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Der Sinn von BDSM aus der Sicht des Unterwürfigen

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17.03.2021 um 10:18 Uhr

Nachdem ich mich viele, viele Jahre mit der Frage herumgeschlagen habe, welchen höheren Sinn es hat, dass ich mich unterwerfen will, habe ich endlich eine Antwort darauf gefunden, und ich würde diese Antwort gerne mit euch teilen, weil ich weiß, dass viele mit ihrer Natur kämpfen.

Ich bin ein Mann und fühle mich zu dominanten Frauen hingezogen. Das bringt am Anfang viele Probleme mit der Selbstwahrnehmung mit sich, denn das Bild eines attraktiven Mannes hat nach dem klassischen Verständnis wenig mit Unterwerfung zu tun. Im Tierreich sieht man, dass die Männchen, die sich anderen unterwerfen, nicht die sind, mit denen sich die Weibchen paaren, und wenn man an einen attraktiven Mann denkt, denken viele, mich eingeschlossen, an einen James Bond in der Form von Sean Connery. Solche Gedanken sind vielen von Euch vertraut. Meistens hilft man sich darüber hinweg, indem man sinngemäß sagt, was Spaß macht und einen erfüllt, kann nicht falsch sein. Das stimmt auch, aber heute habe ich eine Erklärung zu BDSM gefunden, die einen tieferen Sinn ergibt:

Es gehört zu den Praktiken von S/M, dass man seine Partnerin als Göttin anspricht. Ich hatte damit immer ein Problem, nämlich das vom Christentum übernommene „du sollst keinen Gott neben mir haben“. Andererseits ist Gott überall, also auch in der Partnerin. Wenn man also Gott in der Partnerin sieht, sieht man Gott. Es geht hier nicht um ein perverses Spiel, sondern um eine tief empfundene Spiritualität.

Ein anderes Element von S/M ist Dankbarkeit. Dankbarkeit für Schläge.

Wenn man Dankbarkeit für die Schläge von Gott empfindet, kann man eigentlich nur noch für alles Dankbarkeit empfinden. Diese Dankbarkeit erhebt das eigene Leben und schafft eine umfassende Verbindung zum Göttlichen.

Dankbarkeit ist der ultimative Bewusstseinszustand, der alles Leid hinwegfegt und dir einen göttlichen Platz im Universum gibt. 

Wenn man also die Sehnsucht hat, sich dem Göttlichen zu unterwerfen, dann verfolgt man damit auch einen ultimativen Sinn. Und ich dachte immer, meine Neigung sei eine unerklärliche und mitunter unerfreuliche Laune der Natur :) . Ich hoffe diese Gedanken helfen dem einen oder anderen, Frieden mit seiner eigenen Natur zu schließen.

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17.03.2021 um 11:54 Uhr

Respekt vor diesem Erklärungsversuch. Kann mich dem zwar nicht anschließen, aber der Versuch zeigt ernsthaftes Bemühen.

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17.03.2021 um 12:19 Uhr

Die Erklärung ist mir eingefallen, nachdem ich heute morgen eine Meditation über Dankbarkeit gemacht habe. Ich lag nur auf meinem Bett und wiederholte Mantra-artig "Danke, danke, danke..." Nach und nach kam mir alles in den Sinn, wofür ich dankbar sein kann, und brannte sich in mein Herz. Eine Stunde später fiel mir dann plötzlich dieser Gedanke ein, und ich musste es sofort aufschreiben und mit jemandem teilen, also hab ich hier ein Konto aufgemacht und reingeschrieben :). Danke für dein Feedback.

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Miamore

Gelöscht.

17.03.2021 um 14:31 Uhr

Grappadura

Nachdem ich mich viele, viele Jahre mit der Frage herumgeschlagen habe, welchen höheren Sinn es hat, dass ich mich unterwerfen will, habe ich endlich eine Antwort darauf gefunden

Ich weiß nicht, warum man da einen höheren Sinn suchen muss. Meine einfache Antwort darauf lautet, dass es meine Neigung ist und ich es mag, wenn sie erfüllt wird. Das dient keinem höheren Zweck als meinem eigenem Wohlbefinden. Es strebt doch jeder Mensch, also auch die NichtBDSMler, nach dem, was ihn glücklich macht.

Viele Grüße

Mia

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17.03.2021 um 15:10 Uhr

Miamore

Grappadura

Nachdem ich mich viele, viele Jahre mit der Frage herumgeschlagen habe, welchen höheren Sinn es hat, dass ich mich unterwerfen will, habe ich endlich eine Antwort darauf gefunden

Ich weiß nicht, warum man da einen höheren Sinn suchen muss. 

Ich suche Sinn im Leben, auch wenn es vielleicht sinnlos ist, den Sinn zu suchen. Und daher schlage ich mich gelegentlich mit dem herum, worin ich keinen Sinn entdecken kann. Ganz oben auf der Liste stand immer dies. Und damit seinen Frieden zu finden, war nicht leicht, da ich es als makelhaft empfunden habe. Wenn ich aber sehe, dass dem eine innere spirituelle Suche innewohnt, dann gewinne ich dem ganzen einen neuen Aspekt ab, der es mir leichter macht, Frieden zu schließen. Wobei ich denke, in der Praxis würde es eine Herausforderung darstellen, tatsächlich sein Herz aufzumachen und das Göttliche im Partner zu sehen. Wenn man aber diese Hürde nähme, würde die Erfahrung selbst noch um eine Stufe tiefer gehen. Wenn man also nach Glück strebt, täte man vielleicht gut daran, diese Sichtweise anzunehmen, um noch mehr Glück zu erfahren (?)

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Schattenwölfin

Autorin. Lektorin. Förderer.

17.03.2021 um 17:15 Uhr

Spannende Gedanken, auch wenn ich ihnen nicht in Gänze folgen kann …

Dankbarkeit ist bestimmt nichts schlechtes, aber ich bekomme Bauchgrummeln, wenn ihr eine so hohe Bedeutung zugemessen wird. Wie mir überhaupt Überhöhungen immer etwas suspekt sind.

Grappadura Du schreibst: „Wenn man also die Sehnsucht hat, sich dem Göttlichen zu unterwerfen, dann verfolgt man damit auch einen ultimativen Sinn.“ Das klingt sehr allgemeinverbindlich. Aber kann es das sein? Was ist mit denen, die keinen Gott und nichts Göttliches haben, beides auch nicht wollen? Folgen die keinem oder nur einem geringwertigen (gegenüber ultimativem) Sinn?

Was mit denen, in deren Vorstellung Gott/Götter/Göttliches eine Rolle spielen, die aber nicht willens sind, sich dem zu unterwerfen?

Neugierig grüßt die Wölfin

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Devana

Autorin. Lektorin. Teammitglied.

17.03.2021 um 17:26 Uhr

Wie wäre es, wenn man das "Göttliche" durch das Streben nach "Glück" ersetzt? Das eigene Glück, aber auch das Glück des Partners - oder eben das gemeinsame Glück. Das Glück des einzelnen vermehrt das Gesamtglück der Menschheit (im Idealfall). Glückliche Menschen strahlen dies aus und tragen zum Allgemeinglück bei.

Dies ist jedenfalls ein Ansatz, dem ich eher folgen kann als das Göttliche im Partner zu sehen. Aber jedem das Seine.

Generell habe ich mit meiner Neigung noch nie gehadert, weiß aber, dass es eben vielen Menschen schwer fällt, ihr eigenen Ich zu akzeptieren.

Grüße

Devana

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Drachenlady

Autorin. Förderer.

17.03.2021 um 17:45 Uhr

Sinnsuche ist ein ganz schwieriges Thema, genauso wie die oft und häufig in epischer Breite zitierte Dankbarkeit.

Ich bin weder ein religiöser Mensch noch bin ich irgendwem für irgendetwas dankbar. Höchstens dem "Schicksal" - was immer das auch sein mag -  dass sich die Wege meines Mannes und die meinen gekreuzt haben.

Ich bin auch nicht auf Sinnsuche, denn die ist meiner persönlichen Meinung nach im Wortsinne sinnlos.

Wenn jetzt aber jemand für sich, und zwar ausschließlich für sich selbst, einen Weg sucht und gefunden hat, diese für ihn wichtige, ja vielleicht sogar lebensnotwendige Frage nach dem Sinn des Lebens zu beantworten, dann kann, muss es für andere egal sein, wie diese Antwort heißt. Ob Dankbarkeit oder die Anbetung des Göttlichen, wenn ein Mensch eine für sich sinnstiftende, befriedigende Antwort gefunden hat, ist es egal wie diese lautet. Solange das keine negativen Auswirkungen auf andere hat, weil man glaubt, diese Antwort jetzt in missionarischem Eifer anderen aufoktroyieren zu müssen.

Es soll und darf doch bitte jeder nach seine Façon glücklich werden.

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Schattenwölfin

Autorin. Lektorin. Förderer.

17.03.2021 um 19:25 Uhr

Drachenlady

Es soll und darf doch bitte jeder nach seine Façon glücklich werden.

Wer, liebe Drachenlady, wollte dem Alten Fritz hier widersprechen?

Mir fehlt es im Ausgangsbeitrag an der Ausschließlichkeit (für sich selbst), die Du angesprochen hast und deren Bedeutung nicht genug betont werden kann. Unter anderem deswegen meine Fragen ... 

Wölfin

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dienerin

Autorin. Förderer.

17.03.2021 um 19:41 Uhr

Uih

Was für ein Fass wurde denn da aufgemacht. 

Gott ist Gott. 

Mein Dom ist mir sehr wichtig, so wie anderen der Partner, Ehemann oder Frau, kann aber nicht zu Gott werden. 

Es kann sein, dass die Wichtigkeit Gott und Dom eine Rolle spielen. Die unterscheiden sich aber in den wichtigen Aspekt, dass der dominierende Mensch immer Mensch bleibt. Was zur Anbetung führen kann. Weswegen es ja die Warnung vor dem anbeten mehrerer Götter gibt. 

Meine Neigung ist meine Neigung. 

Auch ich fragte mich, wie mein Glaube und meine Neigung zusammen passen und ich schmunzel oft genug in Gottesdiensten wegen der Parallelen die es durchaus gibt und mich eher nachdenklich zurück lassen. 

Meine Sexualität ist von Gott geschenkt (wie vieles andere eben auch, so zumindest glaube ich es), dann wird er auch wollen, dass ich sie lebe.

Mein Sinn im Leben? So zufrieden zu sein wie möglich. Glück ist meist etwas kurzlebiges, Zufriedenheit eine längere Form von glücklich sein. 

Das ist meine Sicht auf die Dinge. 

Und ich weiß, dass das ohne zu glauben anders aussieht. Und das kann ich gut stehen lassen. 

Mein Dom ist bei mir sehr liebevoll, mein Mensch. 

Aber Gott ist Gott. 

Dienerin

Evtl nachfragen falls ich nicht verstanden wurde. 

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