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Theodor Storm zum Advent

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Gelöscht.

11.12.2007 um 12:29 Uhr

Und hier im Advent ein bekanntes Gedicht von Theodor Storm (1817-1888) in seiner recht unbekannten langen Fassung, die ein Licht auf Erziehungsmethoden von früher wirft. Zum Glück überwunden, in Rollenspielen aber scheinbar recht beliebt):

Knecht Ruprecht

Ruprecht:

Habt guten Abend, alt und jung

bin allen wohl bekannt genung.

Von drauß vom Walde komm ich her;

ich muß Euch sagen es weihnachtet sehr!

Allüberall auf den Tannenspitzen

sah ich goldene Lichtlein sitzen;

und droben aus dem Himmelstor

sah mit großen Augen das Christkind hervor.

Und wie ich so strolcht durch den finsteren Tann,

da rief's mich mit heller Stimme an:

Knecht Ruprecht, rief es alter Gesell,

hebe die Beine und spute dich schnell!

Die Kerzen fangen zu brennen an,

das Himmelstor ist aufgetan,

Alt und Junge sollen nun

von der Jagd des Lebens einmal ruhn;

und morgen flieg ich hinab zur Erden,

denn es soll wieder weihnachten werden!

So geh denn rasch von Haus zu Haus.

such mir die guten Kinder aus,

damit ich ihrer mag gedenken

mit schönen Sachen sie mag beschenken.

Ich sprach: O lieber Herre Christ,

Meine Reise fast zu Ende ist.

Ich soll nur noch in diese Stadt,

Wo's eitel gute Kinder hat.

Hast denn das Säcklein auch bei dir?

Ich sprach: Das Säcklein, das ist hier,

Denn Äpfel, Nuß und Mandelkern

freßen fromme Kinder gern.

Hast denn die Rute auch bei dir?

Ich sprach: die Rute die ist hier.

Doch für die Kinder, nur die schlechten,

die trifft sie auf den Teil, den rechten.

Christkindlein sprach: So ist es recht.

So geh mit Gott, mein treuer Knecht!

Von drauß, vom Walde komm ich her,

Ich muß euch sagen es weihnachtet sehr!

Nun sprecht wie ich's hierinnen find:

sind's gute Kind., sind's böse Kind?

Vater:

Die Kindlein sind wohl alle gut,

haben nur mitunter was trotzigen Mut.

Ruprecht:

Ei,ei, für trotzgen Kindermut

ist meine lang Rute gut!

Heißt es bei Euch denn nicht mitunter:

Nieder den Kopf und die Hosen herunter?

Vater:

Wie einer sündigt so wird er gestraft;

die Kindlein sind schon alle brav.

Ruprecht:

Stecken sie die Nas auch tüchtig ins Buch,

lesen und scheiben und rechnen genug?

Vater:

Sie lernen mit ihrer kleinen Kraft,

wir hoffen zu Gott, daß es endlich schafft.

Ruprecht:

Beten sie denn nach altem Brauch

im Bett Ihr Abendsprüchlein auch?

Vater:

Neulich hört ich im Kämmerlein

eine kleine Stimme sprechen allein;

und als ich an die Tür getreten,

für alle Lieben hört ich sie beten.

Ruprecht:

So nehmet denn Christkindleins Gruß,

Kuchen und Äpfel, Äpfel und Nuß;

probiert einmal von seinen Gaben

morgen sollt ihr was beßeres haben.

Dann kommt mit seinem Kerzenschein

Christkindlein selber zu euch herein.

Heut hält es noch am Himmel Wacht;

nun schlafet sanft, habt gute Nacht.

Einen frohen Advent wünscht benny63

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Wolke Safini

Autorin.

12.12.2007 um 15:33 Uhr

Die Kindlein sind wohl alle gut,

haben nur mitunter was trotzigen Mut.

Auch wenn es nur halb zum Thema passt, hier doch eine aktuelle Anekdote aus meinem Studium. Von unten nach oben zu lesen...

Dann gehört Ihre offensive Strategie also zum Abhärtungsprogramm? Das sollten Sie dann aber auch in Ihre Seminarbeschreibung schreiben, damit alle wissen, dass sie sich wehren sollen, denn wenn ich an unsere letzten Termine denke, haben sich so ziemlich alle dadurch von Ihnen unterbuttern lassen.

Insofern beherzige ich Ihren Tipp, zu widersprechen, und schaue, wie erfolgreich ich bin.

Danke, WS

__________________________________

trimpop schrieb:

Hallo WS,

vielen Dank fuer die offenen Worte.

Mehr Mut! Verteidigen Sie sich doch mal offen und setzen sich zur Wehr! Je mehr Sie sich dagegen ernsthaft einsetzen, umso mehr wird meine Reaktion sich anpassen. Wenn Sie sich nicht offen fuer ihre Interessen einsetzen werde ich die Teilnehmer im seminar bewusst noch weiter provozieren, bis mehr Leute sich nicht alles gefallen lassen. Wer das da nicht schafft, geht in der ABO im betrieb unter.

Ihre angedeuteten Erfahrungen koennen sich nicht auf mich beziehen, fragen sie mal die aelteren Studierenden. Ich schaetze den Widerstand sehr. Wir werden auch noch eine metaevaluation des seminars machen, aber bis dahin kann ich Ihnen nur raten: lassen sie sich nichts gefallen, kaempfen sie.

Gruss rt

-----------------------------------------------------------

Prof.Dr.Rüdiger Trimpop

Lehrstuhl für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie

Friedrich-Schiller-Universität Jena

________________________________________

Sehr geehrter Prof. Trimpop,

Mir und anderen Kommilitonen in Ihren Seminaren gefällt absolut nicht Ihr Umgang mit uns. Ihre Art uns gegenüber lässt immer wieder deutlich erkennen, dass wir nichts wissen. Das wissen wir selber. Deswegen muss man es uns nicht immer wieder auf die Nase binden, denn deswegen sind wir ja da!

Ihre Äußerungen auf studentische Wortmeldungen reichen sinngemäß von "So ein Blödsinn" bis "Wie können Sie nur auf so eine bescheuerte Idee kommen?!" Dass das demotivierend wirkt, sollten gerade Sie am besten wissen. Ich und einige Freunde von mir trauen uns schon bald gar nicht mehr, uns im Seminar zu melden, da Sie uns ja sowieso platt machen wegen dem, was wir sagen.

Bitte nehmen Sie sich diese Kritik zu Herzen, da sie wohl so deutlich in keiner Evaluation stehen wird. Es würde Ihrer Lehre nicht schaden.

Nehmen Sie es nicht persönlich, dass Sie in Ihren Anwesenheitslisten meinen Namen nicht finden werden. Aus Erfahrung bleibe ich lieber anonym.

Auch im Namen meiner Kommilitonen

W.S.

So viel zum Thema brav sein...

_______________

"If I could just hide - The sinner inside - And keep him denied - How sweet life would be - If I could be free - From the sinner in me (Depeche Mode)"

Signatur

"Das Herz stirbt einen langsamen Tod. Wirft Hoffnung auf Hoffnung, bis nichts mehr übrig ist. Keine Liebe - nichts." (Die Geisha)

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