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Forum - BDSMler unter sich - BDSM-Beziehungen

Der narzisstische Dom

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Devana

Autorin. Lektorin. Teammitglied.

12.11.2019 um 12:51 Uhr

Ein Artikel in der "Spektrum der Wissenschaft" (nachzulesen hier), hat mich darauf gebracht, dass Narzissten auf den ersten Blick die perfekten Doms sind.

Zitat:

Narzisstische Personen wollen von anderen bewundert werden und verhalten sich entsprechend. Sie versuchen deshalb, einzigartig zu erscheinen, selbstbewusst und dominant, aber auch charmant aufzutreten.

Ein Verhalten also, das dem Beuteschema vieler Subs entspricht.

Wie aber auch in dem Artikel nachzulesen ist, verfliegt der Zauber schnell wieder. Nicht nur für eine BDSM-Beziehung problematisch ist das mangelnde Interesse an der Gefühlslage des Partners. Ebenso mangelnde Selbstkritik oder Kritikfähigkeit.

In dem Artikel wird auch auf die Gefahr hingewiesen, dass sich unsichere Menschen oft von Narzissten angezogen fühlen, aber in ein gefährliches Abhängigkeitsverhältnis geraten können. Auch hier kann ich Parallelen zu BDSM-Beziehungen ziehen. Aber ab wann ist das ungesund?

Ich denke, mir sind in meinem Leben schon einige mehr oder minder ausgeprägte Narzissten in der BDSM-Welt über den Weg gelaufen. Nicht als eigener Partner, sondern einfach Leute, die einen virtuell oder real im Laufe der Zeit begegnen.

Wie sieht es bei euch aus? Kennt auch ihr Narzissten im BDSM-Umfeld? Habt ihr gar schon eine Beziehung mit einem gehabt? Oder kennt jemanden, der es hat/hatte?

Wie kann man Doms mit einer narzissistischen Persönlichkeit erkennen? Was unterscheidet sie von anderen Doms? Oder hat es gar einen besonderen Reiz, sich einen Narzissten als Dom zu suchen?

Gruß Devana

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† Betty

Gelöscht.

12.11.2019 um 16:30 Uhr

Narzissten sind unterhaltsame, interessante Menschen... solang man nicht persönlich mit ihnen auskommen muss. Sie brauchen ständig Erhöhung und Bestätigung, erst recht dann, wenn neben ihnen jemand auftaucht der sie an ihre Grenzen bringen könnte oder ihre Grenzen aufzeigen könnte.

Darum würde ich mich nie auf einen Narzissten als Dom einlassen. Ich hätte immer Angst, dass er mehr (nur) auf sich achtet als auf mich. Und wenn ich mal bei was auch immer versage, dass er mir das permanent zur eigenen Erhöhung vorhält, sich nicht Einhalt gebietet oder sich zurücknehmen kann. 

Ganz abgesehen davon hätte ich keine Lust, jemanden ständig bewundern zu müssen.

Viele Grüße

Betty

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hanne lotte

Autorin. Lektorin. Förderer.

12.11.2019 um 22:22 Uhr

Ich kenne welche, allerdings (wahrscheinlich) nicht mit BDSM-Hintergrund. Ich kenne freilich auch nicht so viele BDSMler persönlich.

Kann mir aber gut vorstellen, dass Narzissten sich gerade in diesem Umfeld wohlfühlen.

Narzissten manipulieren ihre Partner/ihr Umfeld und sind darauf bedacht, ihre Vorstellugnen umzusetzen. Damit passen sie perfekt zu subs, die sich führen lassen wollen, vor allem, sobald 24/7 Ambitionen im Spiel sind. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass damit die Wünsche von submissiven Menschen in besonderem Maße bedient werden - sich zur Verfügung stellen, benutzt werden, dem Vergnügen des anderen dienen etc.

Und klar ist das gefährlich. Wo in nicht BDSM-Beziehungen beim Partner irgendwann die Kontrollinstanz feststellt, dass das Entscheidungsgefüge böse verrutscht und dann eingreift, ist das für submissive Menschen viel schwieriger, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen. DAzu kommt ja noch, dass der Narzisst/ die Narzisstin daran interessiert sind, den anderen in Abhängigkeit zu bringen. Nicht nur emotional, sondern auch wirtschaftlich.

Also lieber Hände weg.

Ich befürchte aber, so ganz einfach sind sie nicht zu erkennen, eben weil sie grundsätzlich alle Eigenschaften eines Doms haben. Schwierig.

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dienerin

Autorin. Förderer.

12.11.2019 um 22:43 Uhr

Ich habe mal einen Narzissten als "Freund"/ guten Bekannten gehabt.

Alle haben ihn hofiert

Ich habe ihn von zwei Seiten erlebt

zum einen als den den alle gesehen haben

und dann noch den der mich "benutzt" und fertig gemacht hat um gut dazustehen.

Ich war ihm auf meine Art und Weise hörig und habe lange gebraucht davon weg zu kommen

Gerade als ich es geschafft hatte starb er mit 45 Jahren

Er ist bis heute für manche eine Ikone

Von meiner Seite aus: Finger weg von narzistischen Doms.

Narzissten  brauchen einen Co-Narzissten an denen sie sich abarbeiten

Gruß Dienerin

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Nachtasou

Autor.

13.11.2019 um 19:40 Uhr

geändert am 13.11.2019 um 19:44 Uhr

Eine "runde" Persönlichkeit trägt von allen Ausprägungen etwas in sich. Nur wenn eine gänzlich fehlt oder eine einzige alle anderen Ausprägungen überstrahlt, wird´s schwierig. So gehört eine Portion Narzissmus in den Lebensrucksack hinein, und da braucht man nicht gleich zusammenzucken, wenn man bei sich selbst etwas davon findet oder im Gegenüber.

Narzissten üben anfänglich schon eine gewisse Faszination auf ihr Umfeld aus, die meisten Menschen im Umfeld werden aber wenig Lust dabei empfinden, immer nur zu applaudieren und wie ein Trabant um eine Sonne zu kreisen.

Das ist eine Scheinpassung im bdsm, nach meiner Meinung. Auch Subs nämlich müssen keineswegs vom Typ „selbstunsicher“ bis „abhängig“ sein, um Subs zu sein.

Nebenbei: Narzissten brauchen ihren Glorienmantel, weil sie eigentlich eine Riesenangst in sich tragen, wertlos zu sein. Das ist das Gegenteil von souverän. Und Souveränität ist vielleicht eher das Gewünschte an einem Dom.

Mit zunehmendem Alter lässt diese Störung m.W. häufig nach. Entweder das Leben schleift die Glorie ab, oder ein Narzisst geht durch so tiefe Krisen, dass nicht viel von ihm übrig bleibt.

(Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt sich also einen alten Sack *g.)

Bei Befragungen in den Szenen hat man übrigens keine engen Zusammenhänge zwischen Persönlichkeit und Neigung gefunden.

Aber wie überall, wird es auch im bdsm-Bereich auf lange Sicht verheerende Paarungen geben, die sich anfänglich super passend anfühlen, und es gerade deswegen langfristig nicht sind. Das ist dann aber kein Kennzeichen einer bdsm-Beziehung. Und dann sollte man nicht nur den Narzissten ´verantwortlich´ machen.

Ich habe eine Reihe Narzissten kennenlernen müssen und finde sie unendlich anstrengend. Sie wirken wie Aufmerksamkeits-Staubsauger und im Grunde so was von bedürftig. In der Politik und auf der Bühne fallen sie dagegen kaum auf und können ihre Stärken dann ausspielen; falls sie wirklich herausragend begabt sind und es sich nicht nur einbilden.

Und aus eigenem Erleben? Ich bin mehr Subs als wirklichen Doms begegnet. Meine Erfahrung dabei ist, dass Erstere überhaupt nicht durch Persönlichkeit abhängigen Typs im Leben auffallen. Und wer es ist, sollte sich anders behelfen als mit Neigung.

Bei den üblichen „kleineren Zacken“, die man so hat, kann eine Beziehung, auch eine Bdsm-geführte, durchaus Würze dadurch erhalten, oder kompensieren. So was halt; und muss deswegen nicht im Desaster enden.

Beziehung ist immer gefährlich *g. Erst im Nachhinein ist man klüger. Bei Wiederholung derselben Fehler würd ich dann mal in mich gehen.

Ich persönlich werde hellhörig, wenn jemand so gar nicht über seine Neigung reden kann oder will, und von „ist halt so“, „macht Spaß“, „bin schon als Baby-Dom auf die Welt gekommen“ abbügelt. Weil ein Narzisst nur eine einzige Referenzgröße kennt: naturgegeben und unhinterfragt sich selbst.

In Szenen hört oder meint man immer wieder mal zu sehen von dramatischen Ereignissen. Live war jedoch kaum jemand dabei. Das ist keine Grundlage. Ich vermute, wer im bdsm in Persönlichkeitsfallen tappt, würde das auch außerhalb tun. Denn Gelegenheit dazu gibt es auch außerhalb der Intimität zu Hauf.

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Mai

Autorin.

14.11.2019 um 12:11 Uhr

geändert am 14.11.2019 um 14:07 Uhr

Ich war in meiner vor-BDSM-Zeit mit einem (später diagnostizierten) Narzissten zusammen. Und ich kann es vollumfänglich nicht empfehlen. Hat gut zu meinem unbewussten Masochismus gepasst, weil man leidet enorm, muss sich extrem anpassen, ist der Launenhaftigkeit ausgeliefert. Weil denen geht es ja nicht gut. Und im Gegensatz zum langläufig Bekannten, sind sie im Kern extrem unsicher und von Selbstzweifeln geplagt.  Wie immer gibt es eine Kehrseite der Medaille, sie sind natürlich  auch sehr spannend und anziehend. Und wenn sie etwas von einem wollen sind sie auch ausgesprochen charmant.  

Das sich selber über alles stellen passt vielleicht ganz gut zu einem Dom. Aber andererseits sind sie absolut nicht fürsorglich, haben ganz gewiss kein Interesse daran, jemanden anzuleiten und sind im Grunde wie verzogene Kleinkinder, die eine sich aufopfernde Mami brauchen.

 Dass unter den Doms viele Narzissten wären und unter Subs viele Borderliner, ist ein oft wiederholtes Klischee. An das ich nicht so recht glaube.

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17.12.2019 um 11:55 Uhr

geändert am 17.12.2019 um 18:42 Uhr

Das ist eine sehr einseitige Betrachtung, wie unter Anfängern üblich.

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Jona Mondlicht

Autor. Lektor. Teammitglied. Förderer.

17.12.2019 um 11:55 Uhr

geändert am 17.12.2019 um 18:42 Uhr

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