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Trauer, Enttäuschung, Vertrauensmißbrauch

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Profil unsichtbar.

Gelöscht.

30.11.2005 um 17:17 Uhr

Posting aus dem alten Forum:

Hallo,

vor ein paar Tagen hat ein Traum geendet, der so wunderschön war, dass ich es kaum beschreiben kann. Ein Mann, der mir zeigte, dass ich nicht nur Sub bin sondern auch diese Herrin in mir trage. Er lies sie auferstehen und es war ein unglaubliches Gefühl. Wir bzw. er nannte sich einen Switcher, was ich noch nicht kannte. Er gab mir Mut und Vertrauen, erwartete völlige Offenheit und ich konnte mich langsam fallen lasse. Ich liebte jedoch die Sub-Seite in mir mehr und er ging auch darauf sehr ein und brachte mich an einen ganz wunderschönen Punkt. In dem Glauben einen Menschen gefunden zu haben, wo diese wunderschöne Geschichte ewig weitergehen kann, wähnte ich mich. Von heute auf morgen hat er die Beziehung beendet, ich wurde aus meinen Träumen aus allem herausgerissen. Er will nicht mit reden, er zeigt nur noch Kälte.

Ich war am Boden zerstört und frage mich, wie ist es möglich, eine solche Nähe aufzubauen, das Gegenüber so aus der Reserve zu locken, damit man sich völlig öffnet, und dann auf einem Mal, es gab keinen wirklichen Grund oder Streit, sowas zu beenden. Man redet von Liebe, von Zukunft und alles ist zu Ende.

Ich leide wie ein Tier, mir fehlt diese Nähe, besonders auch, wo ich jetzt kennengelernt habe, wie schön BDSM sein kann.

Ich kann diese Unmenschlichkeit einfach nicht verstehen.

Ein sehr trauriges und tief verletztes

Hexle

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Timbre

Autorin.

01.12.2005 um 14:12 Uhr

... mag es ja sein, du sitzt nun vor den “schattenzeilen” und fragst dich, weshalb die antworten auf deinen beitrag so auf dich warten lassen..

aber nein, das ist keine frage der virtualität, die eben einfach nicht „echt“ ist, sondern vermutlich vielmehr eine dessen, dass man dich und deinen kummer respektiert, dass man herzwunde menschen schonen – und nicht noch extra in ihrem weh herum rühren möchte.

andererseits hast du deine gedanken in dieser weise hier ins forum gestellt, möchtest also schon von uns anderen ein paar worte hören.

hm.

scheiden tut weh, ja, jeder weiß es.

die sache mit der liebe ist eine, in die sich die von außen kaum jemals wirklich eindenken können, und kein rüdes "dieser kleine miese typ hat dich gar nicht verdient.." noch ein philosophisches "wer weiß, wozu es gut ist.." lösen das problem, heben diesen kummer auf.

da muss man durch, hexle, ganz alleine und für sich, und es hilft wenig, zu wissen oder hören, daß es anderen auch schon mal so ergangen ist.

man ist ganz unten, bitterlich enttäuscht, zweifelt an sich und allem - und von ganz unten kommt man irgendwann auch wieder hoch.

ich habe eine weile nachgedacht, was ich dir sagen soll..

etwas, was noch keine/r dir schon gesagt hat,

etwas neues, etwas anderes, etwas ungeheueres, etwas wahres, etwas, was hilft.

nichts hilft der oder dem, die an diesem weh leiden, sie oder er kann an nix glauben was erzählt wird, auch wenn sie hören, daß glaube berge versetzt,

aber dafür braucht es ganz schön viel glauben, nicht wahr?

in den erzählenden und in die dinge und vielleicht auch ganz einfach dahinein, daß gerade das gemein und sinnlos scheinende einen sinn haben muss...

anyway, ein weg ist nicht nach drei metern, einem menschen, einem begleiter, zu ende, er geht weiter und man geht mit, auch wenn man stolpert oder fällt.

man bleibt nicht sitzen oder liegen, allenfalls stehen für einen moment, schaut nach hinten und nach vorn, bestimmt die richtung neu, was nicht heißen muss, daß man eine neue richtung wählt, sondern nur, dass man sich auf seine richtung besinnt, bevor man vielleicht ein wenig rastet, vielleicht die wunde seele kühlt, vielleicht auch „pause macht“ und schläft.

kräfte sind nicht weg, sie erschöpfen sich nur, aber kehren wieder, ohne zwang ohne jedes zutun, von ganz alleine.

scheiden tut weh, immer.

erst recht dann, wenn das bestreben dazu nicht von beiden getragen wird, sondern nur von einem der partner ausgeht, der oder die sich aus einer beziehung befreien möchte, warum auch immer, während der andere sie zu erhalten bestrebt ist, wie auch immer.

ein klarer schnitt ist dabei wohl härter, aber hilfreicher, als ein „wir können doch gute freunde bleiben“,

denn jeder versuch, die beziehung mal eben ruckzuck auf eine andere ebene zu heben, muß zu einem so frühen zeitpunkt misslingen.

der gehende wird dennoch immer eher dazu neigen, aus fürsorge für den ehemaligen partner, während dieser zuweilen quasi vergangenes mit klauen und zähnen festzuhalten sucht:

das wieso, das warum das seit-wann drehen sich im kopf, man will eine antwort, die eigentlich müßig ist, weil man sie doch nicht akzeptiert, wenn sie gegeben wird.

eine schraube beginnt, in der der eine partner den anderen vor sich her treibt, immer nur wissenwollen- heischend, während der andere sich entzieht, weil einfach mit dem vergangenen seinen frieden machen wollend.

manchmal kommt es leider bei manchen verlassenen an diesem punkt zum immer wieder kehrenden „waschen schmutziger wäsche“, als „aufarbeiten“ bezeichnet, und eigentlich doch den anspruch kaschierend, der gewesene partner möge sich auch weiterhin mit einem beschäftigen...

sehr schlimm kann derlei dann werden, wenn der ex- partner sich womöglich noch relativ bald neu bindet:

das herzweh dessen, der noch immer nicht wirklich losgelassen hat, wird erneut geschürt, in einer welt, wie der des bdsm, die eigentlich in der „szene“ schon so klein ist, dass man sich immer wieder trifft oder voneinander hört, die dann im virtuellen fast noch kleiner ist, weil jeder jeden zu „kennen“ und etwas über ihn erzählen zu können meint, noch mehr.

es ist nicht immer leicht, den ehemaligen partner in „neuem glück“ zu sehen, und ziemlich nahe liegt dann ein „was-hat-sie-(er)-was-ich-nicht-habe“-gefühl, das die welt des verlassenen ins trudeln bringt.

was also kann ich dir sagen, hexle..?

dass dieser schmerz zum heilen zeit braucht?

dass man durch das tiefe tal solchen kummers einfach „durch“ muss?

dass man mehr als einen menschen lieben kann – und auch du es wieder tun wirst, wenn die zeit dafür „reif“ ist?

nichts davon wirst du nicht wissen.

aber manchmal tröstet es, zu sehen, dass und wie andere „es“ erlebt haben.

auch daher die nachfolgenden links..

und:

*fühl`dich unbekannterweise zart umarmt..*

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wer mit mir wein trinken mag, sollte mir das wasser reichen können..

,-)

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Wer mit mir Wein trinken mag, sollte mir das Wasser reichen können. ,-)

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kitty

Autorin. Vereinsmitglied.

01.12.2005 um 22:31 Uhr

Hallo Hexle,

Worte können in so einem Fall wohl nur schwer etwas bewirken.

Vielleicht fühlst Du Dich wie betäubt, wie in einem Albtraum. Gestern war es noch das unbegreifliche Glück, heute ist es einfach nur noch unbegreiflich. Aber der Verstand möchte es begreifen, erklärt bekommen, vielleicht auch nur eine Chance bekommen, selbst etwas zu erklären.

Können Gefühle von heute auf morgen wirklich enden? Was ist geschehen, dass der andere seine Gefühle nicht mehr zulässt, nicht mehr spürt? Vielleicht ist es nur ein Klischee, dass Frauen mehr reden möchten und sich Männer wie eine Auster verschließen. Vielleicht ist etwas geschehen, durch das ihm nicht möglich ist, sich zu äußern.

Deine Gefühlswelt ist auf den Kopf gestellt. Gedanken rasen. Trauer, Angst, Unverständnis und auch das Gefühl, betrogen worden zu sein, wechseln sich miteinander ab. Betrogen um das Glück, das doch so spürbar war. Jedes Gefühl hat seine Berechtigung und jedes solltest Du zulassen. Es gibt keine Patentlösung, wie damit umgehen, denn jeder Mensch ist anders, denkt und fühlt anders.

Du kannst keine Erklärung erzwingen. Vielleicht gibt es gar keine.

Ich hoffe für Dich, dass Du gut durch diese Zeit kommst.

Liebe Grüße von

kitty

_________________

Die Gegenwart ist der Moment, in dem die Zukunft Atem holt, um zur Vergangenheit zu werden.

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Wolke Safini

Autorin.

13.06.2006 um 18:43 Uhr

Bewusst lese ich nicht meine Vorgänger-Antworten, damit meine eigene Antwort nicht von ihnen abgefärbt wird.

Mein erster Gedanke war, dass dein Ex-Partner Angst vor Nähe hat. Weißt du, wie viele Beziehungen er vor dir hatte? Wie lange sie dauerten? Ich habe Ähnliches erlebt. Als es zu tief ging, hat die geliebte Person den Rückzieher gemacht. Heute weiß ich, dass sie Angst vor zu viel Nähe, Intimität, Angst vor dem Verletzwerden hat(te). Sie wusste genau, diese Person, wenn ich sie so genau kenne, wie ich es würde, wenn wir zusammen blieben, hätte ich eine wirksame Waffe gegen sie in der Hand: Nähe. Liebe. Davor hatte sie Angst.

Meinst du, ob es bei euch ähnlich gewesen sein könntet?

Es umarmt dich tröstend

Wolke

Signatur

"Das Herz stirbt einen langsamen Tod. Wirft Hoffnung auf Hoffnung, bis nichts mehr übrig ist. Keine Liebe - nichts." (Die Geisha)

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sinna

Autorin.

24.10.2006 um 20:56 Uhr

Hallo Hexle,

viel kann ich den Worten meiner vorredner nicht hinzufügen, aber etwas was mir in diesen Zeiten hilft wenn es mir nicht gut geht, in der Hoffnung, dass es Dir Mut gibt, wieder aufzustehen. Auch aus den Steinen, die man in den Weg gelegt bekommt kann man schönes bauen. und wenn du jetzt so traurig bist, genieße, es ein stück weit. Die Trauer beweist, dass Du lebst und lieben kannst. Wenn wieder bessere Zeiten kommen kannst Du das Glück sehr viel bewußter wahrnehmen. Es ist okay, sich fallen zu lassen und zu trauern aber vergiß niemals, irgendwann wieder aufzustehen,

alles Liebe,

Nini

Das Leben ist zu kurz um es zu verschwenden,

Niniane

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