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Forum - BDSMler unter sich - BDSM in den Medien

Scheiß auf die öffentliche Akzeptanz!

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19.05.2019 um 09:12 Uhr

Hallelujah dass du uns gefunden hast!! 

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Poisen

Gelöscht.

19.05.2019 um 15:26 Uhr

Ja, hallo ich finde das Thema total interessant, dafür hätteich mich bis vor kurzen nicht erwärmen können. LG

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Nachtasou

Autor.

19.05.2019 um 21:32 Uhr

geändert am 19.05.2019 um 21:44 Uhr

Jetzt ist SM im Eurovision Song Contest angekommen (Island). Mit Gegröle, Hammer und Amboss und einer verrenkten Performance, mit den Refrain-Zeilen "Der Hass wird siegen, die Liebe wird sterben".

Ob es in dem Lied um eine enttäuschte Liebe geht oder um mehr, ... keine Ahnung. Auf jeden Fall um Destruktion.

In der nordischen Mythologie gibt es Ragnarök, eine Weltendämmerung, bei der die Götter gleich mit untergehen. Alles. Einfach alles. Volk und Führer gleich mit.

(Dass Götter haftbar gemacht werden, find ich eine gute Alternative zum Gängigen *g)

BDSM als Bebilderung dieser Größenphantasien, der Effekthascherei wegen.

Die "öffentliche Akzeptanz" akzeptiert Vorurteile und schlagkräftige Bilder.

(p.s. mein Favorit war der Beitrag aus Slovenien; mit der Textzeile: "Hör auf, Dich bei mir zu entschuldigen."

Und so schön vorgetragen)  

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19.05.2019 um 23:02 Uhr

HATARI gibt es nicht erst seit dem diesjährigen ESC. Sie treten schon immer so auf. Ihre Texte sind gesellschaftskritisch.

Isländisch ist eine noch "härtere" Sparche als deutsch. Das hört sich dann halt irgendwie brutal an.

Nachdem ich mich beim ersten Halbfinale auch über den Auftritt beschwert hatte, habe ich ein bisschen genauer geforscht und denke nicht, dass sie BDSM instrumentalisieren.

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01.04.2021 um 10:46 Uhr

geändert am 01.04.2021 um 11:22 Uhr

Mai

Denn das spielt sich bei mir in den eigenen vier Wänden ab. Ich finde es gut, dass es heute sehr komfortabel ist, sich über das Internet zu informieren und endsprechende Partner zu finden. Das hat einen echten Vorschritt gebracht. Ansonsten sind mir entsprechende Treffen ziemlich gleichgültig, für mich ist es ausschließlich entscheidend, dass mein Partner auch drauf steht, darüber hinaus hab ich ja mit niemandem Sex, brauche keine Zuschauer, oder Freundeskreise, mit denen ich mich zusammen  elitär fühlen kann.

Kann ich glatt so unterschreiben. Allerdings habe ich das Gefühl, das reicht vielen Menschen inzwischen nicht mehr. Sie können nicht ihr Glück, dass sie im privaten gefunden haben, einfach nur genießen. Sondern es wird noch gesellschaftliche Akzeptanz eingefordert. Aber wieso? Mein Sex wird nicht besser wenn meine Freunde oder meine Nachbarin Frau Müller wissen, dass ich meine Gespielinnen gerne fessel. Oder doch?

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01.04.2021 um 21:08 Uhr

Die meisten suchen im außerhalb Bestätigung, darum wird alles geteilt. Da sie sich selbst nicht diese Bestätigung geben können, verlernt haben oder oder.

Schade eigentlich, denn manchen bleibt es verwehrt, die es zu schätzen wissen...

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01.04.2021 um 22:02 Uhr

Ich kenne die Frau Müller zwar nicht, aber man sollte nichts unversucht lassen. Vielleicht kann die etwas Bereicherndes beitragen, sofern es noch freie Kapazitäten gibt. Aber Du hast schon Recht!

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Drachenlady

Autorin. Förderer.

23.04.2021 um 21:58 Uhr

Es wurde schon viel gesagt, der Grundtenor ist im Prinzip derselbe:

Es ist meine Privatsache! Es geht niemand etwas an, was ich wo und wie treibe und ob und wenn ja ich BDSM Praktiken mag und auch ausführe. Soweit so gut, nachvollziehbar und an vielen Stellen würde ich das auch so unterschreiben. Wenn, ja wenn da nicht ein großes „ABER“ wäre.

Man schafft damit das Thema nicht aus der Welt. Es ist wie bei Sexspielzeug. Mittlerweile läuft auf vielen Programmen zu jeder Tageszeit Werbung von entsprechenden Online-Händlern, selbst die Verwendung von Gleitgel, auch eines der Tabuthemen, wird - durchaus kreativ, wie ich finde - aktiv beworben. Die Umsätze steigen, aber wenn man fragt, kauft keiner das Zeug. Niemand gibt es zu, keiner lässt das zuhause rumliegen und auch hier wird darüber diskutiert, wo man denn sein Spielzeug versteckt. Genauso wie bei Pornos, keiner sieht sie an und doch sind die Deutschen Weltmeister im Porno gucken.

Jetzt machen wir einmal ein Gedankenexperiment:

Wir gehen davon aus, dass ein herumliegender Vibrator (nur mal so als Beispiel) keine Ohnmachtsanfälle bei der zu Besuch weilenden Verwandtschaft mehr auslöst und auch BDSM nichts abwegiges mehr ist. Dass alles als ganz „normal“ angesehen wird und man sich im Freundes- und Bekanntenkreis ohne jegliche Scham und verklemmtes Kichern darüber unterhalten kann. Dass die vermeintliche „Neuigkeit“ am sensationslüsternen Stammtisch und bei all den Tratschtanten, die Erwähnung, das der- oder diejenige Spaß daran hat, sich fesseln und schlagen zu lassen, nur noch ein Gähnen und ein müdes „Ja, und?“ hervorruft. Dass man also mit diesen Informationen keinen Blumentopf mehr gewinnen, sich nicht mehr wichtig machen kann, weil es gesellschaftlich akzeptiert ist. Weil Öffentlichkeit und auch das Rechtssystem kein Problem damit haben.

Was wäre dann anders als jetzt?

Es könnte niemand mehr wegen seiner Neigung diskreditiert werden!

Keiner müsste mehr Angst haben, bei schmutzigen Scheidungen in den Dreck gezogen zu werden und um das Sorgerecht für die Kinder bangen zu müssen.

Es gäbe kein fremdbestimmtes Outen mehr, um unliebsame Konkurrenten, zum Beispiel im Politikbereich und bei Wahlen, loszuwerden.

Und es hätte auch keine Auswirkungen mehr im Berufsleben, wenn es beispielsweise um den Aufstieg auf der Karriereleiter geht. Es würde beim Besetzen von Führungspositionen niemanden interessieren, es würde nicht in Frage gestellt, ob die entsprechende Person, weil submissiv, dafür geeignet sei.

Daher halte ich den Punkt „Öffentliche Akzeptanz“ nicht für vernachlässigbar, weil es sich dabei eben nicht nur um Privates dreht, sondern im schlimmsten Fall gegen einen gerichtet wird.

Aber statt objektiver - oder alternativ keiner? - Berichterstattung wird man mit unsäglichen Formaten im TV wie „Mütter machen Pornos“ konfrontiert, in denen besorgte Mütter bei Pornoszenen mit Würgereiz kämpfen, eine angebliche Erzieherin fluchtartig ein Domina-Studio verlässt, wo Väter Männern Prügel androhen, wenn sie erfahren würden, dass die „so etwas Abartiges“ mit ihren Töchtern machen, wo BDSM schlicht mit Gewalt gleichgesetzt und mit Bezeichnungen wie 'unnormal', 'eklig' oder ‚krank' abgewertet wird, wo weder Toleranz - von Akzeptanz ganz zu schweigen - noch die Selbstverständlichkeit von anderen sexuellen Spielarten vermittelt, sondern alles außer Blümchensex als pervers eingestuft wird. Auch wenn das alles nur „scripted reality“ und ausschließlich zum Quote machen gedreht wurde, so bedient es doch alles an Vorurteilen und Schubladendenken, was die breite Masse ja schon immer gewusst hat und einem dann bei obengenannten Beispielen das Leben richtig schwer machen kann.

Selbst in angeblich offenen, vermeintlich aufgeklärten und sich selbst als tolerant bezeichnenden Formaten wie „Paula kommt“ (SIXX) wird BDSM immer irgendwie als mehr oder weniger abartig dargestellt. Man bemüht US-amerikanische Pseudo-Doku-Spots mit  ziemlich extremen Varianten, ausgesucht frei nach dem Motto „Man hat es ja schon immer gewusst, die haben alle einen an der Klatsche“ nur um die Sensationslust zu bedienen. Echte Aufklärung null, Beitrag zur öffentlichen Akzeptanz => negativ.

Solange aber die Öffentlichkeit mit solch einem Schwachsinn zugemüllt wird, wird sich an der Wahrnehmung von BDSM in der Gesellschaft nichts ändern. Und weil BDSM’ler auch deswegen vielfältige Repressalien befürchten müssen, ist meiner Meinung nach die öffentlichen Akzeptanz ein eben nicht zu ignorierender Punkt, sondern notwendig. Auch wenn es noch ein weiter Weg ist bis dahin.

Und ja, deshalb finde ich auch öffentlichkeitswirksame Aktionen gut, wie wenn zum Beispiel die SMJG Bondage-Vorführungen auf Veranstaltungen (wie dem häufig geschmähten CSD) zeigt.

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25.04.2021 um 22:13 Uhr

Drachenlady

Solange aber die Öffentlichkeit mit solch einem Schwachsinn zugemüllt wird, wird sich an der Wahrnehmung von BDSM in der Gesellschaft nichts ändern. Und weil BDSM’ler auch deswegen vielfältige Repressalien befürchten müssen, ist meiner Meinung nach die öffentlichen Akzeptanz ein eben nicht zu ignorierender Punkt, sondern notwendig. Auch wenn es noch ein weiter Weg ist bis dahin.

Ich wage mal die Behauptung, dass bestimmte Praktiken niemals eine breite öffentliche Akzeptanz erfahren werden. Gegen die von Dir genannten Repressalien sorgt man am besten vor, wenn man private Dinge wirklich privat sein lässt. Aussagen, die sich nicht beweisen lassen, sind immer noch der beste Schutz.

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Drachenlady

Autorin. Förderer.

26.04.2021 um 00:38 Uhr

Hallo Nevis,

prinzipiell gebe ich Dir ja recht. Aber leider klappt die absolute Geheimhaltung auch bei aller gebotenen Umsicht nicht immer. Ich persönlich halte es für einen Trugschluß zu glauben, man könnte es geheim, für immer und alle Zeiten unter Verschluss halten.

Es nützt zum Beispiel die ganze Vorsorge nichts, wenn ehemals Privates bewusst an die Öffentlichkeit gezerrt wird, wie dies zum Beispiel bei Trennungen der Fall sein kann. Wenn der oder die Ex hofft, sich selbst mit dieser Indiskretion in ein besseres Licht rücken zu können. Oder wenn trotz aller Beteuerungen und Versprechen sich vermeintlich gute, beste Freunde "verplappern", sei es nun unabsichtlich oder tatsächlich gewollt, aus welchen Gründen auch immer. Wenn also sogar im privatesten Umfeld versucht wird, sich mit der Weitergabe solch vertraulicher Dinge einen persönlichen Vorteil zu verschaffen.

Es besteht trotz aller Vorsicht immer die Gefahr, es bleibt ein gewisses Restrisiko, dass Leute, die es überhaupt nichts angeht, wie auch immer davon erfahren. Dies natürlich umso mehr, je mehr man sich bei entsprechenden Veranstaltungen wie in Clubs, bei Partys etc. zeigt. Kann man natürlich sagen, selber schuld, bleibt halt zuhause in euren vier Wänden. Aber warum sollen sich diejenigen, die daran Spaß haben, verstecken müssen? Wie dies leider von Homosexuellen auch heute noch viel zu oft verlangt wird.

Mal abgesehen davon, dass das eigene Zuhause wie in den oben genannten Beispielen eben auch keinen absoluten Schutz bietet.

Und was die Akzeptanz von BDSM, von bestimmten Praktiken betrifft, bleibe ich trotz allem Optimist. Vor 30 Jahren noch wurden Songs mit dem Wort "Arschloch" im Rundfunk zensiert und nicht gespielt, war expliziter Sextalk im Fernsehen undenkbar. 1994 wurde endlich der §175 BGB abgeschafft, der männliche (!) Homosexualität unter Strafe stellte. Vor noch nicht mal 10 Jahren wurde die medizinische Einstufung von SM als psychische Störung im Sinne von behandlungsbedürftiger Krankheit in sexuelle Präferenz geändert (das ist jetzt sehr verkürzt dargestellt). Es tut sich also etwas, wenn auch langsam. Aber mit kleinen Schritten kommt man auch ans Ziel.

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