das Spiel in aller Tiefe der Gefühle und insofern sehr ernsthaft leben- und zugleich wissen, dass es eben auch ein Spiel ist, das zu einer bestimmten Zeit, einem bestimmten Gefühl, auch einer Verbredung untereinander gehört, und das wir wieder loslassen können, wenn es nicht mehr stimmt.

spurenaufderhaut

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Gelöscht.

30.05.2006 um 18:38 Uhr

geändert am 07.12.2006 um 17:35 Uhr

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Ich hoffe, daß ich als "Dom" nicht gleich gesteinigt werde, wenn ich mich zu diesem Thema äußere.

Ich habe die einzelnen Ansichten aufmerksam betrachtet, und ich muß sagen momentan sehe ich meine Ansichten darin bestätigt. Dominanz und Devotion sind Einstellungen, die sich als ganz vorsichtige Gratwanderung darstellen lassen. Es mag bestimmt "Natur-devotion" geben, aber ich kann mir nicht vorstellen wie das in der Realität aussehen kann. Und was passiert, wenn man mal davon abweicht? In meinen Augen ist das zwar schon Einstellungssache, aber sie muß durch den Partner gezielt erweckt*) , bzw herausgefordert werden. Darüberhinaus sollte ein Dom/Sub-beziehung auf Gleichberechtigung und gegenseitiger Rücksichtnahme basieren.

Jakkamushi

Überarbeitung:

*) erweckt ist hierin falsch ausgedrückt, bei meiner Süßen hab ich festgestellt, daß Devotion und Masochismus durchaus vorhanden sind. Diese Seiten hatte sie mir gezielt, aber auch nur begrenzt auf intime Momente, "angeboten"

ich glaube so trifft das schon eher zu

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Victoria

Autorin.

30.05.2006 um 18:40 Uhr

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Hallo zusammen

Ja, dieses Wort "naturdevot" würde mir auch mal zugesagt....

Und auch ich habe lange darüber nachgedacht und das Gespräch gesucht mit demjenigen, der mich so bezeichnete..

Mag die Wortwahl auch unglücklich sein, so ist denke ich doch ein Fünkchen Wahrheit drin.

Viele nehmen die devote Rolle als ebensolche....als Rolle...als Spielpart, die sie wahrlich und aus voller Lust genießen. Nicht entscheiden müssen, nicht entscheiden dürfen, nicht entscheiden können kann auch für "nicht SMler" eine echtes Vergnügen und ein lustvoller Kick sein. Ich meine das völlig wertungsfrei. Wenn während der Hingabe und der ergebenen Lust immer der Gedanke "jetzt sollte ich dies und jenes machen...das gehört dazu....jetzt muß ich so tun, als wenn..." im Kopf der/des Subs bleibt, ist und bleibt es eben ein Spiel im herkömmlichen Sinne.

Auch ich bin im Alltag eine durchaus selbstbewußte, manchmal gar dominante Person. Trifft jedoch jemand meinen Punkt, hat er es geschafft, durch Blicke, Worte, Gesten den langen und steinigen Weg zu meiner devoten Ader zu finden, ist es mein tiefstes Verlangen und größtes Geschenk, ihm meine Ergebenheit zu zeigen. Es ist schwer auszudrücken...nicht nur während der Session oder mitten im "Spiel" drängt es mich dann in diese Rolle,. die dann keine mehr ist...auch kleine Gesten und Blicke sind mir dann ein echtes Bedürfnis, ohne mich dabei aufzugeben oder meine Belange außer acht zu lassen. Ich bin auch dann weder Putzfrau noch Bedienstete.... ich bin auch dann eine selbstbewußte Frau...aber es verzehrt mich dann manchmal fast schmerzhaft nach Demut.

Der Knopf liegt dann in seinen Händen....und ich kann und will nichts dagegen tun...

Es ist nur ein Gedanke...

Aber vielleicht liegt in diesem Gefühl der kleine Unterschied...

mit fröhlichen Grüßen,

Victoria

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Gelöscht.

30.05.2006 um 18:42 Uhr

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Mein Naturell ist es, devot zu sein.

Schon bevor ich meinen Herren kennen lernte, diente ich brav 24Std. am Tag den Menschen in meinem Umfeld und bediente sie in allen alltäglichen Dingen. Vom Essen kochen bis zum Wäsche waschen, ob im Garten, auf dem Hof oder beim Umbau. Die "niedersten Arbeiten" waren grundsätzlich meine. Dabei waren die Menschen in meinem Umfeld nicht annähernd so umsichtig und verantwortungsbewußt, wie es mein Herr ist, mit dem ich nun zusammenlebe. Das ich funktionierte war selbstverständlich, es wurde keine Rücksicht auf meine Gesundheit genommen, niemand machte sich Gedanken um mein Wohlergehen.

Viele meinen hier in ihren Beiträgen ziemlich klar, nicht "naturdevot" zu sein. Manche zweifeln gar, ob sie denn überhaupt devot sind.

Devotsein fängt nicht erst im sexuellen Miteinander an, sondern beginnt im Kopf. In der Einstellung die man sich selbst gegenüber hat und die man anderen entgegenbringt. Devotsein beginnt da, wo man eine Hierarchie akzeptiert, in der man nicht den ersten Platz einnimmt. Es heißt nicht, das Allerletzte in dieser Hierarchie zu sein! In unserem Alltag ist die Rangordnung festgelegt und in unserer klaren Rollenverteilung verankert. Platz 1 in der Hierarchie hat mein Herr, auf dem Rang unter ihm folge ich. Die Kinder wiederum stehen im Rang unter mir (wohlgemerkt, wir reden von der Hierarchie, nicht von der Priorität!). Ihnen muss ich mit der notwendigen Konsequenz die Grenzen setzen, die jedes Kind braucht. Den mir zugewiesenen Platz so gut ich es kann zu vertreten - das erwartet mein Herr von mir. Es ist sein Recht.

Ich bin wohl das, was man als "starke Sub" bezeichnen würde - aber ich büße nichts von meiner Devotheit ein, wenn ich am Telefon z.B. einen Handwerker rüge oder mit Nachdruck bei den Ämtern meine Rechte einfordere. Ich mag in diesen Fällen durchaus dominant erscheinen - diene aber letztendlich genau in diesem Moment besonders, denn ich handele hier gegen mein eigentlich devotes Naturell. Mir persönlich fällt es alles andere als leicht, Ellbogen einzusetzen oder um des Geldes Willen mit Behörden herumzustreiten, aber wer mal versucht hat dort etwas zu erreichen weiß, dass man mit einem devot-schüchternen Auftreten und sanfter, leiser Stimme nichts bekommt. Nichtmal das, was einem zustehen mag.

Ich büße auch nichts von meiner Devotheit ein, wenn ich nicht vor jedem Mann und jedem Dom auf die Knie falle. Im Gegenteil!

Es ist eher Zeichen meiner guten Erziehung, nur auf die Befehle meines Herren zu hören und nach SEINEN Befehlen zu handeln.

Von einem wirklich gut erzogenen Hund würde man niemals erwarten, jedermanns Liebling zu sein und sich vor jedem Fremden auf den Rücken zu werfen, mit schutzlos dargebotener Kehle und in Unterwerfungspose. Also grob gesagt: Soll ich meinem Herren weniger gut dienen, als ein Köter? Ich höre einzig auf die Stimme und die Anweisungen meines Herren. ER kann mir überall und jederzeit befehlen. Sonst keiner.

Mein Herr wiederum büßt überhaupt nichts von seiner Dominanz ein, wenn er mir Aufgaben überträgt und mir in einem Umfang, den er für angemessen hält, die Entscheidungsbefugnis einräumt. Warum sollte sich mein Herr mit jeder läppischen Alltagsentscheidung belasten? Ihm das Leben angenehm zu machen und ihm zu dienen - dafür hat er schließlich mich, seine Sklavin. Mein Herr nutzt mich - sein Eigentum. Warum sollte er nicht nach seinem Gutdünken über meine Fähigkeiten verfügen? Es ist sein gutes Recht mein Wissen, meine Erfahrungen, meine Kenntnisse einzusetzen, wie es ihm gefällt. Er macht lediglich von seinem Recht als Herr Gebrauch, wenn er seine Sklavin so einsetzt, daß diese ihm von größtem Nutzen ist. Natürlich kann er mir diese Entscheidungsbefugnisse auch jederzeit und überall kommentarlos entziehen. Es liegt einzig und allein in seinem Ermessen, was ich darf und was nicht. Und natürlich kann mein Herr seine Sklavin auch nach ihrer Meinung fragen. Aber die letzte Entscheidung fällt alleine er.

Mein Herr verliert auch nichts von seiner Dominanz, wenn er mich nicht "verleiht" oder "fremdbenutzen" läßt. Er würde auch nicht jeden Fussel mit seinem Ferrari fahren lassen. Ich bin seine Sklavin, sein Besitz und sein Eigentum. Ich bin nicht Allgemeingut.

Devotsein beginnt im alltäglichen Miteinander. Ich verhalte mich meinem Herren gegenüber jederzeit respektvoll und höflich. Mein Ton und meine Wortwahl sind entsprechend. Natürlich frage ich mehr um Erlaubnis, als es in einer gleichberechtigten Partnerschaft der Fall ist, ich bin vermutlich auch aufmerksamer, was die Bedürfnisse meines Herren angeht und bedanke mich mehr. Aber bislang ist das keinem Außenstehenden seltsam vorgekommen. Mein Herr ist sich seiner Verantwortung jederzeit bewußt und seine Entscheidungen sind den Umständen angepasst. Wenn es nicht geht, dann wird er mich nicht zum servieren auf die Knie befehlen - auch wenn er das natürlich könnte. Es ist ein stummes Ritual der feinen, kleinen Gesten. Ein Blick von mir zeigt ihm, daß ich mir in diesem Moment verinnerliche, sein Eigentum zu sein und ihm zu dienen. Auch wenn ich nicht körperlich vor ihm knie, so weiß er das ich mental genau in diesem Augenblick zu seinen Füßen bin. Genauso genügt auch ein Blick von ihm um mich zu rügen oder zu tadeln. Wenn man sich gut kennt, dann braucht es dafür keiner Worte mehr.

24/7 D/s heißt nicht, daß man rund um die Uhr aller Welt beweisen und zelebrieren muß, in was für einer Beziehung man lebt. Es gehört mehr zum Devotsein, als ein Halsband zu tragen oder ohne Slip herumzulaufen. Devotsein und der Wille zu Dienen muß aus dem Herzen und aus Überzeugung heraus kommen. Alles andere wäre nur eine Show.

... und um nun doch noch kurz auf das sexuelle Miteinander einzugehen:

Wenn Sub durch Arbeit, Haushalt und Beruf oder warum auch immer zu müde oder zu geschafft ist, um ihrem Herren zu dienen, so braucht sie ihn doch nur um Schonung zu BITTEN? Sie ist wegen einer Bitte nicht weniger devot und ein verantwortungsbewußter Herr wird sein Eigentum zu pflegen wissen und es nicht leichtfertig kaputtspielen.

*~*~*

berit{Phil}

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Engelchen

Autorin. Teammitglied. Vereinsmitglied.

30.05.2006 um 18:42 Uhr

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Liebe berit{Phil},

was für eine wunderbare Ausführung deiner Gedanken und Gefühle. Ich selbst bezeichne mich nicht als devot. Habe aber großen Respekt vor Menschen wie DU.

Selten habe ich so eindrucksvolle Zeilen gelesen, die mir die devote Seite näher gebracht haben. Wobei ich glaube, dass dich der eine oder andere für deine Gedanken, deine Hingabe, dein ICH beneiden.

Ich wünsche euch von Herzen Glück für euren weiteren Weg, der Anfang ist getan und es scheint euch weiter zu bringen als manch einer in seinen kühnsten Träumen glauben mag.

Herzliche Grüße

Engelchen

Signatur

Das Leben ist das was einem zustößt, während man auf die Erfüllung seiner Träume wartet.

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