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Forum - Veröffentlichungen auf den Schattenzeilen - Geschichten

»Gespiegelt« von poet

Bezieht sich auf die BDSM-Geschichte »Gespiegelt«.

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Ambiente

Autorin. Förderer.

11.08.2026 um 19:29 Uhr

Lieber Poet,

 

ich habe mich bisher zurückgehalten, etwas zu Deiner Geschichte "Gespiegelt" zu sagen/schreiben.

 

Wie soll ich sagen? Ich habe nicht hineingefunden, ich dachte immer nur, was für eine tragische Gestalt.

 

Meine Wettbewerbsbeurteilung lautete daher:

Dieser Wettbewerbstext hat mich gar nicht erreicht. 

Ich fand die Geschichte einfach schrecklich. 

Der Protagonist war einfach eine traurige Gestalt. ☹

 

Ja, aber was war mit dem Rest? 

 

Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit hatte, die anderen Bewertungen zu lesen. Denn eine Eschichte zu erfinden ud dann noch zu schreiben, ist nicht einfach.

 

Danke also für diese Storys.

 

wir lesen uns

Ambi

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Tek Wolf

Autor. Förderer.

13.08.2026 um 12:22 Uhr

Lieber poet, diese Geschichte ist harter Tobak. Sprachlich aber ist sie ausgezeichnet finde ich und auch die Figuren gut getroffen. Und du hast schon recht, es ist Literatur, muss nicht gefallen, muss nur gut sein und das war sie. Manchmal ist es schwer, die Erwartungen des Publikums zu treffen. Und machmal muss man auch zwischen dem Schreiben für andere und für sich selbst entscheiden. Du hast dich konsequent entschieden und nötigt mir Respekt ab. Danke für deine Geschichte

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Schattenzeilen

Autorin. Teammitglied.

13.08.2026 um 12:22 Uhr

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Herzenswunsch

Autor. Förderer.

16.08.2026 um 23:31 Uhr

Lieber poet,

 

ich möchte ehrlich sein. 

Deine Geschichte hat bei mir gewirkt und sie wirkt auch immer noch nach.

Du hast es geschafft, den Protagonisten in seiner ganzen Erbärmlichkeit so gut zu beschreiben, dass es mich beim Lesen zwischen Ekel, Mitleid und Fremdscham hin und her gerissen hat. Ich hatte ihn bildlich vor Augen, roch förmlich die widerliche Mischung aus Alkohol, Nikotin und abgegriffenen Pornoheften in seiner Wohnung. Eine tragische Gestalt, der Sucht verfallen, einsam und ohne Selbstachtung. Das ist leider für nicht wenige Mitmenschen die bittere Realität. 

Zeit meines Lebens kenne ich einen solchen bedauerlichen Menschen im familiären Umfeld, mit allen schlimmen Erkrankungen, die dieser Lebenswandel mit sich bringt. Einfach nur grausam und traurig, das wurde mir mit jeder gelesenen Zeile bewusst.

Aus diesem Gesichtspunkt finde ich die Geschichte sehr gut geschrieben. Sie nimmt mich mit, berührt mich, macht mich traurig, nachdenklich und auch innerlich wütend. Warum muss es bei manchen Menschen so weit kommen?

Wie kann man sich selbst derart aufgeben? Warum erfährt er nicht einmal von seinem Bruder ein wenig Achtung? Ganz im Gegenteil, er nennt ihn einen Versager.

 

Die Geschichte wirkt heftig auf mich und das macht sie irgendwie gut, auch wenn ich mich in würdevollen, liebevollen und romantischen Geschichten eher wiederfinde.

 

Den Sprachgebrauch, zum Beispiel die Worte "Pissen" oder "Titten", finde ich schrecklich vulgär. Klar, passt es im Kontext dieser Geschichte perfekt, aber für mich sind das beim lesen immer die Momente an denen ich überlege abzubrechen. Ist wahrscheinlich Geschmackssache.

 

Die Obsession des Protagonisten wird deutlich, Sexfantasien, mit einer großen Portion Alkohol und Nikotin. Was mich dabei wirklich angewidert hat ist die Art seiner Fantasien. 

Eine Frau zu besitzen, sie zu einem Werkzeug abzurichten, für sich alleine, nur seine Wünsche erfüllend. Sehr einseitige Gewaltfantasien ohne einen Bezug zu BDSM, meiner Meinung nach. Da habe ich mich wirklich gefragt, ob die Fantasien gemeinsam mit dem Menschen untergehen, ob einem Menschen in seiner Situation keine schönen Träume mehr vergönnt sind, ob man in dieser Lage keine Liebe, Zärtlichkeit, Einvernehmlichkeit mehr zu wünschen fähig ist. Aber auch das passt zum Gesamtbild der Geschichte, macht sie für mich rund, aber auch sehr hart und düster, eher grenzwertig.

 

Vielen Dank also für deine Geschichte.

Auch wenn sie thematisch gar nicht zu meinen Favoriten gehört und ich auch nicht behaupten kann sie gerne gelesen zu haben, hat sie auf ihre eigene Art funktioniert und mich bewegt. Und das macht eine Geschichte am Ende aus.

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poet

Autor. Förderer.

17.08.2026 um 15:09 Uhr

Ich möchte mich doch noch einmal kurz zu Wort melden zu ein paar Punkten in euren Kommentaren:

Die meisten schreiben, die Geschichte habe sie mitgenommen, sie sei "starker Tobak", mache keinen Spaß, aber sie hinterlasse doch Folgen. Na super - das ist ja gerade das, was ich erwarte von jeder guten Story! Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, diesen wirklich fiesen Kerl so zu beschreiben, wie er nun mal ist - es gibt solche Typen leider genug! - und natürlich ist das keine romantische Komödie und auch keine Satire.  

Wer sagt, dass dieser Text mit dem Tod des "Helden" endet? Er fällt halt auf den Kopf und ist bewusslos - wenn er wieder zu sich kommt, wird er daraus aber nichts gelernt haben und genau so weiter leben.

Das von den SZ dazugestellte Bild finde ich genau passend, wie im übrigen eigentlich so gut wie alle dieser Bilder den Inhalt ihrer Geschichten doch sehr gut wiedergeben, mein Applaus!

Ich will kein Mimöschen sein und freue mich ja auch über eure vielen Zeilen, egal ob zustimmend oder ablehnend, besonders auch über die Diskussionen, die da angeregt wurden. Aber ein bisserl überrascht bin ich, wenn meine Schreibweise generell als "Altherren-Stammtisch-Style" beschrieben wird. Ich frage mich, ob mein Alter da tatsächlich schon so verknöchert oder ob die Kommentatorin vielleicht nur die Texte gelesen hat, in denen solche Thematik vorkommt. Ich denke, unter den über hundert sind bestimmt recht viele, die in diese Schublade nicht passen - im übrigen meiner Meinung nach auch diese nicht!

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Natty

Autorin. Förderer.

17.08.2026 um 20:06 Uhr

Auf jeden Fall macht es deutlich, wie unterschiedlich wir alle etwas wahrnehmen

 

Das gehört zwar jetzt nicht zwingend zur Geschichte, aber passt vielleicht ganz gut zur entstanden Diskussion.

 

Würden wir diese am Stammtisch führen, könnten wir Einspruch erheben, mit Pros und Contras für unsere Meinung "kämpfen" und, da kann ich mich nicht ausschließen, diese vielleicht auch noch wieder ändern, weil uns ein Argument überzeugt hat (Stichwort Satire ) Aber vor allem würden wir sehen, ob unserer Gegenüber lächelt, ernst guckt oder Ironie mit Augenzwinkern einsetzt. Wir würden den Tonfall hören und die Gesten bemerken.

Dies alles entfällt in einer schriftlichen Diskussion, wo zur Darstellung der Gefühle höchstens mit Smileys gearbeitet werden kann (wobei auch die garantiert für jeden eine etwas unterschiedliche Bedeutung haben kann).

Mir persönlich fehlt das oft und macht es, für mich zumindest, oft schwierig, zu verstehen, ob nur die Sachebene gemeint ist, oder auch die Beziehungsebene mit hinein spielt. Ob der Beitrag reine Selbstkundgabe ist oder auch einen Appell enthält, bzw., was ich davon wahrnehmen soll. Das wiederum liegt ja nicht nur am Text selbst, sondern auch am Zustand unseres Wesens, also allgemein der körperliche und seelische Zustand der Tagesform. Bin ich müde, werde ich dösiger, verstehe also vielleicht etwas falsch, bin ich aufgeregt, spreche ich oft zu schnell, u.s.w.

Was ich nun damit sagen will: schade, dass wir uns nicht "mal eben" zum Stammtisch treffen können, wir hätten bestimmt tolle Diskussionen.  

VG Natty

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