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Forum - Schreiben - Übungen

Schreibübung "Erklären": Mag ich, mag ich nicht

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Alma

Autorin.

13.01.2015 um 14:24 Uhr

Manche hab ich schon erstaunt damit, noch nie aber habe ich näher darüber nachgedacht, warum es so ist: Ich weiß immer die Augenfarbe eines Menschen, mit dem ich sprach. Selbst dann, wenn sie schwer zu definieren ist: Es gibt Augen, die haben Bronze- und Brauntöne in sich, manche grünen Augen haben ein wenig Gelb, manche blauen Augen haben einen hellen Ring, selbst wenn sie eher dunkel sind und manchmal, selten, treffe ich so dunkelbraune, fast schwarze Augen, dass ich etwas länger hinsehen muß, bis ich es fassen kann. Die schwierige Frage, ob ich meine Augen, wenn ich zwei verschiedenfarbige hätte – denn auch das kommt vor – wohl verschiedenfarbig schminken würde, habe ich noch nicht entschieden.

Ich mag gern Augenkontakt herstellen, halten, spüren. Es gibt ein Spiel: „Wer schaut als erstes weg?“, das ich normalerweise gewinne.

Natürlich findet ein sehr großer Teil der nonverbalen Kommunikation mittels Mimik und Gestik statt und sicher nutze ich all diese Mittel, wie jeder, unbewußt und effektiv. Dennoch messe ich dem Augenkontakt eine andere, bewußtere und größere Nähe zu, als jede bezugnehmende oder imitierende Geste oder Mimik es vermag. Selten spreche ich mit Menschen, die den Augenkontakt meiden. Oft sind diese unsicher, unter Umständen nett – dennoch fällt mir ein solches Gespräch sehr schwer. Wer die Worte, die er sprechen will, an der Decke oder dem Fußboden oder womöglich an der Wand hinter mir abzulesen scheint, ist mich jedenfalls schnell los.

Augen sind für mich ein wenig wie der Horizont, wo sich Erde und Himmel berühren: Körper und Seele scheinen sich ganz nah. Sie lächeln, sie weinen, sie sind schreckgeweitet oder schläfrig halbgeschlossen, mit stecknadelkopfgroßer Pupille im gleißenden Licht oder schwarzen Seen bei Kerzenschein.

Ich mag Augen sehr.

 

Neues Wort: Nähe

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Mai

Autorin.

03.03.2015 um 10:03 Uhr

Die Nähe. Es gibt kaum ein Wort, welches mehr Ambivalenz ausübt. Es muss in einem Kontext gestellt werden, um es bewerten zu können. Ich hasse es, wenn mir Nähe, die ich nicht empfinde, aufgedrängt wird. Nähe, sowohl körperliche, wie auch emotionale, muss sehr freiwillig entstehen. Ich mag nicht von vielen Menschen angefasst werden, oder dass in meinen Individualabstand eingebrochen wird. Nähe ist bei mir etwas sehr exklusives. Vor allem körperliche Nähe.  Jeder kennt das Gefühl, wenn er in einem Bus steht es sehr eng zugeht und man fremde Körperteile am eigenen spürt. Oder Menschen, die sehr übergriffig agieren und einem ständig zu nahe treten.

Selbst bei meinem Partner kann ich körperliche Nähe nicht immer ertragen. Gerade beim S/M nicht. Kuscheln, mitten in sadistisch geprägten Szenarien bringt mich eher raus.

Es gibt aber eine Nähe, für die ich die gesamten Interaktionen überhaupt betreibe. Es ist die köstlichste Nähe, die Himmlische. Die nach dem Sex. Es gibt keinen Moment, wo ich mich mehr im "Wir" gebettet fühle, so sicher, ohne Zweifel, so unglaublich nah, wie die wunderbaren Minuten nach dem Sex.

Vielleicht die einzige Zeiten in meinem Leben, in denen ich niemals hadere. Alle Mauern sind eingerissen und Nähe wird greifbar.

Nächstes Wort: Ambivalenz

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ungewiss

Autorin.

03.03.2015 um 13:05 Uhr

Hach, Ambivalenz könnte mein zweiter Vorname sein. Ich mag sie, weil ich finde, dass sie verhindert, dass ich langweilig und allzu vorhersehbar bin. Aber die meisten Menschen, die damit umgehen müssen, finden es anstrengend, immer wieder unterschiedliche Signale zu empfangen. Dabei empfinde ich mich als sehr klar. Wenn ich sage "Ich will das nicht", dann will ich das nicht. Wenn ich sage "Ach danke, dass musst du nicht", dann will ich natürlich, dass der andere das tut, bin nur zu höflich, es zu fordern. Was ist denn daran nicht zu verstehen?

Insgesamt glaube ich aber, dass es egal ist, ob wir mit Ambivalenzen umgehen können oder nicht. Wir müssen schlichtweg lernen, damit zu leben, weil die ganze Welt voll davon ist. Alle Regeln und Normen, die ein soziales Zusammensein bestimmen, sind durchdrungen von Ambivalenzen, weil sich absolute Klarheit und Rücksichtnahme nun mal nur schwer vereinbaren lassen.

Mein nächstes Wort: Klarheit

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Gelöscht.

03.03.2015 um 19:34 Uhr

Ich mag Klarheit. Wenn ich mir meiner Gefühle und meiner Bedürfnisse bewusst bin, dann weiß ich was ich will. Ich kann sagen, was ich brauche, um glücklich und zufrieden sein zu können. Ich weiß dann, was mir wirklich wichtig ist im Leben.

 

Was ich dafür brauche, um zu diesen Erkenntnissen zu kommen ist Achtsamkeit: Ein Innehalten, Stehenbleiben in der Hektik des Alltags, eine innere Schau, einfach zu sehen was ist, ohne es als gut oder schlecht zu werten, ohne Scham und Selbstanklage, ohne Wut oder Hassgefühle anderen gegenüber, von denen ich annehme, dass sie mir unrecht taten. Und dann erst bin ich in der Lage, gute Pläne zu schmieden, gute Entscheidungen zu treffen und gute Lösungen zu finden.

 

Wenn ich Klarheit habe, dann bin ich in meinem Auftreten und in meiner Sprache eindeutig und werde leichter verstanden oder muss gar nicht so viel reden, weil mein Handeln unmissverständlich ist.

 

Wenn ich Klarheit habe, dann kann ich Wesentliches von Unwesentlichem unterscheiden. Ich kann mein Leben ausmisten und mich von Dingen, Zwangssituationen oder vielleicht auch Menschen befreien, die mir nicht gut tun und kann neue Wege ausprobieren.

 

Aber ich mag auch das Gegenteil: Die Verwirrung. „Wie kann das sein?“, werdet ihr euch fragen. Eben war noch alles klar, doch dann kam der Jobverlust, die Trennung, der Tod eines geliebten Menschen. Wie soll ich nun weiter leben? Alles ist verworren und von Schmerz durchzogen. Nachts fahre ich unendliche Runden im grausamen Gedankenkarussel. Vielleicht geht es nur weiter, wenn ich mein Leben neu ordne, wenn ich Dinge anders bewerte, wenn ich umdenke, mich verändere und überwinde. Diese Metamorphose kann sehr schmerzhaft sein. Doch wenn ich mich fallen lasse und darauf vertraue, dass das Leben mich in Situationen stellt, die mich lehren, mich Schritt für Schritt weiter zu entwickeln, um mich zu einem besseren Menschen zu machen, dann kann dies auch ein süßer Schmerz sein, den ich annehmen, durchleiden und überwinden kann, um so zu neuer Klarheit und neuem inneren Frieden zu finden.

Nächster Begriff: Metamorphose

 

 

 

 

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Gelöscht.

03.03.2015 um 21:11 Uhr

Ach ja, Ovids berühmtestes Werk, die Metamorphosen. Wer weiß diesen Klassiker nicht zu schätzen? Nun, ich zum Beispiel. Die Geschichten sind unglaublich verworren geschrieben und handeln oft von nicht allzu intelligenten Menschen. Nehmen wir als Beispiel Pyramus und Tisbe. Ihre Geschichte kurz zusammengefasst: Die beiden sind, wie könnte es anders sein, unsterblich ineinander verliebt, wovon ihre Eltern nicht sehr begeistert sind. Sie wollen durchbrennen und verabreden sich an einem Maulbeerbaum. Tisbe kommt zuerst dort an, wird von einer Löwin verjagt, kann knapp entkommen und verliert dabei jedoch ihren Mantel, der von der Löwin zerfetzt wird. Pyramus findet das Kleidungsstück und erdolcht sich, weil er seine Geliebte für tot hält. Tisbe findet ihn und erdolcht sich aus Kummer ebenfalls. Es wäre dem guten Pyramus wohl zu einfach gewesen, erst einmal nach ihrer Leiche zu suchen, statt gleich vom Schlimmsten auszugehen. Entweder stand er unter Schock, oder er ist einfach nur dämlich. Wie gesagt, die Handlung ist idiotisch und nicht immer nachvollziehbar.

Abgesehen davon werden in den Metamorphosen unzählige Frauen von den Göttern vergewaltigt. Für Ovid ist das selbstverständlich, schließlich müssen die großen Götter die schwachen Menschen nicht wegen solchen Kleinigkeiten um Erlaubnis bitten. Er schien nicht der Meinung zu sein, dass sich die Ehre eines Menschen oder allgemein eines intelligenten Lebewesens daran ablesen lässt, wie er Schwächere behandelt.

Mein Fazit ist, dass die Metamorphosen zu ihrer Zeit vielleicht eine schöne Lektüre abgaben, es aber keinen Grund gibt, arme Schüler nach tausenden von Jahren immer noch damit zu quälen.

Nächster Begriff: Geschichten

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Schattenwölfin

Autorin. Lektorin. Förderer.

04.03.2015 um 07:26 Uhr

Geschichten

Grundsätzlich mag ich Geschichten. Geschichten können mein Leben spiegeln, können mich aber auch in eine gänzlich andere Welt entführen. Sie können mich berühren, zum Lachen, Nachdenken, Weinen bringen – oder sie können mich kalt lassen. Solche Geschichten mag ich nicht. In irgendeiner Weise muss ich mich an ihnen reiben können.

Am schönsten finde ich es, wenn eine Geschichte mich überrascht, nicht vorhersehbar ist, ungeahnte Wendungen nimmt. Das gilt für geschriebene Geschichten und für solche, die das Leben erzählt.

Ich mag, wenn in Geschichten Worte und Sätze eine Bühne bekommen, wenn sie also in einer tollen Form geschrieben und nicht nur lieblos heruntergeleiert sind. Und ich beneide Menschen, denen es gelingt, die Worte und Sätze mit einer lesbaren Leichtigkeit aneinanderzureihen.

Über die Geschichten in Textform hinaus mag ich auch solche, die von Bildern, Gerüchen, alten Bäumen und so weiter „erzählt werden“, die in meinem Kopf dazu entstehen und sich mit etwas Glück dann irgendwann in Textform wiederfinden.

 

Neues Wort: Wendung

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eileen

Autorin.

31.03.2015 um 21:35 Uhr

Beim Thema Wendung bin ich ambivalent. Einerseits mag ich sie. Einige meiner Lieblingsfilme haben deshalb diesen Status, weil darin unerwartete Wendungen vorkommen. Und was wäre ein Witz ohne die Pointe, die überraschende Wendung am Schluss. Manchmal ist eine Wendung auch zwingend notwendig, zum Beispiel, wenn ein Schnitzel in der Pfanne liegt. 

Andererseits hat es in meinem Leben auch schlimme Wendungen gegeben. Durch den Tod geliebter Menschen oder dadurch, dass eine mir sehr wichtige Person krank ist, mussten meine Familie und ich schwere Zeiten durchmachen. Doch auch im Leben sind Wendungen, das ändern der Richtung, sehr wichtig. Wenn wir uns auf den für uns falschen Weg befinden, ist es manchmal nötig, innezuhalten, die Situation für sich abzuklären und eine andere Richtung einzuschlagen. So kann sich am Ende auch alles zum Guten wenden.

Neues Wort: Menschen

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Rote Sonne

Profil unsichtbar.

31.03.2015 um 22:48 Uhr

Menschen:

Ich mag Menschen, weil Sie alle unterschiedlich sind, alle ihre eigenen Geschichten haben und die meisten mein Leben bereichern.

Ich mag es auch, für meine Freunde da zu sein, zu helfen, zuzuhören und auch etwas gemeinsam machen. Das schöne an so einer Gemeinschaft ist auch, dass man auch Hilfe bekommt, immer ein offenes Ohr findet und alles macht mehr Spaß, wenn man es mit anderen Teilen kann.

Ich finde es immer wieder spannend, auf Reisen andere Kulturen und die dazugehörigen Sitten kennenzulernen.

Ich mag auch den Kontakt zu Menschen, auf alle möglichen Arten, am liebesten mit einem Kaffee in der Küche, per Telefon, per E-Mail, aber auch mal schnell per SMS oder WhatsApp.

Menschen können in ganz viele optische Kategorien einsortiert werden, klein oder groß, dick oder dünn, blond, rot, braun- oder schwarzhaarig, blau-, grün-, braunäugig oder Mix aus allen… so könnte man noch ganz viele Dinge aufzählen, aber in diese Schubladen mag ich nicht gesteckt werden und ich stecke auch keinen hinein. Für mich zählen Hirn, Herz und Seele mehr, das macht für mich die Besonderheiten bei meinen Mitmenschen aus. Klar gibt es Leute die ich mehr mag und andere ein wenig weniger, aber ich versuche, allen immer mit Respekt gegenüberzutreten.

Es gibt aber doch einen kleinen Teil Menschen, die ich nicht mag, dazu gehören die, die Terroranschläge ausüben, Verbrechen begehen und alles, was einen anderen verletzt.

 

Neues Wort: E-MAIL

 

 

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Lucia

Autorin. Förderer.

02.04.2015 um 22:10 Uhr

E-Mail, das neue "Brief"-Medium.

Früher, als Jugendliche, da hatte ich eine besondere Brieffreundin. Wir hatten uns im Sommer in den Ferien an der Ostsee kennengelernt und uns über die Entfernung von Thüringen nach Sachsen regelmäßig geschrieben.

Da haben wir auch oft unsere pubertären Mädchenfantasien zu Papier gebracht und ganz fiebrig auf Post gewartet.

Meist haben wir uns einmal im Jahr wechselseitig besucht und abends im Bett nebeneinander gelegen und verschämt von unseren Fantasien erzählt. Und wenn ich im nachhinein daran denke, waren die schon ziemlich BDSM-lastig!

Leider brach der Kontakt über die Jahre irgendwann ab. Ab und zu muß ich jetzt an sie denken und frage mich, ob sie inzwischen zu ihren Neigungen steht und ihnen einen Namen gegeben hat.

In der heutigen Zeit des Internets, müßte es doch möglich sein ihre E-Mail-Adresse herauszufinden. Vielleicht könnte ich auf diesem Weg wieder mit ihr in Verbindung treten.

Ich finde es toll, daß es heute so einfach ist miteinander in Kontakt zu kommen. Allerdings hatte diese aufregende Wartezeit auf Post schon auch etwas Besonderes! Und erst das Schreiben auf Papiert! Irgendwie war es schon fast etwas rituelles!

Aber ohne Internet, E-Mail und co, wäre ich nicht hier in den Schattenzeilen gelandet! Nicht auszudenken!

Neues Wort: Kontakt

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eileen

Autorin.

04.04.2015 um 12:24 Uhr

Ich mag den menschlichen Kontakt nicht nur, ich halte ihn für lebensnotwendig. Jemanden über längere Zeit von jeden Kontakt zu isolieren, ist Folter. Es kann schwere psychische Störungen hervorrufen. Freunde und Familie sind so wichtig, weil sie unser Grundbedürfnis nach menschlichen Kontakt befriedigen. 

Aber es kann auch schwer sein, mit bestimmten Menschen in Kontakt zu kommen. Das weiß wohl keiner besser, als Jemand mit sadomasochistischen Neigungen. Im Internet gibt es darum eine riesige Auswahl an Communitys, um mit Gleichgesinnten zusammenzukommen, egal wo Interessen oder Vorlieben liegen. Auch bei den Schattenzeilen geht es nicht ausschließlich um Literatur, es ist auch eine Möglichkeit, in Kontakt zu kommen und sich auszutauschen. Religiöse Menschen treffen sich zum Beten und sind überzeugt, diese Gebete in der Gemeinschaft werden am stärksten erhört. Egal ob Love Parade oder Christopher Street Day, man sucht das Miteinander. 

Ich bin froh, dass es all diese Möglichkeiten gibt und hoffe, durch sie werden sich noch viele Gleichgesinnte finden.

Neues Wort: Neigung

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