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Forum - BDSMler unter sich - BDSM-Beziehungen

Submissives Scheitern

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Gregor

Autor.

25.02.2021 um 08:14 Uhr

Kennt ihr Sätze, die Wirkungen entfalten?

Manchmal lese ich so einen Satz, und dann denke ich, in den paar intensiven Wörtern steckt mehr Substanz als in einer gut gebauten erotischen Novelle.

Ein Beispiel. Heute morgen las ich einen Satz aus weiblich-dominanter Sicht, der mich nicht loslässt. Ich erlaube mir, ihn zu zitieren.

„Ich liebe es, den submissiven Mann an sich selbst scheitern zu sehen.“

Der Satz ist eine Entwicklung, ein Verlauf, eine gelebte Zeit. In Femdom-Geschichten finde ich am Ende immer die besondere, die glückliche Erfüllung der devot-masochistischen Seele, nie aber eine Form des Scheiterns.

Mich interessiert das Thema. Ich frage in die ernsthaft diskutierende Runde.

Woran kann ein submissiver Mann scheitern?

Ist Scheitern Untergang oder kann Scheitern Einsicht und devote Erfüllung sein?

Woran scheitert Sub? An seinem submissiven Anspruch, dem Widerspruch zwischen Wunsch und Realität?

Scheitert er in dem Moment, in dem er erkennt, dass submissiver Masochismus keine Wunscherfüllung ist und ihn genau damit überfordert?

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Xentaur

Autor.

22.03.2021 um 17:38 Uhr

Ein Sub Mann ist immer in dem Zwiespalt, einerseits ein richtiger Mann in der Gesellschaft zu sein, um damit Geld und Ansehen zu erreichen und andererseits kein richtiger Mann sein zu wollen, sondern Geborgenheit und Liebe in der Unterwerfung, unter die (vemeintlich gesellschaftlich schwächere) Frau zu suchen.

So sehe ich das.

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Sena

Autorin.

22.03.2021 um 18:31 Uhr

geändert am 22.03.2021 um 18:32 Uhr

„Ich liebe es, den submissiven Mann an sich selbst scheitern zu sehen.“

Da ja augenscheinlich die Göttin diese Präferenz äußert, denke ich, dass sie es liebt ihn genau in solche Lagen zu bringen. Zum Beispiel wenn sie ihm ein Versprechen abnötigt, mit dem Wissen, dass er es nicht einhalten kann. Dass sie ihn in einen Zustand bringt, in welchem sie ihm gegenüber die Enttäuschte spielen kann. Man hat als dominante Frau eine Vielzahl von Möglichkeiten beim Sub Gefühle zu wecken, im Positiven wie Negativen. Gerade wenn es auch um die Wünschen, das Verlangen und die Erwartungen ihres Sklaven geht. Dieses Spielen und Manipulieren, das Stellen einer Falle, in der er hineintappt und all das Leid erntet, welches Frau zuvor gesät hat, dass ist mit der schönste Lohn einer Domina. Dieses ständige Wechselbad an Gefühlen und Eindrücken, der gemeinsame Weg, das Überwinden von gesteckten Grenzen, dass beinhaltet das ständige Scheitern und Neuerfinden des Sklaven.

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Wodin

Autor. Förderer.

23.03.2021 um 01:39 Uhr

Um es mal mit Hape Kerkeling zu umschreiben - wem von Euch jetzt das Wort "Hurz" was sagt, wird es verstehen -  für das oben erwähnte Zitat "fehlt mir der intellektuelle Zugang"!

Ich verstehe mich als einen masochistischen Mann, aber ich verstehe nicht, wie ich an mir selbst "scheitern" kann. Was ist damit gemeint? Wenn meine Lady über mich bestimmt, wenn nur sie es in der Hand hat, was wann wie passiert und meine Wünsche eben manchmal erhört werden oder eben oft auch nicht erhört werden, so empfinde ich es nicht als "Scheitern an mir selbst". Auch sehe ich nicht, warum ich unter meiner Lady kein richtiger Mann sein sollte, nur weil ich mich freiwillig ihrem Willen unterwerfe. Das hinterfragt natürlich, was denn unter einem "richtigen Mann" verstanden wird. Wer dabei Dominanz in der Partnerschaft als das wesentlich Merkmal versteht, für den bin ich dann eben kein richtiger Mann - so what. Nur ist mir das wiederum egal, ich bekomme das was mich geil macht und das ist gut so.

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Gregor

Autor.

23.03.2021 um 07:54 Uhr

geändert am 23.03.2021 um 10:31 Uhr

Ich finde es gut, dass mein Thema bisher einige Interessierte fand. Hape Kerkeling und Hurz und den intellektuellen Zugang, lieber Wodin, akzeptiere ich gern, die Meinung von Sena hat mich weitergeführt.

ich bringe ein konkretes Beispiel für submissives Scheitern. Ganz einfache Übung. Es ist wunderbares Kopfkino, am Andreaskreuz zu stehen. Ausgeliefert, unbekleidet, man kommt nicht weg. Erst mal eine aufregende Sache. Und dann passiert --- nichts. Vielleicht juckt die Nase. Ich stehe eIne halbe Stunde im Dunkeln. Es wird unbequem. Unterschätze nicht die Anstrengung, Wodin. Der Körper muss das Blut hoch in die Arme bringen. Ich muss mich in Bewegung halten, Füße und Finger bewegen. Die Sache wird anstrengend. Ich schwitze. Nach einer Stunde finde ich das Spiel überhaupt nicht mehr sexuell animierend, ich zähle Sekunden, frage mich, wann der Mist aufhört und nach zwei Stunden will ich nicht mehr. Es reizt mich nicht, es übersteigt meine sexuelle Präferenz, ich finde es lästig, dumm, kann es nicht mehr erotisieren. Und es ist nur eine Frage der Zeit bis zu dem Moment, an dem ich das Spiel mit ein paar Worten beende. Die Fesseln werden gelöst, Lust auf Unterwerfung und weitere Spiele sind weg. In dem Moment bin ich in meiner Submission gescheitert. Zumindest für diesen Abend. Mit dieser einfachen Übung wird mir gezeigt, was mein Wille zur Submission tatsächlich wert ist und wie leicht er von meiner Partnerin ad absurdum geführt wird.

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23.03.2021 um 14:58 Uhr

geändert am 23.03.2021 um 15:10 Uhr

Bezieht sich auf Wodin´s Post

Ich hätte es nicht besser sagen können. Dem kann ich nichts hinzufügen. Der eine analysiert und sucht des "Pudels Kern", der andere nimmt´s wie´s kommt und genießt. Jedes hat seine Zeit. Fand die Frage sowieso eher provokativ - wofür ich Gregor danke.

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Xentaur

Autor.

23.03.2021 um 15:13 Uhr

Wie habe ich das vor kurzem einmal gelesen: Manche Spielarten sind in der Fantasie furchtbar aufregend und in der Realität einfach nur furchtbar.

Was mich zur Erinnerung einer sehr anstrengenden Session vor ein paar Jahren bringt. 5 Stunden am Stück malträtiert zu werden, war irgendwann nicht mehr sexuell anregend, auch wenn ich die letzen 3,5 Stunden rücklings liegend auf einem Bett angekettet war.

Obwohl ein Scheitern war da ja nicht möglich. Es gab keine Aufgaben zu erfüllen. Nur durchhalten.

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Sena

Autorin.

23.03.2021 um 15:27 Uhr

geändert am 23.03.2021 um 15:35 Uhr

Xentaur

5 Stunden am Stück malträtiert zu werden, war irgendwann nicht mehr sexuell anregend, auch wenn ich die letzen 3,5 Stunden rücklings liegend auf einem Bett angekettet war.

Oh je. Da war dann wohl eine Handwerkerin am Werk, keine Domina. Schade.

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Sophie Amalia

Autorin.

05.10.2021 um 22:51 Uhr

Woran kann ein submissiver Mann scheitern?

Er kann an allem und auch an den einfachsten Dingen scheitern. Weil sie es so will. Weil sie es vermag ihm dieses Gefühl zu geben, dass er gescheitert ist. 

Darüber hinaus ist das Scheitern für mein Verständnis eher als Lernprozess und Kennenlernen der eigenen Grenzen zu verstehen und gehört zwangsläufig in einem Entwicklungsprozess dazu. 

Aber die FemDom entscheidet, ob er es als negativ behaftetes Scheitern wahrnimmt oder nicht.

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