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Forum - Schreiben - Übungen

Übung: Ich-Erzähler

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Jona Mondlicht

Autor. Lektor. Teammitglied.

12.01.2021 um 18:40 Uhr

olaris:

Schön, dass Du Dich an der Übung beteiligst. Und Du hast auch richtig gut geschrieben!

Ein Hinweis: Es ging nicht darum, eine abgeschlossene Geschichte zu schreiben (es ist eine Übung!), sondern mögliche Gedanken des Protagonisten zu schreiben, während er auf der Türschwelle steht und den Raum betrachtet. Ab dem "Sie hat sich verschenkt" hast Du den Pfad verlassen.

habitus:

Du hast die Situation sehr schön und lebhaft beschrieben. Die Doppeldeutigkeit der Erleuchtung am Ende des Textes hat mir besonders gefallen. Danke!

Viele Grüße

Jona

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Knurrwolf

Autor.

12.01.2021 um 18:53 Uhr

Die Kälte treibt mich noch mal zur Feder ...

Bei den Sternen, offenbar hab ich das Spielzimmer des Colonels gefunden. Meine Güte, wie viele Sklavenmädchen haben den Raum schon gesehen und wie viele davon sind mit dem Leben davongekommen? Okay, besser ich denke nicht an so was, sonst bedauere ich noch mehr, dass der Mistkerl so einfach davongekommen ist. Obwohl ich schätze, die Forensikdrohnen brauchen mit seiner Leiche vermutlich länger als damit, diesen Raum zu durchsuchen.

Schau an, der Kerl hat alles mit weißem Nerfleder überzogen. Hat sicher ein Vermögen gekostet und alles aus den Kassen seiner geliebten Systemsicherheit. Was wohl seine Vorgesetzten davon gehalten hätten? Trau mich wetten, dass die Fanatiker unter ihnen nicht davon begeistert gewesen wären. Der Rest hat sich vermutlich doppelt so große Spielzimmer gebaut. Verdammt, er hat ein ganzes Regal voller Spielzeuge, die aber mal so gar nicht in so einen Raum gehören. Zumindest würde ich die Dinger nie anfassen. Etwas härter kann es von mir aus schon zu gehen, aber allein dieser Handschuh sieht aus, als könnte man damit jemandem die Haut abschälen.

Je nachdem wie sauber der Colonel war, sammeln unsere Jungs hier sicherlich genug Beweise um ihm noch im Nachhinein zu Verurteilen. Ganz zu schweigen davon, dass wir vielleicht auch ein paar Spuren zu seinen Freunden finden. Und ich werde dann unter den Ersten sein, die sich freiwillig melden, um ihnen den Unterschied zwischen Folter und BDSM zu erklären. Vielleicht sollte ich mir eines von den Werkzeugen hier ausborgen? Ach, wozu mache ich mir die Mühe. Bislang hat sich noch niemand beschwert, wenn ich auf mein gutes altes Bowie zurückgegriffen habe.

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Knurrwolf

Autor.

12.01.2021 um 19:03 Uhr

Einmal geht noch, in der Hoffnung mich zu bessern und die vorherige Geschichte auszugleichen

Boah, wo bin ich den hier gelandet? Dachte ich kenne alle Räume im Haus von Oma und Opa. Das hier sehe ich aber zum ersten Mal. Was ist das alles für ein Kram hier, so schwarz und mit dem Zeug, aus dem auch die Sättel sind. Leder, genau das Material heißt Leder.

Oh, schau mal, da hängen ja auch Gerten, genau wie in dem Raum auf Tante Lottes Hof, wo wir uns immer fürs Reiten umziehen. Ob das hier auch so ein Zimmer ist, damit sich Oma und Opa in Ruhe fertigmachen können? Aber ich sehe hier keine Bank, nur diesen komischen Tisch. Aber der ist zu hoch, um sich zu setzen, selbst Onkel Dieter wäre dafür zu klein und er stößt sich doch jedes Mal den Kopf am Türrahmen. Und das da hinten schaut aus wie die Dinger vor den Bahnübergängen, nur halt in Schwarz. Aber wozu sind die Ketten am Ende? Vielleicht zum Festmachen an Bäumen oder so?

Igitt, die Dinger sehen ja aus wie das zwischen den Beinen von den Pferden, die Lotte immer Hengste nennt. Ne, das ist ja eklig, wozu brauchen Oma und Opa denn so was? Aber das dort hinten kenne ich, das sieht aus, wie von dem Zaumzeug, dass ich Ute immer aufziehen darf, bevor ich auf ihr reite. Hm, vielleicht ist das doch so ein Raum wie auf dem Reiterhof, nur wo sind dann die Pferde? Oder sind das vielleicht ihre eigenen Sachen, damit sie nicht immer das Zeug von Tante Lotte nehmen müssen?

Ach ich höre Oma rufen, es gibt Kuchen. Lotte ist ja auch da und auch Onkel Dieter und ein paar andere Freunde. Ich werde einfach warten, bis alle am Tisch sitzen und dann frag ich sie einfach, wofür der Raum und das ganze Zeug gut ist.

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Jona Mondlicht

Autor. Lektor. Teammitglied.

12.01.2021 um 19:14 Uhr

geändert am 12.01.2021 um 19:18 Uhr

Knurrwolf:

Gleich zwei Texte. Also - zu Text 1: Bei den Sternen, Du hast die Vorgaben der Übung intergalaktisch gut umgesetzt. Und zu Text 2: Ebenfalls nichts zu beanstanden. Das wird eine Freude nachher ...

Dir sollte es häufiger zu kalt sein.

Viele Grüße

Jona

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Knurrwolf

Autor.

12.01.2021 um 19:24 Uhr

Jona Mondlicht Zum Wochenende soll es noch kälter werden, vielleicht schlägt da die Muse wieder zu

Danke für das Feedback, es war Inspiration pur und ich freue mich, in die Übung reinzukommen, wo ich doch gegen ein paar wirkliche gute Texte antreten muss

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habitus

Förderer.

13.01.2021 um 10:27 Uhr

Hallo Jona, 

Danke für die Rückmeldung. Vielleicht fällt mir ja noch was dazu ein. Das Thema lässt viel Spielraum.

Grüße,

Habitus

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Drachenlady

Autorin. Förderer.

14.01.2021 um 01:55 Uhr

Mein Versuch:

So, da sind wir also. Was bin ich genervt von der elenden Gurkerei auf der Landstrasse. Diese verfluchten Laster, und dann noch Freitagnachmittag, alle auf dem Weg nach Hause. Anscheinend haben es aber nicht wirklich alle eilig, heimzukommen, so wie die vor einem herschnarchen. Ich könnte platzen, schon viel zu viel teure, sehr teure Zeit vergeudet. Angemeldet waren wir für zwei Uhr, mittlerweile ist es schon vier.

Na, hoffentlich rentiert sich die Ausgabe jetzt auch. Mal kurz nachdenken. Zuerst schnell umsehen. Hoffentlich beeilt er sich nicht zu sehr mit dem Ausladen unserer Sachen, aber parken muss er ja auch noch. Trotzdem lieber ganz schnell einen ersten Überblick verschaffen.

Toilette rechts, völlig normal. Hier links geht’s lang, ah, jetzt wird’s interessant. Schlafzimmer mit Badewanne und ein großes Lederbett mit Käfig darunter. Licht an! Nette Illumination, passt. Ok, schnell weiter. Nächstes Zimmer. Jetzt wird es spannend. Ein Gyn-Stuhl. Ob ich den wohl zweckentfremden und auch für ihn verwenden kann? Werd’ ich sicher mal ausprobieren. Oder vielleicht doch besser den variablen Strafbock in der Ecke? An allen möglichen Verschraubungen verstellbar und richtig viele Riemen dran, da bleibt keine Bewegungsfreiheit mehr, gut so. Und daneben hängt auch noch ein Slingbrett mit Kopfstütze, Auflagen zum Fixieren der Arme und Beinschlaufen, perfekt. Außerdem Regale mit Toys, Haken mit unterschiedlichen Peitschen und Fesseln, und ein paar Schränkchen. Die Inspektion deren Inhalts muss ich wohl auf später verschieben. Einmal umdrehen und siehe da, ein Andreaskreuz gibt es ja auch noch. Alles in rot und schwarz. Und silberne Tapete mit schwarzen, samtigen Applikationen. Spiegel an der Wand, schwarze Decke, indirekte rote Beleuchtung. Sieht richtig gut aus.

Alles Sachen, die wir zuhause nicht haben, also habe ich mich nicht verkalkuliert. Uff. Das wird ein sehr abwechslungsreiches Wochenende mit vielen neuen Erfahrungen! Bin jetzt auf seinen Gesichtsausdruck gespannt.

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Onmymind

Autorin.

14.01.2021 um 12:19 Uhr

Nachdem ich schon zwei andere Übungen für meine Geschichten hier verwendet habe, will ich es auch versuchen:

In diesem Raum befindet sich alles, was mein sadistisches Herz begehrt. Doch während ich im Türrahmen stehe, sehe ich den Pranger, den Bock und die Schlaginstrumente nicht. Ich erkenne, dass er nichts bedeutet ohne dich. Eine Requisite für Schauspieler, mehr ist es nicht. Ich brauche die Augen nicht zu schließen, um mich an dich zu erinnern. Wie du in diesem Raum auf allen Vieren zu mir gekommen bist. Zu meinen Füßen hast du gekniet und mir folgsam, aber widerwillig aus deinem Büchlein vorgelesen, mich an deinen Abgründen teilhaben lassen. Nach außen ruhig schlägt ein wildes Herz in deiner Brust. Ein gefangener Vogel. Ich will ihn nicht zähmen, nur besänftigen. Ob du weißt, dass du jedes Mal, wenn ich dir die Ledermanschetten anlege, eine Gänsehaut bekommst? Sanft streichle ich dir dann über die Arme. Rauf und runter, damit du nicht frierst. Dabei ist es die Vorfreude auf das Kommende, das dich erschauern lässt. Die feinen aufgestellten Härchen auf deinen Unterarmen kitzeln meine Handflächen. Du erwartest keine Zärtlichkeit, zuckst zurück. Ich verstehe. Es schmerzt, keine Schläge zu spüren. Wir werden daran arbeiten. Dein schöner Rücken war gespannt, wie ein Bogen, als ich die Manschetten am Haken über dir eingehängt habe. Das Warten liegt dir nicht und mir um so mehr. Ich habe deinen nackten, hilflosen Körper umrundet und mich unweigerlich gefragt, wer von uns beiden entblößter war?

Die schwere Haustüre fällt ins Schloss, reißt mich aus meinen Gedanken. Ich brauche mich nicht umzudrehen, um zu wissen, dass du es bist. Ich würde deine Schritte überall erkennen. Anfangs forsch, dann zögerlich näherst du dich mir. Du glaubst zu wissen, was kommen wird. Du täuscht dich. Anspannung, Entspannung. Ich ziehe meinen Ledergürtel aus den Laschen meiner Hose, lasse das Ende probeweise auf den Türrahmen klatschen. Du bleibst stehen. Jetzt weißt du es.

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Jona Mondlicht

Autor. Lektor. Teammitglied.

14.01.2021 um 18:25 Uhr

Drachenlady und Onmymind:

Beide habt Ihr schöne kleine Texte geschrieben, die sich in der Ausgangssituation bewegen. danke!

Ist Euch aufgefallen, dass Ihr unterschiedlich an die Aufgabe herangegangen seid? Drachenlady liefert tatsächlich einen gefühlt ungefilterten Strom aus Gedanken, quasi einen Live-Blick in den Kopf des Protagonisten in diesem Moment. Onmymind fällt dagegen eher in das Erzählerische, und so fließen plötzlich Dinge ein, die eben keine Gedanken mehr sind, sondern eine Schicht darüber liegen ("die Tür reißt mich aus meinen Gedanken, ich brauche mich nicht umzudrehen" - das denkt man eben nicht).

Liebe Grüße

Jona

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Devana

Autorin. Lektorin. Teammitglied.

15.01.2021 um 10:31 Uhr

Ich versuche es auch einmal. Entschuldigt, es ist leider etwas sehr Trauriges dabei herausgekommen, aber es war die spontane Idee zu dem Thema.

---

Jetzt mach schon, es ist nur ein Raum. Ich kann nicht ewig diese Tür verschlossen halten, ich muss mich der Sache endlich stellen. Aber mir kommen jetzt schon die Tränen. Blinzle sie weg, Mädchen. Aber dieser Kloß im Hals. Hilfe, ich bekomme keine Luft. Augen zu und durch. Ich habe es geschafft. War doch gar nicht so schwer.

Bist du gerade bei mir? Bitte begleite mich, wo auch immer du gerade bist. Ich sollte das Rollo hochziehen. Die Nachbarn werden sich schon wundern, warum sie seit Wochen unten sind. Aber ich konnte hier nicht rein. Was soll ich nur mit dem Raum machen? Mit all den Sachen, geliebt und gehasst. Mit den vielen Erinnerungen, die an ihnen haften? Ich kann das doch nicht einfach wegwerfen. Nein, noch nicht.

Soll ich mich auf mein Fell niederlassen? Ja. Ich brauche Bodenhaftung. Und Wärme. Her mit dem Taschentuch. Ist doch egal, wenn die Tränen laufen, es sieht doch niemand. Die letzten Wochen habe ich meine Gefühle eh weggeschlossen, mich so gut es geht abgelenkt. Das kann nicht so weiter gehen, das ist mir klar. Die Emotionen müssen raus.

Nein, ich kann noch nichts anfassen, ich kann nichts wegräumen, aber ich fühle mich dir hier nahe. Die Zeit heilt alle Wunden, sagt man. Stimmt das? Irgendwann muss ich das hier entsorgen. Irgendwann muss ich hier jemanden mit reinlassen, denn alleine werde ich das nicht schaffen. Wer kann mir helfen? Nicht nur mit den großen Sachen. Auch mit diesem Verlust. Ich muss mich wieder öffnen, habe mich zu sehr eingeigelt in den letzten Wochen. Ich darf nicht mehr alle Hilfsangebote ausschlagen. Könnte das hier mein persönlicher Ort der Trauer werden? Vielleicht hilft mir dieser Raum, den Schmerz zu überwinden. Ich weiß, du willst, dass ich wieder zurück ins Leben finde. Lächle wieder. Versuche es.

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