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Bergmanns vierte These: Es gibt keine Sub.

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Nachtasou

Autor.

29.10.2019 um 21:32 Uhr

Hans Bergmann

1.) Ich denke bei einer Sub an eine devote, submissive, ein wenig masochistische Frau. Ihr Ziel ist es, genau das zu sein. Sie unterwirft sich mir aus Leidenschaft.

2.) Frauen haben immer ein Ziel. ... Ich bin nicht gemeint. Wie seht ihr das?

3.) Ich stehe in ihrem Focus und dadurch fühle ich mich ... in meiner Männlichkeit bestätigt. Genau hier liegt mein Irrtum. 

Bester Hans,

es fällt mir schwer Deinen Gedankengängen zu folgen.

Wenn es nur Gedankenjonglieren oder Futter wäre nach dem Motto "seht zu, was ihr draus macht", wäre mir das nicht wichtig. Aber so wie ich Dich sonst so wahrnehme, ist das kein Klamauk.

Ich habe versucht zu entwirren. Und beginne mal bei Punkt 3:

Was Du fühlst, kannst Du nicht so einfach Deinem Gegenüber zuschreiben. Wenn Du Dich in Männlichkeit bestätigt fühlst, ist das fein für Dich, aber Du kannst nicht davon ausgehen, dass Dir diese Bestätigung beschert worden ist. Es ist ein Gefühl Deinerseits. Niemand "macht" Dir Gefühle.

Wenn Dich jemand ärgern will zum Beispiel, ist es auch Dir überlassen, ob Du Dich ärgerst oder nicht. Natürlich suchen wir die Ursache für Gefühle erst mal beim Gegenüber. Aber dadurch entstehen viele Missverständnisse, oder Irrtümer. Wie Du ja selbst feststellst.

Warum sollte jemand Spaß daran haben, Deine oder meine Männlichkeit zu bestätigen. Ohne Kalkül jedenfalls. Bestenfalls bekommst Du irgendwie was rückgemeldet oder schließt es daraus, Deinen Mann gestanden zu haben.

Dieser Dritte Punkt ist allgemein gültig, so dass die ersten beiden Punkten für diese Einsicht völlig entbehrlich sind und unnötig verkomplizierend.

Ich sehe keinen Grund, warum ein devoter Mensch, ein masochistischer oder submissiver Mensch Spaß daran haben sollte, das Ego des Gegenübers aufzupumpen. Und dies auch noch leidenschaftlich.

Punkt 1 und Punkt 2 widersprechen sich, so wie ich sie verstehe. Einerseits wünschst Du Dir ein bestimmtes Ziel im Gegenüber, gleichzeitig kritisierst Du genau das; nämlich das Frauen immer ein Ziel verfolgen.

Ja was sollen sie denn nun? Ziellos sein? Oder Deine Ziele übernehmen?

Natürlich hat Dein Gegenüber eigene Ziele. Bedürfnisse streben wohin. Sie drücken oder ziehen. Und das "wohin" nennt man dann ein Ziel. Und diese Bedürfnisse bei Deiner Sub sind natürlich auch unabhängig von Dir.

Wenn ich geil bin, bin ich geil. So wie ich Hunger habe: In der Küche, auf der Straße, in Gesellschaft oder allein.

Ich fänd es belastend, wenn eine Frau keine eigene Leidenschaft hat, sondern nur, wenn ich um die Ecke käme. Da würd ich denken: Hier stimmt was nicht. 

Dass man auch Appetit wecken kann, oder er mit dem Essen kommt, oder es auch appetitliche und unappetitliche Speisen gibt, widerspricht dem nicht.

Das Gefühl, "gemeint" zu sein bei der Lust des Gegenübers ist ein schönes Gefühl, und mag auch stimmig sein in dem Moment, ..., aber die Lust und die Neigung ist ein Trieb, und der existiert auch unabhängig von Dir im Gegenüber. Wenn er sich an Dir gerade entzündet, kannst Du Dich freuen. Aber die einzige Kerze auf der Welt ist niemand. Auch nicht als Meister *g.

Bei der Gelegenheit fällt mir auf, dass dieses absolut selbstlose Geliebe nur, und selbst da nur als Ideal, bei der Mutterliebe zu ihren Kindern existiert. Sie bestätigt ihren Sony rundum. Bedingungslos. Selbstlos. Sogar ihr Leben, Niere gäbe sie für ihn her. Diese kulturelle Zuckerbäckerei bleibt bei Jungs halt als Ideal bestehen. Aber von einer erwachsenen Frau ist das nicht mehr zu kriegen, Hans. Hänschen-Klein ist groß, und auch die submissivste Frau hat wahrscheinlich anderes zu tun, als dem kleinen Sony den Schwanz zu verlängern.

Das setzt sie einfach voraus.

Da ich ja auch ein Sony bin, und durchaus auch bedürftig, gibt es Momente, in denen sich das Wohlgefühl des totalen Angenommenseins einstellt. Der Nabel der Welt sein. Wer will das nicht. Und das bereitet man sich hin und wieder gegenseitig. Das gibt es beim Sex und gab es am Anfang (mit etwas Glück und anders als beim Sex) bei Mutti.

Später gibt es das nur noch im Wissen des Hochflugs und nicht darin, dass das den Kern der Beziehung ausmacht. In intimen Beziehungen findet manches Magische statt, im bdsm sowieso, aber zaubern kann eine Sub und ein Dom auch nicht.

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