Es gibt unterschiedliche Konzepte, welche die Rahmenbedingungen beschreiben, an denen man sich innerhalb einer BDSM-Beziehung orientiert. Da geht es viel um Einvernehmlichkeit, aber auch um die Abwägung, wie viele und welche Risiken man akzeptieren möchte. Aus dem risikoverneinenden SSC entstand das risikobewusste RACK. Andere Modelle gehen darüber hinaus und unterscheiden sich auch hinsichtlich der Widerrufbarkeit und Einvernehmlichkeit.
Man muss sich nicht zwingend festlegen, man muss auch nicht theoretisieren. Manchmal aber ist ein reflektierender Blick interessant, um herauszufinden, wo man selbst steht und sich wohlfühlt.
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Für mich war RACK eigentlich immer ein Konzept, das ich nachvollziehbar fand. Es ist klar, dass manche Praktiken Risiken beinhalten, derer man sich eben bewusst sein muss.
Ich habe das jetzt länger nicht mehr verfolgt, glaube aber in früheren Jahren eher hier manchmal SSC als Totschlagargument gegen manche Praktiken, da sie vermeintlich mindestens einem der Prinzipien widersprechen würden, gesehen zu haben. Aber an sich natürlich als Grundvereinbarung zwischen Spielenden finde ich das schon eine gute Leitplanke.
Von fremden BDSM-lern irgendwo und irgendwie niedergeschriebene Ziel werden niemals meinen Vorstellungen gleichen und auch niemals irgendeinen Weg für mich vorgeben.
Es geht hier um interessante Konzepte und nicht um Vorgaben oder Vorschriften ... 🙄
Bleib entspannt, leb es aus wie du und dein Partner es für richtig halten.
Von fremden BDSM-lern irgendwo und irgendwie niedergeschriebene Ziel werden niemals meinen Vorstellungen gleichen und auch niemals irgendeinen Weg für mich vorgeben.
Ich bin bei Salimera und bin mit SSC+RACK oder SSC+CNC fein. Würde das auch nicht trennen, SSC ist Fundament, das andere Überbau, so stell ich mir das immer vor.
danke für die Darlegung deiner Wahrnehmung und Einwertung hinsichtlich des Verständnisses der Mehrheit und der Newbies bzgl. der Konzept-Begriffe, woraus sich teilweise dein Standpunkt entwickelt hatte.
Mein Standpunkt beruht auf meinem eigenen Verständnis der Begriffe, und nicht auf dem vermeintlichen Verständnis einer anonymen Mehrheit.
Das „Ergänzend“ in meiner Frage an dich, meinte ich nicht im Sinne von situativer Gleichwertigkeit/-gewichtung oder Gleichzeitigkeit, weshalb meines Erachtens beide Konzepte innerhalb einer Beziehung im bdsm-Kontext praktikabel und sinnvoll wären.
Sinnvoll, weil ich im ssc ein positives Mindset erkenne, welches wohlwollende Verantwortung beinhaltet und nicht destruktiv orientiert ist.
Das Akronym beinhaltet außerdem nicht einmal den Begriff „kink“, ist also perse nicht nur dem bdsm-Kontext zuzuordnen, sondern eher als menschliches Grundverständnis auch in anderen Zusammenhängen anwendbar.
Wer als Top/Dom nur ein Rack präferiert und solches bewirbt/anbietet, schert sich vielleicht nicht allzu sehr um etwaige destruktive Folgen bei subs oder um etwaige strafrechtliche Konsequenzen.
Wenn aber auf der Basis des positiven Mindsets ssc auch mal high-risc-Spiele präferiert werden, bei denen mehr Augenmerk auf etwaige Konsequenzen zu richten ist, dann kann das Konzept Rack in den Vordergrund rücken. Wobei Rack oftmals nicht nur als risk-aware, sondern auch als risk-accepting“ verstanden und angewendet wird.
Meiner Beobachtung nach sind aber high-risc-settings wie beispielsweise ein overcome-Play mit Fremden, nicht sehr verbreitet oder werden selten wiederholt als Standard-Praktik erwünscht.
Deshalb sehe ich für mich innerhalb einer bdsm-Beziehung ein ssc+rack oder ein ssc+cnc (bei Bedarf) als praktikable Ergänzung und Kombination. Auch wenn sich hierbei ein Spannungsfeld zwischen beiden Konzepten zeigen kann.
Wer ein Problem damit hat, mit Spannungsfeldern und Widersprüchlichkeiten umzugehen, diese auszutarieren oder auszuhalten, der sollte nicht nur die Finger von bdsm lassen, sondern hat wahrscheinlich noch ganz andere Probleme im Alltagsleben und außerhalb von bdsm.
Welches Konzept auch immer in Communitys oder beim Dating kommuniziert werden - es sind theoretische Konstrukte; wie damit umgegangen wird, und was beim Ausleben von bdsm erfahrbares Ergebnis wird, ist die Realität aus Praxis - nach bestem Wissen und Gewissen, oder nicht. Ich denke, darin können wir uns einig sein. Ebenso darin, dass Menschen nicht berechenbar sind, dass es menschliches Versagen und Fehleinschätzungen gibt, und dass Vertrauen missbraucht werden kann.
Nur gegenseitiges intensives Kennenlernen mit Erforschen der Bedürfnisse, Grenzen, Einschränkungen und Befähigungen, verbunden mit einem Herantasten bei bdsm-Interaktionen und wiederholtem Reflektieren, berechtigt Vertrauen und ein gewünschtes Maß an Sicherheit.
Für mich sind SSC und RACK zwei fundamental unterschiedliche Konzepte, die nicht gemeinsam in eine Antwortoption gehören!
Salimera
wie begründest du deine Behauptung, dass sich die beiden Konzepte nicht ergänzen könnten?
Liebe Salimera,
warum sie sich nicht ergänzen? Weil Dinge, die in der Theorie kompatibel aussehen es in der Praxis real manchmal nicht sind. Kommt es nämlich nicht auch darauf an, wie etwas beim Empfänger ankommt oder von der überwiegenden Mehrheit im Laufe der Zeit wahrgenommen und aufgefasst wird?
Ich habe immer mal wieder mit Menschen zu tun, die sich und ihr BDSM gerade entdecken und der festen Überzeugung sind, dass SSC so etwas wie ein normatives Gesetz der Szene darstellt. Aus der Idee, dass das gemeinsame Ausüben von BDSM möglichst sicher, in einem vernünftigen Rahmen und vor allem einvernehmlich stattfinden soll, wird dann in der Regel ein apodiktisches Rund-um-sorglos-Verständnis abgeleitet. Das bedeutet, dass eine eigene Verantwortung der sub gar nicht existiert und dass Safe jegliches „unsicherere“ oder bewusst riskante Spiele ausschließt. Dieses Verständnis findet man aber nicht nur beim überwiegenden Teil aller Anfängerinnen und Anfänger.
RACK dagegen erlaubt ja gerade riskantere oder auch unvernünftige Praktiken, solange sie bewusst besprochen werden, sich beide Seiten der Risiken bewusst sind und diese einvernehmlich akzeptiert werden.
„Safe“ und „sane“ als apodiktische Kriterien des SSC führen dazu, dass Sessions als nicht SSC-konform zu bewerten sind, die unter RACK völlig legitim sind. Ist das etwas anderes als ein Entweder-oder?
Hier manifestiert sich in meinen Augen das Spannungsfeld der Konzepte. Natürlich kann man anführen, dass SSC gar nicht als normativ-apodiktisches Konzept gedacht ist, sondern nur eine Beschreibung liefert, wie BDSM im Idealfall aussehen kann (was Risiken und Risikobewusstsein nicht ausschließen würde). Aber kommt es darauf an? De facto führt gerade die Behandlung des Themas durch SSC-Apologeten, die SSC wie eine Monstranz vor sich hertragen, dazu, dass die Konzepte meines erachtens nicht (mehr) vereinbar sind.
Ich bin ein spontaner Mensch, neugierig, auch mit 55 J. und probiere gerne aus.
...
Bezogen auf BSDM halte ich auch es eher so, dass ich mit dem Menschen, mit dem ich das auslebe, absprechen würde, was beide möchten und bereit sind, zu tun oder auszuprobieren.
Hallo Gravienna,
genau daraus ergibt sich doch das, was man hier als Konzept bezeichnet;
aus dem was man mit dem (Spiel-)Partner vorab kommuniziert hat, um zumindest das Risikoprofil des Gegenübers kennenzulernen, und es als Richtschnur zu berücksichtigen. Hat man dies als Basis, dann kann man sicher auch spontaner agieren und im Risiko-Consens bleiben.
Liebe Grüße und ein Gutes Neues Jahr 2026 wünscht euch allen
03.05.2026 um 19:38 Uhr
Für mich war RACK eigentlich immer ein Konzept, das ich nachvollziehbar fand. Es ist klar, dass manche Praktiken Risiken beinhalten, derer man sich eben bewusst sein muss.
Ich habe das jetzt länger nicht mehr verfolgt, glaube aber in früheren Jahren eher hier manchmal SSC als Totschlagargument gegen manche Praktiken, da sie vermeintlich mindestens einem der Prinzipien widersprechen würden, gesehen zu haben. Aber an sich natürlich als Grundvereinbarung zwischen Spielenden finde ich das schon eine gute Leitplanke.