Registrieren Login

Schattenzeilen

BDSM-Geschichten lesen und schreiben

Social Bondage: Textnummer 2028 | Facebook | Twitter

Urheberrecht Urheberrecht: Eine Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Verwendung darf nur nach Zustimmung durch Hans Bergmann erfolgen! Mehr dazu ...

Hinweise beachten Namen, Orte, Handlungen: Im Text erwähnte Namen, Orte und Begebenheiten sind, soweit nicht anders angegeben, fiktiv. Handlungen und Techniken sind nicht vollständig beschrieben, es fehlen Sicherheitshinweise. Mehr dazu ...

 

Stufen

Eine BDSM-Geschichte von Hans Bergmann.

()

Diese Geschichte erreichte den fünften Platz im Schreibwettbewerb "Blindflug". (Link).

 

„Ich freue mich über Ihren Besuch, Frau Ina. Weißwein, Rose oder Rotwein?“

„Wasser und von dem Single Malt auf der Anrichte. Bitte nur, wenn es keine Mühe macht. Waren wir nicht schon beim Du?“

„Ich habe es verdrängt, Frau Ina. In geschäftlichen Dingen sollte das Sie verwendet werden. Erst recht bei gescheiterten Geschäften.“

„Also gut, Herr Franz. Ich gehe nicht davon aus, dass Sie mich für das Scheitern Ihrer Beziehung verantwortlich machen. Worum geht es Ihnen?“

„Es ehrt Sie, dass Sie meiner Bitte nach einem Treffen gefolgt sind, Frau Ina. Natürlich sind Sie verantwortlich. Von Ihnen kam der Vorschlag, Sie haben die Sache begleitet und auch noch einen erheblichen Profit aus der Session mit Claudia gezogen.“

„Ja, Herr Franz, habe ich. Doch das ist meine Sache. Haben Sie vergessen, dass ich Ihnen finanziell entgegengekommen bin? Wie viel zahlten Sie? Soweit ich mich erinnere, keinen Cent.“

„Ich habe enorm viel bezahlt. Claudia ist weg. Auf uns, Frau Ina.“

„Danke. Auf uns. Ihre junge Freundin hat ihr Studium beendet. Ein Sugardaddy ist für sie nicht mehr erforderlich.“

„Das verbitte ich mir. Sie war glücklich. Was hatten wir für Sessions! Das war wie Fliegen, frei, umfassend erfüllend, befriedigend, das Beste, was uns passieren konnte.“

„Wie alt sind Sie, Herr Franz? Wie alt ist Claudia?“

„Das spielt keine Rolle. Sie hat mich geliebt, wie ich sie. Wir waren glücklich.“

„Sie sind siebenundfünfzig, Claudia ist sechsundzwanzig. Das sind drei Stufen, Herr Franz. Eine Stufe sind zehn Jahre, im Altersunterschied kein Problem. Zwei Stufen sind bedenklich, drei unmöglich.“

„Sie hatte alles bei mir, Frau Ina. Eigenes Appartement in meinem Haus, Essen frei, einen Kleinwagen. Besser ging es nicht.“

„Im Gegenzug stand Ihnen eine junge Partnerin zur Verfügung, Herr Franz. Für einen älteren Dom sind Sessions mit einer frischen, knackigen Sub wie ein Jungbrunnen.  Kommt noch eine Pille Sildenafil dazu, ist das Glück perfekt. Damit werden Sie Ihr Alter bei Claudia überspielt haben. Täusche ich mich?“

„Sie lenken von Ihrer Verantwortung für das Scheitern meiner Beziehung mit Schlägen unter der Gürtellinie ab, Frau Ina.“

„Soweit sind wir nicht, Herr Franz, es sei denn, Sie wünschen es. Denken Sie in diesem Fall daran, dass ich finanzielle Interessen habe.“

„Sie können sich nicht vorstellen, was ich gern mit Ihnen tun würde. Noch einen Whisky?“

„Gern. Und nehmen Sie es nicht persönlich. Beziehungen scheitern.“

„Sie waren dabei, Frau Ina! Sie haben Claudia die ganze Zeit begleitet auf diesem Junggesellenabschied. Sie hätten Einfluss nehmen können.“

„Das habe ich. Die gesamte Zeit über war ich bei ihr. Es ging um die Erfüllung von Claudias Fantasie. Sie hat bekommen, was sie wollte. Vergessen Sie nicht, Herr Franz, ich habe Claudia zu Ihnen zurückgebracht. An meinem Job gibt es nichts auszusetzen. Ihre Sub ist, Sie sagten es selbst, zwei Wochen nach ihrer Rückkehr ausgezogen. Zwei Wochen nach Abschluss meines Jobs hat sie Sie verlassen.“

„Erzählen Sie mir von der Fahrt.“

„Hat Claudia das nicht getan, Herr Franz? Ich muss mich wundern.“

„Vergessen Sie es. Es war ein Fehler, dass ich Sie eingeladen hatte. Es gibt für mich weder Erklärung noch Klarheit.“

„Ich habe es Ihnen erklärt, Herr Franz. Hören Sie nicht zu? Es ist der Altersunterschied. Dreißig Jahre sind drei Stufen. Es mag nett sein für eine devote junge Frau mit einem bedeutend älteren Mann. Aber nur für eine bestimmte Zeit. Und bitte, weshalb hatte Claudia diese Fantasie? Nackt, gefesselt, eine Maske über Augen und Ohren, mehrere Männer, mehrere Tage. Weshalb wollte sie nach Abschluss ihres Studiums eine so kräftige, lange Session, wenn sie bei Ihnen zufrieden war?“

Du möchtest diese BDSM-Geschichte weiterlesen?

Melde Dich in Deiner BDSM-Community an

Name:

Passwort:

Wenn Du bereits einen Nutzernamen hast, melde Dich bitte vor dem Lesen am System an. Andernfalls kannst Du Dich kostenlos registrieren oder Dir zunächst weitere Vorzüge von angemeldeten Nutzern ansehen.

Du möchtest Dich nicht anmelden? Dann stehen Dir nur die ohne Anmeldung lesbaren BDSM-Geschichten zur Verfügung.

 

Deine Meinung

Du kannst Texte nur dann bewerten, wenn Du sie voll einsehen kannst.

 

Kommentare von Leserinnen und Lesern

Tek Wolf

Autor.

17.01.2021 um 09:06 Uhr

Ich mochte es sehr, wie sich die Geschichte entwickelt hat. Die Spannung ist ganz langsam angestiegen um dann, kurz vor Schluss eine überraschende Wende zu nehmen. Das ist gute Schreibkunst, Respekt. Insgesamt kam dir das alles doch etwas Hart vor. Am Anfang begann ich die beiden Sprecher zu mögen, aber das änderte sich, als herauskam, was sie getan hatten. Das ist nichts Schlechtes, eine neue Wendung in den Gefühlen des Lesers. Interessante Charaktere sind nicht immer Engel. Trotzdem, die Kunst etwas anzudeuten und dann die Fantasie des Lesers weiter grübeln zu lassen beherrschst du perfekt. Danke für die Geschichte.

Katika

Förderer.

11.01.2021 um 07:55 Uhr

Eine toll entwickelte Geschichte in wirklich hervorragendem Stil.

Welch unerwartetes Ende, so gar nicht vorhersehbar.

Klasse!

Ich habe sie mit Begeisterung gelesen.

famulus severus

Förderer.

10.01.2021 um 22:01 Uhr

Ich bin ja kein Literat, aber die Technik eine ganze Geschichte in einem Dialog zu entwickeln hat mich beeindruckt. Wie sich Alles so langsam entfaltet und mit einer überraschenden Wendung schließt ist sehr gelungen

10.01.2021 um 06:30 Uhr

Ich danke sehr für eure freundlichen Worte, für das Einlassen auf meinen Dialog, Meister Y, Onmymind, denn es strengt an, ist schwierig, ein reines Zwiegespräch zu lesen, denn erst die Form, also die Einbettung von Dialog in Geschehen macht das Lesen gefällig.

Danke, deine Annahme ist korrekt, verehrte Schattenwölfin. Als sehr junger Mensch las ich den "Narziß und Goldmund" und das war ein Seelenrüttler für mich, der mir zeigte, was Leben sein kann, was Kunst ist, welche Kraft, Schönheit und Wahrhaftigkeit fern jedem Zeitgeist in Literatur lebt und erst später begriff ich die Suche und  Zerrissenheit des Meisters, aus der diese, sorry, göttliche Kraft floss, und bin dankbar, durch seine Texte ein wenig Sternenstaub atmen zu dürfen und etwas ruhiger aufzuschauen.

Onmymind

Autorin.

10.01.2021 um 03:59 Uhr

Eines steht auf jeden Fall fest: Herr Bergmann hat es nicht nötig, zB bei einer Übung wie "Blitzlicht-Dialog" mitzumachen, denn er beherrscht den Dialog perfekt! Ein einziger Schlagabtausch ist das hier. Eine Geschwindigkeit, die einfach Laune macht. Sein Beitrag war beim Wettbewerb mein Favorit, weil ich die direkte Anrede in einer ganzen Geschichte einzigartig fand. Der wirklich amüsante Inhalt, hat mich zusätzlich überzeugt, dass es für mich ein Stockerlplatz gewesen wäre. Danke, dass meine Aufmerksamkeitsspanne vom Anfang bis zum Schluss gespannt wie ein Bogen war.

Meister Y

Autor. Förderer.

09.01.2021 um 08:06 Uhr

Guten Morgen Hans Bergmann. Wirklich tolle Morgenlektüre! Einen Dialog so lange konsequent durchzuschreiben hat wirklich was. Deine Art zu schreiben mag ich sowieso.

Die Handlung an sich ist wirklich lesenswert, vor allem da sich das Heft des Handelns wandelt, es vom Bericht zum aktiven Tun übergeht. Das auch noch in einer Art, die man zu Beginn nicht vermuten mag und die dann konsequent und ohne Ausweichmöglichkeit passiert.

Danke für einen fulminanten Start in den Tag!

Schattenwölfin

Autorin. Lektorin. Förderer.

09.01.2021 um 06:43 Uhr

Jetzt bin ich wach ...

Ich habe mich lange gefragt, worauf das hinausläuft zwischen Frau Ina und Herrn Franz, sogar (für einen Moment) erwogen, dass es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen könnte. 

Dass Herr Franz das Heft in die Hand nehmen würde, damit habe ich nicht gerechnet, aber es gefällt mir ausnehmend gut, gerade weil es für mich unvorhersehbar kommt. Es gibt ja zahlreiche Geschichten, bei denen sich eine solche Pointe an irgendeiner Stelle schon beizeiten abzeichnet. Hier nicht, und dann geht es zackzack nach dem Motto „Nicht lang Schnacken ...!“.

Auch das gefällt mir. Der Schreibstil sowieso, vor allem, weil unterschwellig ein Humor mitschwingt, den ich mag.

Dann sehe ich eine mögliche WinWinWin-Situation, das wäre ein tolles HappyEnd.

Eine Frage habe ich Hans Bergmann:

Bei dem Titel musste ich an das gleichnamige Gedicht denken. Hast Du den bewusst gewählt? Würde ja perfekt passen ... Ende ... Anfang ... Zauber ... Damit würden die Stufen für mich zum 5-Sterne-Text.

Morgengruß 

Wölfin

Berücksichtigt wurden nur die letzten Kommentare.

Zu allen Beiträgen im Forum zu dieser Veröffentlichung.