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Forum - Schreiben - Übungen

Blitzlicht (Staffel 3): Der letzte schöne Herbsttag

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Meister Y

Autor. Förderer.

17.11.2018 um 17:25 Uhr

Katika: Zunächst einmal willkommen im Blitzlichtgewitter . Du beschreibst eine wirklich intensive Situation, spielst mit der Vorstellungskraft der Leserinnen und Leser und setzt den Herbst mit bunten Blättern, kühlem Wind und warmen Sonnenstrahlen geschickt in Szene. Licht, das auf besonderen Goldschmuck trifft, eine sehr schöne Vorstellung.

Danke für diese wunderbaren Gedanken, für eine besondere Momentaufnahme. Traue Dich, ich würde gern mehr davon lesen!

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Knurrwolf

Autor.

18.11.2018 um 18:43 Uhr

Der Letzte

Düstere graue Wolken bedeckten den Himmel und sorgten für eine Stimmung, die der Jahreszeit angemessen war. Dichte Nebelfetzen wogten von den weitläufigen Feldern und sanften Hügeln herüber, um bis in die Straßen des Dorfes zu wallen. Wie ein geisterhafter Schleier hüllte er alles ein, bis schon nach wenigen Metern die Umrisse zu verschwimmen begannen. Auch die wuchtigen Stämme der Alleebäume schienen in dem diffusen Nebel zu verschwimmen, bis man kaum mehr den nächsten erkennen konnte.

Doch das störte den Mann nicht, der an einem von ihnen lehnte. Gehüllt in einen schwarzen Wollmantel, schützte ihn ein Hut aus gleichem Material vor dem leichten Nieselregen, der unaufhaltsam herabfiel. Aus dem Halbschatten der Krempe blickten seine Augen geradezu genussvoll in die geisterhaften Schleier, hinter der sich die Häuser verbargen.

"Bist du bald fertig?", die Stimme gehörte einer Frau, die nun aus dem Nebel heraustrat. "Langsam wird mir kalt."

Auch sie war in einen langen Mantel gehüllt, doch ihr Haupt war unbedeckt. Das lange, weiße Haar fiel in einem Pferdeschwanz über ihren Rücken hinab und sie hatte die Hände tief in den Manteltaschen vergraben. Goldene Augen blitzten beiderseits einer eleganten Nase und ihre Haut war so hell, dass sie gut zu der mystisch angehauchten Atmosphäre passte.

"Ich wollte ihn nur noch einmal genießen", erwiderte er mit einem leichten Lächeln, als er sich von dem Baum löste und einen Arm um ihre Schulter legte.

"Was denn genau?", wollte sie wissen, als sie sich bereitwillig an ihn lehnte.

Mit einem melancholischen Seufzer führte er sie zu dem wagen Umriss einer telefonzellenartigen Box, deren mattes Blau durch den Nebel schimmerte: "Den Letzten. Den letzten schönen Herbsttag auf der Erde."

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hanne lotte

Autorin. Lektorin. Förderer.

18.11.2018 um 19:32 Uhr

Knurrwolf:

Ich weiß, wer das ist - der Doktor. und gleich steigt er in die Tardis fliegt nach Gallifrey.

Ich bin begeistert.

hanne

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Knurrwolf

Autor.

18.11.2018 um 19:37 Uhr

hanne lotte: Da hat jemand die dezenten Hinweise verstanden, ich bin zutiefst beeindruckt und erfreut

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Meister Y

Autor. Förderer.

19.11.2018 um 10:24 Uhr

Knurrwolf: "Die, die in den Schatten wandern", ein Timelord, der die Erde geniesst, ganz große klasse

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Knurrwolf

Autor.

22.11.2018 um 21:48 Uhr

Kuschelig

Für andere Leute brachte das Ende des Sommers nur Verdruss und die Sehnsucht nach warmen Temperaturen mit sich. Er war da jedoch ganz anders, denn er liebte den Herbst mit all seinen Freuden. Kühle Tage, in denen der Boden bedeckt war von buntem Laub und verregnete Stunden, an denen man es sich zu Hause gemütlich machen konnte. Daher saß Raulf nun in dem großen Lesesessel aus braunem Leder, der vor dem raumhohen Fenster im Wohnzimmer stand. Während die Stadt draußen einen nebligen Novembernachmittag erlebte, las er im warmen Schein einer Lampe in einem Buch. Erst ein dezentes Räuspern riss ihn aus seiner Literatur und sein Blick traf die amüsierten Züge einer Frau.

Während Ruby eine Tasse mit einer Teekanne und zwei Heferl auf der Kommode neben dem Sessel abstellte, erhielt er Gelegenheit sie zu bewundern. Zwar teilte sie seine Vorliebe für die Jahreszeit, trug aber demonstrativ einen roten Schal. Da ihr Körper nur noch von wollenen Strümpfen verhüllt wurde, geschah dies nicht der Kälte wegen, sondern als stumme Aufforderung. Einer, die er nur zu gerne nachkam, als sie die Felldecke vom Sofa holte und es sich dann damit auf seinem Schoß gemütlich machte.

„Danke, dass du Tee gemacht hast kleine Streberin“, begann er, nachdem sie sich arrangiert hatten, und warnte dann. „Aber ich werde nicht noch einmal von vorne anfangen.“

Rubys Erwiderung bestand darin, dass sie einen formvollendeten Schmollmund machte, während sie ihn von unten herauf anblickte. Allerdings hatte sich gezeigt, dass dies nicht immer zum Erfolg führte, wie das Brennen bestätigte, als der Stoff seiner Hose die Striemen auf ihrem Hintern reizte. Daher rückte Raulf lediglich seine Brille zurecht, gab ihr einen Kuss auf die Nasenspitze  und begann dann laut zu lesen.

"Aber, Großmutter, was hast du für ein entsetzlich großes Maul!"

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Meister Y

Autor. Förderer.

23.11.2018 um 12:11 Uhr

geändert am 23.11.2018 um 12:12 Uhr

Knurrwolf Rotkäppchen, na toll..

Wenn man liest, was für einen trüben Novembertag Du da beschreibst, muss es einfach kuschelig werden. Aber auch solche Tage können schöne Herbsttage sein.

Hier lacht heute die  deswegen:

Markttreiben

Voller Freude, mit einem Strahlen im Gesicht, war Karla an diesem Freitagvormittag in der Stadt unterwegs. Backzutaten aller Art wollte sie besorgen, freute sich darauf, am Samstag mit Uwe Plätzchen, Vanillekipferl und anderes Weihnachtsgebäck zu backen. Nach zwei nebligen, kalten Herbsttagen strahlte die Sonne vom blauen Himmel. Knapp über Null Grad, hatte das Thermometer, das an der Nordseite der alten Eiche hing, angezeigt. So wie es Uwe festgelegt hatte, trug sie an diesem Vormittag ihr Halsband unter einem lockeren, dicken Schal. Dass heute an dem O-Ring ein kleines Glöckchen hing konnte niemand sehen.

Während Karla über den Markt schlenderte, klangen von der Eisbahn fröhliche Kinderstimmen herüber. Arbeiter waren dabei, letzte Weihnachtsmarktbuden aufzustellen. Vor einem Bäckerwagen erspähte Karla Britta ganz vorn in der Schlange der Wartenden. Gegenüber waren weitere Arbeiter dabei, Weihnachtsmarktdekoration von einem LKW abzuladen. Autos rollten vorbei, alles in allem herrschte normale Betriebsamkeit. Karla ging zu Britta, tippte ihr auf die Schulter, lachte, als sich Britta umdrehte. „Zeit für einen Kaffee?“, fragte sie. „Glühwein wäre mir lieber, mir ist kalt.“, antwortete Britta mit roter Nase, nickte und umarmte Karla. „Noch zwei Kaffee?“ fragte die Verkäuferin. „Glühwein haben wir noch nicht aber ein Stück Stollen zum Kosten kann ich Euch schon anbieten.“ „Wir nehmen den Kaffee“, antwortete  Britta, nahm ihren Beutel und reichte der Verkäuferin einen zehn Euro Schein. Die Verkäuferin stellte zwei große Pott dampfenden Kaffee auf den Tresen und deutete auf den Stehtisch neben dem Bäckerwagen.

„Hörst Du das? Komisch, ich habe doch gerade eine Glocke gehört.“ sagte Britta, während sie mit Karla die drei Schritte zum Stehtisch ging. Karla schmunzelte und stellte die Kaffeebecher auf den Tisch.

„Achtung Tonprobe!“ klang es plötzlich aus einer Lautsprecheranlage. „Eins, zwei, drei…“. Britta drehte sich um. Dann ertönte Musik über den Markt „Kling Glöckchen klingelingeling, kling Glöckchen kling…“

 

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Knurrwolf

Autor.

23.11.2018 um 13:56 Uhr

Meister Y: Für jeden gestaltet sich ein "schöner Herbsttag" eben anders

Eine nette Geschichte mit Weihnachtlichen Motiven ... inklusive dem passenden Lied.

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Katika

Autorin. Förderer.

23.11.2018 um 23:34 Uhr

Meister Y: Ein wunderschöner Herbsttag, beschreibst Du hier.

Da kommt ja morgen das Wochenende mit einem Marktbesuch genau richtig...😉

Danke für diese Einstimmung auf die kommende Adventszeit.

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Katika

Autorin. Förderer.

24.11.2018 um 12:03 Uhr

Das Thema lässt mich gar nicht los. Dank der aufmunternden Worte besonders auch von Meister Y möchte ich daher noch ein paar herbstliche Gedanken mit Euch teilen:

Wunderschöner grauer Herbsttag...

Lächelnd sitzt sie im Auto und beobachtet, wie die Welt um sie herum immer grauer wird.... ein schöner Herbsttag, denn manchmal wird das dunkelgrau etwas heller, die Sonne will sich durchkämpfen, doch sie schafft es nicht.

Lara strahlt regelrecht, ist glücklich, freut sich an der schönen Stimmung, wie der leichte Dunst und Nebel dem Land die scharfen Konturen nimmt, sie wie mit einem Weichzeichner kaschiert.

Es kommt Ruhe über die Landschaft, sie darf bald in ihre wohlverdiente Winterruhe fallen.

In Gedanken ist sie noch bei den beiden letzen Tagen, in denen ihr Meister ihr so intensive Momente verschafft hat, dass das Glück ihr schon in dem Glanz ihrer Augen anzusehen ist.

Es ist in den letzen Wochen nicht viel Zeit gewesen, die sie beide außerhalb ihrer Berufe füreinander hatten. Daher fühlte es sich umso intensiver an.

Er hatte sich für sie Aufgaben überlegt, die sie erfüllen durfte....

Noch jetzt schleicht sich bei jedem Gedanken daran ein Lächeln in Ihr Gesicht und sie strahlt in die wunderschöne graue Herbstlandschaft...

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