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Erdulden

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Devana

Autorin. Lektorin. Teammitglied.

11.09.2020 um 19:55 Uhr

Im Thread "Provokationen" (Link) kam die Frage auf, wie weit man als submissiver Part Handlungen erduldet, die bei einem selbst vielleicht nicht auf der Favoritenliste stehen:

Devana

Idealerweise macht mir das auch Spaß, was wir dann machen. Aber es geht eben auch mal aus dieser Erduldenperspektive heraus.

Folgsame O

Wie weit geht die?

Ich möchte daraus lieber ein eigenes Thema machen.

Wie sieht das bei euch aus? Wie weit geht ihr als submissiver Part, was fordert ihr als dominanter Part ein? Wie geht es euch dabei?

Gruß Devana

P.S. Ich antworte schon noch auch darauf, aber lasse euch erst einmal zu Wort kommen.

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Meister Y

Autor. Förderer.

12.09.2020 um 12:15 Uhr

„Erdulden“ ist ja zunächst eine Frage der Definition, wie Du liebe Devana schon erwähnt hast. Tue ich etwas was nicht zu Sub´s  Favoriten zählt? Tue ich gar etwas, von dem ich weiß, dass sie es eigentlich gar nicht mag? Wenn ich dabei keine festgezurrten Grenzen überschreite erwarte ich, dass Sub es erträgt (erduldet), geschehen lässt! Dabei geht es (fast) immer um meine Lust, mein Wohl und manchmal auch nur darum, sich nach einem sch… Tag abzureagieren. Zugegebenermaßen ist mir in dem Moment auch Subs Gefühlswelt relativ egal.

Ist der Moment vorbei, kommen oft wieder Gefühle ins Spiel. Da geht es um Auffangen, um Kuscheln, um Tränen trocknen, ja auch darum, miteinander zu reden. Das können genau so Schmerztränen sein, wie Tränen des Glücks. Da kann es sein, dass das „warum“ ein Thema wird. Da passiert, dass ich höre, dass es sie stolz gemacht hat, für mich dagewesen, von mir benutzt worden zu sein.

Fazit: Mein Handeln will und muss ab und an erduldet werden!

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Tek Wolf

Autor.

12.09.2020 um 22:56 Uhr

Liebe Devana, noch so ein schwieriges aber faszinierendes Thema. Bei Erdulden denke ich als erstes eine Sub, die etwas über sich ergehen lässt, weil sie sich nicht traut etwas dagegen zu sagen. Oder sie hält es nicht für angemessen. Jedenfalls liegt sie still da und wartet geduldig, bis das vorbei ist, was der Dom  wollte und es mit spannenderen Sachen weitergeht. Das kann natürlich ins tragikomische abgleiten, wenn der Dom gleichzeitig nur das macht, weil er denkt, die Sub hat ihre (stille) Freude daran.

Ich denke, an dieser Stelle muss man aufspalten:

1) Erdulden, weil man dem Dom eine Freude machen will, zum Beispiel High Heels tragen, obwohl man selbst das doof findet.

2) Erdulden, weil es ein besonders Gefühl auslöst (es muss nicht mal erotisch sein). Eine Art Märtyrerinnenheiligkeit, bei der erst durch die Erduldung Stärke erwächst und Reinheit erlangt wird. Eine Hingabe an die Selbstaufgabe.

3) Erdulden, weil man es gerade erotisch findet, zu etwas gezwungen zu werden, dass man nicht möchte/nicht mag. Ich hatte mal eine Sub, die ich mit einem kalten Waschlappen "bestraft" habe. Sie sagte, sie würde dieses Gefühl hassen, aber dass ich sie dazu zwinge und sie es aushalten (erdulden) musste, fand sie faszinierend und sehr anregend.

Fallen euch noch andere Formen des Erduldens ein? Und ist es wichtig? Ich weiß ungefähr, was meine (jetzige) Sub mag und was eher nicht. Stelle ich daher ein Wunschmenü zusammen oder mache ich bewusst eine Sache, die zwar nicht bei den Tabus steht aber auch nicht auf den Top 10 der Lieblingsdinge? Das ist eine Frage, die mich interessieren würde. Wird etwas Ungeliebtes alleine dadurch, dass man zum Erdulden gezwungen wird, zu etwas erregendem?

Grüße

Tek Wolf

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Wodin

Förderer.

13.09.2020 um 02:21 Uhr

Wie schon von den Vorrednern angemerkt, ist die Frage, was denn mit „Erdulden“ genau gemeint ist.

Das ist für mich selber schon schwierig. Das kann ausgelegt werden wie „ich nehme es so hin“ und am Ende ist nichts weiter Positives für mich herausgekommen.

Beispiel: Die Ehefrau des prügelnden Gatten (hier nicht im Sinne des BDSM gemeint) erduldet seine Ausfälle, oder der Mann, der das ständige Gekeife seiner Gattin erduldet.

Aber ich kann auch etwas „erdulden“ und gehe danach gestärkt aus der Situation hervor.  Hier würde ich vielleicht den Begriff „ertragen“ oder  „aushalten“ bevorzugen.

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Wodin

Förderer.

13.09.2020 um 20:34 Uhr

Noch eine Ergänzung zum Beitrag von Tek Wolf:

Natürlich erdulde (oder ertrage) ich immer etwas im Sinne des Wortes.

Klar, auch ich hab so meine innere Hitliste mit den „ja bitte bitte“ über „ganz nett“ bis „auch noch o.k.“. Wenn sich jetzt Drachenlady bei den Sessions immer nur mir zuliebe auf die Top Five beschränken würde, dann trifft das nicht mein Verständnis des Spiels. Ich will ja herausgefordert werden. Ich will nicht wissen, was für Quälereien sie sich heute und jetzt aussgedacht hat und auch nicht, wie lange ich das auszuhalten habe. Da gehört es für mich fast schon zwingend dazu, daß es unangenehm ist. Umso mehr erfüllt es mich am Ende mit Stolz und Erfüllung, diese Herausforderung gemeistert zu haben und wenn meine Grenzen hier das limitierende Element waren, dann hab ich zumindest daran gearbeitet, um hier irgendwann mal weiter zu kommen. Wie weit Drachenlady hier geht, bleibt ihr überlassen, wir haben beide unsere (wenigen) Tabus und mehr kann sich entwickeln, muss aber nicht.

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Tek Wolf

Autor.

14.09.2020 um 12:24 Uhr

Danke Wodin, für die Ergänzung.

Vielleicht eine vierte Variante des Erduldens: Die eigenen Grenzen austesten um schließlich stolz auf das Ergebnis zu sein. Und da fällt mir noch eine ein, doch die könnte umstritten sein: Eine Praktik erdulden, weil sie für den Partner wichtig ist. Wie sehen das die Anderen? Lasst ihr etwas über euch ergehen, weil ihr wisst, dass es euren Partner/Partnerin erfreut? Wo sind die Grenzen? Gibt es einen Unterschied, wenn Sub etwas für ihren Dom erduldet und umgekehrt? Ich bin gespannt auf eure Gedanken!

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dienerin

Autorin. Förderer.

14.09.2020 um 22:51 Uhr

Ja, das gibt es bei mir

Es gibt Praktiken, die ich nicht sonderlich mag, aber irgendwie dazu gehören

Und dann mache ich es, auch gut

aber nicht alles was ich gut mache, mache ich auch gerne

Und ja, das gehört für mich dazu

Dienerin

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16.09.2020 um 08:51 Uhr

Moin zusammen,

ich habe dazu eine Frage. Da ich noch am Anfang stehe, muss ich noch einiges verstehen lernen. 

Bei den Praktiken die euch nicht gefallen, sie aber er duldet. Verliert ihr da nicht die Lust an dem ganzen? Etwas tun zu müssen, was ihr eigentlich garnicht machen wollt. Wie geht man damit um, damit man da keine "Abneigung" zu entwickelt?

Es ist ja nicht jede Sub/Dom gleich.

LG Miss

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17.09.2020 um 08:42 Uhr

geändert am 17.09.2020 um 08:44 Uhr

Guten Morgen, 

auch für mich persönlich ist der Reiz des Erduldens für den Herrn etwas zu ertragen, in der Hoffnung, dass ihm dies gefällt und wir beide stolz sein können, in gegenseitigem Vertrauen unsere Grenzen verschoben oder einfach unser Repertoire erweitert zu haben.

Diverse intrinsische Motivationen hat Tek Wolf bereits benannt und andere haben ergänzt.

Wie "unangenehm" oder erregend sich das jeweilige Erdulden anfühlt, ist sicherlich auch Tagesform abhängig. Das geht den Tops nicht anders, wie Meister Y oben beschrieben hat ^^

Mal den Fokus auf die Dominanten: Was "erdulden" denn die Tops so alles für/durch ihre Subs? Diese Frage - vielleicht mit schelmischem Lächeln gestellt - geht mir schon ne Weile im Kopf rum. Antworten wären toll 

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Tek Wolf

Autor.

17.09.2020 um 09:51 Uhr

Was "erdulden" Tops für ihre Subs? Eine gute Frage. Einerseits besteht das Spiel ja gerade daraus, dass die Sub dem Herrn und seinen Wünschen dient. Das ist ihre Erfüllung. Der Top sollte also nichts erdulden, sondern tun, was ihm gefällt. Natürlich ist das nur der Inhalt des Spiels, das was es darstellt. Hintergründig tut der Dom schon einiges für die Sub, möchte er doch, dass es ihr gut geht. Also wenn man jemanden liebt, erduldet man in einem wissen Rahmen auch etwas für den Anderen um ihn oder sie glücklich zu machen. Egal ob Top oder Sub. Was denken andere darüber?

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