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Forum - Schreiben - Übungen

Mit allen Sinnen beschreiben

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dienerin

Autorin. Förderer.

03.02.2016 um 16:17 Uhr

Ihr habt mich ausgeknockt.

Beim lesen, weil die Texte für moch gerade zu lang sind

Beim schreiben, weil ich die Sinne gerade nicht beieinander habe.

Also gutes trainieren

Für diese Übung muss ich wohl erst meinen inneren Schweindehund aktivieren

Dienerin

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Knurrwolf

Autor.

03.02.2016 um 17:55 Uhr

@Ungewiss: Danke für deine ausführliche und sehr hilfreiche Kritik. Abgesehen davon, dass ich es manchmal mit der Bildsprache übertreibe ist das für mich die große Schwierigkeit bei dieser Übung. Nicht in eine ganze Geschichte abzurutschen.

Aber vielleicht gelingt es mir ja beim nächsten Mal

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Knurrwolf

Autor.

03.02.2016 um 20:33 Uhr

In der Sauna

 

Es wäre untertrieben, die Temperaturen lediglich als warm zu beschreiben. Das letzte Mal, als er solche Hitze fühlte, hatte er in die offene Türe seines Kamins geblickt. Doch diesmal umspielte die glühende Luft seinen ganzen Körper, als ob er in ein Meer aus Flammen tauchen würde und jeder Atemzug brachte das Feuer in seine Lungen.

Das Klacken von Holz auf Holz zwang seine Aufmerksamkeit in eine neue Richtung und dankbar konzentrierte er sich auf das Geräusch. Mit geschlossenen Augen wartete er auf das unvermeidlich folgende Klatschen, mit dem etwas in das Wasser eintauchte. Es musste sich um die Kelle gehandelt haben, die neben dem Eimer stand. Dann folgte die einzige Warnung, als vereinzelte Tropfen wie Regen auf die Wasseroberfläche prasselten, während die Kelle bewegt wurde. Was dann folgte war ein lautes Zischen, als ob man Fleisch in eine viel zu heiß gewordene Pfanne warf.

Der Aufguss bestand nicht aus reinem Wasser, denn als er auf die heißen Steine traf und dort verdampfte, erfüllte ein feiner Geruch die Luft. Bislang war diese erfüllt von einer, durch die Hitze gedämpften, Mischung aus dem Duft verschiedener Körper. Ein herb würziges Aroma aus Schweiß, das ihn unwillkürlich an frische Erde erinnerte. Doch nun wurde dieser von einem frischen Geruch nach Almkräutern und Zitronengras verfälscht.

Unwillkürlich atmete er tief ein, um diesen aufzunehmen und dabei strich er mit der Zunge über seine Lippen. Man konnte Wärme nicht riechen oder schmecken, aber für deren Auswirkungen galt das nicht. Die Feuchtigkeit transportierte den scharfen Salzgeschmack mit sich und erinnerte ihn daran, dass er selbst ebenfalls für den Geruch mitverantwortlich war.

Mit einem kaum hörbaren Seufzer öffnete er die Augen und sein Blick fand die gegenüberliegende Bank. Helles Holz bildete den Untergrund, auf dem ein schneeweißes Badetuch ausgebreitet lag. Die Frau die darauf lag bildete einen scharfen Kontrast dazu, mit ihrer Haut die in der wabernden Luft wie frisch vergossene Schokolade glänzte. Ein Arm lag über ihrem Gesicht und enthüllte lediglich die pechschwarzen Strähnen ihres Haares. Ein einzelner Schweißtropfen zog schließlich seine Aufmerksamkeit auf sich, als dieser sich von ihrem aufgestellten Knie löste und in beinahe träger Gemächlichkeit die Reise über die weiche Rundung ihres Schenkels hinab antrat.

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Nachtasou

Autor.

04.02.2016 um 01:09 Uhr

Carins Stirn brütet in schneller Folge kleine Schweißperlchen aus, die sich zunächst jede einzeln für sich entwickeln und erst dann spürbar werden, wenn sie sich zu Tröpfchen vereinigen und anwachsen. Dann verlieren sie erst das Gleichgewicht und dann den Halt, als hätten sie sich unbedacht aus einem Fenster gelehnt, um nach einem schnellen Zickzack-Kurs von einer Augenbraue aufgefangen zu werden. Das kitzelt wie ein Federstrich auf Löschpapier. Und auch auf der Oberlippe wiederholt sich dieses Sprießen. Carin schmeckt ihr eigenes Salz, wenn sie mit der Zunge die Tröpfchen von ihren Lippen wischt, die sich wie an der Unterseite einer Dachrinne nach einem Sommergewitter sammeln. Carin liebt dieses Körpersalz auf ihrer Zunge. Kurt hatte ihr einmal gesagt gehabt, sie sei ihm das Salz der Erde. Nach diesem Satz war im Schlafzimmer eine gespannte Stille eingetreten, weil Carin keine Entgegnung darauf einfiel, so bewegt war sie. Carin zieht die Knie an und stützt ihre Fersen auf die vorderste Latte der Saunabank. Sie umschlingt ihre Knie und legt ihr Kinn darauf ab. Sie fühlt sich nicht nackt, und deswegen hat sie die Sauna aufgesucht: die Hitze legt sich wie ein Brutmantel um sie; eine Enge, die drückt, und Carin braucht heute das Gefühl, umschlossen zu sein. Gegen Luft kann man sich nicht wehren. Deren Moleküle drängen sich nun mit hochroten Köpfchen auch in die letzte Körperfalte. Salz, zur Salzsäule erstarrt, seit Kurt ausgezogen ist. Seit gestern könnte sie nur ein Hämmerchen aus ihrer Salzkruste befreien. Hau drauf. Carin hat eine Tageszeit gewählt, in der es still ist in der Sauna, nur die Dehnungsgeräusche des Elektroofens zerhacken die Zeit in kleine Einheiten wie eine verrückt gewordene Uhr. Carin nennt ihren Zustand ihre Presswehen, wenn sie sich Kummer durch Saunahitze ausschwitzt. Sie spürt, wie ihr Zorn voller Dornen und auch ihre Verlorenheit wie von Schröpfgläsern durch die Haut gezwungen wird und verflüssigt Carins Leib verlässt. Ja, tropfe nur. Je mehr desto besser. Sie wischt sich nicht über die Haut, um diese Läuterung nicht zu unterbrechen. Es würde sie auch zu sehr an Streicheln erinnern; ihre Haut signalisiert das, denn der Flaum ihrer Härchen hat sich umgelegt wie die Ähren nach einem Platzregen. Der einsetzende Eukalyptus-Geruch schmeckt kühl auf der Zunge und im Rachen und brennt in der Lunge. Von innen verglühen, von außen verbrennen. Und dann kalt duschen und vergessen!

p.s.

beste Ungewiss,

ich kann das einfach nicht ohne irgendeine Mini-Rahmenhandlung; Bilder ohne Zweck kommen mir einfach nicht, weil ich eine Stimmung brauche.

Hm. Eigentlich kann ich n_u_r Stimmungen beschreiben. Und dann auch nur als Augenmensch ... d.h. üben, üben, üben.

Spaß machts trotzdem.

hallo Karou, Deinen letzten Beitrag lese ich erst jetzt. Weil ich sonst unfreiwillig zu sehr ins Abschreiben gekommen wäre *zuwinkt*

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Nachtasou

Autor.

04.02.2016 um 01:11 Uhr

@ Wölfin. In Deiner Haut möchte ich jetzt nicht stecken, falls Du Dich noch mal dransetzt, denn das ist ja ein Temperatur-Weitsprung um mindestens 70 Grad Celsius.

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Nachtasou

Autor.

04.02.2016 um 01:20 Uhr

@ Karou

oh wie schön: die glänzende Schokolade und der gemächliche Tropfen auf dem Schenkel; das ist ja sinnlich auch im weiteren "Sinne".

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Schattenwölfin

Autorin. Lektorin. Förderer.

04.02.2016 um 08:19 Uhr

Nachtasou

@ Wölfin. In Deiner Haut möchte ich jetzt nicht stecken, falls Du Dich noch mal dransetzt, denn das ist ja ein Temperatur-Weitsprung um mindestens 70 Grad Celsius.

Solange ich mit meiner Haut nicht in der Sauna stecke ...

*

Auf engstem Raum mit fremden Menschen. Entblößte Variante eines Fahrstuhlgefühls. Beinahe warte ich auf diesen die Eingeweide berührenden Ruck, mit dem er startet und kraftvoll beschleunigt. Bloß der Panik nicht noch Vorschub leisten. Eine Sauna braucht keine TÜV-geprüften Stahlseile, um nicht in den Abgrund zu stürzen. Eine Sauna kann nicht steckenbleiben, sie steht auf einem festen Fundament. Und bewegt sich doch. Schwankt. Mein hilfloser Versuch, das durch leichte Bewegungen auszugleichen, einem ungelenken Tanz gleich. Meine Brille; ich habe sie draußen gelassen wegen des Metallgestells. Ohne Brille sind meine Augen orientierungslos, daher der Schwindel. Erleichterung. Ich brauche nur die Augen zu schließen. Ich sehe meine Zellengenossen ohnehin nur verschwommen. Schließe die Augen. Das Schwanken verebbt wie die Wellen, die von den vorbeiziehenden Containerschiffen kommend, immer kleiner auf den Elbstrand treffen. Mit geschlossenen Augen nehmen die Dinge, die ich nicht sehe, Konturen an.

Ich habe die zwei Frauen und den Mann, die vor mir die Sauna betreten haben, beobachtet. Sie hatten miteinander geplappert, einander fröhlich zugewandt, wie zwei beste Freundinnen mit dem Ranzen auf dem Rücken auf dem Weg zur Schule. So ging ich davon aus, dass sich die Enge mit ihnen würde aushalten lassen. Dass sie sich nicht zusammen mit dem Mann um mich herumschnüren würden, ohne sich dafür bewegen zu müssen. Dieser Mann sitzt mir im Rücken. Im Nacken. Vom Liegestuhl aus sah er sympathisch und gepflegt aus. Ich werde mich nicht umdrehen und nachsehen; die Unschärfe würde ihn in eine Grimasse verwandeln, und ich will nicht wissen, ob es eine komische ist oder … Die mögliche Alternative verdichtet sich in Tönen. Diese Musik in einer Filmszene, in der nur der Zuschauer weiß, dass der Killer schon an der Terrassentür steht, während die zartgliedrige Frau, die sein Opfer sein wird, eingewickelt in einen Bademantel aus flauschigem Weiß, darauf wartet, dass die Wanne mit dem Fichtennadelschaumbad sich vollständig gefüllt hat.

Ich rieche es genau, als ginge ich durch einen Wald, in dem kürzlich Bäume geschlagen und entrindet wurden. Einen Aufguss nennen sie das hier.

Das Aroma vermischt sich mit anderen Ausdünstungen, die die Hitze in meine Nase trägt. Kommen sie von den Mitbesuchern oder sind die im Gedächtnis des Holzes um mich herum verankert? Kurzzeitig werde ich wieder in den Wald katapultiert, das geschlagene Holz ist abtransportiert, es riecht nach Pilzen –

Ich rutsche auf dem Handtuch herum, auf dem ich sitze, und das auf meiner Gesäßhaut inzwischen seine Stempel hinterlassen hat, ich spüre sie förmlich. Bestimmt hat sich unter dem Tuch eine Armada aus Candida albicans  zusammengerottet, um die Schlupflöcher, die ihnen die Mikrofaserschlingen bieten, für einen Angriff auf mich zu nutzen. Hilflos wie nutzlos schlage ich nun die Beine übereinander.

Und mit einem mal passiert es, es ist wie bei früheren Saunabesuchen und weswegen ich im Grunde genommen nie wieder herkommen wollte. Ich sitze schon eine ganze Weile hier und habe in keiner Weise das Schwitzen angefangen. Nun hat der Schweiß seine Ladehemmungen überwunden und schießt mir förmlich aus allen Poren gleichzeitig, hinterlässt die bange Frage, ob ich hier austrocknen würde.

Wo für andere die Entspannung beginnt, setzen bei mir Fluchtinstinkte ein.

Ich bin und bleibe nicht saunatauglich und wache nassgeschwitzt auf. Die Flucht war erfolgreich.

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05.02.2016 um 21:01 Uhr

Hallo Ihr Lieben, ich versuche mich auch mal, nur ohne zuvor Eure Texte zur Sauna zu lesen, um nicht beeinflusst zu sein .

Larissa räkelte sich rücklinks wohlig seufzend auf der Bank. Das Meeresrauschen der Hintergrundmusik ließ sie vollends abschalten. Wie im

Trance beobachtete sie das kondensierende Wasser, welches in kleinen Streifen an der Glastür zu Boden strömte. Viele kleine Schweißperlen

hatten sich inzwischen in ihrem Bauchnabel zu einem kleinen See versammelt.

Als Robert jedoch die Tür zur Sauna aufstieß, fühlte sie einen kalten Windstoß durch den kleinen Raum huschen. Sie richtete sich auf und

schnappte sich ihr Handtuch, was bis eben noch das Holz unter ihr schützend bedeckte. Hierbei löste sich der Stau Ihres Nabels auf und rann

in mehreren kleinen Flüssen kribbelnd ihren Bauch hinab.

Larissa warf instinktiv das Tuch über ihren Oberkörper und nun umhüllte es ihre nassen Haarsträhnen, welche zuvor sich wie Algen um ihre Schultern schlängelten.

Robert entglitt ein Schmunzeln über ihre schnelle Reaktionsfähigkeit. Er nahm die Schöpfkelle und stieß dabei kratzend an den Rand des kleinen Eimers mit dem Saunaaufguss und fütterte die heißen Steine des Ofens. Ein kurzes lautes Zischen und Nebelschwaden, wie der Dampf einer Lok, stiegen auf.

Die ätherischen Öle hinterließen einen angenehm kühlenden Film auf der Haut. Eukalyptus und Fichte lag und schmeckte man in der Luft...

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Knurrwolf

Autor.

10.03.2016 um 21:10 Uhr

@darkelfe: Das ist in jedem Fall eine gute Idee. Vor allem wenn man dann später meint, dass die Texte eines anderen besser sind als der eigene... selbst wenn es nur die böse Autoren-Selbstkritik ist

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ungewiss

Profil unsichtbar.

21.03.2016 um 15:04 Uhr

Meine Lieben, ihr seid toll. So langsam entwickelt sich diese Übung genauso, wie ich mir das gewünscht habe: Dass sich die Teilnehmer gegenseitig Feedback geben und zwar durchaus auch kritisches, hilft euch und uns, denn langfristig habe ich kaum die Zeit, jeden einzelnen Beitrag einer fundierten Textkritik zu unterziehen. Da nimmt es viel Druck aus meinem Kessel, wenn ihr das mitmacht. Was ich aber sagen kann und zwar zu nahezu allen Beiträgen: Ihr kommt der Sache mit dem Beschreiben, ohne eine ganze Geschichte zu erzählen, immer näher. Und bei den Sinnen ist beeindruckend zu sehen, wie ihr zunehmend auch auf andere als euren Lieblingssinn setzt.

Als Belohnung erhöhe ich heute ein bisschen den Schwierigkeitsgrad. Wir machen eine Rätselrunde. Jeder von euch beschreibt mit den Sinneseindrücken einen Ort. Die anderen müssen raten, wo ihr seid (und auch, ob das für euch angenehm oder unangenehm ist). Damit es nicht so leicht wird, dürft ihr alle Sinne nutzen, nur das Sehen nicht. Aber denkt daran: beschreiben, nicht erklären! Ich will also nicht lesen: "Es riecht nach Pommes und Ketchup!". Stattdessen könnte es heißen: "Es riecht nach Salz und Paprika, nach heißem Fett und Schweiß."

Ich bin sehr gespannt! Die Rätselrunde läuft bis Freitag, so hat jeder Zeit, einen Beitrag beizusteuern, auch wenn er nicht sofort dazu kommt. Mal sehen, wie gut ihr raten könnt. Haut in die Tasten!

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