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Einlassen
von Teufelchen
Lange haben sie miteinander telefoniert, er hat ihr zugehört, Mülleimer gespielt, verhindert, dass sie im Selbstmitleid ertrank. Er hat auch erzählt, von sich, seiner Situation und seiner Leidenschaft, seiner Sichtweise von Dominanz und SM. Sie hat ihm zugehört, seine Ideen erst einmal lautstark verneint, ihm erklärt, damit könne sie nie leben, das sei nicht ihre Art.
Seine Ideen haben sich jedoch in ihrem Kopf festgesetzt, ihr Kopfkino beschäftigt. Selbst im Urlaub ertappte sie sich dabei, wie sie sich seine Art von SM vorstellte. Da war das Nein zwar immer noch vorhanden, aber schon lange nicht mehr so vehement. Der Urlaub brachte auch eine Klärung ihrer Gedanken, sie schloss ab mit der Vergangenheit, akzeptierte und wurde sich klar darüber, dass sie einen Neubeginn wagen würde.
Nach dem Urlaub wieder Telefonate, lang, tiefgehend. Sie signalisiert, dass sie ihn gerne kennen lernen möchte. Ein Treffen wird vereinbart, lediglich gemeinsam Kaffeetrinken steht auf dem Programm.
In ihr ist immer wieder die Frage: "Will ich mich auf ihn einlassen? Soll ich?"
Ihr ist klar, dass das kein Geplänkel sein wird, dass er mit seinen Vorstellungen immer wieder ihre Grenzen überschreiten wird. Wenn sie sich auf ihn einlässt, dann gibt sie nicht ihr Einverständnis zu einer Liebesbeziehung, dann begibt sie sich unter seine Hand, seine Herrschaft und Dominanz. Er wird alle ihre Schamgrenzen überschreiten, sie zu seinem Objekt machen. Er wird sich nicht damit begnügen, während gemeinsamer Stunden eine willige sub zu haben – seine Macht wird in ihr tägliches Leben hinein reichen, ihr seine Präsenz jederzeit bewusst und deutlich machen.
Es ist alles ganz anders als das, was sie bisher kennen gelernt hat – aus diesem Grund zweifelt sie, und sehnt sich doch danach, ihre Zustimmung zu geben.
Das Date – er hat ihr auf Nachfrage eine gewisse Kleiderordnung vorgegeben, die sie nur teilweise einhalten kann. Einen anderen Teil seiner Forderung hat sie elegant umgangen: Er wollte sie in Rock und Bluse sehen, keinesfalls im Kostüm oder im schwarzen Rock mit weißer Bluse. Schwer soll es ihr werden, da sie nicht auf den gewohnten Business-Look zurückgreifen kann. Mit einem frechen Lächeln hat sie den weißen Rock mit den schwarzen Streifen und den dazu passenden Blazer im umgekehrten Farbspiel gewählt, wissend, dass sie seine Anweisung hierdurch umgangen und ausgetrickst hat.
Als sie im Auto neben ihm sitzt, seine Dominanz sie gefangen hält, ist jede Frage, ob sie sich auf ihn einlassen soll, wie weggeblasen.
Sie wird sich auf ihn einlassen
Vollständig.
Ohne Einschränkung.
Hoffend, dass er langsame Schritte mit ihr gehen, sie nicht überfordern wird.
Später, bei einem Spaziergang im Wald, kniet sie vor ihm, bittet ihn, sie als sub anzunehmen, sie den Weg zu führen, den er für sie wählt...
Er nimmt sie an, schwört, sie zu beschützen und zu behüten, sie aber auch zu quälen, bis an ihre Grenzen und darüber hinaus zu führen... zu seiner Lust und Freude, aber auch zu der ihren...
Dieser Text wurde veröffentlicht im "Schattenzeilen-Adventskalender 2004".
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Kommentare von anderen Leserinnen und Lesern

huch
einfach zu ende
schade, ich hätte gern noch weiter gelesen
gruß
xenja
~~~ vertraue den sternen deine wünsche an, schicke deine sehnsucht mit den wolken auf die reise, dann wirst du in deinen träumen die erfüllung finden. ~~~

Autor.
Naja - netter Anfang - und nun? Lässt du den Leser einfach stehen? Schade.
poet

Gelöschter Nutzer.
Danke! Befinde mich gerade selbst auf diesem Weg. Bin nur noch nicht in den Wagen gestiegen.

ich finde , ein bisschen fehlt die Spannung in diesem Text. Der Inhalt ist nachvollziehbar, aber es fehlt Leidenschaft, trotzdem, man erinnert sich dabei gerne an die eigenen Anfänge, an die eigenen Verweigerungen, ich.... niemals, und an die schönen wundervollen Stunden danach, die alles umdrehten, und alles Unmögliche möglich machten...Danke für diese Erinnerungen
liebe Grüße Sehnsucht

Lesen ist wie ein Ausflug in die (eigene) Vergangenheit oder ein Ausblick in die Zukunft, wenn, ja wenn ich den Mut habe, mich tatsächlich so anzuschauen, wie ich eben bin. Gerade bei Deiner Geschichte kommt mir das in den Sinn und ich sitze hier und lache.
ich würde ganz gerne etwas über Zeit und Klischee und Kennenlernen und Zukunftsaussichten sagen, mein Mund bleibt aber mitten im Lachen und sagt nix dazu.
Denn:
Dazu gibt es nichts zu sagen und niemand hat das Recht das Wort dazu zu nehmen.
ich bin sicher, jeder Mensch hat sich auf ähnlichem Boden bewegt oder ihn noch vor sich.
Es liegt lange zurück, aber ich erinnere mich durch Deine Geschichte daran, wie ich am Telefon sagte: "Das werde ich nicht tun", gleichzeitig meinen Koffer aus dem Schlafzimmer holte und (Frau ist ja multitaskingfähig) überlegte, was ich alles einpacken muss und nicht vergessen darf. Auch ich kniete vor einem Mann, den ich nur vom Telefon kannte, auch ich sagte die Worte, die scheinbar BDSM genormt sind und auch ich glaubte, der Himmel falle mir auf den Kopf, alle Engel sängen dazu das Begleitlied und die Seligkeit sei mir nun auf alle Zeiten hold.
Die Frage, ob das jemand versteht, gab es nie, wäre sie gestellt, jede Antwort an mir vorbei gegangen, die Welt schien sich nicht mehr zu drehen, sie gehörte mir faktisch und war nur da, damit ich auf ihr genau das erlebe, was da gerade geschieht.
Es ist wunderbar, diese Geschichte zu lesen, die sich nicht schamhaft versucht zu erklären, sondern den Menschen folgt, die sich auf diesen Weg begeben. ich finde es bemerkenswert, dass sie nichts versucht zu erklären, sondern unkaschiert darstellt, was in der Zeit an der Zeit ist.
Über das Vollständig und das Uneingeschränkt gäbe es sicher eine interessante Diskussionsmöglichkeit, losgelöst von dieser Geschichte, das macht sie noch freier, denn sie bindet nicht an sich, sondern lässt alle anderen Entscheidungen anderer Menschen zu.
Ich habs gern gelesen, mich gern erinnert und gern gelacht.
Danke sehr, ich freue mich auf mehr.
@pursoumise
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