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Safeword

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littlewonder

Autorin.

11.04.2009 um 18:20 Uhr

Hallo @all,

In den letzten Tagen haben mich einige Fragen zum Thema ‚Safeword’ und Freiwilligkeit beschäftigt. Anstoß dazu waren unter anderem Geschichten, die ich hier gelesen habe. Natürlich haben wir auch zu Hause ausführlich darüber gesprochen, trotzdem würde mich interessieren, wie andere darüber denken.

Habt ihr auch in festen, vertrauten Beziehungen solche Vereinbarungen? Habt ihr es schon jemals benutzt?

Das Verwenden des Safewords ist ja sehr negativ besetzt, ein(e) gute(r) Sub benutzt es nicht…

Es soll dazu da sein, dass Sub sich selbst schützen kann, wenn Dom Tabus überschreitet oder die Situation für Sub unerträglich wird. Die Hürden sind aber teilweise so hoch, dass ich mich frage, ob dies in der Praxis funktioniert. Wenn es evt. den Abbruch der Beziehung bedeutet oder der psychische Druck entsprechend groß ist, könnte ich mir vorstellen, dass Sub weiter macht, obwohl die Situation eine völlige Überforderung darstellt, zu der er/ sie eigentlich nicht bereit ist. Und Dom kann sich sagen, wenn es zuviel wird, kann er/ sie ja das Safeword aussprechen. Hier habe ich manchmal den Eindruck, dass die Freiwilligkeit direkt hinter der Akzeptanz eines/r Dom aufhört. In den Geschichten nimmt natürlich alles ein Happyend, ist Subs Wille schließlich gebrochen, sind alle stolz und glücklich im 7. SM-Himmel. Aber in der Realität

Aus den Erklärungen meines Partners weiß ich, dass dieses harte ‚Willen brechen’ teilweise ausdrücklich von Sub gewünscht wird. Wenn es aber nur Doms Wille ist, etwas durchzusetzen, was Sub (zu diesem Zeitpunkt) absolut nicht möchte, sollte Dom dies dann akzeptieren oder nicht?

Ist es möglich, dass das Verwenden des Safewords manchmal mehr Mut erfordern würde als vermeintlich stark alles durchzustehen? Bedeutet es, dass Sub ein Schwächling ist oder manchmal auch, dass Dom gegenüber Sub zuwenig aufmerksam war und die Lage falsch eingeschätzt hat?

Möglicherweise sehe ich ja manches mit ein paar Jahren Erfahrung anders als zum jetzigen Zeitpunkt…

Bin jedenfalls gespannt auf Antworten.

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Jona Mondlicht

Autor. Teammitglied. Vereinsmitglied.

12.04.2009 um 16:15 Uhr

Hallo littlewonder,

eigentlich hatte ich angenommen, dass hier sofort eine Diskussion losbricht, aber scheinbar sind derzeit alle auf Eiersuche.

Also will ich mal den Anfang machen...

Ich finde, auch in vertrauten, festen Beziehungen ist ein Safeword wichtig, wobei es natürlich in vielen gemeinsamen Spielen gar nicht erforderlich ist, da man nicht jedes Mal bis an Grenzen geht oder sich in Situationen begibt, die ins Unvorhersehbare abrutschen können. Wenn BDSM für Dich schon bei kleinen Machtspielchen und Neckereien am Mittagstisch beginnt, wird niemand ein Safeword brauchen. Aber schon ganz harmlose Fesselspiele können aus meiner Sicht problematisch werden, und sei es nur deswegen, weil sub auf Toilette muss und es diesmal nicht als Ausrede gebraucht.

Meiner Meinung nach tut es niemandem weh, ein Safeword zu vereinbaren. Das kann in langjährigen Beziehungen auch über Jahre das gleiche Safeword sein, es ist halt vereinbart und nutzbar im Fall der Fälle.

Ein Safeword mit einer "Hürde" zu verbinden, finde ich nicht gut. Geht man vernünftig mit der Möglichkeit um, braucht es keine "Hürde". Ich empfinde es als Missbrauch des Safewords, wenn mit dem Aussprechen Bedingungen oder unterschwellige Drohungen verknüpft werden. Ein Safeword ist ein Safeword, und wenn man es dringend braucht, sollte nicht erst ein Abwägen erforderlich sein, ob die Folgen ertragbar sind. Für mich gibt es nur zwei Folgen: Verlangsamung oder Aufhören, fertig. Besser finde ich, wenn man anschließend darüber redet, aus welchem Grund es dazu gekommen ist und was man nun tun möchte.

Wenn es darum geht, einen "Willen zu brechen", dann kann das nicht heißen, dass trotz gebrauchten Safewords weiter gemacht wird. Das finde ich unverantwortlich - und es führt den Sinn eines Safewords ad absurdum.

Bedeutet es, dass Sub ein Schwächling ist oder manchmal auch, dass Dom gegenüber Sub zuwenig aufmerksam war und die Lage falsch eingeschätzt hat?

Erstes: Nein. Sub will (das setze ich mal voraus) an der Session genau so viel "Erlebnis" haben wie Dom. Erträgt sub die Spielvariante nicht, stellt sich mir grundsätzlich die Frage, ob das Spiel nicht nur der Erbauung von Top dient.

Zweites: Das kann es durchaus bedeuten.

Möglicherweise schreien jetzt viele auf, weil (drastisch ausgedrückt:) Dom immer alles richtig macht und sub sein Objekt ist, zu ertragen und nicht zu jammern hat. Ich gebe zu, dass ich von diesen Spielvarianten nicht viel halte. Für mich müssen beide Seiten partizipieren, und für mich ist ein Spiel auch nur dann richtig gewesen, wenn beide Seiten anschließend sagen: Das war geil.

Ich bin auf andere Meinungen gespannt.

Liebe Grüße

Jona

P.S.: Ich habe aus Deinem Beitrag eben eine neue Kurzumfrage formuliert.

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kitty

Autorin. Vereinsmitglied.

12.04.2009 um 19:15 Uhr

Hallo littlewonder,

ein Safeword gibt Sub die Sicherheit, ihrem Dom anzeigen zu können, wenn etwas nicht stimmt/passt/geht. Die Benutzung des Wortes an das Abbrechen der Beziehung zu knüpfen ist für mich nicht nachvollziehbar. Schließlich gehen hier zwei Menschen miteinander um und ist nicht ein Schlagwort (welch schönes Wortspiel ) unserer Zeit "Kommunikation"?

Jede SM-Beziehung ist anders, daher gibt es sicher auch unendliche Varianten eines Safewortes. Ist es ein wirkliches Wort? Eine Farbe? Eine Geste? Muß es als Safewort definiert sein? Es kommt auf so vieles an, um das "richtige" für ein SM-Paar zu finden. Liebt es die Sub zu betteln, dass Dom aufhört, weil sie darauf steht, "bezwungen" zu werden? Dann wäre ein "Aufhören!" oder "Bitte nicht!" eher ungeeignet, weil Dom kaum von Spiel zu Ernst unterscheiden kann. Die Ampelfarben mit "Gelb" und "Rot" finde ich spannend, weil sie einem Pärchen, dass sich vielleicht noch nicht so gut kennt oder einschätzen kann, die Möglichkeit bietet, schnell mitteilen zu können, wie sich das anfühlt, was gerade passiert. Und Gesten sind ein MUSS, wenn gerne mit Knebel gespielt wird (was nutzt da ein Safewort?).

Das es in Geschichten ein Happy-End gibt ... nun ja .... es sind Geschichten! Nicht mehr und nicht weniger. Es KANN auch real so sein. Muss es aber nicht. Lust ausleben des Doms ohne Rücksicht auf Verluste auf Seiten der Sub ist kein SM, sondern egoistische Charakterlosigkeit.

Ein Dom ist kein Verlierer, weil seine Sub das Safewort benutzt. Und eine Sub ist nicht weniger wert, nur weil sie ihrem Dom gegenüber ehrlich ist. Und wer sagt eigentlich, dass nur Sub das Wort benutzen darf?

SM ist ein Geben und Nehmen. Es basiert auf Vertrauen und Hingabe. Vertrauen kann Dom und auch sub aber nur, wenn sie sicher sein können, dass ihr Partner ehrlich ist. Sonst ist ein Scheitern oder Abstürzen geradezu vorprogrammiert.

Liebe Grüße

kitty

P. S. Frohe Ostern

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15.04.2009 um 03:03 Uhr

ich finde ein safeword unabdingbar.und es sollte bei bedarf benutzt und akzeptiert werden.ohne wenn und aber........nur meine bescheidene meinung

gruss xan

wenn's am berge qualmt und stinkt,ein daimler um sein leben ringt

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die schönheit liegt im auge des betrachters

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Profil unsichtbar.

Gelöscht.

16.04.2009 um 15:36 Uhr

Hallo

ich halte ein Safewort auch in einer langen Beziehung für richtig und wichtig.

Und ich denke ein guter Dom weis dass seine Sub dies nie nutzen würde weil sie keine Lust mehr hat!

Denn auch wenn man sich länger kennt, wenn man sogar zusammen lebt kann es vorkommen dass man ein "Spiel" abbrechen muss.

Und kein Dom darf dann sauer sein, weil er um sein Vergnügen kommt! Ist dies der Fall intressiert ihn seine Sub kein bisschen als Mensch, dann zählt für ihn nur ihr Sein als Sub - Sklavin.

Danach muss auf jeden Fall darüber gesprochen werden.

Leider ist es nicht wenig der Fall dass eine Sub weiter macht, weil sie weis ihr Dom ist durch einen Abbruch beleidigt oder er bestraft sie gar dafür. Ist dies der Fall muss eine Sub SOFORT!! diese "Beziehung" beenden.

Sie ist ein Mensch, kein Ding, kein Gegenstand. Wenn Sub merkt dass ihre Grenze überschritten ist, sie wirklich in dem Moment nicht weiter kann, muss sie dies sagen! Sie muss dann abbrechen um sich selbst zu schützen.

Tut sie das nicht, geht sie für ihn weiter obwohl sie physisch und psychisch in dem Moment nicht in der Lage dazu ist, kommt es unweigerlich zu einem Absturz.

Läst ihr Dom sie dann auch noch alleine oder macht ihr deswegen auch noch Vorwürfe rate ich heute jeder Sub: trennt euch um Himmels willen. Und das SOFORT.

Auch ein guter liebender Dom kann mal die Verfassung seiner Sub nicht so erkennen. Dafür sind Safewörter da.

Ich habe dies an anderer Stelle einmal so geschrieben:

Sub hat ihre Grenzen. Sie hat auch ihre Tabus. In diesem Rahmen "spielen" beide.

Grenzen erweitern sich im Laufe der Zeit. Tabus können nur von der Sub selbst aufgehoben werden.

Bricht ein Dom diese Tabus weil er ja als Dom alles darf, bricht er Sub. Und irgendwann ist er seine Sub los.

Und was ist ein Dom ohne seine Sub

Er soll sie nicht ständig verhätscheln, das ist doch klar. Aber er muss sie respektieren, nciht nur was sie ihm als Sub gibt. Er muss den Menschen achten!

Auch wenn BEIDE nur eine "Spielbeziehung" haben wollen ist gegenseitige Achtung und gegenseitiger Respekt wichtig.

Was schadet es schon einem Dom wenn er etwas Rücksicht nimmt?? bekommt er im Endeffekt doch so viel mehr .

Miezele

Irgendwie, irgendwo, irgendwann............. Alles was du tust rächt sich irgendwann, vergiss das nie!

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Profil unsichtbar.

Gelöscht.

14.07.2009 um 16:03 Uhr

Zum Safewort ist alles wesentliche in den Beiträgen gesagt worden.

\"ein Safeword gibt Sub die Sicherheit\".

Das ist richtig, aber es gibt auch dem Top Sicherheit. Das wird nie erwähnt. Ich bin der Meinung auch wenn man eine jahrelange Beziehung hat und Reaktion und Körpersprache genau kennt, ist es beruhigend zu wissen das einer oder mehrere Sicherheitscods vereinbart sind.

Lg

Max

Moralische Entrüstung besteht in den meisten Fällen zu 2 Prozent aus Moral, zu 48 Prozent aus Hemmung und zu 50 Prozent aus Neid

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poet

Autor.

16.07.2009 um 21:01 Uhr

Wir leben seit 8 Jahren ohne so ein Safeword, da ich sofort spüren würde, an derKörpersprache und Mimik meiner sklavin, wenn ich zu weit gehe. Aber wenn man sich noch nicht gut kennt, ist eine Ampel doch sehr gut, das \"Gelb\" ist dann eine Warnung, und wenn Dom sie respektiert, kann alles weitergehen, ohne stressige Abbruchdiskussion.

poet

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poet

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Devana

Autorin. Teammitglied.

16.07.2009 um 21:18 Uhr

Nun, wir haben auch kein explizites Safeword vereinbart.

Zum einem kommunizieren wir auch während einer Session (auch wenn ich das Wort nun nicht mag). Ich bin nun nicht der Typ, der ständig \"Bitte aufhören!\" sagt. Wenn ich es sagen würde, dann auch noch im richtigen Tonfall, dann würde mein Mann merken, dass etwas nicht stimmt. Wir sind auch nicht erst seit gestern zusammen, wir kennen uns...

Zum anderen würde mein Mann es auch kapieren, wenn ich gelb oder rot sagen würde. Ist aber noch nicht vorgekommen. Wenn wir mal etwas Neues ausprobieren, dann reden wir ja auch währenddessen und ich teile mit, wie es für mich ist usw.

Was häufiger mal vorkommen kann, ist dass mein Kreislauf absackt. Aber da sage ich halt dann auch sowas wie \"Mein Kreislauf lässt mich gerade im Stich.\" oder auch einfach nur \"Mein Kreislauf...\" und dann weiß mein Mann auch, dass ich das nun nicht nur zum Spaß sage.

Vielleicht sollten wir \"Kreislauf\" als Safeword vereinbaren, fällt mir da so auf.

Aber Spaß beiseite. Ein Safeword ist sicherlich wichtig, wenn man sich noch nicht so gut kennt. Es ist wohl ebenfalls wichtig, wenn man während einer Session eher nicht kommuniziert oder man sich damit einfach sicherer fühlt.

Irgendwelche Bedingungen an die Verwendung des Wortes zu knüpfen finde ich auch für nicht nachvollziehbar. Das widerspricht m.E. völlig dem Sinn eines Safewords.

Liebe Grüße,

devana

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12.07.2011 um 20:05 Uhr

In einem anderen Thread habe ich es schon erwähnt .. was spricht gegen ein Safewort? Braucht man es nicht , ist es ja ok - hat man keines und braucht es , dann .....

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" Freiheit liegt jenseits der Mauern, die wir uns selbst errichten . Nichts ist so wie es scheint und doch ist alles so wie es ist. "

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untamed

Autorin.

12.07.2011 um 22:31 Uhr

Was dagegen spricht?

Nichts!

Und doch hatte ich bisher nur einmal ein Safewort und das war in einer Spielbeziehung. Ich hatte aber eher den Eindriuck, dass Dom dadurch beruhigter war.

Sonst komme ich gut ohne aus, wenns nicht mehr geht, kann ich mich klar ausdrücken. Aber bisher, wußten es mein Partner auch so.

lg

elke

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"Jede geschriebene Geschichte, hat ihre eigenen Geschichte." (c) ED

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