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Bis dass der Tod uns scheidet?

Eine BDSM-Geschichte von Chezjulia

Vorlesen

„Ich bin ein alter Mann. Siehst du den Kellner, Sub? Er dürfte so um die Dreißig sein. Wäre er ein Dom, wäre er doch alterstechnisch perfekt für dich!“

Jana verschluckte sich beinahe an ihrem aromatischen Kaffee, als sie die Worte ihres Herrn vernahm. Wieder dieses leidige Thema, auf das er in letzter Zeit wiederholt zu sprechen kam - sein Alter. Es war nicht so, dass es ihr Herr offensichtlich tat. Nein. Er ging behutsam vor, denn er ahnte, dass seine Worte sie verletzten. Meist standen diese verheerenden Sätze in einem subtilen Zusammenhang und wurden mit einer sorglosen Leichtigkeit ausgesprochen, die in einem ambivalenten Verhältnis zu deren Schwere stand.  

Missmutig kniff Jana ihre Augen zusammen und runzelte verärgert ihre Stirn. Konnte sich ihr Herr diese Spitzen nicht verkneifen? Bereitete es ihm Vergnügen, unentwegt auf ihren Altersunterschied hinzuweisen? Anfangs war er kein bedeutsames Thema zwischen ihnen. Im Gegenteil, sie scherzten darüber. Doch in den vergangenen Wochen rückte ihr Herr die größere Altersdifferenz vermehrt in den Fokus.

Jana fragte sich, warum er dies tat. Meist verbarg sie ihren Groll über seine Aussprüche hinter einem angestrengten Lächeln oder überhörte sie schlichtweg. Das ganze Verhalten ihres Herrn war seltsam, nicht nur in dieser Hinsicht.

Es war schwer, die passenden Worte für dieses wabernde Ungetüm zwischen ihnen zu finden. Der beste Vergleich fand sich in einer immer dichter werdenden Wolkendecke. Wolken, deren Weiß sich in Grau umwandelten. Wolken, die sich unaufhaltsam formierten und zu einer unheilbringenden Gewitterfront auftürmten. Je länger sie über diese Metapher nachdachte, desto trefflicher erschien sie ihr. Ob Jana eher den aufziehenden Sturm fürchtete oder die einsetzende Stille, kurz bevor sich der erste Blitz entlud, dessen war sie sich nicht sicher. Doch sie fürchtete sich.

 

Der Duft des mit Karamell verfeinerten Kaffees stieg Jana erneut in die Nase. Gedankenverloren griff sie nach der randvollen Tasse. Gerade erst serviert worden, war das Getränk noch sehr heiß und schmerzte ihr beim Ansetzen an den Lippen. Ein spitzer Schrei entfuhr ihr. Beherzt stellte sie die bauchige Tasse ab. Dabei schwappte der Inhalt über die Untertasse und verunstaltete die geblümte Tischdecke mit einem großen, brauen Fleck.

Hastig tupfte Jana diesen trocken und bemühte sich um Schadensbegrenzung. Dabei stieß sie gegen die Blumenvase in der Mitte des Tisches. Die zwei roten Rosen darin kamen gefährlich ins Wanken. Jana prustete und spürte Tränen der Entrüstung in sich aufsteigen. Das war doch absurd! Konnte sie sich nicht wie andere Leute im Griff haben? Wer außer ihr weinte wegen einer solchen Lappalie? Ihre Nerven waren wohl angespannter, als sie vermutete.

 

Da spürte Jana die markante Hand ihres Herrn auf ihren Fingern. Ein schwieliger Daumen strich rau über ihre zarte Haut und sandte angenehme Schauder über ihren Rücken. Ein mächtiges Gefühl von Erregung vertrieb alle ungeliebten Gedanken.

Jugendschutz bei BDSM-Geschichten

Jetzt wird die Geschichte heiß!

Natürlich ist die BDSM-Geschichte nicht an dieser Stelle zuende. Im Gegenteil: Ab hier geht es zur Sache. Darum dürfen wir dir die weitere Handlung im Moment nicht frei zugänglich machen. Wir bitten dich um Verständnis, dass wir den Jugendschutz ernst nehmen.

Das sind die Schlagworte der weiteren Handlung:

Jana, Herr, Herrn, Sub, Tränen, Worte, Janas, Augen, Kellner, Kuss, Leben, Hand, Herz, Lippen, Griff, Stille, Ort, Gefühl, Blick, Herren, Krankheit, Angst, Zunge, Klos, Stelle, Kraft, Magenkrebs, Meist, Luft, All, Rechnung, Augenblick, Finger, Tasse, Mund, Mauer, Rosen, Platz, Thema ...

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Deine Meinung

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

Chezjulia

Autorin. Förderer.

23.10.2022 um 01:29 Uhr

Liebe Katharina!

Ich danke dir von Herzen, doch du brauchst dich bitte nicht zu entschuldigen. 

Deine Überlegungen, wie auch die der anderen User, waren und sind für mich sehr interessant und ein hilfreiches und bereicherndes Feedback. Ich verdiene mit dem Schreiben von allerlei Texten, neben meinen Kurzgeschichten, mein Geld, doch ich lerne ganz bestimmt nie aus. 

Auch definiere ich als meine Autorenstärke die Emotionalität eines Textes, denn die stilistischen Mittel...:) Und auch das Lektorat der Schattenzeilen gibt so wundervolle, kompetente Rückmeldung.

Weißt du, ich schrieb diese Geschichte für die Schattenzeilen. Für die Community. Es war einerseits persönliche Aufarbeitung, andererseits wollte ich der Gemeinschaft ein Thema eingeben, das tabuisiert ist und nicht dem Mainstream entspricht. 

Ich war und bin gespannt, was dieses Thema mit den Menschen macht, wie sie reagieren, denn es tangiert tiefe Bewusstseinsebenen und tiefliegende Ängste. 

Irgendwie hat mich dein Kommentar dazu verleitet, mich dahingehend zu outen...:) 

Denn ursprünglich wollte ich die Leser nicht wissen lassen, dass in dieser Geschichte sehr viel von mir lebt. Dieses Wissen kann einen Leser beeinflussen und mitunter eine Bewertung aus Mitleid oder Mitgefühl beschönigen.

Daher schrieb ich sie auch bewusst nicht in der Ich-Perspektive.

Doch bei dir war es intuitiv stimmig. So schrieb ich dir eine ehrliche Antwort.

Ach, es gäbe noch so viel zu sagen... Und ja, der Weg zwischen mir und diesem Dom endete seinerzeit nicht... Er ist ein herzensguter Mann. Möge er niemals dem Krebs erliegen und gesund bleiben...

Hab vielen Dank, liebe Katharina, für deine Zeit!

Julia

23.10.2022 um 00:41 Uhr

Hallo Julia,

entschuldige bitte - ich hatte gar nicht mitbekommen, dass die Geschichte einen realen Hintergrund hat. Umso bemerkenswerter finde ich es, dass du sie mit uns teilst. Deine Erklärungen ergeben für mich viel Sinn und zeigen wieder einmal, dass die Realität manchmal anders aussieht, als angenommen.

Es tut mir sehr Leid, dass du vom Schicksal derzeit hart geprüft wirst und ich möchte dir alles Gute wünschen und dir nochmals für deine Offenheit danken!

Beste Grüße

Katharina

Chezjulia

Autorin. Förderer.

21.10.2022 um 00:10 Uhr

Vielen lieben Dank euch allen für eure Zeit, meine Geschichte zu lesen, auf euch wirken zu lassen und eure Eindrücke mit mir und der Community zu teilen...

Es ist schön, wenn ich euch in irgendeiner Weise berührt habe...

Dieses Thema aufzugreifen, es anderen Menschen nahe zu bringen, das war mir ein Anliegen. Und ist mir ein Anliegen...

Es ist nicht schön, dieser verdammte Krebs. Weder für die Erkrankten, noch die lieben Menschen im Umfeld...

Herzliche Grüße

Eure Julia

Chezjulia

Autorin. Förderer.

21.10.2022 um 00:06 Uhr

Vielen lieben Dank, Noreia, für deine Zeit des Lesens und des Bewertens... Es ist schön, dass dich meine Worte berührten... Deine Fragen, sie ergeben Sinn und ich bin dir dankbar, dass du sie gestellt hast...

Gerne möchte ich dir darauf antworten...

Ich verstand es auch nicht und war fassungslos, dass er diesen Ort wählte. Viele Monate später sagte er mir, dass er diese Örtlichkeit aus Feigheit wählte, weil er um meine emotionale Art wusste. Er wollte sich eine Szene ersparen und mir damit letztendlich einen Gefallen tun...

Weißt du, manchmal ist das Schwerste, Zärtlichkeiten zu schenken. Weder er noch ich hätten uns diese in diesem Moment geben können... Zu intensiv, zu schwer, zu hasserfüllt waren unser beider Stimmungslagen...

Erst neulich sprach ich mit ihm. Mein Vater verstarb vor einigen Wochen, und er kondolierte mir. Es geht ihm gut, das freut mich für ihn. Er gilt mittlerweile als geheilt. Ich wünsche ihm, dass es das Schicksal gut mit ihm meint und sein Krebs nicht zurückkommt...

Von Herzen nochmals ein Dankeschön an dich und liebe Grüße!

Julia

20.10.2022 um 23:18 Uhr

Mich hat die Geschichte emotional berührt und du hast es in meinen Augen sehr gut geschafft, zwei Charaktere samt ihrem komplexen Innenleben authentisch darzustellen. Zwei Punkte haben mich allerdings ein wenig irritiert:

* Warum führt man so ein Gespräch in der Öffentlichkeit? Ich verstehe, dass du für die Geschichte einen Rahmen haben wolltest, aber ich denke, hier hätte es vielleicht stimmigere und interessantere Möglichkeiten als den Kellner gegeben.

* Die Mischung aus einer potentiell tödlichen Diagnose und Sex funktioniert für mich nicht. Das ist vielleicht Geschmacksache, aber ich hätte Zärtlichkeiten hier stimmiger gefunden, als die Erektion (und das sage ich als jemand, der normalerweise nicht so viel Wert auf Zärtlichkeit legt  ).

Aber das sind letztlich nur Kleinigkeiten und Fragen des Geschmacks. Insgesamt hat mir die Geschichte auf jeden Fall gut gefallen und mich sehr berührt. Vielen Dank dafür!

04.07.2022 um 00:23 Uhr

Nicht besonders erotisch

10.06.2022 um 03:04 Uhr

Diese Geschichte macht mich nachdenklich aber sehr gut geschrieben

14.05.2022 um 05:08 Uhr

Fühlte mich erinnert und auf eine gedankliche Reise mitgenommen. Emotionen sind aus bestimmtem Grund nicht mein Ding. Vergessen schon. Gelungene Geschichte, definitiv. Sehr gelungen.

Kleinere schreibtechnische Unebenheiten, wie mehrfaches "und" zur Vermeidung von überhäuften Kommata oder unnötige personelle Zuordnung durch Personalpronomen, werden dadurch überlesen. Angenehm ist der varible Satzbau weitab stereotyper SPO-Struktur.

Das Thema an sich ist Leben, auch wenn es den Tod berührt.

high time

Autor.

22.02.2022 um 23:05 Uhr

Eine sehr interessante emotionsgeladene Geschichte, Julia.

Ich hab was zum Nörgeln und was zum Loben.

Für meinen Geschmack sind da zu viele Adjektive. Es beginnt schon mit dem „aromatischen“ Kaffee. Wer will das wissen? Und dann folgen Sätze, in denen jedes Nomen eine adjektivische Begleitung hat. Ich finde, die meisten davon braucht es nicht. Sie beschreiben ohne dass der Leser überhaupt einen Bedarf für eine Beschreibung verspürt.

Das bremst den Sog. Ich finde, wenn man „erzählt“, beschreibt man das, was der Leser braucht, um zu sehen, zu verfolgen und dabei sein zu können. Aber nicht mehr!

In dieser Hinsicht der Rotstift gezückt, und die Geschichte wäre noch fesselnder, als sie durch die dramatische Handlung ohnehin ist.

Und jetzt kommt das Lob. Es ist ein Drama und es ist glaubhaft. Den emotionalen Absturz der Sub bringst du richtig gut rüber. Man kann spüren, wie es ihr geht. Auch dass sie sich in ihrer Verzweiflung total in ihrer Wortwahl vergreift und völlig am Rad dreht, kann man mitfühlen und verstehen. Ebenso spürt man -auch wenn du hauptsächlich bei ihr bist-, dass es ihm auch schwerfällt, er aber keine Alternative für sich sieht.

Eine mutige Geschichte. Du traust dich an ganz große Gefühle heran.

17.02.2022 um 00:39 Uhr

Ich finde die Geschichte sehr berührend und kann sie auch gut nachvollziehen.

Verstehe Janas Trauer und Wut, auch ich würde meinen Herrn beistehen wollen, sollte er in solch eine Sitaution geraten. Zu einer Ohrfeige oder Beschimpfungen würde ich mich allerdings nie hinreißen lassen.

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.

 
 

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