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Forum - BDSMler unter sich - BDSM-Beziehungen

BDSM in einer funktionierenden Beziehung

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03.01.2020 um 10:24 Uhr

geändert am 03.01.2020 um 10:31 Uhr

Hallo zusammen, 

ich habe mich ehrlich gesagt nur angemeldet weil ich aktuell in einer Zwickmühle stecke und langsam verzweifel. Deswegen auch leider etwas mehr Text :/ 

Ich lebe in seit vielen Jahren in einer sehr guten Beziehung und wir sind seit einigen Monaten verheiratet und was das betrifft auch sehr glücklich.

Wir sind beide recht experimentierfreudig was Sexualpraktiken angeht und haben beide auch Neigungen im Bereich BDSM. Meine Frau konnte diese Neigungen vor unserer Beziehung teilweise ausleben; ich nicht. 

In den letzten Jahren haben wir einiges ausprobiert.  Sie war der dominante Part und ich der devote. Mir hat es sehr gefallen, ihr allerdings eher weniger weil sie ebenfalls devote Fantasien hat.

Wir haben daraufhin die Rollen gewechselt und ich habe festgestellt, dass mir der dominaten Part ebenfalls sehr zusagt. 

Soweit eigentlich ganz gut: das Problem ist nur, dass sie zwar das was ich mit ihr gemacht habe gut findet es aber nicht für sie funktioniert wenn ich es mache. Ich bin im "normalen Leben" und in unserer Beziehung kein sonderlich dominanter Mann in dem Sinne und deswegen liebt sie mich auch (eher der zärtliche Mensch, der Zuneigung gibt und braucht). Bei ihr ist es also eher der "Kopf", der nicht mitspielen kann.

Sie hat mir vor einigen Wochen angeboten, dass ich meine devoten Neigungen doch in einem professionellen Studio ausleben kann weil sie sich wünschen würde, dass ich nicht darauf verzichten muss. Ich kann mich mit dem Gedanken sogar gut anfreunden.

Allerdings würde ich ihr gerne das gleiche anbieten wollen und weiß, dass sie es auch ausprobieren würde. 

Was ich mich leider überhaupt nicht vorstellen kann, ist der Punkt, dass ein anderer Mann das mit ihr macht was sie sich wünschen würde. Zum einen weil ich selber gerne der wäre, der sie dominiert. Ich tue mich auch sehr schwer mit dem Gedanken, dass sie sich jemand anderem so hingeben würde wie sie es bei mir leider nicht kann; was BDSM betrifft. Bei dem Gedanken bekomme ich buchstäblich Magenkrämpfe und habe die wildesten Fantasien. Leider riegelt sie aktuell ab wenn ich mit ihr darüber sprechen möchte (die Fantasien und was ich ändern könnte/müsste um sie so zu dominieren wie sie es sich wünscht) und jedes Mal wenn ich sie darauf anspreche, wird es gefühlt schlimmer.

Sie würde lieber komplett auf die BDSM Spiele verzichten. Allerdings weiß ich wie schlimm es ist wenn man Fantasien hat und diese nicht komplett ausleben kann.

Vielleicht hat ja irgendjemand einen Rat für mich/uns.

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Jona Mondlicht

Autor. Lektor. Teammitglied. Förderer.

03.01.2020 um 15:45 Uhr

Hallo Philos,

ich finde es gut, dass Du Dein / Euer Problem so offen benennst und schilderst. Auch, dass Du Dich damit auseinandersetzt und nach Lösungen suchst.

Vorweg - ich habe keine Lösung parat. Wahrscheinlich wird das niemand hier haben, aber vielleicht findest Du dennoch Denkanstöße.

Mir ist in Deinem Beitrag aufgefallen, dass Du Dir sehr gut vorstellen kannst, Deine Neigungen außerhalb Eurer Beziehung auszuleben, aber nicht damit umgehen möchtest, dass Deine Frau Gleiches tut. Wo siehst Du den Unterschied? Hast Du, als Du den Weg in ein professionelles Studio für gut befunden hast, berücksichtigt, dass sich Deine Frau gleichen Gefühlen und Problemen stellen muss, aus denen heraus Du ihr eine ähnliche Option ungern gewährst? Ich gehe davon aus, dass Eure Beziehung intakt ist und funktioniert, so hast Du es geschrieben. Daher kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es auch ihr nicht leichtfallen würde. Müsstest Du Dir dann nicht sagen: Wenn ich ihr soetwas nie zugestehen würde, kann ich es nicht für mich selbst in Anspruch nehmen und gut finden. Versteh mich nicht falsch, das soll keine Anklage sein, sondern nur eine Verständnisfrage - oder ein Denkanstoß.

Dass Du im Alltag weniger dominant bist als bei den Gelegenheiten, in denen ihr Euch auslebt, finde ich nicht ungewöhnlich, das ist, denke ich, in ganz vielen Beziehungen (und auch ganz normal) so. Ansonsten wäre ein sexuell devot veranlagter Mensch im Alltag schrecklich aufgeschmissen. Zärtlichkeit und Zuneigung fressen insofern auch keine dominante Neigung auf.

Vielleicht brauchen Eure gemeinsamen leidenschaftlichen Gelegenheiten einfach mehr Abgrenzung vom Alltag, wenn sie denn nicht funktionieren, solange Deine Frau den ansonsten eher zärtlichen Partner vor sich sieht und den Kopf nicht freibekommt? Ich weiß nicht, ob da Rituale oder Orte eine Rolle spielen können, oder Zeit, die Ihr Euch geben müsst, um in Rollen zu finden. Vielleicht ist die dunkle Fantasie Deiner Frau aber auch der "harte" Dom ohne Gnade, bei dem es keine Zärtlichkeit gibt, der unnahbar ist und streng fordert - was nur funktioniert, wenn man mit diesem Menschen nicht im Alltag leben und lieben will, also nur in bestimmten Zeitfenstern. Das kannst (und willst) Du nicht bieten. Und sie wird es auch nicht wollen, dass Du das bietest, weil sie mit Dir eben eine liebevolle Beziehung leben möchte. Frag sie doch mal.

Viele Grüße

Jona

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Mai

Autorin.

03.01.2020 um 17:29 Uhr

"die Fantasien und was ich ändern könnte/müsste um sie so zu dominieren wie sie es sich wünsch"

Lieber Philos,

wenn da nicht genau Pudels Kern liegt. Was Du willst ist devot. Sie soll Dir erklären wie Du dominant sein sollst, damit es ihr Spaß macht, was Du tun sollst, um sie dominant zu befriedigen, welche Spielarten Du heranziehen sollst, damit sie sich devot fühlen kann. So funktioniert das leider überhaupt nicht.

Ich finde es süß, ehrlich. Aber bei mir würde das so auch überhaupt nicht funktionieren.

Ich brauche einen Mann, den es selber geil macht ein bisschen das Arschloch raushängen zu lassen, der mir zeigt wo es lang geht, weil das seine Sexualität ist. Der weiß, was er will und das durchsetzt. Nach seinen Spielregeln. Klar, souverän, egozentrisch und abgebrüht.

So sollte sich das zumindest anfühlen. Natürlich ist es ein Spiel. Aber es sollte schon ein Spiel sein, in dem jeder seine Hautrolle spielt und der andere nicht mir zuliebe so tun als ob.

Klingt gemein, ich weiß. Ist aber absolut nicht böse gemeint. Vielleicht mal ein Spiel zu viert?  Dann muss keiner Angst haben, weil er nicht weiß, was der andere macht? Oder mal zusammen auf Partys gehen? Und da ein bisschen frivol sein?

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Devana

Autorin. Lektorin. Teammitglied.

04.01.2020 um 01:18 Uhr

geändert am 04.01.2020 um 01:19 Uhr

Hallo Philos,

da muss ich Mai zustimmen: Einem Mann, dem ich erklären muss, was und wie ich es gerne hätte, ist nicht der richtige Mann für mich. Es muss ihm selbst ein Bedürfnis sein, es muss ihm selbst anmachen und er braucht dafür keine Anleitung. Wenn mich irgendetwas abturnt, dann das Gefühl, dass er es nur mir zuliebe macht.

Ich könnte mir vorstellen, dass hier auch der Hund begraben liegt, wenn du mit ihr darüber sprechen möchtest und sie abblockt.

Insofern habe ich auch keine Lösung parat. Nur ein paar Vorschläge und Anregungen.

Ein Spiel zu Viert kann einen Versuch wert sein. Die Frage ist, in welcher Konstallation.

Ebenso könnte ich mir vielleicht auch ein Spiel zu Dritt vorstellen. Mit einem dominanten Mann oder einer dominanten Frau (die euch dann beide toppt?).

Du sagst, du möchtest sie dominineren. Dann tue es. Ohne Nachfragen und genauem mit ihr vorab festgelegten Ablaufplan. Tue, was du möchtest. Wenn du es denn kannst.

Ganz auf BDSM zu verzichten halte ich auf Dauer für keine gangbare Möglichkeit. Es wird früher oder später aus euch rausbrechen und dann wird alles noch schlimmer werden.

Versucht euch lieber an anderen kreativen Möglichkeiten.

Viel Glück!

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04.01.2020 um 12:35 Uhr

Danke für die Antworten. Auch wenn das platt klingen mag: sie haben mir wirklich geholfen.

Vor allem die Punkte, die Jona anspricht sind mir bewusst aber ich kann sie aktuell nicht unterdrücken.

Wir haben uns gestern Abend und heute morgen lange unterhalten; auch über dieses Thema was ich als sehr positiv empfinde.

Ich habe viel selbst reflektiert in den letzten Tagen.

Ja, ich möchte sie dominieren und bin auch recht einfallsreich was das angeht.

Im Nachinnein betrachtet bin ich selten dämlich...sie hat mir im Vorfeld sogar gesagt was ihre Tabus sind...sie hat mir gesagt, dass sie gar nicht weiß was sie genau möchte. Damit hätte für mich eigentlich klar sein sollen, dass ich mich "austoben" kann. Als es dann wirklich soweit war, hatte ich Angst sie zu verletzten. Nicht körperlich sondern mit dem was ich mit ihr machen möchte weil es evtl. zuviel für sie ist (was ich aber irgendwie gar nicht glaube).

Sie hat mir sogar gesagt, dass es ihr manchmal unheimlich war, wenn sie im Internet irgendwas nachgeschaut hat und ich von den gleichen Praktiken gesprochen habe. Was ja eigentlich schön ist weil wir ähnliche/gleiche Fantasien haben. Ich hätte es ihr also gar nicht sagen sollen sondern es einfach machen müssen ohne es mit ihr vorher absprechen zu wollen...sie hätte sich schon gemeldet wenn es zu weit gegangen wäre.

Diese Gedanken habe ich nur bei ihr. Sprich ich möchte sie dominieren und keine andere Frau. Vermutlich auch weil es anders ist als im Alltag in dem wir eine harmonische und liebevolle Beziehung haben in der wir beide es genießen wenn ich sie z.B. in den Schlaf streichel.

Ich glaube, dass ich mit diesem Vorgehen viel kaputt gemacht habe und weiß aktuell noch nicht, wie es weitergehen kann.

Ich finde die Idee mit den Partys gut und würde es gerne auch nochmal zu zweit mit ihr probieren wenn ein paar Wochen vergangen sind.

Da ich aktuell andere Probleme, die vermutlich auch meinen Umgang mit BDSM beeinträchtigt haben, habe und mir bei unseren Gesprächen endlich wirklich bewusst geworden sind (die Gefahr in eine Spielsucht und Sexsucht abzudriften und damit wirklich etwas kaputt zu machen), haben wir uns dafür entschlossen das Thema BDSM vorerst zu pausieren.

Ich danke euch für die Anregungen und Vorschläge. In der Anonymität des Internets fällt es einem dann doch leichter mit komplett Fremden über solche Themen zu sprechen.

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