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Forum - Schwatz - BDSM-Beziehungen

Sklavinnen-Position

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Nachtasou

Autor.

26.07.2016 um 22:18 Uhr

geändert am 26.07.2016 um 22:19 Uhr

Als ich sie vor etlichen Jahren das erste Mal sah, dachte ich: Hundeerziehung für Menschen.

Neulich bin ich auf diese Seite geraten und staunte über die Ruhe, das Warten, die Bereitschaft, die Ernsthaftigkeit, das Meditative, das von diesen Positionen ausgeht. Berührend. Es muss ja nicht gleich Gor sein.

Ich frage Euch: Wie reagiert ihr auf diese Sklavinnen-Haltungen. Ist mit Haltung nur die körperliche Position gemeint, oder auch eine innere? Oder ist gar von Haltung im Sinne von „sich-jemanden-halten“ die Rede?

Habt ihr Erfahrung damit? Schon mal praktiziert? Außer Diskussion? Albern? Würdig?

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Jona Mondlicht

Autor. Teammitglied. Vereinsmitglied.

26.07.2016 um 22:37 Uhr

Guten Abend, Nachtasou,

ich kenne ein Paar, bei denen diese Positionen eine ganz erhebliche Rolle spielen - hinsichtlich des Wissens (Auswendiglernens) aller Bezeichnungen und auch ihres Verwendens. Mir selbst kommt es ebenso wie (einst) Dir ein wenig wie Abrichtung vor, aber ich finde es in Ordnung, wenn Andere durch solche Gesten ihre Stille finden.

Selbst mag ich höchstens die Nadu-Position, aber trotzdem drehe ich Devana auch gern mal die Handflächen nach oben, wenn sie kniet - das geschieht jedoch nicht, weil die Position so irgendwo definiert und beschrieben wäre, sondern weil es mir gefällt. Es transportiert Hingabe, Bereitschaft und innere Stille, finde ich, und das sind alles Dinge, die ich genießen kann.

Ob mich eher die innere Haltung beim Einnehmen solcher Positionen oder die körperliche Position an sich beeindrucken? Beides. Die innere Haltung, weil ich sie benötige, um eine gemeinsame Ebene zu finden. Die körperliche Position, weil ich als Bildmensch solche optischen Eindrücke gierig aufsauge.

Da Du es ansprichst: Gor an sich ist überhaupt nicht meine Spielwiese.

Viele Grüße

Jona

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Mai

Autorin.

27.07.2016 um 17:41 Uhr

Ich reagiere auf die klischeehafteste aller BDSM-Stellungen mit Langweile und leichter Gereiztheit.

Ich habe auf Fotos schon so viele Frauen so knien sehen, das es mich extrem nervt. Genauso wie Sub auf Schienen/ Rapsfeld/Hundekörbchen, Leine/Peitsche hinhaltende Heiligsub, kniende Frauen im allgemeinen und Fickmichstrümpfe an Hagelschaden, gestriemte Ärsche mit "Das habe ich verdient" Titel.

Ich denke, man müsste mich halb tot prügeln, bevor ich die Haltung einnehmen würde.

Generell mag ich überhaupt keine stereotype Wiederholungen oder Rituale beim Sex.  Und auch innere Einkehr oder Ruhe gehören nicht in mein Neigungsspektrum.

Grüßle, Mai

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Nachtasou

Autor.

28.07.2016 um 19:15 Uhr

geändert am 28.07.2016 um 19:17 Uhr

Nun, klischeehaft mögen solche Haltungen wirken, wenn man sich zu viele Bilder angeschaut hat. Abbildungen von Menschen sind weit entfernt von einem fühlenden, denkenden, atmenden, mir verbundenen Gegenüber.

Und wer Hunger hat, wird auch nicht vom Betrachten von Kochbüchern übersättigt oder gelangweilt.

Klischees entstehen durch häufigen Gebrauch. Sie sind damit auch eine Frage des eigenen Konsumverhaltens.

Etwas kann nur so ernst sein, wie ernst man es nimmt. Wenn man etwas keinen Ernst beimisst, wirkt so manches andere auch albern. Das ist manchmal eine Gratwanderung. Jeder wird das kennen, wenn man sich in den Bereich einer möglichen Beschämung begibt. So verletzlich ist man dann, dass der kleinste Lacher eine Situation zum Kippen bringen kann und im Boden versinkt. Wenn (!) beschämt wird. Muss man ja nicht.

Berührend finde ich an diesen Positionen, welche Ruhe von ihnen ausgeht. Und Genuss braucht Ruhe. Beim Essen braucht Genuss auch Zeit. Vielleicht ist es auch die zur Verfügung stehende Zeit, oder die Zeit, die ich mir nehme, die Erotik von Nummernsex unterscheidet. Es gibt keinen Genuss ohne vorherige Geduld, ohne das Moment des Wartens, Verzögerns, des Spannungsaufbaus. Im Gegensatz dazu spart Fast-Food-Reinschlingen ohne zu kauen Zeit und macht pappsatt.

Und noch ein zeitliches Moment: So schnell kommen Gefühle gar nicht mit. Und das Denken schon gar nicht. Auch Verbundenheit braucht Zeit oder Weile. Und diese Positionen bringen das zum Ausdruck: Bereitschaft, Warten, Augenschmaus, …

Lang genug Weile haben ist nicht Langeweile. Im Gegenteil.

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Profil unsichtbar.

Gelöscht.

28.07.2016 um 20:26 Uhr

Ich finde, solche Positionen haben etwas anmutiges.

LG

Nadinchen

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Mai

Autorin.

28.07.2016 um 21:03 Uhr

geändert am 28.07.2016 um 21:05 Uhr

Na ja, so ist eben jeder anders. Ich kann mich nicht mal vernünftig fesseln lassen, weil mir sonst das Gesicht einschläft. Ich bin nicht so der besinnliche Mensch in der Erotik. Ich mag Gladiatorensex. Kampf, Überwältigung, Brutalität, Wildheit. Ich brauch keine Kerzen, besinnliche Musik und heilige Erwartung. Hingabe, Devotion, Versunkenheit, meditative Stimmungen langweilen mich. Freiwillige Unterwerfung steht auch nicht zur Debatte. Wenn ich knien soll, muss man mich dazu zwingen.

Was aber nicht heißen soll, unsere Spiele wären in einer Viertelstunde vorbei, wir machen das nur anders.

Genuss braucht nicht zwingend Ruhe. Jedenfalls nicht in meiner Welt. Du isst eben andere Gerichte.

Meine Gefühle kommen da übrigens bestens mit. Am liebsten von Null auf Hundert in zehn Sekunden.

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Schattenwölfin

Autorin. Teammitglied. Vereinsmitglied.

29.07.2016 um 07:01 Uhr

Nachtasou

Und Genuss braucht Ruhe.

Ich denke, dass das eine mehr als gewagte These und überhaupt nicht verallgmeinerungsfähig ist. Und ich vergleiche Sex auch nicht so gerne mit dem Essen, was ich zwar nicht gerne herunterschlinge, wiewohl ein solcher Konsum durchaus geeignet ist, den Heißhunger zu stillen.

Eher schon vergleiche ich den Sex sehr häufig mit dem Reiten, weil es tatsächlich viele Parallelen gibt, als Stichwort genüge an dieser Stelle Kontrollverlust.

Und natürlich ist es schön, im Schritt durch den bunten Herbstwald, über verschneite Winterpfade oder im Frühjahr vorbei an blühenden Obstbäumen zu reiten. Alles das kann ich genießen, a b e r:  Das Tollste überhaupt und pures Adrenalin ist der sommerliche Galopp über den Stoppelacker.

Auch meine andere große Leidenschaft verlangt nach allem außer Ruhe, um sie zu genießen. Und die Vortellung eines mit 80000 Menschen ausverkauften Stadions mit Gesängen, Anfeuerungen, Flüche, Pöbeleien und Jubel im Zeitlupentempo? Hmmm? Sch...., oder?

Und um auf das zurückzukommen, worüber wir hier eigentlich sprechen. Ich kann durchaus (quälend?!) ruhigen Sex genießen, muss aber deswegen der anderen Gangart gegenüber nicht abgeneigt sein.

Wölfin

Signatur

Wo Liebe ist, ist Lachen.

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Mai

Autorin.

29.07.2016 um 08:17 Uhr

geändert am 29.07.2016 um 08:18 Uhr

Stoppelfeldrennen... *sabber*

Ich stehe mit dem tänzelnden Pferd am Fuße des Ackers, er erstreckt sich bis zum Horizont, leicht nach oben geneigt. Ich bebe wie das Pferd vor Vorfreude und Angst. Dann gebe ich den Kopf frei und hebe den Po an in den Jagtgalopp. Unter mir explodiert die Pferdestärke, der unvermittelte Start reißt mich beinahe aus dem Sattel und dann spüre ich Geschwindigkeit. Unter mir pure Muskelgewalt und entfesselter Sprint. Ich sehe nur noch Mähne und fühle mich ausgeliefert und frage mich, wie ich glauben konnte, dieses Pferd zu beherrschen.

Jaaaa, guter Vergleich.

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Nachtasou

Autor.

29.07.2016 um 18:41 Uhr

Jo-Ho-To-Ho!

Nachdem sich die Staubwolken der beiden Windsbräute langsam legen, können wir uns nun wieder dem Thema zuwenden *g.

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hexlein

Autorin.

29.07.2016 um 19:17 Uhr

Die "klassischen" Positionen, oder besser gesagt, diese vorgegebenen Gordingens sind nicht wirklich das meine. Aber verschiedene Arten der Bewegung und der Ruhe, die mir vorgegeben werden, finde ich sehr angenehm.

Sie erlauben es mir zu mir selbst zu finden dadurch, dass ich meinen Fokus auf diese Stellungen legen muss und dadurch gezwungen bin Ruhe zu halten.

Ich werde dadurch bereiter Dinge anzunehmen und kann dann auch mehr Genuss empfinden.

Allerdings stimme ich der Wölfin zu, dass auch ein gestreckter Galopp durchaus seine Reize hat.

Signatur

das hexlein "Macht was Ihr wollt. Die Leute reden sowieso"

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