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Gespiegelt

Taumelnd stand er auf und wankte ins Badezimmer. Starrte in den Spiegel. Alkohol, Nikotin und Sex – das machte ihn fertig. Und dann war da plötzlich noch etwas Weibliches, Kurviges.

Eine BDSM-Geschichte von poet.

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Kommentare von Leserinnen und Lesern

Meister Y

Autor. Förderer.

27.08.2026 um 14:55 Uhr

Geschätzter poet, nach fast drei Wochen digital detox habe ich nun heute, zum wiederholten Male, "Gespiegelt" gelesen und bin wieder genauso begeistert, wie beim ersten Mal. In meiner Jurywertung die ganz klare Nummer 1!

In der Wertung habe ich geschrieben:

 

meine Nr. 1 ist „Gespiegelt“.

 

Der Text liest sich gut, bildet die Obession des Protagonisten klasse ab und zeigt zugleich einen Menschen, der Opfer seines eigenen Lebens geworden ist. Die Handlung ist verständlich und nachvollziehbar, für mich war sie auch unterhaltsam, weil ich das Leid des Protagonisten tatsächlich nachvollziehen konnte.

Dem kann ich noch einen draufsetzen, denn dieser Antiheld ist eine Charakterstudie vom feinsten und ein Mensch, von denen es wahrscheinlich mehr gibt, als wie alle wahr haben wollen. Ein Opfer seiner selbst, ein Opfer des Systems, dass solche Abstürze zulässt, wenn nicht gar begünstigt, ein Opfer von Teufel Alkohol, ein Opfer seines Frauenbildes und irgendwie auch ein Kerl zum liebhaben. 

 

Ich war und bin begeistert, anders kann ich das nicht sagen!

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24.08.2026 um 10:56 Uhr

Lieber Poet,

ich denke du trägst deinen Nick zurecht.

Du beschreibst Menschen und Situationen genau und treffend mit starken Worten ohne auszuufern. Gespiegelt war eine der ersten Geschichten die ich gelesen habe und sie hat mich geschockt. Das ist keine "schöne" Geschichte nicht das was ich erwartet hätte. Wenn sie nicht so gut geschrieben wäre hätte es mich vermutlich nicht gekratzt, dann hätte ich da einen Haken dran gemacht und weiter gescrollt....aber ich habe sie mindestens 3 oder 4 mal gelesen.....und jedesmal fand ich neues. Neue Fragen neue Bilder Versuche neuer Erklärungen.....

Wie wurde er was er ist...

Ist er tatsächlich BDSM'ler oder einfach "nur ein Sadistischer Frauenhasser"

Ist sein Zwang sich selbst zu befriedigen wirklich sexuell geprägt....

Die Frau im Spiegel ist sie Wunsch oder Wahn oder beides.

Sein sinnieren oder besser phantasieren über die Scene im Film der O in der mehrere Männer sie benutzen.....er fragt sich wie der Autor darauf kommt das ein Herr teilen würde...... weiß dein Protagonist nicht das die Geschichte der O der Phantasie einer Frau entsprungen ist? Ich bin eigentlich der Überzeugung das gescheiterte Existenzen meistens keine schlechten Menschen waren oder sind....aber bei deinem Antihelden hab ich echt so garnichts gefunden was ihn mir hätte irgendwie sympathisch erscheinen lassen können..... Besonders abstoßend sind für mich natürlich seine Äußerungen und Haltung über/ zu Frauen. Ich habe das Gefühl das er im Grunde total Beziehungslos und auch Beziehungsunfähig ist. Und das macht für mich eine gute Geschichte aus.....wenn sie mich zum Nachdenken bringt mich nicht loslässt und meistens finde ich dann irgendwann eine für mich wichtige Erkenntnis.

Danke für diese wenn auch nicht schöne dafür sehr gute Geschichte ich würde eher sagen Charakterstudie....

 

Liebe Grüße 

Black Cat

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Nachtasou

Autor. Korrektor.

23.08.2026 um 02:33 Uhr

Bester Poet,

 

schön, wieder etwas von Dir zu lesen. Du rückst in Deiner Geschichte das Thema Obsession voll ins Rampenlicht.

Mir ist ein Satz in Erinnerung von vor Jahren: Dass man stirbt, wie man gelebt hat. Das find ich gruselig.

Du zeichnest den Mann durchweg negativ, und doch ... ich find, er erhält etwas Würdiges dadurch, dass er eisern an seinem Wollen (und sei es noch so verquer) festhält.

Dass seine Traumfrau einmal ein Todesengel sein wird, schließt den Kreis.

Vielleicht wacht er ja auch nur mit einer Beule auf der Stirn auf, aber das macht keinen großen Unterschied: Sucht kommt von Suchen und ist ein Suizid auf Raten. Den Korsakoff hat er ja anscheinend schon.

Du hast Dir für den Spannungsaufbau viel Zeit genommen; Arbeitskurve wie eine Leuchtdiode: laaangsamer Anstieg, und dann Peng, geht´s ab.

Gewünscht hätte ich mir, wenn Du schon ein Portrait zeichnest, ein paar Informationen noch, die diesen maßlosen Suffkopf verständlicher machen; wir kriegen ihn nur im Endzustand. Dumm ist er nicht, so viel wird klar. Bruder, alter Vater, ... keine Hinweise hab ich gefunden, die das Portrait etwas aufhellen.

Was soll ich mitnehmen? Dass Trinken, Rauchen und Notgeilheit zu Faulhaut und Verwahrlosung führen? Was wäre das Leben fad ohne Obsessionen, das nehme ich mit *g.

Danke für Deinen Geschichtenbeitrag.

 

ab und zu

Alice hinter den Spiegeln

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Natty

Autorin. Förderer.

17.08.2026 um 20:06 Uhr

Auf jeden Fall macht es deutlich, wie unterschiedlich wir alle etwas wahrnehmen

 

Das gehört zwar jetzt nicht zwingend zur Geschichte, aber passt vielleicht ganz gut zur entstanden Diskussion.

 

Würden wir diese am Stammtisch führen, könnten wir Einspruch erheben, mit Pros und Contras für unsere Meinung "kämpfen" und, da kann ich mich nicht ausschließen, diese vielleicht auch noch wieder ändern, weil uns ein Argument überzeugt hat (Stichwort Satire ) Aber vor allem würden wir sehen, ob unserer Gegenüber lächelt, ernst guckt oder Ironie mit Augenzwinkern einsetzt. Wir würden den Tonfall hören und die Gesten bemerken.

Dies alles entfällt in einer schriftlichen Diskussion, wo zur Darstellung der Gefühle höchstens mit Smileys gearbeitet werden kann (wobei auch die garantiert für jeden eine etwas unterschiedliche Bedeutung haben kann).

Mir persönlich fehlt das oft und macht es, für mich zumindest, oft schwierig, zu verstehen, ob nur die Sachebene gemeint ist, oder auch die Beziehungsebene mit hinein spielt. Ob der Beitrag reine Selbstkundgabe ist oder auch einen Appell enthält, bzw., was ich davon wahrnehmen soll. Das wiederum liegt ja nicht nur am Text selbst, sondern auch am Zustand unseres Wesens, also allgemein der körperliche und seelische Zustand der Tagesform. Bin ich müde, werde ich dösiger, verstehe also vielleicht etwas falsch, bin ich aufgeregt, spreche ich oft zu schnell, u.s.w.

Was ich nun damit sagen will: schade, dass wir uns nicht "mal eben" zum Stammtisch treffen können, wir hätten bestimmt tolle Diskussionen.  

VG Natty

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poet

Autor. Förderer.

17.08.2026 um 15:09 Uhr

Ich möchte mich doch noch einmal kurz zu Wort melden zu ein paar Punkten in euren Kommentaren:

Die meisten schreiben, die Geschichte habe sie mitgenommen, sie sei "starker Tobak", mache keinen Spaß, aber sie hinterlasse doch Folgen. Na super - das ist ja gerade das, was ich erwarte von jeder guten Story! Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, diesen wirklich fiesen Kerl so zu beschreiben, wie er nun mal ist - es gibt solche Typen leider genug! - und natürlich ist das keine romantische Komödie und auch keine Satire.  

Wer sagt, dass dieser Text mit dem Tod des "Helden" endet? Er fällt halt auf den Kopf und ist bewusslos - wenn er wieder zu sich kommt, wird er daraus aber nichts gelernt haben und genau so weiter leben.

Das von den SZ dazugestellte Bild finde ich genau passend, wie im übrigen eigentlich so gut wie alle dieser Bilder den Inhalt ihrer Geschichten doch sehr gut wiedergeben, mein Applaus!

Ich will kein Mimöschen sein und freue mich ja auch über eure vielen Zeilen, egal ob zustimmend oder ablehnend, besonders auch über die Diskussionen, die da angeregt wurden. Aber ein bisserl überrascht bin ich, wenn meine Schreibweise generell als "Altherren-Stammtisch-Style" beschrieben wird. Ich frage mich, ob mein Alter da tatsächlich schon so verknöchert oder ob die Kommentatorin vielleicht nur die Texte gelesen hat, in denen solche Thematik vorkommt. Ich denke, unter den über hundert sind bestimmt recht viele, die in diese Schublade nicht passen - im übrigen meiner Meinung nach auch diese nicht!

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Herzenswunsch

Autor. Förderer.

16.08.2026 um 23:31 Uhr

Lieber poet,

 

ich möchte ehrlich sein. 

Deine Geschichte hat bei mir gewirkt und sie wirkt auch immer noch nach.

Du hast es geschafft, den Protagonisten in seiner ganzen Erbärmlichkeit so gut zu beschreiben, dass es mich beim Lesen zwischen Ekel, Mitleid und Fremdscham hin und her gerissen hat. Ich hatte ihn bildlich vor Augen, roch förmlich die widerliche Mischung aus Alkohol, Nikotin und abgegriffenen Pornoheften in seiner Wohnung. Eine tragische Gestalt, der Sucht verfallen, einsam und ohne Selbstachtung. Das ist leider für nicht wenige Mitmenschen die bittere Realität. 

Zeit meines Lebens kenne ich einen solchen bedauerlichen Menschen im familiären Umfeld, mit allen schlimmen Erkrankungen, die dieser Lebenswandel mit sich bringt. Einfach nur grausam und traurig, das wurde mir mit jeder gelesenen Zeile bewusst.

Aus diesem Gesichtspunkt finde ich die Geschichte sehr gut geschrieben. Sie nimmt mich mit, berührt mich, macht mich traurig, nachdenklich und auch innerlich wütend. Warum muss es bei manchen Menschen so weit kommen?

Wie kann man sich selbst derart aufgeben? Warum erfährt er nicht einmal von seinem Bruder ein wenig Achtung? Ganz im Gegenteil, er nennt ihn einen Versager.

 

Die Geschichte wirkt heftig auf mich und das macht sie irgendwie gut, auch wenn ich mich in würdevollen, liebevollen und romantischen Geschichten eher wiederfinde.

 

Den Sprachgebrauch, zum Beispiel die Worte "Pissen" oder "Titten", finde ich schrecklich vulgär. Klar, passt es im Kontext dieser Geschichte perfekt, aber für mich sind das beim lesen immer die Momente an denen ich überlege abzubrechen. Ist wahrscheinlich Geschmackssache.

 

Die Obsession des Protagonisten wird deutlich, Sexfantasien, mit einer großen Portion Alkohol und Nikotin. Was mich dabei wirklich angewidert hat ist die Art seiner Fantasien. 

Eine Frau zu besitzen, sie zu einem Werkzeug abzurichten, für sich alleine, nur seine Wünsche erfüllend. Sehr einseitige Gewaltfantasien ohne einen Bezug zu BDSM, meiner Meinung nach. Da habe ich mich wirklich gefragt, ob die Fantasien gemeinsam mit dem Menschen untergehen, ob einem Menschen in seiner Situation keine schönen Träume mehr vergönnt sind, ob man in dieser Lage keine Liebe, Zärtlichkeit, Einvernehmlichkeit mehr zu wünschen fähig ist. Aber auch das passt zum Gesamtbild der Geschichte, macht sie für mich rund, aber auch sehr hart und düster, eher grenzwertig.

 

Vielen Dank also für deine Geschichte.

Auch wenn sie thematisch gar nicht zu meinen Favoriten gehört und ich auch nicht behaupten kann sie gerne gelesen zu haben, hat sie auf ihre eigene Art funktioniert und mich bewegt. Und das macht eine Geschichte am Ende aus.

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Tek Wolf

Autor. Förderer.

13.08.2026 um 12:22 Uhr

Lieber poet, diese Geschichte ist harter Tobak. Sprachlich aber ist sie ausgezeichnet finde ich und auch die Figuren gut getroffen. Und du hast schon recht, es ist Literatur, muss nicht gefallen, muss nur gut sein und das war sie. Manchmal ist es schwer, die Erwartungen des Publikums zu treffen. Und machmal muss man auch zwischen dem Schreiben für andere und für sich selbst entscheiden. Du hast dich konsequent entschieden und nötigt mir Respekt ab. Danke für deine Geschichte

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Ambiente

Autorin. Förderer.

11.08.2026 um 19:29 Uhr

Lieber Poet,

 

ich habe mich bisher zurückgehalten, etwas zu Deiner Geschichte "Gespiegelt" zu sagen/schreiben.

 

Wie soll ich sagen? Ich habe nicht hineingefunden, ich dachte immer nur, was für eine tragische Gestalt.

 

Meine Wettbewerbsbeurteilung lautete daher:

Dieser Wettbewerbstext hat mich gar nicht erreicht. 

Ich fand die Geschichte einfach schrecklich. 

Der Protagonist war einfach eine traurige Gestalt. ☹

 

Ja, aber was war mit dem Rest? 

 

Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit hatte, die anderen Bewertungen zu lesen. Denn eine Eschichte zu erfinden ud dann noch zu schreiben, ist nicht einfach.

 

Danke also für diese Storys.

 

wir lesen uns

Ambi

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Valérian Bourreau

Autor. Förderer.

11.08.2026 um 16:56 Uhr

Veröffentlichung zuvor nicht gelesen.

Hallo Bär,

 

du hast recht, dass Genetik, insbesondere bei Alkoholismus, auch eine gewisse Rolle spielt.

Aber in einem anderen, entscheidenden Punkt hast du mich ein wenig missverstanden.

Der Wille eines Süchtigen, aufzuhören, ist eine Sache. Aber der beste Wille hilft oftmals nichts, wenn die Lebenssituation nach dem Entzug genauso beschissen bleibt. 

Da kann die Verlockung des »schnellen Glücks« wieder vollends durchschlagen. Und Hilfe endet in Deutschland oftmals genau beim klinischen Entzug. Tatsächlich geht es danach aber erst richtig los.

Und, je nach Herkunft der Sucht, kann das schon nach wenigen Tagen wieder in dem Hamsterrad enden. Insbesondere, wenn seelische Qualen der Grund sind.

Die wenigsten Junkies kommen von der »schnellen Kick« Seite.

Viele haben Geschichten und Vergangenheiten, die wünschst du deinem ärgsten Feind nicht. 

Aber das interessiert oftmals niemanden.

 

Viele Grüße,

V.

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Bär

Förderer.

10.08.2026 um 23:54 Uhr

Hallo Valérian,

 

Dein 'Einklinken' musst Du nicht mit 'leider' bezeichnen, wie schon geschrieben finde ich diesen kontroversen Dialog hier sehr gut. Und auch ein Hinterfragen erkenne ich in diesem Dialog definitiv, wenn er nicht sogar durch das Hinterfragen der einzelnen Leser überhaupt am Leben gehalten wird.

 

Aber nichtsdestotrotz muss ich anmerken, dass ich bei Süchtigen nicht nur schwarz-weiß denke. Schwarz-weiß nur bei dem Punkt: Süchtig ja oder nein. Diese Unterscheidung hat absolut nichts mit den Gründen der Sucht zu tun oder wie diese entstanden sind. Da gibt es zum Beispiel schon mal die durch genetische Faktoren begünstigte Alkoholkrankheit, wodurch der Betroffene natürlich leichter in den Strudel der Sucht geraten kann.

 

Mancher will seinen grauen Alltag vergessen, mancher will seinen 'Kick' und wieder ein anderer will seinen Schmerz betäuben, und sei es auch 'nur' Liebeskummer. Ich weiß, dass Liebeskummer keine Einbildung ist, wie man es uns früher einzureden versucht hat. Die Quintessenz daraus ist für mich eine Zusammenfassung von nahezu unzähligen Grautönen bezüglich der Gründe, die eine wie auch immer geartete Sucht nach sich ziehen können.

 

Das jegliche Entzugs- oder Entgiftungstherapien nur dann Erfolg haben, wenn es der Süchtige auch wirklich aus seinem Innersten heraus will, ist mir schon klar.

 

Gruß vom Bär.

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