Puh, Lieber Eisvogel,
wie angekündigt nun deine nächste Geschichte, bevor ich mich an die neuste mache.
Hier hatte ich zuerst einmal ein kleines Gefühl von Enttäuschung, da der sprachliche Stil etwas anders ist und ich diese nicht ganz fertig gedachten Sätze entdeckt habe:
ich ging davon aus, damit war meine Probezeit beendet
und
In ihren geschmerzten Augen
Aber der Lesefluss war genauso da und dann bin ich eingetaucht in Ollas Welt, die mich viel zu sehr an mein jüngeres Ich erinnert hat, als dass ich hätte aufhören können zu lesen.
Das hier:
Ich muss immer über dem Limit sein, bei allem. Ich bin zu laut, zu viel, zu gemein, und richtig gut bin ich eigentlich nur im Kaputtmachen.
habe ich viel zu lange auch von mir gedacht. Naja, nicht gemein, eher unbedacht bei manchen Äußerungen.
Nichtsdestotrotz konnte ich mich sehr gut mit ihr identifizieren, auch wenn ich für mich selbst irgendwann die devote und nicht die dominante Rolle entdeckt habe.
Ich konnte dann irgendwann damit beginnen, meine selbstzerstörerischen Tendenzen von früher erklären oder zumindest begreifen zu können, denn ich war immer auf der Suche und wusste aber nicht, was ich suchte.
So ein Gefühl habe ich dann auch hier bei Olla , die am Anfang von etwas steht, was sie nicht kennt und noch nicht begreift.
Sich selbst dann für kaputt zu halten, wie am Ende der Geschichte:
Ja, wahrscheinlich ist er genauso kaputt wie ich,
ist ja erstmal dass, was ein Großteil der Gesellschaft einem Großteil von uns, die erst spät begreifen, ein Leben lang eingetrichtert hat.
Mein persönliches Happy End für diese Geschichte: Olla und Kris melden sich irgendwann auf den Schattenzeilen an und finden heraus, das sie gut und richtig sind, wie sie sind und es sich nicht nur so anfühlt.
Also, einen Stern Abzug für die komischen Sätze am Anfang und wieder einen dazu, weil ich mich deinen Protagonisten so nah gefühlt habe, obwohl es wieder Vogelperspektive für mich war. 
4⭐
VG Natty


14.12.2025 um 17:41 Uhr
Ich mag die konsequente Beschreibung aus der Innenperspektive, über die eine Person gezeichnet wird.
Dieser Text erinnert mich an einen französischen Film aus den 50-er oder 60-er Jahren, in schwarz-weiß. Begründungen bleiben aus, es zählt die schiere Existenz.
Aus dieser Feder kommen hoffentlich noch mehr Texte.
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