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Forum - Schreiben - Übungen

Blitzlicht (Staffel 6, Teil 2): Das war knapp

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hanne lotte

Autorin. Korrektorin. Förderer.

03.12.2023 um 00:10 Uhr

Ihr Lieben,

Wie versprochen kommt ein neues Thema. Auch wenn es doch schon heute ist ...

 

Als ich vorhin meine Abendrunde durchs Dorf gedreht habe, hat sich mir situationsbedingt dieser Satz aufgedrängt, der jetzt die Anregung für das nächste Thema sein darf:

 

Das war knapp.

 

Zur Erinnerung die wichtigsten Regeln:

 maximal 300 Wörter

 Es soll eine Szene/Situation beschrieben werden. Keine Minigeschichten.

 

Eure Texte schreibt ihr wieder in diesem Thread.

Ich freue mich auf eure Ideen und Diskussionen.

 

hanne

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Schattenzeilen

Autorin. Teammitglied.

03.12.2023 um 00:10 Uhr

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Nora

Profil unsichtbar.

03.12.2023 um 07:33 Uhr

geändert am 03.12.2023 um 07:36 Uhr

„Es war wirklich knapp diesmal, Nora. Beim nächsten mal geht es nicht so glimpflich aus für sie.“

Er musste sich etwas zur Seite neigen, um mich ansehen zu können, da der Bildschirm den halben Schreibtisch einnahm. Auf der anderen Hälfte stand ein Foto von Katharina, dahinter eine Korbablage, auf der eine Taschenlampe und Handschellen lagen. Echte Handschellen, nicht das Spielzeug, das zuhause auf meinem Nachtkasten lag. Handschellen, die Schmerzen verursachten, wenn man sie zudrückte, Cuffs, die das Blut an den Pulsarterien abdrückten, die die Haut zerrissen, nicht die geringste Bewegungsfreiheit ließen. Polizeihandschellen eben.

 

„Es ist nicht wegen uns“, redete er weiter, „wir können damit schon umgehen, glaub mir. Viele der älteren Kollegen haben Kinder, die sind selber dabei. Die Kids machen uns auch gar nicht nervös. Sie sind nett, freundlich, beschimpfen uns nie. Kein Vergleich mit den Chaoten, mit denen wir es sonst zu tun haben“

 

Er sah gut aus in der Uniform. Ich mochte Uniformen. Vor allem wenn sie von Frauen getragen wurden. Und einige von seinen Kolleginnen sahen extrem heiß aus in den dunkelblauen Blusen und den Chinos mit den breiten Ledergürteln. Aber er ja auch. Katharina musste eine verdammt gute Frau sein, wenn er ihr treu blieb. Vor mir hätte er keine Minute Ruhe, wenn ich eine Hete wäre.

 

„Sie mischen den Superkleber mit Schnellzement. Das braucht nun extrem lange, bis wir sie damit vom Asphalt haben“, erklärte er weiter. „Und bei den meisten Autofahrer liegen um sechs Uhr früh die Nerven so blank, dass es ein Wunder ist, dass noch nicht mehr passiert ist. Rede mit Marie, das wird gefährlich!“

 

Ich fragte mich, ob mir seine Uniform passen würde. Immerhin war ich seine Zwillingsschwester.

 

„Du kannst sie jetzt mit nach Haus nehmen.“

 

Langsam schüttelte ich den Kopf.

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Meister Y

Autor. Förderer.

03.12.2023 um 14:28 Uhr

geändert am 03.12.2023 um 14:30 Uhr

Manchmal hasste Karla ihren Mann. 'Mistkerl' fluchte sie leise in sich hinein, zog mit dem Schneeschieber die nächste Bahn vor der Scheune, in Richtung Vogelfütterung. Wenig Beachtung fand sie bei den Meisen und Zeisigen, gute zehn Meter waren es noch. Im Busch neben der Scheune flog ein Dompfaff auf, setzte sich wenige Meter weiter auf einen Ast.

 

Fest hatte Uwe die Strumpfhalterkorsage, die ihre Brüste nicht verdeckte gebunden. Wirklich bücken, oder weit nach vorn beugen, konnte Karla sich nicht. Dazu die schwarzen Strümpfe mit der roten Naht. „Du sollst ja schließlich eine gute Figur machen.“, hatte er gesagt. All das steckte jetzt unter dem neuen Weihnachtspulli mit der roten Rudi-Nase, den bunt geringelten Weihnachtsleggings, einem Schal, einer Mütze, der alten Filzjacke aus dem Schuppen, dicken Fäustlingen und in Filzstiefeln.

 

Oskar, der Deutschkurzhaarrüde hatte sich sichtlich gefreut, als Karla auf den Hof kam, stiebte neben ihr durch den Schnee. Dann aber, begann er Karla immer wieder mit der Nase anzustubsen. „Verschwinde…“ herrschte Karla ihn an, ärgerte sich im gleichen Moment. Schließlich konnte Oskar nichts dafür. Wieder stubste Oskar sie an. „Hau ab jetzt!“, rief sie im zu, warf den Schnee vom Schneeschieber in seine Richtung.

Im gleichen Moment sprang er aus dem Lauf Karla auf die Brust. Karla konnte sich nicht halten und fiel unter Oskars Last nach hinten in den Schnee. Im gleichen Moment löste sich vom Scheunendach die gesamte Schneelast, ergoß sich als krachende Dachlawine nach unten und kam genau dort auf, wo Karla gerade geschippt und gestanden hatte. Oskar kläffte sie an, wedelte mit dem Schwanz und leckte Karlas Gesicht. `Das war knapp´ dachte sie und begann, laut zu lachen.

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Meister Y

Autor. Förderer.

03.12.2023 um 15:48 Uhr

geändert am 03.12.2023 um 17:12 Uhr

Geschätzte Nora da hätte ich auch mit dem Kopf geschüttelt! Das darf nicht glimpflich ausgehen.

Schmunzeln musste ich, als Deine Gedanken, trotz der schweren Situation, abschweiften und Du daran gedacht hast, wie gut so mancher eine Uniform steht.

Gelungene Szene mit ernstem Hintergrund!

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hanne lotte

Autorin. Korrektorin. Förderer.

03.12.2023 um 22:26 Uhr

Mal schauen, ob ich es schaffe, diesmal zeitnah Lobe und Anregungen zu verteilen.

 

Nora

 

Jeweils 100 Sympathiepunkte gehen an Marie und auch an den Zwillingsbruder, der leider recht hat.

 

Deine Szene gefällt mir ausnehmend gut. Der Wechsel zwischen dem ernsten Thema und den abschweifenden Gedanken nimmt dem Text das Schwere, ohne zu bagatellisieren.

Du zeigst, was die Erzählfigur wahrnimmt, was ihr wichtig ist.

 

Meister Y

Du lässt auch nix aus! Weihnachtspulli mit Rudi-Nase. Nee, nee.

Dein Text ist gut, ich kann mich gut in Karla hineinversetzen und verstehe die Situation. Vor allem der zweite Teil ist gut gelungen.

Am Anfang habe ich geglaubt, dass Karla sich ärgert, weil sie Schnee schippen muss. Jetzt, wo ich alles kenne, nehme ich an, dass sie sich wegen der Kleiderordnung ärgert.

Der Satz mit der Strumpfhalterkorsage (eine feine Sache, wie ich finde ...) hat mich verwirrt, weil ich zunächst Karla mit freiem Oberkörper im Schnee vor meinem geistigen Auge gesehen habe. Vielleicht kannst du da lieber schreiben, dass die Nippel sich am rauhen Pullover unangenehm reiben. Bei einer Strumpfhalterkorsage denke ich ohnehin eher an etwas, das maximal unter dem Busen endet.

 

Ich finde es selbst immer schwierig, die Bilder, die ich im Kopf habe, verständlich rüberzubringen und vorherzusehen, an welcher Stelle ich den Leser überfordere.

 

Ich wünsche allen einen schönen Start in die neue Woche

hanne

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Nora

Profil unsichtbar.

04.12.2023 um 10:46 Uhr

Da meine liebe Marie aus gegebenen Anlass von der Krankenschwester ihres Vertrauens auf unbestimmte Zeit Netzkarenz verordnet bekommen hat, poste ich hier ihre Aufgabe (die natürlich sie selbst verfasst hat):

Okay, ich geb‘ es ja zu, er war knapp. Sehr knapp, ja. Aber nicht zu knapp. Zumindest hat man nichts gesehen. Auch nicht, wenn ich mich bückte. Ich hab mich aber eh nicht gebückt. Und wenn, dann bin ich immer in die Hocke gegangen. Da sieht man nichts, rein gar nichts. Nur die Beine, ehrlich.

Du hast doch selbst gesagt, wer so schöne lange Beine wie ich hat, soll sie durchaus auch herzeigen. Hab ich halt gemacht, na und? Ich mag meine Beine. Alle mögen sie. Du doch auch. Und ich zeig sie gerne her, das weißt du.

Klar gehöre ich dir, bin dein Eigentum, ich weiß. Ja, auch meine Beine. Das habe ich ja nie in Frage gestellt. Hab halt nur gezeigt, welch schöne Beine dein Eigentum hat.

Ja, du warst nicht dabei und ich hab dich nicht um Erlaubnis gefragt. Tut mir leid. Nein, echt jetzt.

Wie oft du mir das schon gesagt hast? Keine Ahnung, hab‘ nicht mitgezählt. Ja, hundertmal sicher.

Warum du mir das verboten hast? Weil du Angst hast! Doch hast du. Du hast Angst, dass sich irgendjemand an deinem Eigentum vergreift. Brauchst du aber nicht. Ich pass schon auf drauf.

Was heißt, das sieht nuttig aus? Du hast echt konservative Ansichten, weißt du das? He, wir schreiben 2023, nicht 1923! 

Entschuldigung, nein ich wollte nicht frech sein.

Ja, du hast mir sehr wohl gesagt, wo der Rocksaum zu sein hat. Eine Handbreit über dem Knie, ja. Pff, weiß ich doch nicht, ich hab nicht nachgemessen. Eine Handbreit unterm Arsch? Also jetzt übertreibst du echt. So knapp war er wirklich nicht.

Was heißt, du wirst mir jetzt aufzeichnen, wie knapp ein Rock sein darf? Mit einem Edding oder was? Womit? Mit der Gerte? Nein, das ist jetzt nicht dein Ernst, Donna! Nein! Aua!

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hanne lotte

Autorin. Korrektorin. Förderer.

04.12.2023 um 22:21 Uhr

Noras Marie  bzw. Nora

 

 

Ohne Worte ...

 

Die Aufgabe ist vollumfänglich erfüllt, würde ich sagen. Auch der Sprachstil passt zum Inhalt.

 

Eine Rotte frecher Ausreden, die ihresgleichen sucht.

Das ist schon übel rotzlöffelig, liebe Marie, und die Gerte ist redlich verdient.

 

Montagabend-Grüße

hanne

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Rumsch

Förderer.

09.12.2023 um 20:09 Uhr

Meine Version: 300 Wörter - das war knapp!

 

Das habe ich nun davon! Kühles Blech macht es sich auf meinem Rücken gemütlich, der zu einer schnöden Beistelltischplatte degradiert wurde. Weiche Flusen des kleinen, weißen Teppichs kitzeln mich an Händen und Knien; tapfer versuche ich durchzuhalten. Zumindest ist es warm genug, dass mich die fehlende Bekleidung nicht weiter zu stören braucht seine Worte! Trotzdem zittern meine durchgestreckten Arme etwas; mit vorsichtigen, konzentrierten Atemzügen versuche ich sie zu beruhigen. Nicht auszudenken, was passiert, wenn das blöde Tablett zu Boden scheppert!

 

Natürlich habe ich mir das selber eingebrockt. Hätte wissen müssen, dass auf die Bahn einfach kein Verlass ist. Lieber eine Bahn zu früh als zu spät – klar, wieder seine Worte. Gut, am Ende war es ziemlich knapp gewesen. Aber zu spät ist eben zu spät, keine Diskussion! Sein schadenfrohes Grinsen will mir nicht aus dem Kopf.

 

Jetzt schlürft er süßen Rotwein auf dem Sofa, keinen halben Meter neben mir und doch so weit entfernt. Fokussiert starre ich zwischen meine Hände und wünsche mir sehnsüchtig, dass er mir zärtlich durchs Haar fährt, was er so liebt. Oder mich endlich von meiner Strafe erlöst. Aber das wird er nicht machen, dafür fühlt er sich gerade viel zu erhaben, dank mir! Also, gern geschehen?

 

Das Sofa ächzt leise, als er sich erhebt. Angespannt spüre ich seine Anwesenheit hinter mir. Da will ich ihn gerade gar nicht haben. Metallenes Klirren ertönt als sein Glas meinen Rücken weiter beschwert. Sofort versteifen sich meine Gelenke; vergiss mal scheppernde Bleche, eine falsche Bewegung und sein feiner Teppich bekommt ein neues Muster! Verdammt!

 

Scharfes Zischen schneidet durch die Luft. Instinktiv schließe ich dich Augen, doch der Schmerz bleibt aus. Trotzdem zucke ich zusammen und das Blech schwankt gefährlich. Irgendwie schaffe ich es, dass es weiter auf meinen Rücken bleibt; auch das Glas! Das war knapp - in doppelter Hinsicht.

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Leo Me

Autorin.

12.12.2023 um 19:13 Uhr

Die Zeit vergeht in Zeitlupe. Wie lange knie ich hier schon? Wie lange fühlt sich eine Ewigkeit an? Ich schließe meine Augen. Versuche mich zu konzentrieren. Eine Antwort zu finden, auf meine Fragen. Kann ein Körper Zeit messen? Kann mein Körper Zeit messen?

Du hast gesagt, ich soll warten. Hier. In der Mitte des Raumes. Das Licht ist gedämpft. Ich spüre den alten Holzfußboden unter mir. Spüre die Weite des Raums. Seine Höhe. Kann man Höhe spüren? Oder ist es nur meine Erinnerung daran?

Du hast mich positioniert. Wie ein Künstler. Ein Künstler, der eine Statue erschafft. Immer wieder hast du meine Haltung korrigiert. Bist langsam um mich herum geschritten. Hast mich betrachtet, korrigiert, betrachtet. Dann bist du gegangen.

„Beweg dich nicht. Warte.“, das waren deine Worte.

Ich habe die Türglocke gehört. Schritte. Stimmen. Deine Stimme. Ich war bereit, für das, was kommen wird. Es kam nichts. Ihr habt euch entfernt. Geblieben ist ein monotones Stimmengewirr. So sehr ich mich auch konzentriere, ich kann deine Stimme nicht hören.

Nicht bewegen. Warten.

Meine Knie schmerzen. Mein Körper ist angespannt. Jeder einzelne Muskel. Meine Gedanken verlieren sich in mir. In meinem Schmerz. Wie lange schon? Ich kann nicht mehr. Ich gebe auf. Gleich. Jetzt. Ich lasse mich fallen.

Du fängst mich auf. Sanft. Nimmst mich in den Arm. Du bist da. Wie lange schon?

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