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Forum - BDSMler unter sich - Ledersofa

Weltsicht

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16.06.2019 um 11:30 Uhr

Auf einer Fortbildung, es ging um „Personalführung und Ethik“, äußerte der Professor eine These. Er sagte: „Depressive Menschen sehen die Welt, wie sie ist.“ Eine Minute war völlige Ruhe. Seitdem beschäftigen mich zwei Fragen.

1. Sehen alle nichtdepressiven Menschen die Welt verklärt?

2. Sind alle Menschen, die im BDSM-Kontext unterwegs sind, Optimisten?

Durchdenkt das bitte. Ich freue mich auf Meinungen zum Thema.

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hanne lotte

Autorin. Lektorin.

16.06.2019 um 12:26 Uhr

Auch nichtdepressive Menschen sehen die Welt, wie sie ist. Depressionen entstehen, wenn man keine Kraft mehr hat, damit klarzukommen.

Und ich wage die These, dass der Prof nur ein unzureichendes Konzept von Depression hat.

Zur zweiten Frage fällt mir als erstes ein klares " Häh?" ein ...

Ich sehe keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Depressionen einerseits und BDSM und Optimismus andererseits. Das würde sonst unterstellen, dass alle BDSMler glückliche, zufriedene und positiv denkende Menschen sind. Dieses wage ich ich zu bezweifeln.

Du könntest fragen, ob alle Menschen, die meinen, in einer glücklichen und erfüllenden Beziehung zu leben, zwangsläufig Optimisten sind. Auch das kann man nicht global mit ja beantworten, weil die dann nur in Bezug auf die Beziehung optimistisch sind. Liebesglück hindert keinen daran, in Bezug auf den Weltfrieden und die Klimakrise das große Grausen zu kriegen.

Gruß

hanne

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16.06.2019 um 13:06 Uhr

Da stellt der Professor aber eine gewagte These auf. Ich glaube nicht, dass es einen derartigen Zusammenhang gibt.

Man könnte da vielleicht mehr die Adjektive dumm, aufgeklärt, ignorant, gebildet, fremdgesteuert usw. verwenden.

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Hekate

Autorin.

16.06.2019 um 19:37 Uhr

In der Schule habe ich immer einfache Antworten gewählt, die der Lehrer auch verstanden hat. Dadurch wurden sie rückfragefrei.

Ausgangslage, Hans, unsere Welt ist die Titanic.

Hier die Antworten:

zu 1. Nein, aber was nutzt das Gebarme? Stell dich neben das Orchester.

zu 2. Nein, aber sie hören das Orchester.

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Devana

Autorin. Lektorin. Teammitglied.

16.06.2019 um 23:41 Uhr

zu 1.

Vor langer Zeit habe ich über eine Studie gelesen, in der die Probanden - aufgeteilt in depressive und nicht-depressive Menschen - zunächst irgendeine Aufgabe erfülllen mussten (ich weiß nicht mehr, welche) und anschließend mussten sie sich selbst einschätzen.

Depressive Menschen haben sich meist sehr realistisch eingeschätzt, wohingehend sich die nicht-depressiven Menschen im Durchschnitt besser einschätzten, als sie tatsächlich waren.

Insofern würde dies die These des Professors stützen, wobei es sich bei der Studie ja um eine Selbsteinschätzung handelte und nicht um die die Einschätzung der Weltlage.

zu 2.

Ich sehe hier keinen Zusammenhang und ich frage mich, welche These deinerseits zu dieser Frage führte?

BDSMler sind ein Querschnitt der Gesellschaft. Man könnte jetzt Spekulationen anstellen, ob BDSMler glücklicher oder unglücklicher sind als "Vanillas". Aber auch hier müsste man sicher wieder unterscheiden, ob jemand in einer Beziehung steckt oder nicht.

Und Glück und Unglück ist wiederum nicht gleichbedeutend mit Depression und Nicht-Depression.

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Mai

Autorin.

17.06.2019 um 11:50 Uhr

geändert am 17.06.2019 um 11:54 Uhr

Ist ne ganz nette These des Professors, wenn man es oberflächlich betrachtet. So nach dem Motto: Wer in dieser Welt, so wie sie ist, noch an das Gute glaubt, macht sich was vor.

Nur leider hinkt der Vergleich zu einem Depressiven ziemlich, denn die drehen sich nur um sich selber und sind nicht sonderlich interessiert am Weltgeschehen.

 

Wie Du daraus ein Schuh zu BDSM und Optimismus gebastelt hat, erschließt sich mir null. Da fehlen mir zwei drei gedankliche Überleitungen, um das diskutieren zu können.

Vielleicht denkst Du nach dem Motto: Wer es schafft, das Böse, Negative in Lust=> also das Gute zu verwandeln, muss Optimist sein. So in der Art?

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17.06.2019 um 14:54 Uhr

Mai

Nur leider hinkt der Vergleich zu einem Depressiven ziemlich, denn die drehen sich nur um sich selber und sind nicht sonderlich interessiert am Weltgeschehen.

 

Wie kommst du denn darauf?? 

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Devana

Autorin. Lektorin. Teammitglied.

19.06.2019 um 23:42 Uhr

Hans Bergmann:

Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn du dich auch wieder zu dem Thema äußern würdest. Vor allem, wie du zu deiner zweiten Frage kommst würde mich interessieren.

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Wodin

Förderer.

20.06.2019 um 00:39 Uhr

Ich denke man muss hier den Umstand berücksichtigen, daß die These im Rahmen eines Personalführungsseminars aufgestellt wurde. Vielleicht lassen sich hier depressive Menschen nicht so sehr von eventuellem „Schönreden“ bzw. Wunschdenken beeinflussen und benennen hier Fakten nüchterner.

Nach meiner Erfahrung ist solch ein „Schönreden“ häufig in Führungspositionen zu beobachten und wird meist als hilfreich angesehen um ein Unternehmen voranzubringen. Das birgt aber die Gefahr, daß man als Vorgesetzter die Bodenhaftung verliert und unrealistische Ziele verfolgt. Hier können dann die „Depressiven“ helfen wieder zu einer realistischeren Einschätzung zu kommen.

zu 1.: nein, ich denke nicht, daß der Umkehrschluß gültig ist, nichtdepressive Menschen können genauso einen realistischen Blick auf die Welt haben.

zu 2.: vielleicht sind Menschen mit BDSM-Hintergrund von sich aus weltoffener, aber eine Verbindung zu depressiv/nicht-depressiv sehe ich erstmal nicht.

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20.06.2019 um 08:06 Uhr

Danke für erste Antworten. Ich fragte nicht als Conférencier zur Unterhaltung, auch nicht als suggestiver Lehrer zur Schulung, der am Ende wertet und Zensuren verteilt.

Ich bin, dank eurer Meinungen, momentan in meinen Gedanken etwas weiter.

Meine erste Frage kann ich mir besser beantworten. Auch der nichtdepressive Mensch sieht die Welt, wie sie ist, geht nur anders mit seiner Erkenntnis um. In Folge ist eine Zusammenarbeit von depressiven und nicht depressiven Menschen am fruchtbarsten.

Zur zweiten Frage bekam ich, bis auf die tibetanisch-gebetsmühlenartige Wiederholung der Vermutung fehlenden Zusammenhangs, bisher nur im Ansatz befriedigende Antwort. Ich stelle meine emotionsfreie These zur sachlichen Diskussion. Das Sub, egal ob männlich oder weiblich, sieht die Welt häufig in depressiver Stimmung. Deshalb wünscht sich das Sub eine andere Welt, eine intensivere, stärkere, bessere, ihm Halt, Fassung und Erfüllung gebende. Das Dom steht fester auf der nichtdepressiven Seite. Es bietet, neben eigener Erfüllung, dem Sub eine Art Fluchtkapsel.

Draußen ist Gewitter. Darauf folgt meist Subgewitter.

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