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Kultureller Schattenwurf

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Nachtasou

Autor.

30.08.2016 um 10:10 Uhr

Liebe Schatten,

vielleicht könnt Ihr mir eine Frage beantworten, auf die ich selbst keine Antwort finde.

Vom Hörensagen weiß ich, dass in den USA „Creative Writing“ schon in Schulen und Colleges verankert ist. Wie überhaupt die DiY-Bewegung aus den USA kommt, was man an vielen Youtubes sieht: Egal für welches Hobby, letztlich landet man dort. Es ist eher die Ausnahme, mal etwas in Muttersprache zu finden. Es gibt Journalisten-Schulen im professionellen Bereich, aber ansonsten wird erwartet, dass die narrativen Fähigkeiten über die Muttermilch eingesogen werden.

Selbst bei Schreibratgebern in Buchform (von wenigen Ausnahmen abgesehen), landet man bei USA-Klassikern. An jeder Ecke findet man Musikschulen- und fabriken, aber kaum was für´s Schreiben. Was ist „bei uns“ so anders als drüben?

Selbst in der Familien-Erzähltradition spiegelt sich das wider: Weiter zurück als bis zu den Großeltern weiß der Durchschnittsdeutsche kaum was zu berichten, und das hat nicht mal etwas mit „kreativ“ zu tun.

Habt Ihr Ideen?

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Die Zunge hat keine Knochen

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Mai

Autorin.

30.08.2016 um 10:32 Uhr

geändert am 30.08.2016 um 10:37 Uhr

 In jedem Volkshochschule gibt es Schreibkurse, es gibt in jeder Stadt private Kurse, es gibt gute Foren für Textarbeit, es gibt sogar Erotische Schreibkurse, was brauchst Du dann noch?

Und Kinder lernen in der Schule auch das kreative Schreiben, nur klingt das weniger innovativ.

Auch hier könnte man, wenn sich mal mehr dazu aufraffen würden, Textarbeit betreiben.  

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Nachtasou

Autor.

30.08.2016 um 12:03 Uhr

Okay, 20 Jahre Meck-Pomm in der Fläche hinterlassen Spuren und sind nicht Deutschland. Dann leiste ich als Dorfpomeranze bei allen Reichsdeutschen Abbitte. No Problem.

Mai, als Fach ist in den USA Creative Writing seit 1900 akademisch etabliert und hat Breitenwirkung gehabt.

Und wenn Deine Kinder mehr als Aufsatz-Schreiben in der Schule gelernt haben, kann ich Dir zur Wahl Deiner Schule nur gratulieren.

Beim Drehbuchschreiben liegen auch Welten zwischen hüben und drüben (s. dt. Serien, ist ja auch eine Form von Schreiben).

Und ja, Foren gibt es inzwischen einige gute, da stimme ich Dir zu.

Und nun vertiefe ich mich wieder in Sol Stein und Robert McKee.

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Die Zunge hat keine Knochen

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Jona Mondlicht

Autor. Teammitglied. Vereinsmitglied.

30.08.2016 um 18:41 Uhr

Liebe Mai!

Mai

 In jedem Volkshochschule gibt es Schreibkurse, es gibt in jeder Stadt private Kurse

Das stimmt so nicht. Ich hatte erst gestern ein dickes VHS-Programm in der Hand und unter dem Eintrag "Literatur" gab es lediglich einen Kurs: Das Lernen der Sütterlin-Schrift. Kreatives Schreiben oder ähnliches fand ich im Gesamtangebot nicht.

Mai

Auch hier könnte man, wenn sich mal mehr dazu aufraffen würden, Textarbeit betreiben.

Sätze mit "könnte man" mag ich wenig. Einfach selbst anfangen damit.

Viele Grüße

Jona

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ungewiss

Autorin. Teammitglied. Vereinsmitglied.

30.08.2016 um 21:37 Uhr

Oh je, dazu könnte ich abendfüllende Rants schreiben. Ich versuche es aber mal kurz: Kreatives Schreiben ist auch bei uns akademisch - in einem einzigen (meines Wissens!) Studiengang an einer normalen Uni, nämlich in Hildesheim, wenn ich nicht irre. Darüber hinaus gibt es punktuell Schulen für Werbetexter, Theater- oder Filmautoren und auch einige VHS-Kurse, deren Qualität vermutlich wie immer bei den VHSen mit dem Dozenten schwankt.

Es ist ein Trauerspiel in Deutschland (Im Übrigen ist es auch ein Trugschluss, dass man im Journalistikstudium schreiben lernen würde.). Ich glaube, es liegt auch mit an unserer Definition von Arbeit: Arbeit zum Broterwerb muss zum Jammern, Ächzen, Ärgern taugen, sonst ist es keine Arbeit und was keine Arbeit ist, muss man auch nicht ordentlich lernen (oder lehren), dass kann man sich nebenbei aneignen, wie sich das für ein Hobby gehört.

Zum Glück hast du dich ja, wenn ich das richtig erinnere, zu unserer Schreibwerkstatt angemeldet.  Da geht es das ganze Wochenende nur um Textarbeit - und ums ebenso kreative wie strukturierte Schreiben.

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Nur wer träumt, kann Großes erreichen.

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Devana

Autorin. Teammitglied.

30.08.2016 um 23:19 Uhr

Ich finde es vor allem bedauerlich, dass in der Schule das kreative Schreiben nur in den unteren Klassen eine Rolle spielt. Ich weiß noch sehr genau, dass ich den letzten Fantasieaufsatz in der 6. Klasse schreiben durfte und auch, wie begeistert mein damaliger Deutschlehrer von unseren Aufsätzen immer gewesen ist.

Ab der 7. Klasse war Schluss damit. Es folgten Berichte, Textanalysen, Eröterungen, Gedichtsinterpretationen und dergleichen, aber nicht einen Text, bei dem man auch nur ansatzweise kreativ sein durfte.

Dabei wäre es gerade in der Oberstufe spannend gewesen, das, was man in der Theorie gelernt hat (z.B. Aufbau einer Kurzgeschichte), auch selbst in die Tat umzusetzen.

Vielleicht hätte ich dann schon früher wieder zum kreativen Schreiben zurückgefunden, so aber musste die Wiederentdeckung noch einige Jahre warten.

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Gryphon

Autor. Vereinsmitglied.

31.08.2016 um 11:34 Uhr

Kreatives Schreiben gibt es in NRW auch durchaus in der Oberstufe. Das Problem damit ist, dass ungefähr 90 % aller Schüler überhaupt keine Lust dazu haben. Sowas kann man meiner Meinung nach schulisch nur in Workshops anbieten.

Grüße von Gryphon

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Ein Gentleman sollte alles ausprobiert haben - außer Inzest und Volkstanz.

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Nachtasou

Autor.

31.08.2016 um 17:39 Uhr

Bester Gryphon,

sicher, Interesse und Nachfrage sind zu berücksichtigen. Der Schulstoff und Bildungserwartungen quellen ohnehin schon über. Und mit "Sei kreativ!" geht es erst recht nicht.

Die verkürzte Oberstufe in M-V, so die Beobachtung an meinem Nachwuchs, geht hauptsächlich zu Lasten der sog. musischen Fächer. Wissen und Fertigkeiten lassen sich komprimieren und beschleunigen, Können und Fähigkeiten eher nicht. Aber das sind ganz andere Fragen; sind bei mir nur gerade aktuell und fordern dann das Elternhaus desto mehr.

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Die Zunge hat keine Knochen

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31.08.2016 um 18:00 Uhr

Bei mir in Rheinland-Pfalz (Jahrgang 79) wurde kreatives Schreiben definitiv noch bis in die neunte Klasse praktiziert: danach nur noch in einer Literatur-AG. Mir war die Literatur-AG sehr wichtig. Trotzdem muss ich im Nachhinein sagen, dass da viel zu sehr auf Kunst Wert gelegt wurde, statt auf Schönheit. Nur weil etwas schwer verständlich ist, ist es noch lange keine Kunst. Die eigentlichen Techniken, die Nachtasou erwähnt, haben wir da eher übersprungen. Im Rahmen unseres Bildungssystems ist "Kreatives Schreiben" auf einer ähnlichen Ebene anzusiedeln wie "Programmieren". Im Falle von Letzterem ist es ein ähnliches Dilemma. Weder will noch kann man es an der Universität unterrichten. Man versucht theoretische Hintergründe zu geben und überlässt es den Studenten ihren eigenen Weg zu finden.

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01.09.2016 um 08:55 Uhr

Um kreative Arbeit zu leisten benötigt man auch die nötige Ruhe und Muße um den kreativen Prozess in Bewegung zu bringen. In der Heutigen Arbeitswelt mit der Hektik und dem Stress besteht kaum die Möglichkeit um den Prozess in Bewegung zu bringen. Außerdem wer in einer Familie eingebunden ist wird kaum die Muße und Ruhe finden um irgend welche Vorfälle oder Anregungen so zu durchdenken, dass eine Geschichte oder etwas anderes dabei heraus kommt. 

Bei mir ist das erst nach einen Wechsel der Arbeitsstelle passiert. Meine Kinder sind soweit selbstständig das sie unsere Unterstützung nicht mehr benötigen.

So bin ich vor zwei Jahren angefangen eine Geschichte zu schreiben, weil die Beschäftigung mit dem Gedanken mich nicht mehr losgelassen hat. Die Geschichte habe ich an Arbeitskollegen gegeben, obwohl ich die Kritik als zu wohlwollend einschätze haben sie mir gesagt das es lesenswert sei. Mit meinen Alter besitze ich auch eine gewisse Lebenserfahrung um das Einzuschätzen.

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Wer alles hat, weiß nichts zu schätzen. Wer nichts hat, weiß die kleinste Kleinigkeit zu schätzen.

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