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Schattenzeilen

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Forum - Schreiben - Schreibtisch

Der unsichtbare Autor

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Nachtasou

Autor.

19.12.2015 um 17:00 Uhr

Ein Autor verschwindet hinter seinem Text.

Das will ich jetzt mal ändern:

An alle Schreiber Schöner Worte

Noch-Nicht-Schreiber

und meinetwegen auch Passivschreiber (=Leser)

Wie sieht´s auf Eurem Schreibtisch aus? Jetzt, in diesem Moment (nicht erst schnell aufräumen!!)

Zur Einstimmung zwei Musterfälle:

Klischee 1)

Der Produzent Schöner Worte (PSW) sitzt bei Kaminfeuer an einem Schreibtisch, der viele Schubladen hat und gedrechselte Beine; oder wuchtig wie ein Altar das Zimmer schmückt.

In der rechten Hand hält er den Füller, mit der anderen krault er seinen Jagdhund, der zu seinem Herrchen in Pollunder mit aufgenähten Ellbogenschonern aufblickt, und jede noch so feine Stimmungsschwankung registriert.

Frauen schreiben überhaupt nicht; sie lesen und schmachten.

Klischee 2)

Der Produzent Schneller Worte (PSW-2) sitzt wie Bogart an einem Minitischchen und raucht ungefiltert Kette. In der anderen Hand hält er ein Whisky-Glas. Wenn er fertig ist mit Schreiben postet er und schießt sich in den Kopf.

Frauen schreiben überhaupt nicht; sie lesen und trauern um diesen Kerl, der das Zeug gehabt hätte zum ...

Wie sieht es denn bei Euch auf und am Schreibtisch aus, wenn Ihr all die schönen und schnellen Stories fabriziert oder lest? Oder auf dem Desktop meinetwegen ...

Von der Erasco-Dose bis zum Ikea-Schraubverschluss reicht das Interieur?

Wo lest ihr die Geschichten? Oder arbeitet ihr gar im Bett?

Hinter (und vor) jeder Geschichte sitzt ein Mensch.

p.s.

Lieber Jona M.,

wenn sich hier keiner traut zu antworten, ist der Thread spurlos löschbar? Das wäre mir sonst peinlich, als wäre ich der einzige neugiere Mensch auf Goethes Erden.

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Söldner

Autor. Lektor. Förderer.

19.12.2015 um 18:05 Uhr

Interessant, Nachtasou, hier muss ich einsteigen.

Jagdhunde, Kamine, Whisky, Füller, der Hemingway-Kopfschuss - wozu da noch die Ärmelschoner. Wer erbt den Schreibtisch und wer trägt den Pollunder ab? (geniales Wort für ein elendes Teil).

Ach - und der Bogart-Humphrey. War das nicht der, bei dem die Inge bei Casablanca im Graben lief, damit er größer wirkte?

Wie bitte? Frauen trauern? Ich weiß nicht so richtig. Das ist eine Sache, nein, hier kenne ich mich nicht aus, was weiß der Fuchs vom Biber?

Aber schreiben können sie, mein Gott, Virginia und Christa, die Jelinek-Elfriede, Simone de Beauvoir, Frau Bachmann, Agatha, Else, mit dem Nils von der Selma bin ich mitgeflogen, und jetzt die Rowling mit dem Zauberer, gerade bin ich in Astrids Tagebücher aus dem WKII eingestiegen, das sind so gegensätzliche Welten, Sehnsuchtsländer mit ihrer Pippi, die ich – hier die erste Antwort – meist im Sessel vorm Klischeekamin lese.

Autor? Wer? Wo? Was für eine Messlatte! Wer vom Schreiben leben kann ist Autor, ungeachtet eigenen Selbstverständnisses.

Aber wenn Zeit ist neben der ganzen Alltagsschinderei – hier die zweite Antwort – Weite, Eckschreibtisch vor großen Fenstern, Papiere, Pläne, Multifunktionsgeräte, Monitore, Notebook, altertümliche Musikanlage, Blick über Garten und Mietshäuser, Bilder, Bibliothek, Lieblingsort.

Wenn ich überlege, warum sich hier, im Kleinen, niemand was traut, denke ich, dass Niemand Niemandem wehtun möchte. Das ist völlig in Ordnung, die Welt ist derzeit überhitzt genug.

Wenn ich überlege, warum sich im Großen niemand was traut, traue ich mich nicht zu antworten. Das ist eine ganz große Sache, romanfüllend.

Aber vielleicht ist jetzt auch ein Glühwein keine schlechte Idee.

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Jona Mondlicht

Autor. Lektor. Teammitglied. Förderer.

20.12.2015 um 02:16 Uhr

Was für ein schönes Thema. Den Teufel werde ich tun und etwas löschen. Das wäre wie das Auszupfen junger Sprösslinge - bevor sich offenbart, was aus ihnen wachsen wird.

In diesem Sinne hier der Nährboden meines Blätterwaldes:

Ein weißer Schreibtisch, der zwei Monitore trägt, die mich nachts ebenso anleuchten wie die Kerzen der Gräber auf der anderen Straßenseite, wenn ich aus dem Fenster sehe. Bogart liegt dort übrigens nicht begraben, auch wenn man seine Asche nicht über dem Meer verstreute, wie er es sich wünschte. Gut, dass er es nicht mehr erfahren hat.

Das Büro ist eine (im wahrsten Sinne des Wortes) Zusammenstellung praktischer Möbel. Platz für Geordnetes und Ungeordnetes. Wohnlich, warm und gemütlich fühlt es sich an. Es braucht daher keines Kaminfeuers, um in Schreibstimmung zu gelangen. Für ganz besondere Kapitel gäbe es eine große Ethanol-Lampe, aber die steht vorzugsweise im Schlafzimmer.

Du, Nachtasou, wolltest die unaufgeräumte Momentaufnahme. Ich schwenke meinen Blick ungeschönt von links nach rechts. Das hast Du nun davon. Lautsprecher für den linken Stereokanal, eine externe Festplatte, ein halbvolles Glas Tomatensaft, ein altes Telefon-Mobilteil, eine Benachrichtigung von Hermes über den erfolglosen Zustellversuch eines Päckchens, ein kurzer Bleisitft, der in einem Möbelhaus der kleinste mitnehmbare Gegenstand war, eine daumengroße Buddel mit einer Schiffsminiatur, die mir die Kinder aus dem Sommerurlaub mitgebracht haben, ein griffbereites Halsband, zwei Lederhandfesseln und ein roter Ballknebel, eine Schale mit Lebkuchen, eine Metallbox mit Kugelschreibern, von denen die Hälfte nicht mehr schreibt, eine Kerze, deren Kirschduft sehr zweifelhaft ist, ein kleiner, geschlossener Karton mit einem rechtzeitig gekauften Weihnachtsgeschenk, eine Visitenkarte und schließlich der Lautsprecher für den rechten Stereokanal. Oh ja, es passt viel auf einen Schreibtisch.

Frau schreibt in meinem Szenario sehr wohl. Manchmal selbst und ganz auf sich konzentriert, sodass sie es gar nicht bemerkt, wenn ich sie über den Monitorrand hinweg anschaue. Mitunter schreibt sie aber auch auf mein Blatt, wenn sie mir als Muse still Worte schenkt, während ich den Arm ausstrecke und sie im Nacken kraule. Ein Schafsfell gibt es in unserem Büro auch, fällt mir da gerade ein.

Viele Grüße

Jona

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Schattenwölfin

Autorin. Lektorin.

20.12.2015 um 12:33 Uhr

Nichts ahnend verschaffe ich mir einen Überblick über neue Beiträge hier im Schattenzeilen-Forum, bevor ich mich daran mache, meinen Schreibtisch aufzuräumen … Was für ein Timing!

Zwischen, unter, neben der Hardware aus Monitor, Tastatur, Miniboxen und Scanner:

Weihnachtskarten, die beschrieben werden wollen.

Duschgel, das ich schon seit Tagen mit nach unten ins Bad nehmen will.

Handcreme (liegt beinahe auf jedem Tisch hier im Haus).

Diverse CDs mit TV-Aufnahmen, DVD-Rohlinge.

Das Packband liegt da, seit ich vor drei Tagen eine Retouresendung zugeklebt habe

CDs mit Weihnachstmusik (Nils Landgren & Quadro Nuevo), die außer mir niemand hier im Haus hören mag (dafür ich, genau jetzt – Moment, bitte!).

Der Tan-Generator fürs E-Banking.

Karten für Rotkäppchen (das Lieblingsmärchen der Wölfin!) bei den Hanauer Märchenfestspielen für den kommenden Sommer, die mein Sohn und seine Freundin zu Weihnachten bekommen werden.

Die schwarze Fleecemütze, die ich heute (sehr) früh beim Morgenspaziergang (mit dem Jagdhund!) getragen habe (also auf dem Kopf, nicht in der Hand).

Ein Räucherstövchen mit einer Mischung aus Kräutern und Harzen, die mich schon auf Sonnenwende, Weihnachten und Raunächte einstimmen.

Natürlich Papierkram: Einkaufslisten, Kalenderblätter für 2016, einige bezahlte und eine unbezahlte Rechnung, Rezept für Zimtäpfel aus dem Ofen, Zahlungsbelege, zahnärzliches Bonusheft und vieles mehr.

Helferleins: Richtiges und gutes Deutsch aus dem Hause Duden, Spizter aus dem Hause Manufaktum, Kleber aus dem Hause Uhu und vieles mehr.

Persönlicher die Schreibtischunterlage mit ihren Bildern: geliebte Menschen und Tiere (Hund, Pferd, Wolf), Leuchttürme, eine alte Ansichtskarte von der Dortmunder Westfalenhalle mit Rosenterrasse, ein Bild vom heißgeliebten Stadion mit einer strahelnden 100 darüber, also auch schon sechs Jahre alt und (viel älter) eine Karte mit Unterschrift der preußischen Herzogin Viktoria Luise.

Blick nach links aus dem Fenster: Freundlich draußen, macht den Anblick des S-Bahnhofs aber auch nicht wirklich schöner.

Blick nach vorne (über den Bildschirm) auf die Regalwand mit Büchern, Büchern, Büchern; Krimis, Fußball, Schmöker, Wölfe, ein paar Klassiker, noch mehr Schmöker, ein paar Sachbücher, Verhaltenslehre, Geschichte, Staatsrecht) und Ordnern, dazwischen: alte Kuscheltiere, CDs, der stadionerbrobte Fanschal.

Blick nach rechts auf mein Schmuckstück, einen Kleiderschrank aus den 1930erJahren, in dem sich meine Lieblingsstücke befinden (solche, die ich überall trage, und solche, die … ).

Daneben das Bett, eher eine Liege, worauf sich der Jagdhund lümmelt.

Der Schreibtisch selbst hat weder große Schubladen noch gedrechselte Beine, wohl aber Geschichte (keine, die die Welt bewegt, aber meine persönliche), denn er begleitet mich seit über 40 Jahren. Hieran habe ich Schönschreibübungen für die Grundschule gemacht, mich auf das Abitur vorbereitet und durch das Studium gequält. Meine Tagebücher habe ich mit pubertierendem Genörgel über die Eltern, meiner Verzweiflung über die Stutenbissigkeit unter den Mitschülerinnen, meiner verliebten Sehnsucht nach dem ein oder anderen Mitschüler vollgeschrieben und meinem Zorn über Gott und die Welt vollgeschrieben.

Mittlerweile hat das eigene Kind seine eigene Pubertät durchlaufen, und ich weiß nicht, wo er sich ausgenörgelt hat. Stutenbissigkeit begegnet mir noch immer – und noch immer nicht nur im Reitstall. Die Verliebtheit in einen Mitschüler beruhte (der Glücksfall meines Lebens) auf Gegenseitigkeit und ist zu etwas Großartigem herangewachsen, bei dem die Verliebtheit noch immer aufblitzt. Zorn auf Gott? Eher nicht, meine Götter meinen es gut mit mir im Großen und Ganzen. Wohl aber Zorn (sehr aktuell) auf solche Menschen, die sich auf ihren Gott berufen, um die Weltherrschaft zu erlangen und/oder Unfrieden und Terror in der Welt zu verbreiten. Wut aber auch auf die, die hierfür jahrelang die Vorarbeit geleistet haben und uns nun mit in diesen Krieg ziehen.

Tagebuch schreibe ich nicht mehr.

Inzwischen habe ich an diesem Schreibtisch unzählige Glückwunschkarten, einige Beileidskarten, viele Emails und Forenbeiträge (nicht nur hier, aber hier wohl die meisten) geschrieben. Und auch die meisten meiner Geschichten sind hier verfasst worden. Entstanden sind sie an unterschiedlichen Orten und gleichzeitig immer am gleichen Ort, nämlich in meinem Kopf.

Inzwischen steht aktuell eine Teetasse hier, den habe ich mir gerade aus der Küche geholt und dafür das Duschgel ins Bad gebracht. Die Tasse ist rot, darauf sind weiße Punkte, die Bremer Stadtmusikanten und die Worte „Freunde auf ewig“; gefüllt ist sie mit einem weihnachtlichen Früchtetee mit Mandelstücken, Zimt und eben Früchten.

Lesen tue ich hier nicht (außer auf dem Bildschirm, wo Lesen dann häufig eben auch Lektorieren ist). Für das Lesen nur für mich und nur zum Vergnügen (was das Lektorieren zwar sein kann, aber nicht immer ist) hält das Haus andere Plätze bereit: Das geliebte Sofa oder den Ohrensessel mit Hocker direkt am Kamin, wo dann auch gerne mit der nicht durch die Lektüre besetzten, freien Hand das Klischee bedient und der Jagdhund gekrault wird. Im Bett konkurrieren die Bücher mit dem iPod und den Hörbüchern darauf. So bleiben die Hände schön warm (denn das Fenster ist Sommer wie Winter offen), ich kann das Licht löschen und wunderbar einschlafen, während ich mir Bücher vorlesen lasse, deren Spieldauer sich gleichzeitig vervielfacht, weil ich immer wieder zurückspringen muss.

Apropos hören: Nils Landgren musste nun Adele Platz machen, deren neues Album mich seit seinem Erscheinen begeistert.

Der Tee ist ausgetrunken.

Glühwein, lieber Söldner, wäre nur eine Option, wenn ich endlich ein überzeugendes Rezept dafür hätte, Noch kein Glühwein, den es fertig zu kaufen gibt, hat es geschafft, mich zu überzeugen. Also trinke ich mir den Fertig-Glühwein immer schön, indem ich ihn mit Obstbränden strecke, die man pur nicht trinken kann. Aber nicht um diese Uhrzeit.

Also warte ich noch, bis später das Feuer im Kamin an ist, und nehme dann einen Whisky, den Nachtasou schon ins Spiel gebracht hat, proste ihm ihn Gedanken und dankend dafür zu, dass er diesen wunderbaren Thread ins Leben gerufen hat.

Wölfin,

weil „Frauen schreiben überhaupt nicht“

 

PS:  Eine letzte Frage muss erlaubt sein: Wo werden bei einem ärmellosen Bekleidungsstück die Ellenbogenschoner angenäht?

 

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Jona Mondlicht

Autor. Lektor. Teammitglied. Förderer.

20.12.2015 um 12:42 Uhr

Liebe Wölfin!

Wölfin

Wo werden bei einem ärmellosen Bekleidungsstück die Ellenbogenschoner angenäht?

Natürlich direkt auf die Haut. Ist Dir entgangen, in welchem Forum Du hier schreibst?

Hach, mir gefällt dieser Thread. Bitte noch mehr Schreibtische!

Viele Grüße

Jona

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dienerin

Autorin. Förderer.

20.12.2015 um 20:35 Uhr

*lach*

und dann komme ich und zerstöre alle Romantik

Mein Schreibstisch ist zu voll, der Schreibtischstuhl besteht aus einer Truhenbank, manches funktioniert nicht richtig. Das führt dazu, dass ichlieber den Lappi nehme und den auf den Beinen liegen habe beim schreiben.

So auch jetzt.

Am Ende meiner Couch ist die Möglichkeit meine Füße hochzulegen (nennt man das Ottomane?)

Die Lehne rutscht durch. Die Reklamation läuft. Im Januar wird das Sofa abgeholt (bin ich froh, dass ich es nicht durchs Treppenhaus tragen muss, das ist Massarbeit)

Neben mit eine Tüte Jumbos (Flips), neben dem Sofa ein Hocker, darauf ein Bier, noch zu, aber nicht mehr lange

Schräg vor mir der Fernseher, in dem geade "Stubbe" läuft. Auf der anderen Seite auf dem Sofa liegen meine "paarfuffzig" Adventskalender und die Zeitungen vom Wochenende. Noch ungelesen.

Handy in der Nähe.

Ich bin erreichbar.

Ansonsten vor mir die Weite des Wohnzimmers

kein Kamin, nichts roamntisches

und doch meine Wohlfühlatmosphäre

Sonntägliche Abendgrüße

Dienerin

die nun erst mal das Bier öffnet. Prost!

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Meister Y

Autor. Förderer.

21.12.2015 um 16:52 Uhr

Eine Momentaufnahme vom Schreibtisch, eine wundervolle Idee…

Klar habe ich einen, auch wenn er wohl den Namen nicht verdient. Modern und hell ist er, Arbeitstisch wäre wohl richtiger. An Hardware, Drucker und einer Kiste mit alten CD´s, die ich schon Ewigkeiten wegräumen wollte, stoße ich mir immer wieder Füße und Knie. Die ausziehbare Tastatur ist manchmal ein bisschen kurz, wenn ich mich im Schreibtischstuhl zurücklehne, um zu lesen, was vor mir über den Monitor flimmert. Im Moment gerade dieser klasse Thread auf den Schattenzeilen.

Links und rechts neben dem Monitor stehen auch bei mir Lautsprecher, aus denen ich meist leise Musik höre. Von Pop bis Klassik, je nach Stimmungslage. Da links noch die Schachtel mit den Speicherkarten, schon ewig will ich sie durchsehen. Na ja, wird schon noch. Rechts neben dem Monitor ein paar Bücher, Fachliteratur, denn auch Tante Google weiß nicht alles, ebenso wenig, wie Onkel Wikipedia. Auf einem thront ein Kantenhocker, ein Geschenk. Immer wieder ringt er mir ein Lächeln ab, erinnert mich an alte Zeiten. Zwei, nein drei gerahmte Bilder, Familie eben. Eine Ablage mit Papieren, die auf die Erledigung warten. Ein Korb mit Schreibutensilien. Meinem lieb gewonnen Füllfederhalter, ein paar Bleistiften, Kugelschreibern, bei denen ich nicht weiß, ob sie denn auch schreiben, Büroklammern, Klebezetteln, Kram halt, den man braucht. Ein Leimstift, den ich schon ewig nicht in der Hand hatte.

Geschenkband liegt noch hier, wohl vergessen wegzuräumen, oder doch vorausschauend liegengelassen?

Vor mir dampft Kaffee aus einem Pott, stehen ein paar Plätzchen, die ich geschenkt bekam. Der Blick aus dem Fenster verheißt nichts Gutes. Es regnet, die Wiese gegenüber wird schon seit Tagen wieder grün, die Bäume haben erste Knospen. Wo bleibt sie, die Weihnachtsstimmung? Wo ist er, der Schnee?

Neben dem Mousepad zwei Smartphones, das berufliche lautlos, das private im Familienmodus. Feierabend eben, den ich genießen will. Ob hier am Arbeitstisch, oder dem Sofa, das hinter mir steht, wird sich zeigen. Im Regal neben mir stehen Bergmann und Engel obenauf eine Pyramide, auf der eine Kurrende ihre Runden dreht. Vielleicht kommt doch noch Weihnachtsstimmung auf.

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Teufelchen

Autorin.

21.12.2015 um 21:22 Uhr

Schreibtisch ...

wenn ich mich hier umschaue, frage ich mich, ob das wirklich mein Schreibtisch ist? Nein, eigentlich nicht. Nennen wir ihn lieber Bildschirm-Arbeitsplatz, den Tisch, auf dem Monitor, Maus Tastatur und zwei kleine Lautsprecher stehen. Ein kleiner Arbeitstisch, unter dessen Platte nach der Überschwemmung im Juni der Rechner abgehängt ist und unter dem der wasserdichte Lagerkasten mit all den Kabeln steht. Die Arbeitsplatte ist ungewohnt aufgeräumt: griffbereit liegen zwei USB-Sticks und der Karten-Leser, dazu noch in Block, ein Kuli und die Box mit den Bildschirm-Reinigungstücher.

Auch der Ausblick zum Fenster ist nüchtern: nur die nach allen Trocknungs- und Renovierungsarbeiten wieder weiß gestrichene Wand und auf der Fensterbank die Handpuppe von Steiff, das Lieblingspielzeug von Junior.

Hier sitze ich abends, arbeite mich durch meine E-Mails und bereite Unterlagen für den Job auf.

Schreiben - das klappt nicht mehr so richtig. Eigentlich nur einen Stock höher, in meinem Büro, das die Kids liebevoll "Mamas Antiquariat" nennen. Da sitze ich ab und zu an dem wirklich alten, tiefen Schreibtisch, an dem schon mein Schwiegervater gesessen hat. Ein Schreibtisch, der so manches Klischee erfüllt: dunkles, teilweise abgegriffenes Massivholz mit kunstvollen Schnitzereien an Türen und Griffen. In der Tiefe des Tisches verborgen das, was ich meine Chaosbuchhaltung nenne: stapelweise Papier, das einmal im Halbjahr gesichtet und geordnet wird. Die Arbeitsfläche wird beleuchtet von der alten Gravierlampe. Allerlei Krimskrams steht da: Bilder der Kinder und Enkel, eine gravierte Metallschale mit Füller, Kugelschreibern und Bleistiften. Der erste Trinkbecher unserer Tochter, von Opa mit Namensgravur versehen und jetzt mit Büroklammern gefüllt. Hier wartet ein gebundenes Notizbuch auf meine Eintragungen. Stichworte, die sich seit Langem nicht mehr in Geschichten fassen lassen. Der Blick durchs Fenster geht in den Garten, eine grüne Oase mit uralten Bäumen. Tja, und wenn da am Schreibtisch sitze, steht meist die "unkaputtbare" Espressotasse neben mir ...

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Nachtasou

Autor.

21.12.2015 um 21:26 Uhr

@Wölfin Über dem Pullunder trägt der PSW eine Tweedjacke (aus England). Ist ja nur für zu Hause, und da kann er sich auch mal leger geben.

---

Ich eröffne dann mal den Reigen der Passiv-Schreiber. Denn auch das Lesen erfordert einen Ort.

Lesen kann ich überall. Aber mein Notebook ist ein älteres Modell und braucht die Nähe seines Ladegerätes, und das Kabel ist irgendwo da unten um ein Tischbein gewickelt. Und nun zu oben:

Weia, gegen Eure Schwerlast-Arbeits-Felder nimmt sich mein Tisch geradezu ´Tabula Rasa´ aus. Ich lege das drauf, was ich gerade brauche. Ich krieg´ Pickel, wenn mich etwas ablenkt. Besonders beim Schreiben war das seit Jugend Ritual: eine leere Platte und ich mit Papier und Stift allein. Nur so geht´s.

Gerade in Gebrauch: eine Schreibtischlampe (weiß), eine kaputte und eine funktionierende Logitechmaus (die kaputte ist die Marathon mit dem Serienfehler unter der linken Taste, die prellt, aber ich liebe und füttere sie weiter). Links hinten ein kleines Häufchen Notizzettel mit Dingen, die immer wieder aus dem Kopf herausfallen (andere sind moderner und halten sich dafür eine externe Festplatte). Keine Lautsprecher! Ich hatte mein Notebook nach Klang ausgesucht, um Kabelsalat zu vermeiden. Zwei Bleistifte (hart und weich), den silbernen diskusförmigen Spitzer aus dem Haus, aus dem auch eine Vorrednerin den ihren hat (immerhin EINE Gemeinsamkeit in Sachen Schreibtisch mit ihr ). Und eine Büroklammer, und eine Ansichtskarte. Fertig. Halt, da sind noch drei Krümel vom letzten Hanuta.

Der Tisch hat tatsächlich gedrechselte Beine, und ist eigentlich etwas zu hochbeinig. Ich fürchte, es ist gar kein Schreibtisch. Aber eine Schublade hat er: dort ist Ramasuri. Wäre er ein Tier, würd Gazelle passen, nicht Nilpferd. Sehr gern sitze ich auch am stabilen Küchentisch. Mit Geschirr im Rücken kann ich aber nicht beginnen und muss erst meine Küchen-Sub füllen. Die ist von Bauknecht, „weil der weiß, was Frauen wünschen“. (bitte nicht mich dafür angiften, habe nur zitiert).

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Ambiente

Autorin. Förderer.

22.12.2015 um 09:40 Uhr

Hallo meine lieben Schatten,

jetzt habe ich soviel über Eure Schreibtische und damit über Euch erfahren. Das ist heimelig. Sowas gibt es glaube ich, auch auf den Schattenzeilen.

Schreibtisch? Nunja, wir haben einen, einen wunderbaren sogar. Wir haben ihn extra anfertigen lassen. Ein Glasschreibtisch mit 2 cm starker Platte und 2 Glastürmen als Füße. In diese sind zwei Ebenen aus Gals eingefügt, auf der man Dinge abstellen kann. Eigentlich war der Schreibtisch so konzipiert, dass wir beide daran arbeiten können. Aber den Versuch habe ich bereits nach einer Woche aufgegeben.

Bevor ich noch einmal zum Schreibtisch von Cubi rüberschiele, erst einmal einen Schluck Kaffee und genießerisch der Musik gelauscht, die Dank der Wölfin in meinem DVD-Player rotiert. Weihnachten von Quadro Nuevo - und jetzt gedanklich heftig zu Wölfin winken - Du hast mir damit eine dolle Freude mit gemacht. Durch die Restek-Boxen ist der Klang einfach große Klasse.

Da ich ja nun nicht am Schreibtisch arbeite - obwohl er da ist, aber kaum 5% der Arbeitsfläche frei ist, sitze ich mal wieder in meiner geliebten Sofaecke und der Lappi steht auf der bleiten Armlehne.

Wenn ich mich umsehe sehe ich unseren Lebensstil: Glas, Chrom, weißes Holz und schwarzes Leder.

Unser Bücherregal, prall gefüllt, welches Cubi entworfen hat und wir haben es dann selbst gebaut.

Einen Glastisch mit zwei Ebenen, die verschiebbar sind. Der wundervolle Blick in den Garten 4 Balkontüren, die eine ganze Wand einnehmen. Nichts verstellt den Blick, bis auf diese blöde Tanne, von der ich hoffte, dass Sie beim großen Sturm fällt, aber nichts, sie hat bedächtig geschwankt und steht immer noch wie eine deutsche Eiche Blödes Ding!

Wenn ich nach rechts schaue, sehe ich den Glasfuss des Schreibtisches: Auf der unteren Ebene steht sein Traumauto: Shelby Cobra 427. In der oberen Ebene steht ein Metallmodell der Enterprice 1701. Auf dem Tisch ein Wust an Dingen, die er für sein Hobby braucht: Flugsimulator....

In einer Ecke am Bücherregal stehen einmütig nebeneinander sein Cello und der E-Bass. Mein Instrument steht im Esszimmer, gut verstaut in seinem Koffer: Eine Solistenmandoline von Hoff. Meine zweite Mandoline ist zwei Etagen höher, eine italienische Calace von 1964.

Ich fühle mich hier einfach wohl und genau hier in meiner Ecke entstehen auch die Ambiente-Storys.

Ach ja, auf meinem Tisch vor mir, brennt eine Dicke rote Kerze und der Kerzenschein flackert lustig vor sich hin.

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