Lieber Wodin,
vielen Dank für diese sehr anschauliche Einführung in die Welt der Elektrostimulation. Mir ist dadurch so einiges klarer und einleuchtender geworden. Ich mag es, Dinge, die mir von Hause aus eher unverständlich sind, so erklärt zu bekommen, dass ich zumindest deren An- und Verwendung nachvollziehen kann. Das hast du sehr nachvollziehbar geschafft.
Wir waren letztens auf einer Messe, wo dies einer der wenigen Stände war, an dem wir nur von weitem geschaut haben. Vielleicht trauen wir uns jetzt beim nächsten Mal näher heran.
LG Cid


14.12.2025 um 23:00 Uhr
Strom fließt, wenn der Stromkreis geschlossen ist: Bei der Elektrolyse sind es Ionen, die Ladungen in der Flüssigkeit transportieren und damit überbrücken. Bei Gleichstrom wandern diese durch die Flüssigkeit von einer Elektrode zur anderen. Bei Wechselstrom ab bestimmten Frequenzen schaffen die Ionen in der gegebenen Zeit die Wanderstrecke in der Lösung nicht und zappeln nur.
In der angefragten Anwendung werden deshalb keine Gleichströme verwendet.
Aber auch bei schwachen Wechselströmen bestimmter Frequenzen ist Vorsicht geboten, weil Nerven eben ihre Signale auch über Potentialänderungen transportieren; darüber wird z.B. das Herz zum Schlagen bewegt. Ist ja auch ein Muskel. Deswegen "soll" man nicht Elektroden anbringen, deren Verbindungslinie quer durch den Torso gerichtet ist (z.B. Brust zu Brust).
TENS, EMS usw. nutzen Wechselströme mit verschiedenen Erregungsmustern: Ich tät nur solche Geräte verwenden, die medizin-technisch qualifiziert sind. Und diese nur dort anbringen, wofür sie auch gemacht sind.
Auch Lautsprecherausgänge sind zweckentfremdet worden. Das ist gefährlich, weil diese Anlagen bei Defekten einen Körperschluss verursachen könnten, denn sie sind über den Stecker mit dem Hausnetz verbunden. Geräte mit Steckern tät ich ganz meiden.
Ich habe überhaupt keine Ausbildung darin, aber als Junge haben wir kleine Verstärkerschaltungen gelötet und mal schnell dran geleckt (mangels Messgeräte, oder zu faul), um zu spüren, ob endlich Musik raus kommt. Oder um zu schmecken, ob eine 9-Volt-Batterie noch Saft hat. Naja, das hat funktioniert, aber mit Erotik hatte das nichts zu tun. Mein erster Kurzschluss (Knall mit Lichtblitz und anschließender Dunkelheit im Haus) war mit einem Lötkolben in einem Röhrenradio, bei dem ich eine Beule davontrug, weil ich mit dem Kopf im Radio war und vor Schreck hochzuckte. Das hat mir Respekt vor dem Unsichtbaren beigebracht *g
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